Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23./24. Mai 2012: Vollversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR) in Berlin
Unter den Fragestellungen: „Wie wir uns gegen seitig wahrnehmen, warum wir voneinander profitieren können und was wir im Miteinander verbessern sollten“ wollen die Tagungsteilnehmer sich im Spannungsfeld von Amtskirche, Gemeindepraxis und Zivilgesellschaft darüber austauschen, was sie in der Arbeit für demokratische Kultur gegen Rechtsextremismus voneinander erwarten bzw. erhoffen.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
''Stellt euch vor, es ist Weihnachten, und keiner geht hin!''
Christvesper: Predigt zu Titus 2,11-14 von Martin Braukmann
''Weihnachten ist nicht der Zielpunkt menschlicher Sehnsucht, sondern Zwischenstation. Insofern bleibt Weihnachten ein Warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes wenn er in Herrlichkeit sein Reich errichten wird. Weihnachten hat einen deutlichen Sehnsuchts-Überhang.''
Liebe Gemeinde!
Die eben gehörten Worte der Weihnachtserzählung nach dem Lukasevangelium klingen noch in den Ohren und dann ein solcher Satz. „Stellt euch vor, es ist Weihnachten, und keiner geht hin!“ Und doch möchte ich sie bitten, sich einmal auf diesen Gedanken einzulassen. Auch wenn es schwer fällt, denn schließlich sind sie ja gekommen um zu sehen, was es denn mit Weihnachten auf sich hat. Und das freut mich von Herzen! Und doch:
Was wäre denn anders, wenn niemand gekommen wäre? Wenn niemand dem Stern gefolgt wäre und hätte den angesagten König der Juden gesucht. Wenn die Hirten auf dem Feld sich lieber dem Schlaf hingegeben hätten, statt sich durch den Lobgesang der Himmlischen Heerscharen auf den Weg bringen zu lassen? Wäre dann Weihnachten ausgefallen? Die Nacht des Universums hätte die Strahlen des Weihnachtssterns in sich aufgesogen und der Klang der himmlischen Stimmen wäre im Nichts verklungen. Und Weihnachten?
Millionen und Milliarden von Lichtern leuchten seit 4 Wochen und wollen uns einladen, nachzuschauen, was denn da in Bethlehem wohl geschehen ist. Der Lobgesang der Engel ist abgelöst worden durch hunderte von Radiosendern und Tausende Kaufhauslautsprecher, die von morgens 9.30 Uhr bis 20.00 Uhr uns die unterschiedlichsten Melodien und Lieder der Weihnachtszeit in unser Ohr säuseln. Lassen wir uns einladen, uns mit der Tochter Zion zu freuen und einen freudigen Lobgesang anzustimmen. Wagen wir ein Freudentänzchen auf der Straße, vor dem geschmückten Weihnachtsbaum, weil Gott Mensch geworden ist? Oder stimmen wir ein in den alljährlich melancholischen Gesang von Wham: last Christmas, I gave you my heart…Letztes Jahr Weihnachten habe ich dir mein Herz geschenkt. Aber schon am nächsten Tag hast du es weggeworfen. Aber dieses Jahr habe ich es, um mich vor den Tränen zu schützen, jemand speziellem geschenkt. Oder sind wir auf dem Heimweg mit Chris Rea: Driving home for christmas… und selbst rote Ampeln können unsere ersehnte Fahrt zum Weihnachfest nach Hause nur kurz hindern, aber doch nicht aufhalten. Oder stimmen wir mit dem meist verkauften Lied aller Zeiten mit Bing Crosby überein und sagen: I'm dreaming of a white Christmas,
Die Erwartungen, Vorstellungen und Hoffnungen auf Weihnachten hin sind so vielgestaltig und verschieden, dass ich wirklich bei meiner Eingangsfrage bleiben möchte: „Stellt euch vor, es ist Weihnachten, und keiner geht hin!“ Was ist, wenn Weihnachten die Sehnsüchte gar nicht in der Art befriedigt, wie ich das das gerne hätte. Was, wenn Weihnachten quer liegt zu meinem Bild von Weihnachten und meiner Vorstellung davon, wie es denn sein muss, damit es Weihnachten wird. So sehr ich mir selbst eine tief verschneite Weihnacht wünsche, bei der unter dem dicken Mantel einer weißen Schneeschicht alle Nöte, alle Zwietracht, aller Unfriede und aller Hass zugedeckt werden, so sehr merke ich, dass ich Konditionen aufstelle und Erwartungshaltungen aufbaue, die Weihnachten quasi aussperren aus meinem Leben. Deshalb stelle ich die ernsthafte Frage: wie viel Weihnachten brauche ich, damit es Weihnachten werden kann? Und das ist keine rhetorische Frage, sondern eine Frage, die versucht, die Sehnsüchte wahrzunehmen und mit Weihnachten in Beziehung zu bringen. Ich lese uns nun den Predigttext aus Titus 2,11-14:
[11] Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen [12] und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben [13] und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, [14] der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Der für den Heiligen Abend vorgeschlagene Predigttext aus dem Titusbrief kommt so ganz unweihnachtlich daher. Paulus deutet den Inhalt von Weihnachten ganz ohne Weihnachtsidylle. Eher theologisch nüchtern reflektiert er, was denn das Kommen Gottes in diese Welt bedeutet und welche Konsequenzen es hat. Ich möchte sie einladen, den Gedanken des Paulus zu folgen, denn darin könnte eine Chance liegen, einen neuen Zugang zu Weihnachten zu finden.
Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen. Was sich für uns wie ein schwacher Reflex auf die Weihnachtsgeschichte nach Lukas anhört, zielt aber gar nicht auf eine Erinnerung an den Stern von Bethlehem, sondern deutet die Menschwerdung Gottes im Lichte des römischen Kaiserkultes. Das von Paulus benutzte griechische Wort „epiphainomai“ ist ein Begriff des Kaiserkultes. Im Kontrast und Abgrenzung dazu redet Paulus aber nicht vom Erscheinen und der Selbstinszenierung eines römischen Kaisers, sondern vom Erscheinen der Gnade Gottes in Jesus Christus.
Weihnachten: Gottes Gnade erscheint in der Nacht
Epiphanie: Erscheinen, Erscheinung, Aufscheinen. Der Vorstellungshintergrund der Epiphanie Gottes ist ein Licht- und Strahlungswunder. Und eben damit steht die wichtigste Metapher des weihnachtlichen Heilsgeschehens auf dem Plan. In das Dunkel der Welt bricht Gottes Licht ein und bricht dieses auf. Aber dieses Aufstrahlen Gottes lässt sich nicht in Lichtstärke und Photonen messen. Erfahren, verstanden und begriffen wird es nur von denen, die in der Finsternis sitzen. Auch davon haben wir ja eben in der Lesung aus Jesaja 9 gehört. In bedrückenden Bildern wird die Situation derer umschrieben, die in der Finsternis sind. Ein schweres Joch lastet auf ihren Schultern und unter Schlägen werden sie angetrieben. Militärstiefel und blutverschmierte Mäntel lassen die Drangsal erahnen, die die Wirklichkeit der unterdrückten Menschen ausmachen.
Was uns betrifft, hier und heute, so sehen die Bilder unserer Finsternis anders aus. Aber sind die Dunkelheiten und Ausweglosigkeiten unserer Tage nicht existenziell zu spüren, verschüttet unter Jingle Bells, Glühwein und Lichterketten. Wie viele Tränen werden in diesen Tagen unter den Weihnachtsbäumen vergossen und selbst grelle LEDs bringen dann kein Licht in die schmerzhaft empfundene Finsternis.
Und wie sehnen wir uns danach, dass doch alles anders würde. Doch zugleich merken wir, wie wir das nicht schaffen und leisten können. Der berühmte Münchhauseneffekt war schon damals nur Aufschneiderei und er ist auch heute noch nichts anderes als Selbstbetrug. Nein, unser Heil und unsere Rettung müssen von außen kommen, oder aber es bleibt wie es ist.
Weihnachten: Gottes Gnade erscheint in dem Friedensfürst
Mit Verheißungsworten von Jesaja möchte ich die weihnachtliche Hoffnung zum Ausdruck bringen: Doch es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind (Jes 8,23) Ich wünschte, dass an diesem Heiligen Abend alle Menschen diesen Hoffnungssatz erfahren. Gott möge es schenken, dass keiner aus den Kirchen hinausgeht, sich niemand in der Heiligen Nacht in seinem Bett voller Sorgen und Ängste wälzen muss, ohne diesen Zuspruch Gottes: Es wird nicht dunkel bleiben über deinen Ängsten!
Gottes Gnade bricht wie ein heller Lichtschein in die Dunkelheit. Die Dunkelheiten und Finsternisse dieser Welt sollen und werden nicht das letzte Wort behalten. Der von Jesaja angekündigte Friedefürst wird sein Recht und seine Gerechtigkeit aufrichten. Alle Lebensangst wird eine Antwort finden in Jesus Christus. Gott kommt zur Welt. Er stellt sich mitten in die Dunkelheiten der Welt hinein. Er begibt sich in die Angst deren, die am Leben verzweifeln. Er wird zur Hoffnung der Hoffnungslosen, die bisher nichts als Ohnmacht und Leid erfahren.
Der Fürst, der den umfassenden Shalom Gottes in diese Welt bringt, wird die Welt verändern. Und eben deshalb ist es schon an Heilig Abend wichtig, über die Krippe hinauszublicken. Das war der Anfangspunkt der göttlichen Epiphanie. Aber zum Glück ist es nicht dabei geblieben. In Jesus Christus haben die Menschen damals erfahren, wie Gottes Wirklichkeit und Nähe ihre Lebensnacht erhellt. In seiner Gegenwart haben sie gespürt, was Leben sein kann; Leben vor und mit Gott.
Spätestens mit Jesus wird deutlich, dass Gott nicht in einer neutralen Position und sicheren Distanz zur Welt steht, sondern er begibt sich mitten in die Ängste, Finsternisse und Ohnmächtigkeiten dieser Welt hinein. Er stellt sich an der Seite der Menschen mitten unter alle Widerwärtigkeiten und Lebensfeindlichkeiten und macht sie zu seiner Sache und Angelegenheit. Wenn wirklich der Begriff „Chefsache“ irgendwo auf dieser Welt eine Bedeutung hat, dann doch bei Gott. In dem Friedensfürst Jesus, macht er das Heil der Welt zu seiner Sache; eben zur Chefsache.
Weihnachten: Warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes
Wenn wir gleich in den Heiligen Abend gehen und in den nächsten Tagen Weihnachten feiern, dann feiern wir, dass Gottes Herrlichkeit schon einmal aufgestrahlt ist in Jesus Christus. Zugleich feiern und hoffen wir, dass Gott vollenden wird, was in der Krippe in Bethlehem begann. In diesem Sinne bedeutet Weihnachten zu feiern, zwischen Verheißung und Erfüllung zu leben. Und eben deshalb ist Weihnachten keine Geschichte, die man verstehen sollte unter dem Vorzeichen: „es war einmal…“, wohin man dann sehnsüchtig zurückblickt oder sich zurücksehnt. Weihnachten will stattdessen verstanden sein als Blick in die Zukunft. „Es wird werden!“. Ich möchte Weihnachten vergleichen mit der Mittelstation einer Bergfahrt. Wer auf der Mittelstation aussteigt und hängen bleibt, der verpasst doch das Beste. Da kommt doch noch mehr. Die Gipfelfahrt und das Gipfelerlebnis stehen doch noch aus.
Weihnachten ist nicht der Zielpunkt menschlicher Sehnsucht, sondern Zwischenstation. Insofern bleibt Weihnachten ein Warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes wenn er in Herrlichkeit sein Reich errichten wird. Weihnachten hat einen deutlichen Sehnsuchts-Überhang. Deshalb kann man an Weihnachten doch eigentlich nur hoffnungsvoll mit dem Liederdichter singen und beten: Eia wärn wir da, eia wärn wir da.
Weihnachten: Christus verschenkt sich
Berichtet die Weihnachtserzählung des Matthäus davon, dass die drei Magier Jesus mit königlichen Geschenken bedenken, so ist das weitere Leben und Wirken Jesu dadurch geprägt, dass er sich verschenkt. Paulus drückt das in unserem Predigttext so aus: „der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste“. Spätestens mit dieser Aussage fällt ein deutlicher Schatten des Kreuzes Jesu in unseren Heiligen Abend hinein. Krippe und Kreuz fangen nicht nur mit dem gleichen Buchstaben an, sondern sie sind auch aus dem gleichen Holz geschnitzt. Unsere Liebe und Zuneigung, die den holden Knaben mit dem lockigen Haar heute am liebsten liebevoll in einer gut ausgepolsterten Krippe wiegen möchte, wird sich verkehren. Auch unser leises Wiegenlied wird sich in den barbarischen und verachtenden Schrei verwandeln: kreuzige ihn!
Damit aus dieser Tötungsaufforderung nicht unser Todesurteil wird, musste Jesus sterben. Der Predigttext des heutigen Abends trägt das in unseren Heiligen Abend hinein. Maler späterer Jahrhunderte haben diesen Gedanken so aufgegriffen, dass in ihren Stallszenen im Hintergrund oft ein wenigstens schemenhaft erkennbares Kreuz zu sehen ist. Sie denken zusammen, was zusammen gehört.
Weihnachten: wir werden verändert
Es würde wahrlich Weihnachten werden, wenn wir heute nicht nur die frohe und tröstende Botschaft mit nach Hause nehmen, dass es nicht dunkel bleibt über unserer Angst, sondern wenn wir uns verändern lassen durch die Liebe Gottes. Das ist für Paulus die logische und stringente Folge von Weihnachten. Es soll nicht alles beim alten bleiben, aber wir sollen auch nicht alles beim alten lassen. Wie aber kann ein verändertes Leben beginnen? Hören sie dazu folgende Erzählung:
Mit den Hirten betrat ich den Stall und schaute mich um. Ich sah die Tiere, Maria und Josef und die Krippe. Ich schaute das Kind an, und das Kind schaute mich an. Plötzlich erschrak ich, und Tränen traten in meine Augen. „Warum weinst du?“ fragte das Kind. „Weil ich dir nichts mitgebracht habe!“, antwortete ich. „Ich möchte aber gern etwas von dir“, sagte das Kind. Ich fiel ihm gleich ins Wort: „Meinen neuen Mantel, mein Fahrrad und mein spannendes Buch?“ „Nein“ erwiderte das Kind, „das brauche ich nicht. Dazu bin ich nicht auf die Erde gekommen. Ich möchte etwas ganz anderes von dir haben!“ Ich überlegte. „Was denn?“ frage ich erstaunt. „Schenk mir deinen letzten Aufsatz“, sagte das Kind leise, so dass es niemand anders hören konnte. Ich erschrak. „Jesus“, stotterte ich und kam ganz nah an die Krippe heran, „aber da hat doch der Lehrer ‚nicht genügend’ drunter geschrieben.“ „Eben deshalb möchte ich ihn haben“ sagte das Kind. „Aber warum denn?“, fragte ich. Das Kind antwortete: „Du kannst mir immer das bringen, wo nicht genügend drunter steht. Willst du das?“ „Ja, gern“, sagte ich etwas verwirrt. „Ich möchte aber noch ein zweites Geschenk von dir“, sagte das Kind. Hilflos schaute ich es an. „Deinen Trinkbecher“ fuhr das Kind fort. „Aber den habe ich heute früh zerbrochen“, erwiderte ich. Aber das Kind sprach: „Du kannst mir immer das bringen, was in deinem Leben zerbrochen ist. Ich will es wieder heil machen. Gibst du mir das?“ „ Das ist schwer“, zögerte ich, „aber ich will es versuchen.“ „Nun mein dritter Wunsch“, sagte das Kind. „Bring mir die Antwort, die du deiner Mutter gegeben hast, als sie fragte, wie denn der Becher kaputt gegangen sei.“ Da wurde ich ganz rot, legte voller Scham die Stirn auf die Kante der Krippe und weinte. „Ich, ich, ich....“, brachte ich heraus, „in Wirklichkeit habe ich den Becher nicht versehentlich umgestoßen, sondern ihn absichtlich auf den Boden geworfen, weil ich so wütend auf meine Mutter war.“ „Ja“, sagte das Kind, „du kannst mir immer deine Lügen, deinen Trotz, deinen Ärger, deine Enttäuschungen, deine Scham und das Böse, das du getan hast, bringen. Und ich werde es mir anhören und dich annehmen.“ Und ich schaute, hörte, staunte und betete an.
Solche Erfahrungen, die uns schauen, hören, staunen und beten lassen – die wünsche ich ihnen zur Weihnachtszeit. Denn in diesen Erfahrungen wird Gottes heilsame Gnade deutlich, die uns ins Leben und zum Leben hilft.
„Stellt euch vor, es ist Weihnachten, und keiner geht hin!“ Und selbst wenn niemand kommt um zu schauen, was denn geschehen ist, deswegen wird es trotzdem Weihnachten. Aber selig sind die Menschen, die kommen, schauen, staunen und anbeten. Denn für sie wird es Weihnachten. Das schenke uns Gott. Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen
(Die abschließende Geschichte kenne ich aus einem Weihnachtsbuch. Jetzt wieder gefunden in einer „Internetpredigt“ zum Text)
Predigt aus der Christvesper am Heiligen Abend 2009 in der evangelischen Johanneskirche Oberfischbach
Martin Braukmann, Pfarrer in Oberfischbach

