Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Gründonnerstag: Abendmahl und Verrat - Predigt zu Markus 14,17-28

von Achim Detmers, Hannover, Neudietendorf

Warum ist Jesus trotz Verrat aus den eigenen Reihen nicht gescheitert - wie Politiker heute -, sondern geistlich auferstanden?

Predigttext Mk 14,17-28

17 Als es Abend geworden war, kam Jesus mit den Zwölfen zum Passahmahl hinzu. 18 Und während sie zu Tisch lagen und aßen, sagte Jesus: »Wahrlich ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern, einer, der hier mit mir isst.« (Ps 41,10) 19 Da wurden sie betrübt und fragten ihn, einer nach dem andern: »Doch nicht ich?« 20 Er antwortete ihnen: »Einer von euch Zwölfen, der mit mir in die Schüssel eintaucht. 21 Denn der Menschensohn geht zwar dahin, wie über ihn in der Schrift steht; doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Für diesen Menschen wäre es das Beste, er wäre nicht geboren!«

22 Und während des Essens nahm Jesus ein Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen mit den Worten: »Nehmt! Das ist mein Leib.« 23 Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet und gab ihnen den, und sie tranken alle daraus; 24 und er sagte zu ihnen: »Das ist mein Blut, das Bundesblut (2. Mose 24,8), das für viele vergossen wird. 25 Wahrlich ich sage euch: Ich werde vom Saft der Reben hinfort nicht mehr trinken bis zu jenem Tag, an dem ich den neuen Wein trinken werde im Reich Gottes.«

26 Nachdem sie dann die Dankpsalmen gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. 27 Dabei sagte Jesus zu ihnen: »Ihr werdet euch alle von mir abwenden; denn es steht geschrieben (Sach 13,7): ›Ich werde den Hirten schlagen, dann werden die Schafe sich zerstreuen.‹ 28 Aber nach meiner Auferweckung werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.«

Liebe Gemeinde,

als 2005 Heide Simonis erneut zur Ministerpräsidentin gewählt werden sollte, fehlte ihr am Ende eine einzige Stimme. In allen vier Wahlgängen des Schleswig-holsteinischen Landtages scheiterte sie. Einer aus den eigenen Reihen hatte ihr die nötige Stimme vorenthalten. Ob Geld geflossen ist, ob Eitelkeiten im Spiel waren, Erpressung oder alte Rechnungen beglichen wurden, das ist bis heute ungeklärt. Auf jeden Fall ist Heide Simonis an diesem Tag politisch demontiert worden. Ihre Partei hat in Schleswig-Holstein dramatisch an Zuspruch verloren. Und der Verrat aus den eigenen Reihen wird noch lange die Zukunft der Partei belasten.

Einige Kommentatoren des Kieler Wahldebakels ereiferten sich über den Umstand, dass Heide Simonis durch die eigenen Leute gestürzt wurde. Doch genau betrachtet ist es vielfach so, dass die größte Gefahr nicht von außen droht – von der Konkurrenz oder der Opposition. Sondern ein Machtverlust wird nicht selten in den eigenen Reihen vorbereitet:

Helmut Kohl z.B. wäre im September 1989 beinahe durch Heiner Geißler, Rita Süssmuth und Kurt Biedenkopf gestürzt worden; sie wollten Lothar Späth zum neuen Bundeskanzler machen. [Nur die Ausreisegenehmigung für die in Ungarn festsitzenden DDR-Bürger rettete Kohl damals die Kanzlerschaft.]

Oder denken wir an Oskar Lafontaine, der 1995 mit einer Rede Rudolf Scharping stürzte und an dessen Stelle zum Parteivorsitzenden gewählt wurde. Die Liste aus der Politik ließe sich hier problemlos fortsetzen.

II.

Liebe Gemeinde,

im heutigen Predigttext wird uns ein anderer Fall von Bedrohung aus den eigenen Reihen geschildert. Ein Fall, der anderes als bei Heide Simonis nicht zum politischen Tod führt, sondern zur geistlichen Auferstehung des Betroffenen und der von ihm begründeten Bewegung. Dies führt zu der Frage der vorliegenden Predigt, warum Jesus trotz des Verrats aus den eigenen Reihen nicht gescheitert ist – im Unterschied zu den genannten Beispielen.

Sehr schnell könnte man darauf hinweisen, dass der Verrat ja von Gott und Jesus einkalkuliert war, um schriftgemäß Kreuz und Auferstehung vorzubereiten. In unserem Predigttext wird diese Lösung auch kurz angedeutet, wenn Jesus vom vorgezeichneten Leidensweg des Menschensohnes spricht (V.18.21). Und in den anderen Evangelien kommt noch deutlicher zum Ausdruck, dass der Verrat zum Plan dazugehörte.[1] Doch diese theologische Deutung ist aus dem Abstand von mehreren Jahrzehnten aufgeschrieben und überspringt m.E. zu schnell die dadurch entstehenden kritischen Rückfragen. In unserem Predigttext sagt Jesus seinen Jüngern nicht: »Keine Sorge, das ist Gottes Plan, alles wird gut«, sondern zunächst verweist er auf den Abgrund des Verrats: »Wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Für diesen Menschen wäre es das Beste, er wäre nicht geboren!« Jesu Lösung für die unerträgliche Situation am Vorabend seiner durch Verrat herbeigeführten Verhaftung ist zunächst eine andere.

III.

Bevor ich darauf näher eingehe, möchte ich diese bedrückende Situation am Abend in Jerusalem näher betrachten.

Zunächst einmal fällt auf, dass Judas in dem ganzen Abschnitt nicht ein einziges Mal erwähnt wird. Es geht nicht um den Verrat eines Einzelnen, sondern um Krise und Misstrauen der inneren Gruppe um Jesus. Es ist die Gruppe der Zwölf, die zusammen mit anderen Jüngern und Jüngerinnen das Passahmahl in Jerusalem feiert. Diese Gruppe der Zwölf zeichnet sich dadurch aus, dass sie mit Jesus in dieselbe Schüssel eintaucht (V. 20). Der Abstand beträgt also wenige Armlängen. Ein Abstand, an den Menschen einander nur lassen, wenn von dem anderen keine Gefahr ausgeht oder um ihn genauer zu beobachten. Jesus erfasst die im Raum stehende Verunsicherung und spricht sie offen an: »Einer von euch wird mich ausliefern, einer, der hier mit mir isst.« (V. 18).

Die Wirkung dieser Worte ist vergleichbar mit der Verkündung des Wahlergebnisses im Schleswig-holsteinischen Landtag: 34 zu 34 Stimmen. Einer aus der Landtagsfraktion der SPD hatte mit seiner  Stimme die noch amtierende Ministerpräsidentin dem Spott der Leute ausgeliefert. Alle sind entsetzt, einige schauen betreten zu Boden. Alle sind verdächtig. Denn einer von ihnen hat erahnen lassen, welche verborgene Macht in ihm steckt. Würde er auch dann, wenn es darauf ankommt, nicht davor zurückschrecken, die Tat zu vollenden. Würde er auch im letzten Wahlgang mit einem einzigen Kreuz ein politisches Erdbeben auslösen?

In Jerusalem dementieren die Jünger – einer nach dem anderen. »Doch nicht ich«, sagen sie. Aber Jesus nennt keinen einzelnen Namen, er verweist auf die unmittelbare Mahlgemeinschaft und nennt dann die Zahl zwölf: »Einer von euch Zwölfen, der mit mir in die Schüssel eintaucht.« (V. 20). Der Abgrund des Verrats ist also zum Greifen nah, er vergiftet das gemeinsame Mahl. Jesus weiß, dass er mit den Zwölfen an diesem Abgrund steht, dass der Abgrund unausweichlich ist. Und ein voreiliges »Gott will es so« hätte den Abgrund der Verunsicherung nur noch weiter geöffnet.

IV.

Die SPD in Schleswig-Holstein weiß bis heute nicht, wer der Verräter war. Keiner hat in seiner Verzweiflung den Weg der Selbsttötung gewählt und damit dem Verdacht Nahrung gegeben, er sei der gesuchte Abweichler gewesen, der heimtückische ›Heidemörder‹ - wie er in der Presse schon bald genannt wurde. Keiner vermag bis heute in dem Geschehenen einen höheren Sinn zu entdecken. Für einen gemeinsamen Neuanfang gibt es keine Zeichen. Und selbst, wenn die Partei wieder zu neuer Stärke erstünde, der einmal erlebte Abgrund der Verunsicherung bliebe ihr erhalten.

Anders in Jerusalem: Und damit komme ich nun zu der Frage, wie Jesus es geschafft hat, die Jünger für die Zeit nach dem erfolgten Verrat vorzubereiten, sie gegen die innere Zersetzung zu immunisieren.

V.

Dass die Gefahr dazu bestand, zeigen andere Nachrichten aus den Evangelien: Die Jünger zanken sich über einzelne Worte Jesu. Es gibt Rangstreitigkeiten unter ihnen. In Gethsemane verschlafen sie in der Nacht des Verrats, Jesus beizustehen. Und selbst Petrus verleugnet dreimal seine Zugehörigkeit zum Kreis der Jünger.[2]

Jesus hatte genau dies Petrus prophezeit und wusste, worauf er seine Jünger und Jüngerinnen vorzubereiten hatte. Für die Zeit seiner Abwesenheit musste er Vorsorge treffen. Denn schon beim Propheten Sacharja stand die Warnung, dass die Herde nach dem Verlust des Hirten auseinander getrieben würde (V. 27). Und genau das galt es zu verhindern.

Jesus tut dies, indem er an zwei alte Erinnerungen Israels anknüpft – an den Abend vor dem Auszug aus Ägypten und an den Bundesschluss am Sinai.

1. Die erste Erinnerung ist das Passahmahl, das Jesus an dem Abend mit seinen Jüngern in Jerusalem feiert. Das Passah erinnerte daran, dass Gott sein Volk gegen den Widerstand des Pharao aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit hatte. Zehn Plagen ließ Gott über das Land kommen. Und erst bei der letzten Plage – dem Sterben der Erstgeborenen – ließ der Pharao die Israeliten ziehen. Um sich vor dieser letzten Plage zu schützen, sollten die Israeliten ein Lamm schlachten und dessen Blut an ihre Türpfosten streichen; der Todesengel würde dann an ihrem Haus vorbeigehen. Von daher bekam das Fest seinen Namen: Passah – was so viel bedeutet wie »überspringen, vorbeigehen, verschonen«. Jedes Jahr, wenn Juden und Jüdinnen das Passahlamm essen mit ungesäuertem Brot, Wein und Bitterkräutern, dann vergegenwärtigen sie, wie Gott ihre Vorfahren verschont und dann aus der Gefangenschaft herausgeführt hat.[3]

2. Die zweite Erinnerung betrifft den Bundesschluss am Sinai: Nach dem Auszug aus Ägypten errichtete Mose am Sinai einen Altar mit je einem Stein für die zwölf Stämme Israels. Er bespritzte zuerst den Altar mit Blut von einem Opfertier und dann auch die Israeliten, um den Empfang der Zehn Gebote und den Bund Gottes mit Israel zu besiegeln: »Siehe«, sagte Mose, »das ist das Blut des Bundes, den der Herr auf alle diese Worte mit euch geschlossen hat.« (Ex. 24,8).

Das Passahmahl und der Bundesschluss am Sinai – diese beiden Erinnerungen stehen im Raum, als Jesus an die Aufgabe geht, seine Jünger und Jüngerinnen auf das Kommende vorzubereiten.

Jesus lässt es nicht bis zum vierten Wahlgang kommen. Und er versucht auch nicht, den Verräter zu enttarnen. Jesus hält sich nicht für unabkömmlich, sondern bereitet seine Jünger vor auf die Zeit ohne ihn. Und hier sieht er zwei Gefahren: eine Gefahr von außen und eine Gefahr von innen.

a. Die äußere Gefahr bestand in der Verfolgung durch religiöse Instanzen. Und zugleich waren da die Römer, die das Land besetzt hielten und empfindlich auf jede Form von Aufbegehren reagierten. Jesu Verkündigung war religiös und politisch verdächtig. Und seine öffentliche Verurteilung musste seine Jünger in große Schwierigkeiten bringen. Deshalb war das von Jesus und seinen Jüngern gefeierte Passahmahl wie das erste Passahmahl in Ägypten ein Mahl in großer äußerer Bedrängnis. Und zugleich war es ein Hoffnungsmahl für die Bewahrung in dieser Not und für die Befreiung daraus: So wie die Israeliten ihre Türpfosten zum Schutz vor dem Verderben mit Blut bestrichen hatten, so reicht Jesus jedem von ihnen den Becher. Und, nachdem alle getrunken haben, sagt er »Das ist mein Blut (…), das für viele vergossen wird.« (V. 24). Im Kontext des Passahmahls konnten die Jünger das verstehen als ein Schutzzeichen für die bevorstehenden Bedrängnisse. Als ein Hoffnungszeichen dafür, dass die Gefahr vorübergehen wird. Dass der bedrohlichen Nacht ein Morgen folgen wird auf dem Weg ins Gelobte Land. Und Jesus macht deutlich, wo dieses Gelobte Land liegt: in Galiläa, wohin er seinen Jüngern nach der Auferweckung vorauseilen wird.

b. So weit die äußere Gefahr, der Jesus mit der Kraft der Passah-Erinnerung begegnet. Aber noch größer ist die Gefahr von innen: das Versagen, das Misstrauen, die Machtkämpfe, die fehlende Orientierung. Jesus beugt diesen Gefahren vor, indem er zum einen den Verrat vorher angekündigt. Er nimmt ihm damit das Überraschungsmoment, das den Verrat so wirksam macht. Dieser Verrat, so Jesus, steht nicht im Dienst des Verräters oder seiner Auftraggeber, sondern hat sich dem vorgezeichneten Weg unterzuordnen.

Zum anderen macht Jesus deutlich, dass selbst die größte Nähe zu ihm nicht vor Verrat und Untreue schützt. Jesus verlangt von seinen Jüngern und Jüngerinnen nicht, dass sie moralisch oder religiös makellos sind. Denn schon vorher hatte Jesus immer wieder Sünder und Sünderinnen in seine Mahlgemeinschaft aufgenommen. Und dies sollte auch weiterhin Geltung haben, weit über den Kreis der Jünger hinaus »für viele« (V.24).

Um das zu bekräftigen, erinnert Jesus mit einer Zeichenhandlung an den Bundesschluss am Sinai: »Das ist mein Blut, das Bundesblut (Ex 24,8), das für viele vergossen wird.« (V.24). Die Jünger konnten das verstehen als einen Neuen Bund, bei dem Jesus sie auf die Grundsätze seiner Verkündigung verpflichtete. Ein Neuer Bund, für den der Gott Israels in Jesus Christus der Garant ist. Sie konnten es verstehen als Vorwegnahme des himmlischen Mahles, bei dem sie wieder mit Jesus vereint sein würden.

Liebe Gemeinde,

in Schleswig-Holstein hat die unvorhergesehene Bedrohung aus den eigenen Reihen tiefe Verunsicherung hinterlassen. Und auf Jahre hinaus wird ein Neuanfang wohl schwierig bleiben.

Anders verhält es sich bei den Jüngerinnen und Jüngern Jesu. Sie werden zwar durch den Verrat und den Tod Jesu auseinander geschleudert. Aber sie sind durch das von Jesus eingesetzte Abendmahl gegen die Gefahren von außen und von innen immunisiert. Jesus hat in der Nacht des Verrats mit seiner vorausschauenden Liebe vorgesorgt für die treu- und hilflosen Jünger. In dem Auferstandenen begegnet ihnen der, der vorausblickend seine Gegenwart in Brot und Wein verheißt, der das Gemeinschaftsmahl ›zu seinem Gedächtnis‹ stiftet und seine Gegenwart und die schöpferischen Kräfte in dieses Mahl einbindet. Durch das Abendmahl ermöglicht Jesus, dass seine Jünger und Jüngerinnen zu allen Zeiten, auch in Zeiten größter Not, die Gemeinschaft mit ihm erneuern können.[4] Und so wollen wir dieses Mahl der Versöhnung, der Befreiung und des Friedens miteinander feiern.

»Und der Friede Gottes, der höher ist, als alle menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.« Amen. 


[1] »Was du tun willst, tue bald« (Joh 13,27b)

[2] Z.B. Mk 14,37-41.66-72; Lk 22,24; Joh 6,60.52.

[3] Ex 12; Num 9,1ff; 28,16ff; Dtn 16,1ff.

[4] Wichtige Hinweise verdankt die letzten Abschnitte den Überlegungen von Michael Welker, Was geht vor beim Abendmahl?, Stuttgart 1999, 53-63.80f.110-124.


Pfr. Dr. Achim Detmers
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