Termine
Wider den Geist der Anpassung in Kirche und Gesellschaft24.-26. September 2010 in Halle/Saale
Werkstatt-Tagung des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins (dbv) in Kooperation mit der Ev. Marktkirchengemeinde Halle/Saale und dem Offenen Forum Wiesbaden (Off)
Ziviler Friedensdienst: ''Wir scheuen keine Konflikte''
25. August 2010 bis 14. Januar 2011, 9 bis 17 Uhr, Ausstellung im Zentrum Ökumene, Frankfurt/M.
Frieden in Konfliktregionen fördern - da denken viele zuerst an UN-Blauhelme oder Militäreinsätze. Es geht auch anders. Das zeigt die Ausstellung
„Wir scheuen keine Konflikte“. Die Ausstellung ist auch als Plakatausstellung für Gemeindezentren und Schulen erhältlich.
Schöpfungszeit 2010: Beteiligung am Jahr der Biodiversität
1. September 2010, Auftaktveransatltung der Schöpfungszeit 2010 im Basler Münster
RNA. Für die Schöpfungszeit 2010 lanciert die Organisation oeku Kirche und Umwelt das Thema «Vielfalt – Geschenk Gottes». Damit sollen Kirchgemeinden und Pfarreien angeregt werden, sich am Internationalen Jahr der Biodiversität zu beteiligen.
Gott in der Welt begegnen - Fotos von Andreas Olbrich zur Transzendenz
Neueröffnung des Themenwegs auf dem Leuenberg, Baselland, Schweiz
Mit Fotos von Andreas Olbrich und mit 12 Texten namhafter Autoren wird am 3. September 2010 der Themenweg auf dem Leuenberg neu eröffnet.
''Wunder – wen wundert’s?''
Freitag, 03. September 2010, 19.00 Uhr, Ökumenischer Bibelabend mit Prof. em. Dr. Hans Kessler in der reformierten Süsterkirche Bielefeld
Der Ökumenische Bibelabend der Innenstadtgemeinden St. Jodokus und City-Kloster, Neustadt Marien und Reformiert in Bielefeld findet am 3. September in der reformierten Süsterkirche statt. Hans Kessler wird den historischen und aktuellen Wunderglauben wissenschaftlich und mythologisch betrachten.
400. Jubiläum der 1. Reformierten Generalsynode in Duisburg
4. September 2010, Sondersynode der EKiR in der Salvatorkirche Duisburg
2010 tagt die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) ein zweites Mal: anlässlich des 400. Jubiläums der 1. Reformierten Generalsynode 1610 gibt es am 4. September 2010 in der Duisburger Salvatorkirche eine Sondersynode.
Tag der Schöpfung / Schöpfungszeit: ''Gottes Schöpfung feiern und bewahren''
1. September bis 4. Oktober 2010; erste zentrale Feier im Ökumenischen Gottesdienst am 3. September, 17 Uhr in der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde Hl. Johannes der Täufer zu Brühl
Evangelische Theologie für den ehrenamtlichen Verkündigungsdienst
Ein halbes Jahrhundert Kirchlicher Fernunterricht (KFU): 1960 - 2010
Am 4. und 5. September 2010 feiert der KFU im Zinzendorfhaus in Neudietendorf sein 50jähriges Bestehen.
Studienreise Elsass, Schweiz, Vorarlberg
6. bis 12. September 2010, Studienreise in Zusammenarbeit von Unsere Kirche, Evangelische Zeitung und IBB Dortmund
Besuch bei den evangelischen Nachbarn unter Leitung von Pfr. i.R. Dr. Karl-Christoph Flick
20 Jahre Kirchengemeinschaft zwischen der EKvW und der UCC Ohio
10. bis 11. September 2010, UCC-Forum der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW)
BIELEFELD/WESTFALEN - Das alljährliche UCC-Forum der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) steht in diesem Herbst unter dem Motto „Auf dem Weg zum gerechten Frieden.“ Am 10. und 11. September lädt die westfälische Landeskirche alle am Thema und Austausch mit der amerikanischen Partnerkirche United Church of Christ (UCC) Interessierten ein, sich mit dem Thema Frieden und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.
Melanchthonjahr in Bielefeld: ''Bildung als Überlebenswissen''
Freitag, 10. September, 18.00 Uhr, Vortrag von Dr. Petra Bahr, Kulturbeauftrage der EKD, in der Süsterkirche Bielefeld
Zum Bildungsempfang der Evangelischen Kirche im Melanchthonjahr lädt die Evang.-reformierte Gemeinde Bielefeld ein.
Von Geiz bis Trägheit: Die ''sieben Todsünden''
12. bis 30. September, Veranstaltungsreihe in Detmold
Kreis Lippe/Detmold. Sie bezeichnen Laster oder schlechte Eigenschaften, die als Ursache für sündiges Verhalten galten: die sieben Todsünden der mittelalterlichen Theologie. Eine Veranstaltungsreihe der reformierten Kirchengemeinden Detmold-Ost und Detmold-West greift diesen Sündenkatalog im Rahmen des Jahresthemas der Lippischen Landeskirche „…und vergib uns unsere Schuld“ auf.
Kunst und Religion: ''Der Nachmittag der Kinder in Wargemont''
''Tag des Denkmals'', Sonntag, 12. September 2010, 10.15 Uhr, Gottesdienst in der Reihe ''Kunst und Religion'', Ev.-reformierte Süsterkirche Bielefeld
Pastor Menzel (Predigt), Pastorin Edusei (Liturgie), betrachtet wird: Pierre Auguste Renoir - Der Nachmittag der Kinder in Wargemont (1884)
Faire Woche 2010 - ''Fair schmeckt mir!''
13. bis 26. September 2010, neunte bundesweite Aktionswoche zum Fairen Handel
Der Slogan „Fair schmeckt mir!“ macht Lust auf das Ausprobieren der leckeren Vielfalt fair gehandelter Produkte. Tausende Veranstaltungen von Weltläden, Aktionsgruppen, Supermärkten, Kantinen und Einzelpersonen sind geplant, mit dem gemeinsamen Ziel, den Fairen Handel in Deutschland noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
JALB: Zeugnisse aus der Zeit des Renaissance-Humanismus
30. April bis 31. Dezember 2010: Ausstellung von Buchschätzen des 15. und 16. Jahrhunderts aus dem Bestand der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Anlässlich der 450. Todestage der Reformatoren Johannes a Lasco und Philipp Melanchthon in diesem Jahr stellt die Johannes a Lasco Bibliothek eine Kollektion von Büchern aus, die auf das Netzwerk humanistischer Bildung in Europa Bezug nimmt. Größtenteils handelt es sich dabei um Bücher aus dem Kernbestand der Bibliothek, die aus dem Nachlass des vor 500 Jahren geborenen Albert Hardenberg (1510-1574) stammen.
Interkulturelle Woche 2010: ''Zusammenhalten – Zukunft gewinnen''
Gemeinsames Wort der Kirchen veröffentlicht
EKD. ''Zusammenhalten – Zukunft gewinnen'' unter diesem Motto steht die diesjährige Interkulturelle Woche, zu der die Kirchen bundesweit vom 26. September bis 2. Oktober aufrufen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der amtierende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, und Metropolit Augoustinos, griechisch-orthodoxer Metropolit von Deutschland, rufen in ihrem Gemeinsamen Wort dazu auf, mit zahlreichen kreativen Veranstaltungen und Aktionen sowie mit Gebetstreffen und Gottesdiensten zum Gelingen der ''Woche'' beizutragen und politische Forderungen in die Diskussion einzubringen.
30 Jahre Ökumenische FriedensDekade
17. bis 19. September 2010, Fest- und Jubiläumsveranstaltung in Erfurt
Anmeldung bis zum 15. August 2010
NRW-Tag 2010 in Siegen mit eigener Kirchenmeile
18. und 19. September 2010, Kirchenmeile auf dem NRW-Tag in Siegen, Oberstadt
Interkulturelle Woche 2010 – Tag des Flüchtlings: ''Zusammenhalten - Zukunft gewinnen''
26. September bis 2. Oktober 2010
Bausteine für den Gottesdienst, Postkarten, Plakate und anderes Material steht jetzt online und/oder zur Bestellung bereit.
J. F. Gerhard Goeters-Preis 2011 - jetzt bewerben
Einsendeschluss 1. Oktober 2010
Die Gesellschaft für die Geschichte des reformierten Protestantismus e.V vergibt im Rahmen ihrer „Achten Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus“ am 20. März 2011 den J.F. Gerhard Goeters-Preis in Emden (Ostfriesland).
Zinzendorf als Reformator in Bildung, Kirche und Gesellschaft
8. bis 10. Oktober 2010, Tagung im Zinzendorfhaus Neudietendorf
Anlässlich des 250. Todesjahres von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf laden die Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine und die Evangelische Akademie Thüringen zu einer Tagung nach Neudietendorf ein.
Jubiläum 400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode
10. Oktober 2010, 17 Uhr, Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz, Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG
Gesamtprogramm mit allen Veranstaltungen zum Jubiläum "400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode" als PDF
Wie Religionen Frieden stiften
20. bis 23. Oktober 2010: Internationales Symposium ''Religionen und Weltfrieden. Zum Friedens- und Konfliktlösungspotenzial von Religionsgemeinschaften'' in Osnabrück
Eine Veranstaltung der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF)
Ökumenische Friedensdekade 2010: ''Es ist Krieg. Entrüstet Euch!''
7. bis 17. November 2010
Die Ökumenische Friedensdekade 2010 ruft unter dem Motto ''Es ist Krieg. Entrüstet Euch!'' zum Protest gegen den Krieg in Afghanistan auf. Die 1980 in Ost- und Westdeutschland gegründete Bewegung mit dem Logo ''Schwerter zu Pflugscharen'' blickt im Jahr 2010 auf drei Jahrzehnte Friedensarbeit zurück.
Ökumenische Friedensdekade 2010: ''Es ist Krieg. Entrüstet euch!''
Plakatmotiv ausgewählt
Bonn/Kassel, 11.03.2010. Das neue Plakatmotiv für die diesjährige ökumenische FriedensDekade 7.-17. November 2010) steht fest. Auf der Sitzung des Gesprächsforums der Ökumenischen FriedensDekade in Kassel wurde der Entwurf des Grafikbüros ''dreigestalten'' aus Oyten als neues Jahresmotiv ausgewählt.
''Melanchthon und die Reformierte Tradition''
10. – 12. November 2010: Internationale wissenschaftiche Tagung der Johannes a Lasco – Bibliothek Emden anlässlich des 450. Sterbejahres von Philipp Melanchthon
in Kooperation mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Leuven und der Europäischen Melanchthonakademie Bretten
''Wenn dein Kind dich morgen fragt ... christliche Erziehung heute''
13. November 2010, Herbstagung der Reformierten Konferenz Bentheim - Steinfurt - Tecklenburg
Prof. Dr. Christian Grethlein spricht zum Thema: ''Wenn dein Kind dich morgen fragt ... christliche Erziehung heute''.
Ökumenische Gebetswoche 2011 - Zusammen glauben, feiern, beten (Apg 2,42)
18. bis 25. Januar 2011
Das Thema „Zusammen glauben, feiern, beten“ wurde von einer Gruppe palästinensischer Christen in Jerusalem ausgewählt und basiert auf der Apostelgeschichte (2,42). Es ist ein Aufruf zu Inspiration und Erneuerung, eine Rückkehr zu den unverzichtbaren Bestandteilen des Glaubens, eine Aufforderung, sich an die Zeit zu erinnern, als die Kirche noch eins war.
Achte Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus
März 2011
Barth Tagung 2011: Gerechtigkeit. Krisenorientierung mit Karl Barth
18. bis 21. Juli 2011, Barth Tagung auf dem Leuenberg
Mit dem Omnibus ''Auf den Spuren Calvins'' bis in die Schweiz
16. bis 21. September 2011
Entlang der Spuren Calvins und der reformatorischen Bewegung führt eine Busreise vom Siegerland über Straßburg bis in die Schweiz. Reisebegleiter ist Pfarrer Rainer Heuschneider von der Ev. Kirchengemeinde Niederdresselndorf.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
Zum 14. Februar, dem Valentinstag, eine Predigt
Valentin, der ''Maulwurf''
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Paul Kluge lässt den heiligen Valentin sprechen: ''Was ich mir zu meinem Tag wünsche? Bleibt Maulwürfe! Gehorcht Gott mehr als den Menschen. Gebt der Menschlichkeit den Vorrang vor geltendem Recht, der Liebe vor gesellschaftlicher Ordnung.''
14. Februar – Valentinstag. Wer einem Menschen ein Zeichen seiner Liebe geben will, nimmt diesen Tag zum Anlass, schenkt ein paar Blumen oder sonst eine Kleinigkeit als solch ein Zeichen. Im Alltagstrott wird so etwas ja leicht vergessen, und da ist es gut, daran erinnert zu werden: Gib denen, die du liebst, ein Zeichen deiner Liebe.
Der 14. Februar erinnert an einen Valentin, der im 3. Jahrhundert nach Christus vermutlich Bischof von Terni war, einer Stadt in Mittelitalien.
Von diesem Valentin wird erzählt, er habe häufig heimliche Trauungen vorgenommen. Dieser Valentin nämlich gab der Liebe den Vorrang vor gesellschaftlicher Ordnung, der Menschlichkeit vor geltendem Recht. Wie ein Maulwurf im Rasen hat er sich benommen. Deshalb wurde er schließlich angezeigt und hingerichtet – ein fairer Prozess war das nicht. Und dieser Valentin wurde zum Schutzpatron der Liebenden.
Ob seine Hinrichtung an einem 14. Februar geschah, ist unsicher. Diese Jahreszeit aber ist gut geeignet, dieses Valentin zu gedenken: Die Nachweihnachtszeit ist zu Ende. An Weihnachten haben wir uns erinnert, dass mit Jesus von Nazareth Licht in die dunkle, Wärme in die kalte Welt gekommen ist. Das ist – mit einem Lied gesagt – wie eine Rose „mitten im kalten Winter.“
So werden auch die Liebespaare empfunden haben, die Valentin heimlich traute. Ähnlich wird wohl jeder Mensch empfinden, dem Zeichen von Licht und Wärme in einer dunklen, kalten Welt begegnen, kleine Zeichen der großen Liebe Gottes.
Damit, dass er heimliche Trauungen vornahm, handelte Valentin gegen geltende Ordnungen und gesellschaftliche Normen. Er tat es um der Menschen Willen. Die Bibel gibt uns eben andere Maßstäbe an die Hand als manche von Menschen gemachten Ordnungen. Wo diese Ordnungen Menschen in ihren Rechten beschneiden, ist es Aufgabe von Christen und Kirchen, solche Ordnungen zu stören wie Maulwürfe im Rasen und aufzudecken, was unter der Oberfläche ist – zum Ärger der Ordnungs- und Moralhüter, aber zum Wohl der Menschen.
Ich lasse nun Valentin zu Wort kommen; die Worte habe ich ihm in den Mund gelegt:
„Die Leute erzählen viel über mich, und ich lasse sie reden. Ist ja ganz amüsant, was die sich alles so ausdenken. Sicher ist bei mir nur, dass ich im 3. Jahrhundert nach Christus im damaligen römischen Reich gelebt habe. Bischof von Terni bin ich gewesen, eine unbedeutende Stadt in Mittelitalien. Die hieß damals Interamna. Heute hätte ich wohl die Stelle eines Superintendenten oder Propstes. So weit die Fakten. Was sonst über mich erzählt wird, ist Legende. Aber auch an Legenden ist viel Wahres. Nicht, dass das Erzählte passiert wäre, sondern fromme Legenden sind Predigten. Sie erzählen Glaubenswahrheiten. Und da ist es nicht so wichtig, ob das tatsächlich passiert ist.
Also: Ich soll immer heimlich Liebespaare getraut haben. Denn damals durften viele Menschen nicht so heiraten, wie sie wollten - sei es, dass sie Sklaven oder Soldaten waren, sei es, dass Eltern mit der Wahl ihrer Kinder nicht einverstanden waren. Nun ja, es gab ein paar solcher Trauungen, und manche Paare sind sogar zusammen geblieben. Das war schon damals schwer. Ansonsten habe ich nicht gern getraut. Da wird man zum Zeremonienmeister, die Frauen begucken das Brautkleid, die Männer dessen Ausschnitt, und das Brautpaar hört sowieso nicht zu. Es gab Aufgaben, die ich lieber gemacht habe. Trauernde zu begleiten, ist eine dankbarere Aufgabe. Armen zu helfen auch.
Das war es denn auch schon, was mein irdisches Leben angeht. Vor meinem Tod, so sagt man, konnte ich durch ein Wunder die blinde Tochter meines Gefängniswärters sehend machen. Nun ja, ich habe ihr die Augen geöffnet, das stimmt, aber im übertragenen Sinn: Ich habe sie für den christlichen Glauben gewinnen können. Aber das gemeine Volk hat es lieber handfest und nimmt es gern wörtlich, als dass es über den eigentlichen Sinn nachdenkt. Mit den Wundern Jesu machen sie es genau so. Schade, es geht ihnen so vieles verloren.
Sehr angesehen und beliebt soll ich gewesen sein. Das stimmt, doch dafür kann ich nichts. Ich habe nur getan, was ich konnte. Den Menschen gezeigt, dass sie mir wichtig sind und Gott sie liebt.
Eines Tages bestellte der römische Kaiser Claudius mich ein, um mit mir zu diskutieren. Was ich ihm zu sagen hatte, hat ihm nicht gerade gefallen. Als „Maulwurf“ hat er mich beschimpft. Im Anschluss an die Diskussion ließ er mich dann inhaftieren und bald darauf von seinem Scharfrichter einen Kopf kürzer machen. Dabei hatte ich nur gesagt, dass Gott allein Herr der Welt ist und sonst keiner, auch kein Kaiser von Rom. Und das ist ja wohl richtig und gut so.
Die ganze Sache war natürlich ziemlich unangenehm für mich. Ich hätte wohl besser auf meine Mutter gehört. Die hat mir oft geraten: "Valli, sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst!" Doch diesem Claudius, der sich für einen Gott hielt und auch so verehren ließ, musste ich einfach sagen, was ich über ihn dachte.
Kaum war der Kopf ab, wurde ich schon heilig gesprochen. Seitdem gelte ich als Schutzpatron der Bienenzüchter und als Helfer gegen Ohnmacht. Die in Ohnmacht Gefallenen haben mich bisher noch nicht angerufen, die Bienenzüchter melden sich öfter mal. Warum ich für die zuständig sein soll, weiß ich selber nicht mehr – vielleicht war die Stelle gerade frei, als ich heilig gesprochen wurde.
Meine hauptsächliche Aufgabe ist jedoch Liebespaare zusammen zu bringen. Dazu bin ich eigentlich eher zufällig gekommen. Mein Todestag fiel mit einem beliebten römischen Fest zusammen. Bei diesem Fest durften die ledigen jungen Männer Lose ziehen, auf denen die Namen von ledigen Mädchen standen (Gleichberechtigung im heutigen Sinne gab es damals noch nicht). Die so zusammengelosten Pärchen zogen dann gemeinsam um die Häuser, und bei so machen hat es gefunkt.
So populär wie vor 1800 Jahren dieses Fest in Rom war, so populär wurde mein Namenstag im alten England und später besonders in Amerika. Dort werden bis heute noch gelegentlich solche Lose gezogen, bei manchen Partys z. B. Meistens aber macht man es nicht mehr so umständlich und schaltet den Zufall der Verlosung aus. Man schreibt lieber seiner oder seinem Angebeteten direkt. Früher schrieb man Briefe, heute E-Mails oder SMS.
Da die Mitteleuropäer sowieso alles nachmachen, was aus Amerika kommt, wird der Valentinstag seit etwa 25, 30 Jahren auch in Europa begangen. Blumenhändler, Konfiserien und auch Schmuckgeschäfte freuen sich und bewerben den Tag kräftig. Sie machen gute Umsätze mit meinem Namen. Ich mag das gar nicht.
Aber gerade heute, in dieser kontaktarmen Zeit, wäre doch so eine Liebeslotterie wie im alten Rom gar nicht schlecht, was meinen Sie?
Es ist schon manchmal witzig, welche seltsamen Bräuche sich um meinen Namenstag entwickelt haben. So geht folgendes Gerücht herum (das übrigens nicht ich in die Welt gesetzt habe): Derjenige, den ein Mädchen am Valentinstag als ersten sieht, soll ihr Zukünftiger werden. So hat wohl ein Zeitungsbote die besten Chancen, wenn nicht gerade Sonntag ist...
Andererseits sagte man auch, derjenige würde der Zukünftige, von dem das Mädchen in der Nacht geträumt hat. Was ein Mädel machen soll, wenn es nachts von Hans träumt und am nächsten Morgen als erstes den Franz sieht, kann ich nicht sagen. Ist ja auch egal, und wer an so etwas glaubt, ist selber schuld.
Ach ja, die Sache mit dem Maulwurf will ich noch erklären: Als Christen lebten wir damals halbwegs im Untergrund. Der Staat mochte uns nicht besonders, weil wir etwas aufmüpfig waren; wir verweigerten seinen Beamten den geforderten Gehorsam. Das kommt dabei heraus, wenn man Gott mehr gehorcht als den Menschen. Und wir haben andere Menschen zu solchem Ungehorsam angeregt. Das geschah natürlich im Verborgenen. Nur die Folgen wurden ab und zu sichtbar, wenn z. B. ein Soldat wie Mauritius einen Befehl verweigerte oder Philemon seinen Sklaven Onesimus wie einen Bruder behandelte. Das waren dann so Maulwurfshügel, die unsere Untergrundarbeit sichtbar machten, und die römischen Beamten haben sich ziemlich aufgeregt. Haben sich immer neue Gesetze gegen uns ausgedacht, doch gut zweihundert Jahre später hatten wir den römischen Rasen umgepflügt. Das war unter dem Kaiser Konstantin.
Dass das auch heute noch geht, habe ich 1989 in der damaligen DDR gesehen: Kleine christliche Grüppchen, die der Staat kaum ernst nahm, wuchsen zu einer Massenbewegung, und schon war der Unrechtsstaat futsch. Da waren Maulwürfe am Werk. Die haben die glatte Oberfläche einfach aufgebrochen, haben sich von staatlichen Gesetzen und Ordnungen und von Staatsbeamten einfach nicht einschüchtern lassen. Waren subversiv tätig, und das war nach geltendem Recht strafbar.
Was ich mir zu meinem Tag wünsche? Bleibt Maulwürfe! Gehorcht Gott mehr als den Menschen. Gebt der Menschlichkeit den Vorrang vor geltendem Recht, der Liebe vor gesellschaftlicher Ordnung.
Grade ruft ein Bienenzüchter mich an, ich soll seine Völker vor Frost schützen. Ich werde ihm raten, sie doch einfach warm einzupacken, das wird er ja wohl selber können. Also, macht’s gut und denkt öfter mal an mich, nicht nur heute.“
Amen
Pfr. i.R. Paul Kluge, Detmold





