Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
''Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!'' - Markus 15, 33-34
von Ilka Werner
''... immer noch mein Gott, nicht ein fremder, nicht ein anderer, nicht kein Gott. Nicht enttäuschte Hoffnung lässt ihn Gott lästern, sondern tiefe Verbundenheit lässt ihn an seinem Gott festhalten: Mein Gott, Warum? Und durch diesen Ruf ist die Gottesgemeinschaft noch da, am Rand, und umfängt noch die Gottverlassenheit.''
„Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lema sabachtani!, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“
Markus 15, 33+34
Liebe Gemeinde,
nun ist er wirklich allein.
Die Jünger sind fort, manche hat er weggeschickt, manche sind geflohen, Petrus fand den Mut nicht, zu ihm zu stehen.
Die Menge, die ihm folgte, ihn liebte, ihn brauchte, schon lange fort.
Nur noch die, die ihn verurteilen, die ihn verspotten, die mit ihm getötet werden.
Und auch die verschluckt die Finsternis.
Auch Gott ist fort.
Der Vater, in dessen Willen er sich ergab; der Schöpfer, dem er bis in den Tod hinein vertraut; die Weisheit, die ihn zum Botschafter der Liebe und des Lebens machte; die Vollmacht, mit der er Lazarus aus dem Grab rief.
Gott ist fort.
Nun ist er wirklich allein, im Tod, am Kreuz, ist er wirklich allein.
Am Tod zerbricht alle Gemeinschaft.
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Jesus stirbt verlassen, auch: gottverlassen! am Kreuz. Das ist das eine. Aber es ist nicht alles, was das Markusevangelium hier sagt.
Denn der Bericht hat einen Rand, der eine andere Wirklichkeit als die Todesverlassenheit spürbar macht.
Zweimal wird dieser Rand sichtbar: Einmal in und mit den Frauen, die von ferne zuschauen. Sie sind nicht ganz fort, Maria aus Magdala und Salome und die vielen anderen, die mit Jesus nach Jerusalem gekommen waren. Sie stehen am Rande der Einsamkeit. Und sie sehen am Abend, wohin Jesu Leichnam gebracht wird, sie wissen darum später, wo er ist und wo sie ihm nahe sein können.
Durch die Frauen ist die Jüngergemeinschaft noch da, am Rand, und sie umfängt noch die Einsamkeit.
Und das andere Mal wird der Rand sichtbar in den Worten, mit denen Jesus stirbt: Eloi, Eloi, lema sabachtani! Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Allein, von Gott verlassen, in Todesnot, hält Jesus an Gott fest: rufend, klagend, betend, wendet er sich an ihn, ruft ihn in seine Geschichte zurück, hält an ihm fest: Mein Gott.
In seiner Verlassenheit lässt Jesus nicht ab von Gott, er gibt, selbst aufgegeben, ausgeliefert, Gott nicht auf.
Wie Hiob, der gegen den Rat von Frau und Freunden von Gott nicht ablässt und ihn nicht aufgibt, aber auch sich nicht aufgibt, sich nicht ins Unrecht setzen lässt, sondern festhält an Gott und ihn in seine Geschichte zurückruft.
Man könnte, hört man Jesu Schrei, ja auch sagen wie Hiobs Freunde und Frau: Was soll das noch? Es ist doch gelaufen, Gott ist fort, du stirbst, du hast ihm umsonst vertraut.
Und wir können, hören wir Jesu Schrei, antworten: Was soll er denn sonst tun? Er hat ihm vertraut, ja, hat ihm umsonst vertraut, in des Wortes anderer Bedeutung: nicht vergeblich, sondern ohne Berechnung, ohne zu meinen, er wisse, wie Gott dieses Vertrauen zu honorieren habe.
Und weil er ihm umsonst vertraut, ohne Berechnung, kann er nicht anders, als sich an ihn klammern. Jetzt, wo der Augenschein sagt: Gott ist nicht mit ihm. Jetzt, wo Jesus selbst die Verlassenheit herausschreit: Mein Gott ist nicht mit mir. Jetzt, wo das die Realität ist: Gott ist nicht hier.
Jetzt kann er sich nur noch einmal, wie in Gethsemane, ganz ihm anheimgeben, ihm umsonst vertrauen, ihn nicht lassen, nicht auslassen aus diesem Sterben: Mein Gott, ruft er, immer noch mein Gott, - sein Gott, von dem er doch Hilfe und Heil erwarten darf, zu dem er seine Zuflucht nimmt in der unergründlichen Gottverlassenheit - immer noch mein Gott, nicht ein fremder, nicht ein anderer, nicht kein Gott. Nicht enttäuschte Hoffnung lässt ihn Gott lästern, sondern tiefe Verbundenheit lässt ihn an seinem Gott festhalten: Mein Gott, Warum?
Und durch diesen Ruf ist die Gottesgemeinschaft noch da, am Rand, und umfängt noch die Gottverlassenheit.
Der Bericht des Markus hat diesen Hoffnungsrand, der die Todeswirklichkeit dieser Stunde auf Golgatha umfängt: die Gemeinschaft, die Beziehungen, in denen und aus denen Jesus lebte, sind am Rand sichtbar und lassen hoffen: diese Stunde ist nicht die letzte, diese Verlassenheit ist nicht das letzte, das Zerbrechen der Beziehungen ist nicht das letzte.
Nun ist er wirklich allein. Das ist das Eine.
Die Gemeinschaft umfasst die Einsamkeit. Das ist das Andere.
Wenn wir das Kapitel vom Tod Jesu lesen, spüren wir an diesem Anderen, dass es ein theologischer Bericht ist, der eine Hoffnung atmet, die über diesen Bericht hinausgeht.
Wir spüren noch etwas anderes: dass es ein theologischer Bericht ist, der tiefe Wurzeln hat in der Geschichte, die lange vor diesem Kapitel begann.
Wenn Jesus schreit: Eloi, Eloi, lema sabachtani!, dann sind das nicht Worte, die ihm in diesem Moment einfallen, das sind alte Worte, geprägte Verse, Worte aus der langen Tradition seines Volkes Israel, oft gesagte Gebetsworte, immer wieder gelebte Worte aus den Psalmen.
Der sterbende Jesus betet mit den ersten Worten des 22. Psalms, und schon vorher, als die Soldaten über seine Kleider das Los werfen, und als die Vorübergehenden ihn verspotten und verhöhnen, wird dieser Psalm zitiert und auf ihn angespielt. Der ganze Psalm ist in den Bericht verwoben.
Der ganze Psalm klingt an, der die Tiefe der Gottverlassenheit ausdrückt, aber auch das Vertrauen und die Hoffnung auf Rettung, die Gewissheit der Zukunft, die bei Gott liegt. Wir haben ihn als Lesung gehört.
Dieser Psalm deutet die Geschichte Jesu, und Jesu Geschicke deuten diesen Psalm.
Der Anfang ist einzigartig. Nur hier begegnet die Klage, dass Gott den Beter, die Beterin verlassen hat, an allen anderen Stellen wird darum gebetet, dass Gott nicht verlassen möge. Das ist etwas anderes. Die Erfahrung der Gottverlassenheit führt noch einmal tiefer in das Leiden hinein, lässt die hilflose Verlassenheit ins Absolute wachsen, lässt Rettung oder Hoffnung fast undenkbar werden. Eine tiefere Leidenserfahrung als die der glaubenden Psalmbeter, die von ihrem eigenen Gott, den sie um Hilfe anrufen, verlassen wurden, gibt es nicht. Hans Joachim Kraus sprich in seinem Psalmenkommentar vom „Urleiden der Gottverlassenheit“. Und in dieses Urleiden tritt Jesus hinein, er erklärt sich solidarisch mit der ganzen Fülle des Leidens, der Weg des vom Himmel kommenden Menschensohnes führt in das tiefste Elend. Mein Gott, warum hast du mich verlassen! Mit diesem Schrei wird der Tod zur tiefsten Leiderfahrung gesteigert – jede Verharmlosung, jeder Doketismus verbietet sich von daher. Jesus stirbt in tiefstem Elend.
Noch im tiefsten Elend, so sagt der Psalmbeter weiter, im Urleiden richtet sich die Hoffnung Israels auf seinen Gott, der thront auf den Lobgesängen des Volkes und den es hineinruft in das Elend, hineinruft, zu retten, wie er schon früher gerettet hat: „Auf dich vertrauten unsere Vorfahren, sie vertrauten, und du hast sie befreit. Zu dir schrien sie, und sie wurden gerettet, auf dich vertrauten sie, und sie wurden nicht zu schanden.“ Und Gott, die das Volk wie eine Hebamme zur Welt und ins Leben brachte, lässt sich hineinrufen in das Elend und erhört die Flehenden.
Und sie lässt sich wiederum in das Elend hineinrufen und bringt wie eine Hebamme den toten Jesus wieder zur Welt und ins Leben.
Die Verfasser des Markusevangeliums deuten Jesu Tod mit Hilfe des Psalms:
Zum einen: Ihm ergeht es wie dem Psalmbeter, verlassen, verspottet, verzweifelt. Er erleidet das Urleiden. Und weil er dieses Urleiden auf sich nimmt, kann sein Leiden zum Inbegriff des Leidens werden, und er zum Inbegriff des Leidenden, in dem alles Leiden und alle Leidenden aufgehoben sind, der in allem Leiden und in allen Leidenden ist, so wie sie in ihm.
Zum anderen: Er vertraut in diesem Leiden allem zum Trotz auf seinen Gott, wie die Psalmbeterin. Er vertraut auf Gott um der Vergangenheit willen – weil Gott gerettet hat, vertraut er sich ihm auch jetzt, gegen den Augenschein, gegen seine Verlassenheit an. Er wird darin zum Inbegriff dessen, der Gott umsonst glaubt, in des Wortes eigentlichem Sinn: ohne Berechnung, ohne Bedingung, sich ganz ihm anheimgibt, auch wenn es vergeblich erscheint.
Zum dritten: Gott rettet wie im Psalm. Gott umfängt die Gefahr, das Leid, den Tod, und Gott umfängt auch noch die Gottverlassenheit: Jesus wird auferweckt. Und weil sein Leiden der Inbegriff des Leidens wurde, wird seine Auferweckung Inbegriff der Rettung aus allem Leiden und für alle Leidenden, so dass kein Bereich, kein Ort, keine Stunde mehr denkbar ist ohne Hoffnung.
Indem also Jesu Geschick vom Glauben an die Auferstehung her als Verlebendigung des 22. Psalms beschrieben wird, wird er zum Inbegriff der Geschicke seines Volkes, und seine Geschichte zum Inbegriff der Leidensgeschichten derer, die an ihn glauben. Die Beschreibung von Psalm 22 her deutet das Einzelschicksal dieses Jesus als bedeutsam für alle.
Darum redet er auch zu uns, der Bericht über Jesu Tod mit den Rändern der Hoffnung.
Vom Glauben an die Auferstehung her können wir sagen:
Nun ist er wirklich allein. Das ist das Eine.
Die Gemeinschaft umfasst die Einsamkeit. Das ist das Andere.
Beides ist richtig:
Nun ist er wirklich allein. Die Ränder der Hoffnung machen es möglich, realistisch das Leiden und die Einsamkeit zu sehen. Sich nicht daran zu weiden. Nicht zu dramatisieren. Nicht zu abstrahieren. Nicht zu verharmlosen. Das Leiden realistisch sehen. Als etwas, das Leben zerstört, Gemeinschaft zerbricht, Qualen verursacht und in Verzweiflung stürzt. Als etwas, das keinen Sinn hat und auch keinen Sinn macht. Als etwas, was man nicht wollen kann. Aber auch als etwas, das passiert, das geschieht, zu dem es immer wieder kommt, das jeder und jedem geschehen kann. Das es dann auszuhalten gilt. Das wir nicht leugnen dürfen.
Das können wir lernen an dem theologischen Bericht des Markusevangeliums: Das Leiden in all seiner Grauenhaftigkeit realistisch sehen. Erkennen, das und was Leiden ist, im Urleiden, im Inbegriff des Leidens.
Das können wir nicht sehen ohne die theologische Deutung, denn ohne die Ränder der Hoffnung können wir diese Stunde nur als die letzte sehen, können wir die Grauenhaftigkeit nicht aushalten, werden wir einen Sinn zu konstruieren versuchen, oder uns zu den Spöttern stellen oder verharmlosen, können wir nicht das Urleiden erkennen oder den Inbegriff der Verlassenheit. Nun ist er wirklich allein.
Die Todesstunde bleibt ihm nicht erspart und sie ist nicht harmlos. Wir halten das nicht aus, darum fragen wir immer wieder: Warum geht es nicht ohne? Warum kann nicht sein Leben der Liebe und Gemeinschaft, der Zuwendung und der Weisung weitergehen? Es gibt keine wirkliche Antwort darauf. Nur das Wissen: es gibt Leiden und Tod. Es gibt eine Verlassenheit, die kein Gott mildert. Es gibt die Schreie: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Es gibt das Urleiden, die Verlassenheiten des 22. Psalms. Die Welt ist so, wir haben sie dazu gemacht. Wir sollten uns dem stellen, aber wir können es nicht. Darum wollen wir ihn da raus holen. Damit wir nicht mehr hingucken müssen, soll es mit ihm nichts mehr zu tun haben. Aber er stellt sich dem, was die Welt geworden ist. Und weil sie so ist, wie sie ist, ist er in dieses Leiden und diese Verlassenheit hineingegangen.
Und nur in der theologischen Deutung stimmt auch das andere: Die Gemeinschaft umfasst die Einsamkeit. Der Tod hat nicht das letzte Wort, er verewigt nicht die Sterbestunde, er findet in Gott seinen Meister. Es ist nicht vergeblich, dass Jesus im Sterben seinen Gott in die Geschichte hereinholt, indem er an ihm festhält ohne Berechnung, als keine Berechnung mehr möglich ist. Jesu Todesstunde ist nicht die letzte.
Und wir, die wir von seinem Hineingehen in das Leiden, die Verlassenheit, den Tod wissen aus dem theologischen Bericht des Markusevangeliums, wir sehen die Ränder der Hoffnung. Wir sehen den einen, der das Urleiden trägt, der zum Inbegriff des Leidenden wird, und wir sehen die Ränder der Hoffnung, die zum Inbegriff der Hoffnung werden für alle, die leiden, die verlassen sind, die getötet werden: dass Gott auch die Gottverlassenheit umfängt.
„Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut des Elenden Elend, hat sein Angesicht nicht vor ihm verborgen, und da er schrie, erhörte er ihn. (…) Erzählen wird man vom Herrn der Generation, die noch kommt, und verkünden seine Gerechtigkeit dem Volk, das noch geboren wird. Er hat es vollbracht.“
Amen.
Predigt für den Gottesdienst nach reformierter Tradition am 08.11.09, Köln/Antoniterkirche; Mk 15, 34 (Kap. 15)
Pfr. Dr. Ilka Werner, Neuss
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Das Markusevangelium - eine reformierte Predigtreihe
Der einfache Gottesdienst - Melanchthon-Akademie Köln Vom 14. Dezember 2008 bis zum 13. Dezember 2009 dreizehn Predigten zu Worten aus dem Evangelium nach Markus. |
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