Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23./24. Mai 2012: Vollversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR) in Berlin
Unter den Fragestellungen: „Wie wir uns gegen seitig wahrnehmen, warum wir voneinander profitieren können und was wir im Miteinander verbessern sollten“ wollen die Tagungsteilnehmer sich im Spannungsfeld von Amtskirche, Gemeindepraxis und Zivilgesellschaft darüber austauschen, was sie in der Arbeit für demokratische Kultur gegen Rechtsextremismus voneinander erwarten bzw. erhoffen.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Freiheit und Tradition - Predigt zu Galater 2,1-10
von Horst Leske
''Die Freiheit, die wir in Jesus Christus haben, befreit vom Zwang zur Befolgung einer Tradition. Die Freiheit in Jesus Christus befreit aber auch von dem Zwang, Riten und Traditionen zu verbieten.''
Galater 2,1-10
Liebe Gemeinde,
Kein Mensch hat die Wahrheit gepachtet. Das ist eine Art Glaubenssatz in der demokratischen Gesellschaft. Oder vorsichtiger gesagt: eine Grundregel. Sie ermöglicht es zusammenzuleben - mit unterschiedlichsten Überzeugungen.
Kein Mensch hat die Wahrheit gepachtet - dieser Satz ist auch tief verankert im Miteinander der Christen, Konfessionen und Kirchen. Zugleich reibt er sich und reimt sich nicht zusammen mit der Frage und Suche nach der Wahrheit des Evangeliums.
Kein Mensch hat die Wahrheit gepachtet. Das erlaubt - wenn’s gut geht - ein respektvolles, friedliches Miteinander. Das erfordert im praktischen Zusammenleben Kompromisse. Ein tägliches, manchmal mühsames Geschäft, in der Familie, im Beruf und in der Politik.
Kritisch wird es, wenn tiefste Überzeugungen berührt und in Frage gestellt werden. Gegenseitige Akzeptanz oder gar Verständigung rücken in weite Ferne, ja bekommen schnell den Geruch des Verrats.
Wenn es um die Wahrheit geht, gibt es keine Kompromisse - zumal wenn es um die Wahrheit des Evangeliums geht.
Im ersten Kapitel des Galaterbriefes, unmittelbar vor unserem heutigen Predigttext, führt Paulus mit Leidenschaft, ja mit Schärfe alles ins Feld, was er aufbieten kann: Im Streit mit den Gegnern in Galatien geht es um die Wahrheit des Evangeliums.
Was war da strittig?
Paulus sieht bei seinen Gegnern in Galatien den Kern des Evangeliums verfälscht. Die Gegner fordern: Wer an Jesus Christus glaubt und zur christlichen Gemeinde gehören will, der muss sich beschneiden lassen. Dagegen setzt Paulus sein apodiktisches ‘Nein’. Der Ritus der Beschneidung kann und darf nicht zur Bedingung gemacht werden. Sonst ist die „Freiheit, die wir in Jesus Christus haben”, zerstört.
Gebunden ist ein Christ allein an Jesus Christus, allein an den Glauben, allein an die Gnade Gottes. Das reicht vollkommen aus, um vor Gott bestehen zu können. Alle Bedingungen, die andere einfordern oder die ich mir selbst auferlege, gelten da nicht und führen zu nichts.
Frei ist deshalb ein Christ. Mit Luthers Formulierung in einer seiner Programmschriften der Reformation: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan”.
Mit dieser Bindung und dieser Freiheit ist Paulus zum Apostel geworden, hat er fast zwei Jahrzehnte Gemeinden gegründet und begleitet. Der ihm vertraute Ritus der Beschneidung wurde dabei zweitrangig.
Ihm war mit Sicherheit bewußt, dass die ersten Christen ja aus der jüdischen Gemeinde gekommen waren und sich nicht grundsätzlich von den vertrauten Riten und Traditionen verabschiedet hatten.
Paulus war auch bewußt, dass die Jerusalemer Gemeinde als älteste christliche Gemeinde höchste Autorität genoss.
Erst als die Gegner des Paulus für ihr Verständnis des Evangeliums auf Jerusalem verwiesen und damit ihre Forderung nach Beschneidung untermauerten, führt Paulus seine eigene Autorität ins Feld und sagt als erstes: Ich brauche für meine Arbeit nicht die Autorisierung der Jerusalemer Gemeinde. Ich habe das Evangelium „nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi”.
Wenn es nötig ist, kann Paulus sein Selbstbewußtsein als Apostel sehr kräftig zur Geltung bringen - und sich dabei auf einem schmalen Grat bewegen. Das klingt so, als ob Autoritäten, Traditionen und Riten nichts mehr zählen.Das könnte man so verstehen, als ob Paulus nicht bereit wäre, Rechenschaft abzulegen für seine Verkündigung.
Dabei gehört es zur Leidenschaft des Paulus, zu argumentieren.
Dabei gebraucht er immer wieder überlieferte Texte, um sich in die Kontinuität der Tradition zu stellen. Das Christusbekenntnis im 1. Korintherbrief ist dafür ein Beispiel: „Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus für uns gestorben ist nach der Schrift...”
Dabei ist Paulus sich nicht zu schade, nach Petrus und den Zwölfen der letzte der Auferstehungszeugen zu sein, der geringste unter den Zeugen.
Und dann ist Paulus nach 14 Jahren doch nach Jerusalem gegangen.
Warum? Um einen Kompromiss zu schließen? Um der Wahrheit des Evangeliums willen?
Es gilt beides. Je nachdem, wen Paulus im Blick hat und anspricht, setzt er unterschiedliche Akzente.
Gegenüber den sich aufplusternden Gegnern in Galatien setzt er mit aller Kraft seine unabhängige, nur von der Offenbarung abhängige Autorität ein.
Gegenüber den Gemeinden in Galatien schadet es seiner Autorität überhaupt nicht, wenn er nach Jerusalem geht. Er will nicht umsonst gelaufen sein, sagt er. Um der Gemeinden willen will er den Gegnern ein Argument aus der Hand nehmen: Die Gegner sollen sich nicht mehr auf die Jerusalemer Autoritäten berufen können.
In der Frage der Beschneidung will Paulus eine Übereinkunft mit den Jerusalemern erreichen.
Er hat auch schon vor Augen, wie die Übereinkunft aussehen soll.
Die gewünschte Übereinkunft wird personifiziert an seinen beiden Begleitern deutlich. Er nimmt Barnabas und Titus mit nach Jerusalem; der eine von der Herkunft her Jude und beschnitten - der andere von der Herkunft her Grieche und unbeschnitten.
Die paulinische Regel, die an seinen Begleitern deutlich wird, lautet: Um Jesu Christi ist die Beschneidung keine Vorbedingung für Christen.
Zugleich gilt: In der christlichen Gemeinde leben Menschen mit und ohne diese Tradition zusammen. Die Freiheit, die wir in Jesus Christus haben, befreit vom Zwang zur Befolgung einer Tradition. Die Freiheit in Jesus Christus befreit aber auch von dem Zwang, Riten und Traditionen zu verbieten.
Wir verdanken Luther in seinem Kommentar zum Galaterbrief eine präzise Erklärung der paulinischen Argumentation:
Darum stehen Traditionen, Riten und „die Werke des Gesetzes, seitdem Christus da ist, auf der gleichen Stufe wie Reichtum, Ehre, Macht, bürgerliche Gerechtigkeit oder sonst irgendein zeitliches Gut. Wenn du diese hast, bist du darum nicht besser vor Gott; wenn sie dir fehlen, bist du darum nicht verwerflicher. Aber als der Verwerflichste stündest du da, wenn du behaupten wolltest, derlei sei notwendig, um Gottes Wohlgefallen zu erlangen.”
Beides: Das Beachten und das Brechen von Traditionen und Riten, das Haben und der Verlust von Macht - das alles sind keine letzten Fragen, sondern vorletzte.
Aber auch Einigung in vorletzten Fragen kann schmerzlich sein.
Wir erfahren nicht, wie schmerzlich es für die Jerusalemer war, den Verzicht auf Beschneidung bei den Christen griechischer Herkunft zu akzeptieren.
Wir erfahren nicht, wie schmerzlich es für Paulus war, dass Jerusalemer Christen von der Freiheit in Christus, auf Beschneidung zu verzichten, keinen Gebrauch machten.
Die Jerusalemer Apostel, die man die Säulen nennt, anerkennen das dem Paulus anvertraute Evangelium unter den Heiden und reichen ihm zum Zeichen dessen die rechte Hand.
Es ist keine bloße Nachbemerkung, wenn zum Schluss des Textes an die Armen erinnert wird und damit an die Kollekte aller christlichen Gemeinden für die Gemeinde in Jerusalem. Darf man im Sinne des Textes formulieren: Wer nicht an die Armen denkt, hat kein Recht, für das Evangelium zu streiten.
Amen.
Predigt, gehalten in der Antoniterkirche, Köln am 14. März 2010 im Rahmen der reformierten Predigtreihe im "einfachen Gottesdienst".
Pfr. Horst Leske
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Reformierte Predigtreihe zum Galaterbrief
Der einfache Gottesdienst in der Antoniterkirche, Köln Im Jahr 2010 zum Brief des Paulus an die Galater |
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