Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
Portrait über Kathrin Oxen
NDR-Info am Sonntag, dem 5. Februar um 6.05 Uhr und um 17.05 Uhr
''Verstecken ist unmöglich. Pastorin Kathrin Oxen – mehr als ein Predigttalent''
''Schuften bis zum Umfallen''
Richterinnen aus Kamerun im Einsatz für Frauenrechte
8. Februar 2012, 15 Uhr: Filmnachmittag im Gemeindehaus der Kilianskirche, Am Kirchplatz in Schötmar
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Der Traum von dem einen Hut, unter den alle passen - oder: Der Turmbau zu Babel
Predigt zu 1. Mose 11,1-9 und Gebet von Paul Kluge
''So kam es, dass aus dem geplanten Monumentalbau eine Bauruine wurde. Denn der Geist Gottes, des allein Allmächtigen, hatte zu den Menschen gesprochen, und sie hatten seine Stimme gehört, ein jeder in seiner Sprache, in der er geboren war. Und der Geist Gottes hatte ihnen Mut gemacht und Kraft gegeben, dass sie sich einig waren in ihrer Haltung gegen den Einheitswahn. Denn nicht Einheit macht stark, sondern Einigkeit. Einigkeit aber setzt Verschiedenheit voraus.''
Der Traum von dem einen Hut, unter den alle passen, erweist sich in Wirklichkeit als Alptraum, und der Hutmacher gibt sich zu erkennen als einer, der verschiedene Hüte nicht aushält. Er hält seinen Kopf für die Hauptsache“. Diese Gedanken, liebe Geschwister, fand ich in einer Predigthilfe als Einstieg in den heutigen Predigttext. Ich denke, dieser Satz ist so etwas wie eine Quintessenz aus dem Predigttext. Der steht im 1. Buch Mose, Kapitel 11, Verse 1-9 ...
1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. 2 Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. 3 Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel 4 und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.
5 Da fuhr der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. 6 Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. 7 Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!
8 So zerstreute sie der HERR von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. 9 Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.
Eine altbekannte Geschichte, und vielleicht geht es Ihnen bei so vertrauten Geschichten wie mir: Ich weiß dann immer gleich, worauf der Text hinaus will. Denn oft schon habe ich das immer Gleiche über den Text gehört und gelesen. Da war mir der vorhin zitierte Satz hilfreich, denn er paßt so gar nicht zu der gängigen Auslegung des Textes: „Der Traum von dem einen Hut, unter den alle passen, erweist sich in Wirklichkeit als Alptraum, und der Hutmacher gibt sich zu erkennen als einer, der verschiedene Hüte nicht aushält. Er hält seinen Kopf für die Hauptsache.“ Also noch einmal genau auf das gesehen, was da steht. Und dann springt mich ein Satz an: „Sie sind ein Volk und haben eine Sprache - und das ist erst der Anfang ihres Tuns; laßt uns hinabfahren und ihre Sprache verwirren.“
Ja, liebe Geschwister, so weit hatten sie es gebracht, die Babylonier. Groß waren sie geworden und mächtig. Hatten erst die Nachbarstädte unterworfen, dann die Nachbarstaaten und schließlich auch entferntere Länder. Überall hatten sie ihre Gesetze eingeführt, ihre Vorstellungen von Recht und Ordnung, und schließlich auch ihre Sprache. Babylonisch war Weltsprache, und im ganzen babylonischen Reich durfte nur Babylonisch gesprochen werden. Den unterworfenen Völkern waren ihre Muttersprachen verboten, und wer sie dennoch sprach, dem drohten Verhaftung und Verhör. Denn wer seine Muttersprache sprach, galt als aufsässig, als Widerständler. Ein Volk sollten sie alle werden, und darum sollten sie alle eine Sprache sprechen. Denn wie man spricht, so denkt man. Darum eignet sich Sprache so gut zur Unterdrückung. Ein Volk sollten sie werden, ein Reich sein, einen König haben. Alle unter einem Hut.
Ja, sie hatten es weit gebracht, die Babylonier. Ein Großreich waren sie nun, eine Weltmacht; Wirtschaft und Wissenschaft, Kultur und Technik hatten Weltniveau, und wenn es irgendwo außerhalb des Staates kleine Unruhen gab, dann eilten sie, dort wieder Ruhe und Frieden herzustellen- und schon war ihr Einflußbereich wieder etwas größer.
Die Herrschenden von Babylon wurden nicht müde zu betonen, ein wie großes und bedeutendes Reich sie seien, und dass jedermann froh sein müsse, unter dem Schutz Babylons leben zu können.
Nun kam es aber immer wieder vor, dass hie und da eine unterworfene Stadt, ein erobertes Land seine alte Selbständigkeit wiederhaben wollte.
In den Städten - und mehr noch auf dem Land, das lange zögert, eh es untergeht - wurden trotz Verbot die eigenen Sitten und Gebräuche, die eigene Kultur, die eigene Religion und auch die eigene Sprache gepflegt. Babylon ist weit, sagten sich die Menschen, und wir sind hier. Haben wir nicht gut gelebt mit dem, was uns von den Alten überkommen ist, waren unsre Gesetze, unsre Gebräuche, waren unsre Lieder und Tänze, war unsre Religion etwa schlecht? Und in unsrer Sprache verstehen wir uns bestens. Für was sollen wir babylonisch lernen, für was andere Gesetze anwenden, für was fremde Götter anbeten? Laßt uns bei dem bleiben, was für uns richtig war. Das wird für uns auch richtig sein und bleiben. Und sie sprachen ihre Sprache, sangen ihre Lieder, tanzten ihre Tänze, beteten zu ihren Göttern, wie sie es gelernt hatten und wie es für sie richtig war.
Andere zogen es vor, außer Landes zu gehen, ihre Heimat, ihre Verwandtschaft zu verlassen und als Flüchtlinge im Ausland ihr Leben zu leben. Doch weil die Herrschenden das nicht ertrugen, war jeder Ausreisewillige ein Verbrecher, jeder Fluchtversuch lebensgefährlich. Dabei wollten die Menschen nicht mehr als in Ruhe leben, zu ihren Göttern beten, ihre Lieder singen, ihre Tänze tanzen, ihre Sprache sprechen und sich verstehen.
Solche Gedanken, solche Worte, solche Taten waren den Herrschenden in Babylon ein Graus. Verrat witterten sie und Aufruhr. Mit anderen Worten: Sie bekamen Angst. Denn ihre Macht stand auf den tönernen Füßen von Gewalt und Unterdrückung. So beschlossen sie, ein mächtiges Bauwerk zu errichten, beschlossen, ihrer Macht ein Denkmal zu setzen, wie die Welt es noch nicht gesehen hatte. Mit monumentaler Architektur wollten sie Eindruck auf die Völker ihres Reiches machen, auf alle Völker der Welt. Die Leute würden dann schon sehen, wer die Größten waren, die Stärksten, die Mächtigsten.
Die Herrschenden Babylons zwangen also ihre Untertanen, Ziegel zu brennen, Asphalt zu kochen und einen gewaltigen Turm zu bauen. Er sollte das Symbol für ihre Größe und Stärke werden, und zu ihm sollten alle aufschauen. Er sollte die Menschen einen, er sollte das Reich zusammenhalten und dafür sorgen, dass es nicht zerfiel. Denn nichts erschien den Herrschenden gefährlicher als das Nebeneinander verschiedener, gar gegensätzlicher Meinungen, als das Nebeneinander unterschiedlicher Kulturen, unterschiedlicher Religionen und - vor allem - unterschiedlicher Sprachen. Denn wer eine andere Sprache sprach, die sie nicht verstanden, der war für sie nicht kontrollierbar. Und was sie nicht kontrollieren konnten, machte ihnen Angst. Denn, wie gesagt, ihre Macht stand auf den tönernen Füßen von Gewalt und Unterdrückung.
Darum ließen sie sich ein Denkmal bauen, ein mächtiges Bauwerk, einen protzigen Palast, wie die Welt, wie die Menschheit es noch nicht gesehen hatte. Kommandierten Bauarbeiter ab aus dem Norden ihres Reiches und dem Süden, aus dem Osten und aus dem Westen. Die Bauarbeiter kamen, sprachen, wenn überhaupt, dann nur gebrochen Babylonisch, verständigten und verstanden sich untereinander in ihren je eigenen Sprachen. Doch weil die Menschen aus Nord und Süd und Ost und West verschiedene Sprachen sprachen und weil sie den Mut hatten, sie zu sprechen, herrschte auf der Baustelle bald ein fürchterliches Chaos. - jedenfalls aus der Sicht der Mächtigen. Aus der Sicht der Menschen herrschte ein buntes, fröhliches Durcheinander. Natürlich kam es zu Mißverständnissen, auch zu Streitereien, denn Sich-Verstehen geht nicht ohne Verständigung. Doch wenn es mal wieder einem der Aufseher partout nicht gelang, einen Auftrag zu erteilen, eine Anweisung zu geben - die Angesprochenen verstanden ihn einfach nicht - dann war über alle Sprach- und Kulturgrenze hinweg Solidarität spürbar, Sympathie, ein Sich-Verstehen der Herzen.
Die Aufseher verzweifelten oftmals an ihrer Aufgabe, waren oft dran und drauf, ihren Job aufzugeben. Dann kamen sie auf die Idee, aus den Reihen der Arbeiter Aufseher auszubilden; die kannten ja ihre Muttersprache.
Geeignete Menschen wurden ausgesucht und für viel Geld gut ausgebildet, doch wenn sie dann ihre neue Aufgabe wahrnahmen, war alles wie gehabt. Denn sie durften ja nur Babylonisch sprechen, wie das Gesetz es befahl. Und so blieben die vielen Arbeiter, die ein monumentales Denkmal der Einheit errichten sollten, ein Denkmal der Einheit des babylonischen Reiches, der Einheit des babylonischen Volkes, der Einheit des babylonischen Denkens und der Einheit der babylonischen Sprache, so blieben also die vielen Arbeiter letztlich unregierbar. Sie ließen sich nicht unter den einen Einheitshut zwingen, nicht in eine Einheitspartei und nicht in eine Einheitsreligion. Denn sie waren sich einig, dass solche Einheit immer dem einzelnen Menschen das Denken abnimmt, ihn entmündigt, seine Einzigartigkeit und Einmaligkeit zerstört, ihm das Rückgrat bricht. Darum sprachen sie untereinander weiterhin ihre Sprache, obwohl es verboten war, sangen ihre Lieder, tanzten ihre Tänze, beteten zu ihren Göttern und freuten sich über die Buntheit und Vielfalt des Menschenmöglichen ebenso wie über die wachsende Hilflosigkeit der Herrschenden. Denn statt der gewollten Uniformität stärkten diese indirekt die Pluralität, untergruben durch ihren Einheitswahn ihre eigene Macht.
So kam es, dass aus dem geplanten Monumentalbau eine Bauruine wurde. Denn der Geist Gottes, des allein Allmächtigen, hatte zu den Menschen gesprochen, und sie hatten seine Stimme gehört, ein jeder in seiner Sprache, in der er geboren war. Und der Geist Gottes hatte ihnen Mut gemacht und Kraft gegeben, dass sie sich einig waren in ihrer Haltung gegen den Einheitswahn. Denn nicht Einheit macht stark, sondern Einigkeit. Einigkeit aber setzt Verschiedenheit voraus.
Liebe Geschwister, was damals in Babylon geschah, ist lange her. Seit dem hat es immer wieder Versuche gegeben, Menschen, Gruppen, ganze Völker unter einen Hut zu zwingen, und immer waren diese Versuche mit Monumentalbauten verbunden. Ich finde es tröstlich und ermutigend, dass all diese Versuche genau so gescheitert sind wie damals in Babylon. Um so mehr kann ich mich über die Vielfalt und Buntheit der Kulturen und Sprachen, über die Vielfalt menschlicher Lebensformen, um so mehr kann ich mich meines Lebens freuen und dem begeistert danken, der diese bunte Vielfalt geschaffen hat. Amen
Gebet: Guter Gott, wir haben gehört und gelesen, haben es zum Teil auch selbst erlebt: Verordnete Gleichheit, erzwungene Einheit haben keinen Bestand. Wo Menschen unter einem Namen etwas aufbauen wollen oder sollen, wo Menschen ihre Eigen-Art einer großen Idee opfern sollen, da bricht alles zusammen.
Denn vielfältig wie deine Schöpfung hast du auch die Menschen geschaffen, einen jeglichen nach seiner Art. Das macht das Leben bunt und lebendig, und dafür danken wir dir.
Das macht unser Miteinander aber auch schwierig, denn oft verstehen wir einander kaum oder gar nicht. Deshalb wünschen wir uns manchmal, dass alle eine Sprache sprächen, einen Namen hätten. Doch wir sollen deinen Namen heiligen, denn du hast uns bei unseren Namen genannt.
Guter Gott, du hast uns Menschen deinen Geist gegeben, den Geist der Verständigung trotz aller Mißverständnisse, den Geist der Einigkeit trotz aller Verschiedenheit, den Geist der Freiheit trotz aller Unterdrückung, den Geist des Friedens trotz aller Gewalt, den Geist des Trostes trotz aller Trauer. Für die Gabe deines Geistes danken wir dir von Herzen und bitten dich für alle Menschen, die sich deinem Geist widersetzen, indem sie Zwang und Gewalt ausüben, Unfrieden stiften und Versöhnung verweigern.
Guter Gott, mit Hoffen und Bangen gehen wir in die neue Woche. Was uns bedrückt und was uns beschwingt, bringen wir vor dich und beten gemeinsam: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen
Gesänge: „Komm, o komm, du Geist des Lebens“, Nr. 134, 1 - 4; „Jauchzt, alle Lande, Gott zur Ehre“, Rps 66, 1, 2, 4; „Strahlen brechen viele“, Nr 268, 1 - 5 „In Gottes Namen fang ich an“, Nr. 494, 1 + 6
Paul Kluge, Pfr. i.R., Leer


