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Philipp Melanchthons Bildungsverständnis: Entfaltung von innen heraus

Vortrag von Dr. Dorothea Demmer in der Evangelischen Jugendbildungsstätte Tecklenburg

Dr. Dorothea Demmer nach ihrem Vortrag. Foto: Michael Hopf, EKvW

''Bildung ist vor allem eine Angelegenheit, die den Kern des menschlichen Personseins angeht.'' Deutlich und detailreich verstand es Dr. Dorothea Demmer in der Evangelischen Jugendbildungsstätte Tecklenburg, ihren Zuhörern das Leben und das Bildungsverständnis Philipp Melanchthons ihren Zuhörern nahe zubringen.

Im Rahmen der diesjährigen Theologischen Vortragsreihe des Kirchenkreises Tecklenburg erinnerte Demmer an den vor 450 Jahren verstorbenen Reformator Melanchthon. Nach seinem Verständnis habe es Bildung immer mit der Formung des Menschen zu tun. Eine reine Zweckorientierung von Bildung, wie sie heute oft vertreten wird, sei dem komplett entgegengesetzt, so Demmer.

Bildung hat die gesamte persönliche Entwicklung im Blick
Vielmehr gehe es um die Entfaltung des Menschen "von innen heraus". Bildung eröffne in diesem Sinne Lebenschancen, die sich nicht auf wirtschaftliche und materielle Chancen beschränken. Es gehe vielmehr um die gesamte soziale, kulturelle und persönliche Entwicklung eines Menschen. Aus der von Philipp Melanchthons vertretenen christlichen Sicht habe es Bildung ganz elementar mit Fragen nach dem "Woher und Wohin des Lebens" zu tun.

Dr. Dorothea Demmer beschrieb Philipp Melanchthon als einen weit überdurchschnittlich begabten Gelehrten des 16. Jahrhunderts, der zu begeistern verstand. Bereits im Alter von 19 Jahren war Philipp Melanchthon als Griechischprofessor an die Universität Wittenberg berufen worden. Die Wittenberger Universität galt damals als bedeutendste Universität Europas und zog eine internationale Studentenschaft an. Melanchthons Vorlesungen wurden zum Teil von 600 Studenten besucht.

Bedeutendster Wittenberger Reformator neben Luther
Neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität in den Fächern Griechisch und Hebräisch und zum Teil auch Bibelwissenschaften trat Philipp Melanchthon als bedeutendster Wittenberger Reformator neben Martin Luther in Erscheinung.

Trotz aller Verschiedenheit im Temperament verband ihn mit Luther eine enge Freundschaft und eine überaus fruchtbare Arbeitsgemeinschaft. An wichtigen Schriften der Reformationszeit haben beide gemeinsam gearbeitet. Auch an der deutschen Übersetzung der Bibel war Philipp Melanchthon mitbeteiligt. Die Augsburger Konfession als Gründungsurkunde der evangelisch-lutherischen Kirche geht auf Philipp Melanchthon zurück.

Zugewandt, einfühlsam und hoch gebildet
Als akademischer Lehrer an der Universität Wittenberg und als Gründer einer Privatschule hatte sich Melanchthon schon bald einen außergewöhnlich guten Ruf erarbeitet. Er galt als zugewandt, einfühlsam und zugleich hochgebildet. Sein Einsatz für die Errichtung eines geordneten Schulwesens und seine eigene Lehrtätigkeit haben ihm den Namen "Lehrer Deutschlands" (Praeceptor Germaniae) eingebracht.

Die Kirchenhistorikerin Dr. Dorothea Demmer präsentierte sich ihrer Hörerschaft in Tecklenburg als brillante Kennerin Philipp Melanchthons. Sie konnte dabei zugleich aus ihrer eigenen langjährigen Erfahrung als Lehrerin schöpfen. Demmer war neben ihrer beruflichen Tätigkeit in der Schule zwölf Jahre lang Vorsitzende des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Abschluss der Vortragsreihe zum Thema "Bildungschancen"
Die Vortragsreihe des Kirchenkreises Tecklenburg wird fortgesetzt und abgeschlossen am Donnerstag, 11. März, um 19 Uhr im Jakobigemeindezentrum (Münsterstraße) in Rheine. Dort wird sich Landeskirchenrat Dr. Wolfram von Moritz dem Thema Bildungschancen widmen. Von Moritz ist für die kirchlichen Schulen in der Evangelischen Kirche von Westfalen zuständig. Vor seiner Tätigkeit bei der Landeskirche war er Schulleiter des Evangelischen Gymnasiums in Bielefeld-Sennestadt.


Pressemitteilung der EKvW, 11. März 2010
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Philipp Melanchthon 1497 - 1560