Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Jesu Leiden und Sterben - wie ist es zu verstehen?

von Rolf Wischnath, Bielefeld

©Foto: Andreas Olbrich

Auf die Frage "Für uns geopfert?" antwortet Wischnath: Die Vorstelung, ein zorniger Gott müsse mit einem Opfer besänftigt werden, findet sich im Neuen Testament nicht. Vielmehr müsse der ''von Gott abgefallene und mit seinem Mitmenschen zerfallene Mensch'' umgekehrt werden. Christus wurde zum Sühnopfer für den sündigen Menschen.  Jesu Tod ist ''Stellvertretung''. In diesem Sinne können Christen das Opfer glauben.

"Durch die Jahrhunderte hindurch haben die christlichen Theologen sich abgemüht, das Kreuz Jesu und das Geschehen am Karfreitag zu verstehen. Dabei gibt es ein Erklärungsmuster, das bis in unsere Tage hinein Schaden angerichtet hat.
Es besteht in der Opfertheorie, nach der ein durch die Sünden der Menschen beleidigter und zürnender Gott wieder zufriedengestellt werden muss und er sich nur durch das Opfer seines eigenen Sohnes besänftigen lässt, so wie im Märchen der Drache die Jungfrau frisst und dafür die Stadt verschont. (...)"
Weiter im Text auf www.chrismon-rheinland.de >>>

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