Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23./24. Mai 2012: Vollversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR) in Berlin
Unter den Fragestellungen: „Wie wir uns gegen seitig wahrnehmen, warum wir voneinander profitieren können und was wir im Miteinander verbessern sollten“ wollen die Tagungsteilnehmer sich im Spannungsfeld von Amtskirche, Gemeindepraxis und Zivilgesellschaft darüber austauschen, was sie in der Arbeit für demokratische Kultur gegen Rechtsextremismus voneinander erwarten bzw. erhoffen.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Epheser 5,1-8: Der Tod Jesu als Opfer, das Gott gut riechen kann
Predigt von Sylvia Bukowski
Liebe Gemeinde,
in diesem Predigttext gibt es gleich 3 Stellen, mit denen sich die meisten von uns schwer tun: Da wird vom Tod Jesu als Opfer gesprochen, das Gott gut riechen kann, sprich, das ihm gefällt; die anschließenden Ermahnungen klingen sehr nach erhobenen Zeigefinger und das Ganze wird gekrönt von einer scharfen Gerichtsdrohung.
Das reicht, um viele sofort abzuturnen und auch etliche PredigerInnen davon abzuhalten, an diesem Sonntag der Perikopenordnung zu folgen. (Ich selbst habe in den vergangenen Jahren dazugehört)
Diese verbreitete Vermeidung einer Auseinandersetzung mit einem sperrigen Bibeltext spiegelt vielleicht etwas von der gesellschaftlichen Ungeduld mit allem, was nicht sofort leicht zu verstehen ist. Und das gilt nicht nur für alte Texte. Diese Ungeduld trifft Vieles andere, was Zeit braucht und Mühe macht, bis hin zu Menschen, die uns fremd sind oder aus irgendeinem Grund komplizierter scheinen als andere. Bei uns muss in der Regel alles schnell gehen und dabei bleibt einiges auf der Strecke an Tiefgang im Glauben, im Leben und in der Beziehung zu anderen Menschen. Ich sage das durchaus auch selbstkritisch, weil mir so eine Ungeduld selbst auch nicht ganz fremd ist.
Aber gerade aus diesem Grund habe ich mich entschieden, mich diesem Text nun doch endlich einmal zu stellen, zumal das erste Problem, das er anspricht, z.Zt. überall in unserer Kirche heftig diskutiert wird: Kann man den Tod Jesu tatsächlich noch als ein Sühnopfer verstehen, das Gott gebracht werden muss, um ihn in seinem Zorn zu besänftigen? Unser Predigttext scheint so eine Deutung nahezulegen, wenn es da heißt, dass Christus sich für uns gegeben hat als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch!!
Aber ist das nicht eine abscheuliche Vorstellung: ein Gott, der Blut sehen muss, noch dazu von seinem eigenen Sohn, um friedlich gestimmt zu werden? Macht das aus ihm nicht ein blutrünstiges Monster, das eher Angst macht als Vertrauen weckt?
Die Kritik an diesem verzerrten Gottesbild, das in der Kirchengeschichte oft verbreitet worden ist, kann ich nicht nur gut nachvollziehen: sie ist auch biblisch gerechtfertigt. Und ich vermute es sind die aber nach wie vor vorhandenen Schatten dieser grausamen Gottesvorstellung, die manchen von Ihnen die Passionszeit insgesamt vergällen: all diese Lieder und Texte, die um das blutige Sterben Jesu kreisen! Muss das denn wirklich sein?
Inzwischen haben Theologen von sich Reden gemacht, die mit Nachdruck behaupten: Nein! Weg damit! Das passt nicht mehr in unsere Zeit! Wichtiger ist doch, sich auf die schönen Jesusgeschichten zu konzentrieren, die davon erzählen, wie er geheilt hat und auch auf andere Weise Menschen glücklich gemacht hat! Das brauchen wir heute! Lebensperspektiven!
Ich teile diese Auffassung in ihrer Konsequenz nicht. Statt alle anstößigen Aussagen der Bibel und der Tradition einfach abzuschaffen, plädiere ich dafür, sie in ihrem Wahrheitsgehalt zu erklären und verständlich zu machen. Das gilt auch und gerade für die Rede von Jesu Tod als Opfer. Ich glaube, erst dadurch wird unser Glaube „realitätstauglich“ Denn unsere ganze Hoffnung hängt doch daran, dass Jesus sich wirklich ganz und gar auf unsere Welt eingelassen hat. Und die ist nun einmal bis heute sehr brutal und blutig. Aus diesem Grund, weil Jesus nicht über allem Furchtbaren drüberschwebt, gerät er in den tödlichen Konflikt mit den religiösen und politischen Machthabern. Denn einen wie ihn, der alle Ungerechtigkeit anprangert und Menschen aus ihrer fatalen Passivität weckt, wollen sie alle nicht dulden. „Das ganze Volk könnte ihm ja nachlaufen!“ fürchtet der Hohepriester Kaiphas. Als Aufrührer wird Jesus deshalb wie viele andere vor ihm und nach ihm ans Kreuz geschlagen. Er wird das Opfer erbarmungsloser menschlicher Gewalt!
Die Passionsgeschichten halten mit der ungeschönten Darstellung von Jesu Leiden und Sterben auch unserer Zeit einen Spiegel vor, zeigen darin die Skrupellosigkeit auch heutiger Machthaber, die über Leichen gehen, um ihre Stellung zu sichern, zeigen die Grausamkeit von Befehlsempfängern, die Manipulierbarkeit der Massen und auch die Feigheit der Aufrechten. Gerade die anstößigen Passionsgeschichten verbieten uns also, in unserem Glauben von der eigenen blutigen Realität wegzusehen und uns in eine heilere Welt zu „beamen, oder wie Engels gesagt hat: die Religion als „Opium“ zu benutzen, als Betäubung gegen die Schrecken der Gegenwart.
Jesus ist Opfer menschlicher Gewalt geworden, aber er ist seinen Weg auch ganz bewusst bis zum Äußersten gegangen, um mit seiner göttlichen Macht den endlosen Kreislauf von Gewalt und Rache endlich zu überwinden: Ohne Gewalt, allein durch die Liebe, die auch das Kreutz nicht brechen konnte. In seiner konsequenten Hingabe ist Jesus völlig einig mit Gott, der uns damit ein neues Leben möglich macht.
Wer meint, auch in diesem Sinn nicht von Jesu Opfer sprechen zu können, weil ein stellvertretendes Sterben heute nicht mehr „vermittelbar“ sei, wird ausgerechnet von der Popkultur beschämt und widerlegt. Denn darin wird immer wieder das Motiv „einer für alle“ sehr eindringlich durchgespielt.
Auf der letzten Konfirmandenfreizeit haben wir Clint Eastwoods Film „Gran Torino“ angesehen. Er handelt von einem alten, verbitterten und rassistischen Koreaveteranen, der sich quasi wider Willen mit dem Sohn seiner vietnamesischen Nachbarn anfreundet. Dabei bekommt er mit, dass der immer brutaler von einer Straßengang drangsaliert wird. Als schließlich die Schwester von dieser Gang vergewaltigt wird, bittet der vietnamesische Junge den alten Waffennarren um ein Gewehr. Damit will er sich rächen. Der alte Mann, inzwischen durch seine innige Zuneigung völlig verändert und weise geworden, sucht nach einem anderen Weg. Um seinen Nachbarn und den Familien der Straßengang eine endlose Spirale der Gewalt zu ersparen, geht er allein hin und fordert die Gang mit Worten heraus. Wie zu erwarten wird er von Schüssen durchsiebt. Aber weil er vorher die Polizei in die Nähe des Tatorts bestellt hat, wird die Gang festgenommen und kommt vor Gericht. Dadurch, dass er sich geopfert hat, kann die vietnamesische Familie künftig unbehelligt und ohne Angst leben. Und in bewusster biblischer Anspielung sieht man den toten Helden am Ende mit ausgebreiteten Armen daliegen – ein Spiegelbild des Gekreuzigten.
Wie gesagt: der biblische Gedanke der Stellvertretung wird hier sehr anschaulich und auch für Jugendliche verständlich! dargestellt. Gleichzeitig kommt auch das Ziel eines solchen Opfers in den Blick: Die Herstellung von Recht und die Ermöglichung eines neuen Lebens, in dem Entwürdigung und Gewalt keinen Platz mehr haben.
Genau darum geht es auch in unserem Predigttext. „Von Unzucht, jeglicher Art von Unreinheit und Habsucht soll bei Euch nicht einmal die Rede sein...“ heißt es da. Und damit wird nicht einer überholten engen Moralvorstellung das Wort geredet. Denn es geht nicht nur um den Blick unter die Bettdecke, den die Kirche so gern (bei anderen) getan hat. Die menschenverachtende Haltung, die sich in den biblischen Begriffen von Unzucht und Unreinheit verbirgt, kann sich in Beziehungen auf vielfältige Weise äußern. Und wie zerstörerisch sich eine maßlose Gier nach Geld, Ruhm und Macht auswirkt haben wir gerade drastisch erlebt – und erleben es schon wieder.
Nichts von dem allen, was Menschen schädigt und kaputt macht, soll mehr einen Platz haben in dem Leben, das Jesus durch seine Hingabe eröffnet hat. Ja, nicht einmal Worte, die andere beleidigen und verletzen dürfen da fallen, denn Sprache ist nie harmlos. Wer Frauen als Flittchen und Ausländer als Kanaken bezeichnet, ist meist nicht weit davon entfernt, sie entsprechend zu behandeln.
Gott wird also mit seinem Gericht dafür sorgen, dass sich das Böse nicht wieder in seine erneuerte Welt, einschleicht, für die die Gemeinde jetzt schon steht. Aber ehe Sie sich jetzt vielleicht ausmalen, wie wunderbar das für Sie sein wird, wenn Sie in Gottes Reich wie in einem exklusiven Club mit Ihresgleichen unter sich sein werden und das Gesindel draußenbleiben muss, möchte ich Sie und mich daran erinnern: Gott verurteilt zwar die Sünde, verdammt aber ihre Täter nicht. Jesus ist für uns gestorben, als wir noch gottlos waren – und zwar alle, ohne Ausnahme! Das schärft Paulus uns sehr deutlich ein!
Auch Gottes Gericht ist Ausdruck seiner Gnade und ruft uns zur Besinnung: Ihr seid Gottes geliebten Kinder! Lebt doch nicht weiter so, als wärt ihrs nicht oder als müsstet ihr euch euer Existenzrecht erst noch gegen andere erkämpfen! Ihr steht alle im Licht der Liebe Gottes! Also lebt doch auch als Kinder des Lichts!
Diese strahlenden Sätze umrahmen denn auch den schwierigen Predigttext und vielleicht haben Sie gemerkt: Auch in seinen dunklen Stellen kann man mit Geduld viel Erhellendes zu entdecken! Dann glauben Sie vielleicht auch: Was sich schon beim Umgang mit einem alten Bibeltext zeigt, funktioniert oft auch in Beziehung zu schwierigen Menschen. Wer sich ihnen mit Geduld widmet und sie nicht gleich in irgendwelche Schubladen steckt, wird oft viel Erstaunliches entdecken. Und der folgt damit dem Beispiel Gottes, wie es am Anfang des Predigttextes heißt.
Denn Gott ist einer, der sich selbst auf unsere ganze Abgründigkeit einlässt, um uns mit seiner Liebe aus allen starren Mustern zu befreien und neu lebendig zu machen. Deshalb bitten wir ihn nun auch mit dem nächsten Lied (97) Weck uns aus den Toten, lass uns auferstehn!
Amen.
Predigt über Eph. 5,1-8, gehalten am 7. März 2010 in der Unterbarmer Hauptkirche von Sylvia Bukwoski

