Psalm der Woche

Psalm 119: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
Sexagesimä
Bewahre uns davor,
biblische Sätze als Waffe zu missbrauchen,
mit der wir einschüchtern und verletzen.



Reformierte Kirche will neue Friedensdiskussion

Mittwoch, 17. März 2010, um 20.00 Uhr: Auftaktveranstaltung im Kloster Frenswegen mit Militärbischof Dr. Martin Dutzmann

Dr. Martin Dutzmann, Militärbischof der EKD und Landessuperintendent der Lippischen Landskirche

Die Evangelisch-reformierte Kirche will sich intensiv mit dem Thema Frieden befassen. „Nicht erst seit den Äußerungen der ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ist eine öffentliche Diskussion über das Thema Krieg und Frieden in Deutschland notwendig“, sagt Kirchenpräsident Jann Schmidt. Eigentlich hätte diese im Dezember 2001 nach dem Beschluss des Bundestags, Truppen nach Afghanistan zu entsenden, beginnen müssen.

Inzwischen gebe es in der Bevölkerung eine kritische Distanz insbesondere gegenüber dem Afghanistan-Einsatz, so Schmidt. Dabei werde oft gar nicht wahrgenommen, dass die Soldatinnen und Soldaten, die dort im Auslandseinsatz ihren Dienst tun, mitten in unserer Gesellschaft stünden. Das Thema Frieden stehe heute unter einer anderen Sichtweise als zur Zeit der Friedensdebatte in den 80er Jahren.

Orientierung dabei gebe die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) 2007 herausgebrachte Denkschrift  „Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen", sagt Schmidt. Diese habe deutlich die „vorrangige Option für Gewaltfreiheit" formuliert. Die Evangelisch-reformierte Kirche verstehe dies als eine Aufforderung an die Kirchen, sich des Themas Frieden anzunehmen und eine öffentliche Debatte über die augenblickliche und zukünftige Rolle der Bundeswehr zu beginnen. Die Planungen für diese neue Friedensdiskussion haben im Sommer 2009 begonnen, nach einem Gespräch der Kirchenleitung mit dem Wehrbeauftragten des Bundestags, Reinhold Robbe.

Die Evangelisch-reformierte Kirche will zunächst die Rolle der Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr in den Blick nehmen. Dabei werde es auch darum gehen, wie diese Soldaten in unserer Gesellschaft dargestellt und wahrgenommen würden, kündigt Schmidt an. Dazu hat die Kirche den Militärbischof der EKD, Martin Dutzmann, eingeladen. In der Bildungs- und Begegnungsstätte Kloster Frenswegen wird Dutzmann, der auch Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche ist, aus Sicht der Militärseelsorge und mit direkter Kenntnis der Lage vor Ort in die Thematik einführen.

Die Veranstaltung in Nordhorn soll Auftakt zu einer friedensethischen Diskussion in der Kirche sein, die deutlich über die Frage hinausgehen solle, so Schmidt, ob der Bundeswehreinsatz in Afghanistan beendet werden müsse. Geplant sei es, die Diskussion als Schwerpunktthema auf einer der nächsten Tagungen der Gesamtsynode abzuschließen. Ob es dort dann zur Bundeswehrstrategie eine kirchliche Stellungnahme geben werde, sei völlig offen, so der Kirchenpräsident.

Die Auftaktveranstaltung findet statt am Mittwoch, 17. März 2010, um 20.00 Uhr in der Kapelle des Klosters Frenswegen in Nordhorn. Die anschließende Diskussion wird der Friedensbeauftragte der Evangelisch-reformierten Kirche, Bert Gedenk aus Emden, begleiten. Moderiert wird die Veranstaltung von Reiner Rohloff, dem evangelisch-reformierten Moderator der Stiftung Kloster Frenswegen.

EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms für Fortsetzung der Afghanistan-Debatte ( epd.11.März 2010)>>>

Hintergrundinformationen: siehe Meldungen weiter unten.


Leer, den 10. März 2010 / Ulf Preuß, Pressesprecher
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