Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23./24. Mai 2012: Vollversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR) in Berlin
Unter den Fragestellungen: „Wie wir uns gegen seitig wahrnehmen, warum wir voneinander profitieren können und was wir im Miteinander verbessern sollten“ wollen die Tagungsteilnehmer sich im Spannungsfeld von Amtskirche, Gemeindepraxis und Zivilgesellschaft darüber austauschen, was sie in der Arbeit für demokratische Kultur gegen Rechtsextremismus voneinander erwarten bzw. erhoffen.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Vom Glauben und vom Gesetz - Galater 3,1-14
Predigt von Andreas Pangritz
Nicht das Tun des Gesetzes kritisiert Paulus mit seinem Wort vom Fluch des Gesetzes, sondern den Missbrauch des Gesetzes als ''Grenzmarkierung'' zwischen Juden und Nichtjuden. - ''Wären Täter des Gesetzes da, so müßten wir sie als Gerechte gelten lassen'', wusste auch schon Calvin.
Liebe Gemeinde,
in dieser Gottesdienstreihe soll in fortlaufender Lesung der Brief des Apostels Paulus an die Galater ausgelegt werden. Für den heutigen Sonntag ist die erste Hälfte des dritten Kapitels vorgesehen. Ich lese die Verse 1-14:
(1) Oh, ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert,
denen doch Jesus Christus vor Augen gemalt war, ein Gekreuzigter?
(2) Nur dies eine will ich von euch erfahren:
Habt ihr aus Werken des Gesetzes den Geist empfangen
oder aus Hören des Glaubens?
(3) Seid ihr so unverständig,
dass ihr, was ihr im Geist begonnen habt, nun im Fleisch vollenden wollt?
(4) Habt ihr soviel umsonst erlitten?
Wenn es wenigstens umsonst gewesen wäre!
(5) Der euch nun den Geist gewährt und Geisteskräfte unter euch wirkt –
[tut er’s] aus Werken des Gesetzes
oder aus Hören des Glaubens?
(6) So war es doch mit Abraham:
Er »glaubte Gott,
und es wurde ihm als Gerechtigkeit erachtet« [Gen 15,6].
(7) Erkennt also:
Die ›aus Glauben‹,
diese sind Söhne Abrahams.
(8) Vorausschauend, dass Gott die Völker ›aus Glauben‹ gerecht machen werde,
hat die Schrift dem Abraham als Evangelium im Voraus verkündet:
»Gesegnet werden sollen in dir alle Völker« [Gen 12,3],
(9) so dass die ›aus Glauben‹ gesegnet werden
mit dem glaubenden Abraham.
denn es ist geschrieben:
»Verflucht ist jeder, der nicht bleibt
bei allem, was geschrieben ist im Buch des Gesetzes,
indem er es tut« [Dtn 27,26].
(11) Dass aber im Gesetz keiner gerecht wird vor Gott, ist offenbar,
da ja »der Gerechte aus Glauben leben wird« [Hab 2,4].
(12) Das Gesetz aber ist nicht ›aus Glauben‹,
sondern »wer sie [= die Gebote] tut, wird in ihnen leben« [Lev 18,5].
(13) Christus hat uns losgekauft aus dem Fluch des Gesetzes,
indem er für uns zum Fluch geworden ist,
wie geschrieben ist:
»Verflucht [ist] jeder, der am Holze hängt!« [Dtn 21,23],
(14) so dass zu den Völkern der Segen Abrahams in Christus Jesus komme,
damit wir die Verheißung des Geistes empfangen durch den Glauben.
Liebe Gemeinde, selber hätte ich diesen Text wohl kaum ausgewählt, scheint er doch auf den ersten Blick all dem zu widersprechen, was in den letzten Jahrzehnten sich als neue Perspektiven auf die Rolle des Apostels Paulus allmählich auch hierzulande herumgesprochen hat: die Erkenntnis, dass der Jude Schaul, Saulus, der sich auch Paulus nannte, sich nicht vom Judentum abgewandt hat, als er sich Jesus Christus zuwandte, sondern dass ihm aufgrund seiner Berufung zum Apostel eine neue Perspektive für das Zusammenleben von Juden und Völkerwelt aufgegangen war – eine Erkenntnis, die sich nicht zuletzt auch aufgrund der Erfahrungen im Gespräch zwischen Christen und Juden heute eingestellt hat. Keine Rede also von einer angeblichen Bekehrung eines Saulus zum Paulus.
1. Unser Text jedoch scheint hinter all diese neuen Perspektiven zurückzufallen, ja, er scheint sie zu widerlegen. Paulus war – so scheint es – doch bereits ein „Lutheraner“, der Antwort auf Luthers Frage suchte: „Wie kriege ich einen gnädigen Gott?“ Er führte den Geist Christi auf der ganzen Linie gegen das Fleisch des alten Menschen ins Feld, das Evangelium der Gnade gegen das Gesetz der Werkgerechtigkeit. Kein Wunder, dass Luther den Galaterbrief mehr als alle anderen biblischen Schriften liebte: „Epistola ad Galatas ist mein Epistelcha, der ich mich vertraut hab. Ist meine Käthe von Bora“ (Dezember 1531). Und in der Vorrede zu seiner Übersetzung des Galaterbriefes schreibt er: „Die Galater waren durch S. Paulum zu dem rechten Christenglauben und ins Evangelium [, d.h.] von dem Gesetz [weg-]gebracht. Aber nach seinem Abschied kamen die falschen Apostel […] und wandten die Galater wieder um, daß sie glaubten, sie müßten durch des Gesetzes Werke selig werden und täten Sünde, wo sie nicht des Gesetzes Werke hielten […].“ Ihnen gegenüber habe Paulus betont, „daß ohne Verdienst, ohne Werke, ohne Gesetze, sondern allein durch Christum jedermann muß gerecht werden“. Im dritten Kapitel belege er „das alles mit Schriften, Exempeln und Gleichnissen“ und zeige, „wie das Gesetz viel mehr Sünde und Verfluchung bringe denn Gerechtigkeit, welche allein aus Gnaden von Gott verheißen, durch Christum ohne Gesetz erfüllet und uns gegeben ist“.
Und hat Luther nicht recht? Haben wir das nicht eben bei Paulus gelesen? So „werden die ›aus Glauben‹ gesegnet mit dem glaubenden Abraham“, während „alle, die aus Werken des Gesetzes sind, unter einem Fluch“ stehen. Christus aber hat uns alle „losgekauft aus dem Fluch des Gesetzes“. In der protestantischen Tradition wurde Luthers Frage nach dem gnädigen Gott zur Grundfrage jedes Menschenlebens verallgemeinert; die paulinisch-lutherische Antwort von der Rechtfertiguung „allein im Glauben“ an Jesus Christus, ohne Werke des Gesetzes, wurde als zentrale Botschaft des Evangeliums erfahren. Generationen von Christen haben dies als eine befreiende Botschaft gehört: Ich muss mir mein Heil nicht aus eigener Kraft, durch meine vermeintlich guten Werke verdienen; es wird mir durch die Gnade Gottes in Jesus Christus geschenkt, kostenlos, gratis, umsonst – er hat mich „losgekauft aus dem Fluch des Gesetzes“.
Rudolf Bultmann hat dies im 20. Jahrhundert zu einer anthropologischen Grundkonstante erklärt: „Der Wille als Tatwille ist von vornherein böse“ (R. Bultmann, Christus des Gesetzes Ende, 1940/52, 45). Im „Tat-Willen, der ein Selbsthilfe-Wille ist“, offenbare sich unser Elend. „Das untaugliche Mittel des Selbsthilfe-Willens ist der Schwur auf das Gesetz.“ Es ist die Sünde, die mich zum „Tat-Willen“ führt, „also dazu, mir durch eigenes Tun selbst helfen zu wollen. Also: Nicht was ich tue, ist das Problem […], sondern dass ich in meinem Tun dem Tun Gottes eine Konkurrenz, eine Gegenmacht aufbaue, statt mich von ihm aus meinem Tod in ein neues Leben erwecken zu lassen“ (Friedrich-W. Marquardt, Bultmann referierend, 418f). Diese Botschaft hat – daran darf am 65. Jahrestag des Endes des 2. Weltkriegs, das heute in Moskau gefeiert wird, vielleicht erinnert werden – nicht zuletzt auf die „Ohne mich“-Generation der Nachkriegszeit überzeugend gewirkt.
Nun hat jedoch die Gesetzeskritik, die wir hier bei Paulus zu hören meinen, eine Kehrseite, die eine verheerende Wirkungsgeschichte gezeitigt hat, schon bei Luther. Die Kritik am Fluch des Gesetzes wurde umgesetzt in eine Verachtung der Juden, die angeblich diesem Fluch unterliegen, weil sie auch nach der Erscheinung Jesu Christi daran festhielten, das Gesetz tun zu wollen. Und sie merkten nicht, dass sie in dieser ihrer sog. Werkgerechtigkeit immer wieder scheitern mussten, so dass sie sich Gottes Zorn zuzogen. Die „Kritik des Tatwillens, der von vornherein böse sei“, trifft „jüdischem Selbstverständnis mitten ins Herz“. Denn nach jüdischem Selbstverständnis befreit uns das „Geschenk des freien Willens“ dazu, „Gott in Tat und Wahrheit zu entsprechen“. Friedrich-Wilhelm Marquardt hat daher die lutherische Gesetzeskritik seinerseits der Kritik unterzogen: Sie führe zu einer Karikatur des jüdischen als des exemplarischen „Menschen unter dem Gesetz“, zur „Behauptung, der jüdische Fromme bedürfe der Gnade nicht; er lebe vor Gott in falscher Sicherheit, – verlasse sich statt auf Gott nur auf sich selbst, getrieben von einem Willen, statt Gottes Gerechtigkeit seine eigene aufzurichten […],“ etc. etc. (F.-W. Marquardt, 427f).
2. Was sollen wir dazu sagen? Wenn diese Lesart unseres Textes die einzige Möglichkeit seiner Auslegung sein sollte, dann dürfte es uns nicht wundern, wenn Juden in Paulus einen Abtrünnigen sehen, der das Judentum in feindseliger Absicht verlassen habe und zum Begründer einer neuen, antijüdischen Religion geworden sei, des Christentums. So fragt der jüdisch-orthodoxe Gelehrte Daniel Boyarin: „War Paulus ein Antisemit?“ (Daniel Boyarin, 136) Und Martin Buber hat in Paulus den Hauptvertreter einer anderen, nicht-jüdischen Glaubensweise gesehen, der dem jüdischen „Vertrauen“ auf Gottes treue Zuwendung ein hellenistisches „Für-Wahr-Halten“ bestimmter Glaubenstatbestände entgegengestellt habe (Martin Buber, 9), von denen das Heil der Christen abhängen soll: Glaubst du daran, dass Jesus Christus dich durch seinen Kreuzestod vom Fluch der Sünde erlöst hat, dann wirst du errettet werden; glaubst du es nicht, dann bist du ein Verworfener und wirst verdammt werden. Und zu diesen zählen dann natürlich insbesondere die perfiden, d.h. die ungläubigen, treulosen Juden. Zur Behauptung des Paulus, dass unter dem Gesetz jeder Mensch verflucht sei, der nicht alle Gebote in seinem Tun erfüllt, kann Buber nur noch sagen: „Hier steht nicht bloß der alttestamentliche Glaube und mit ihm der lebendige Glaube des nachbiblischen Judentums Paulus entgegen, sondern auch der Jesus der Bergpredigt …“ (M. Buber, 58).
Und so möchte ich als evangelischer Theologe die Frage, ob Paulus ein Antisemit war, weitergeben an den Völkerapostel Paulus, unseren Lehrer: Lieber Bruder Paulus, haben wir dich so richtig verstanden? Willst du uns das etwa sagen? Willst du uns sagen, dass wir uns im Glauben ganz an Jesus Christus halten sollen, der uns am Kreuz vom Fluch des Gesetzes erlöst hat, und dass wir daher die gesetzestreuen Juden verachten sollen, die das nicht glauben können? Aber wie passt das dazu, dass du selber dich doch am Anfang unseres Briefes rühmst, du habest viele jüdische Altersgenossen im Eifer für die Überlieferungen der Väter übertroffen (Gal 1,14)? Und im Brief an die Philipper bekennst du dich doch dazu, ein Jude zu sein – „beschnitten am achten Tag, aus dem Volk Israel, dem Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, dem Gesetz nach ein Pharisäer“ – und sagst, du seiest „hinsichtlich der Gerechtigkeit im Gesetz unsträflich“ (Phil 3,5f). Warum also formulierst du die Alternative in unserem Text so scharf? Warum soll der Glaube an den Christus Jesus ein Befolgen dessen, was im Gesetz geboten ist, geradezu ausschließen? Weißt du nicht, das Jesus selber doch durchaus getan hat, was im „Buch des Gesetzes“ geschrieben steht?
Nun ist es gerade der eben erwähnte jüdische Gelehrte Boyarin, der Paulus vor dem Vorwurf des Antisemitismus in Schutz nimmt: Gewiss, Paulus war ein merkwürdiger Jude, ein „radikaler Jude“, wie Boyarin sagt. Der Radikalismus des Paulus bestand darin, dass er gewisse Grenzen, die die jüdische Tradition vorzugeben schien, überschritt – ohne doch das Judentum verlassen zu wollen. So stellt sich unser Text als ein Musterbeispiel rabbinischer Exegese heraus, in dem eine ganze Reihe von Zitaten aus der jüdischen Bibel so miteinander ins Gespräch gebracht werden, dass sich ein neuer, unerhörter Sinn ergibt – ein radikaler Midrasch (D. Boyarin, 137). Anders gesagt: „Paulus beweist mit dem Gesetz Aussagen über das Gesetz. Er beweist mit der Thora Aussagen über die Thora“ (Krister Stendahl, 32).
Dabei dient ihm Abraham als das große Beispiel, und zwar als Vorbild des Glaubens: „Er glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit erachtet.“ Nicht aus dem Gesetz, sondern – wie der Prophet Habakuk sagt – „aus Glauben wird der Gerechte leben“. Und eben dies galt doch auch für Abraham, als Gott dem Betagten leibliche Nachkommen verhieß, zahllos wie die Sterne am Himmel. Da heißt es im ersten Buch Mose, im Gesetz selber: Abraham „glaubte“, er vertraute dem HERRN; und das „wurde ihm als Gerechtigkeit erachtet“. Aber ging es hier nicht gerade um die leiblichen Nachkommen Abrahams? So dass der Weg zum Heil, zur Teilhabe an den dem Abraham gegebenen Verheißungen, eben doch der Weg ins Judentum wäre? Dies zumindest scheinen die mit Paulus konkurrierenden Lehrer in Galatien vertreten zu haben: Der Glaube an den Christus Jesus erschien ihnen nur als ein erster Schritt auf dem Weg ins Judentum. Hier widerspricht Paulus: Schon zuvor, geradezu „vorausschauend“ war doch dem Abraham die Verheißung gegeben worden: „In dir werden alle Völker gesegnet werden“, also auch die Nichtjuden. Daher – so folgert Paulus – sind alle, die wie Abraham „aus Glauben“ leben, Nachkommen, Söhne und Töchter Abrahams.
Hat das Gesetz also ausgedient? So meint es eine verbreitete Auslegungstradition, die aus der Rede des Paulus vom „Fluch des Gesetzes“ eine Verfluchung des jüdischen Gesetzes überhaupt heraushören will. Doch schon Calvin, der hinsichtlich der Rechtfertigung durch Glauben ganz der Auslegung Luthers zu folgen bereit war, hat andererseits betont, dass „das Gesetz nicht mit dem Glauben in Widerspruch“ stehe, da sonst ja „Gott mit sich selber uneins“ wäre (Johannes Calvin, 50), da doch auch das Gesetz eine Gabe Gottes ist. Tatsächlich steht ja auch in unserem Text etwas anderes: Nicht diejenigen unterliegen dem Fluch, die unter dem Gesetz leben, sondern diejenigen, die nicht darin bleiben. „Verflucht ist jeder, der nicht bleibt bei allem, was geschrieben ist im Buch des Gesetzes […].“ Paulus weiß ja, was sonst noch im Gesetz steht: „Dieses Gebot, das ich heute dir gebiete, ist dir nicht entrückt, ist nicht fern […]. Nein, sehr nah ist dir das Wort, in deinem Munde und in deinem Herzen, es zu tun“ (Dtn 30, 11.14). Und so sagt Calvin: „Wären Täter des Gesetzes da, so müßten wir sie als Gerechte gelten lassen“ (J. Calvin, 51).
Merkwürdigerweise aber fügt der Text da, wo vom Fluch die Rede ist, der diejenigen trifft, die nicht im Gesetz bleiben, noch an: „es zu tun“, oder: „indem er es tut“. Einer rabbinischen Regel folgend, wonach kein Buchstabe überflüssig im Text steht, scheint Paulus diesem Zusatz eine radikale Bedeutung abzugewinnen: Es ist nicht genug, das Gesetz nur richtig zu tun, es buchstäblich zu befolgen; vielmehr kommt es darauf an, darin zu bleiben, indem man seinen Geist erfasst (D. Boyarin, 140f). Nur so wird das Gesetz erfüllt. Alles andere wäre ein „Fluch“, wenn da nicht der Christus Jesus wäre, der den Fluch abgewendet hat, indem er ihn am Kreuz selbst auf sich nahm. Denn auch das steht im Gesetz geschrieben: „Verflucht ist jeder, der am Holze hängt.“ So ist, folgert Paulus, durch Jesus Christus, indem dieser am Kreuz den Fluch der Verwerfung auf sich genommen hat, der Segen Abrahams zu den Völkern gekommen, damit sie durch den Glauben nach dem Vorbild Abrahams Anteil an der Verheißung bekämen.
3. Es gilt also, sich von den allgemeinen Theorien über Gesetz und Evangelium zu verabschieden; es geht hier nicht um anthropologische Konstanten. Stattdessen müssen wir uns den konkreten Kontext klarmachen, in den hinein Paulus seinen Brief schreibt. Das „Gesetz“ ist keine universale Größe; vielmehr geht es darum, das Gesetz in seiner „gesellschaftlichen Funktion […] in jener Zeit“ zu verstehen. Es geht Paulus nicht um allgemeine Gesetzeskritik, sondern um Kritik der speziellen Funktion des Gesetzes als „Grenzmarkierung“ zwischen Juden und Nichtjuden. Das Gesetz diente ja nicht zuletzt dazu, „das jüdische Volk als das […] erwählte Volk zu identifizieren und seine Grenze gegenüber allen (anderen) Völkern zu markieren […].“ In der Argumentation des Paulus bezieht sich der Ausdruck „Werke des Gesetzes“ nicht auf die „‚guten Werke’ im allgemeinen“, sondern auf eine Gesetzespraxis, durch die die „Guten“ sich vom „Reich des Bösen“ abgrenzten. Und in dieser Praxis sieht Paulus eine Perversion dessen, was das Gesetz fordert, so dass es zum „Fluch“ wird. „Es ist eine Haltung, die mit dem Glauben Abrahams und mit dem Glauben, durch den die Galater in den Segen Abrahams eingetreten waren, nicht zusammenpasst (Gal 3,11f)“ (James Dunn, 230f).
Es war einmal Konsens gewesen unter den Jesus-Anhängern, dass Nichtjuden als Unbeschnittene zum Glauben kommen können und nicht zum Judentum konvertieren müssen, um Anteil an den Verheißungen zu bekommen. Nicht umsonst hat Paulus im zweiten Kapitel unseres Briefes daran erinnert, dass sein griechischer Begleiter Titus, als sie gemeinsam nach Jerusalem gereist waren, von den dortigen Größen der messianischen Jesus-Gemeinde nicht gezwungen worden war, sich beschneiden zu lassen (Gal 2,3). Das ändert übrigens nichts daran, dass Paulus an der Notwendigkeit der Beschneidung für Juden ganz selbstverständlich festhielt. Wenig bekannt ist, dass er seinen Begleiter Timotheus beschneiden ließ, weil dieser eine jüdische Mutter hatte (Apg 16,3).
Aber in Galatien liegt das Problem anders: Hier hatten konkurrierende Lehrer die Galater „verzaubert“, wie Paulus sagt, indem sie behaupteten, der Glaube an den Christus Jesus sei nur ein Anfang, ein erster Schritt zur Erlösung, dem weitere Schritte ins Judentum hinein folgen müssten. So müssten die Männer sich beschneiden lassen (Gal 5,12; 6,12f), um die Grenzmarkierung zu überschreiten und vollen Anteil an der Verheißung zu bekommen. Mit dieser Forderung hatten sie den Konsens aufgekündigt. Daher die Schärfe, mit der Paulus sich von einem ganz bestimmten Tun des Gesetzes distanziert. Daher die merkwürdige Frage des Paulus: „Wollt ihr, was ihr im Geist begonnen habt, im Fleisch vollenden?“ Das ist ganz wörtlich gemeint im Blick auf die Beschneidung am männlichen Zeugungsglied. Damit aber wäre, so Paulus, das Evangelium von dem Christus Jesus, der den verfluchten Kreuzestod für alle auf sich genommen hat, völlig missverstanden. Dann wäre Jesus umsonst gestorben.
Lassen wir uns durch Paulus von diesem verengten Verständnis des Gesetzes befreien, dann können wir mit ihm auch die bleibend positive Rolle des Gesetzes anerkennen, das in der dem Glauben entsprechenden Nächstenliebe „erfüllt“ wird, wie er im fünften Kapitel unseres Briefes betonen wird (Gal 5,14). Für Paulus ist der leitende Gesichtspunkt also „nicht die Frage, wie ein sündiger Mensch einen gnädigen Gott finden kann“, sondern die Überzeugung, dass Gottes gnädiger Wille Nichtjuden wie Juden umfasste (J. Dunn, 232). „Christus in seinem Tod hatte sich unter den Fluch und außerhalb der Segnungen des Bundes gestellt (cf. Dtn 11,26; 30,19f), d.h. dass er sich an die Stelle der Heiden begeben hat! Aber Gott hat ihn rehabilitiert. Demnach ist Gott für die Heiden; und daher konnte das Gesetz nicht mehr als eine Grenze dienen, die Juden von Heiden trennt.“ Nach Paulus besteht „der ganze Sinn des Todes Jesu am Kreuz darin […], die Grenze des Gesetzes und seinen entsprechenden Fluch zu entfernen, den dem Abraham verheißenen Segen zu befreien, so dass alle sich seiner erfreuen könnnen (Gal 2,21; 3,13f)“ (J. Dunn, 230f).“
Die Gnade des Herrn sei mit euch allen. Amen.
Predigt im Gottesdienst nach reformierter Tradition in der Antoniterkirche Köln (Reformierte Predigtreihe zum Galaterbrief), 9. Mai 2010, 18 h; Prediger: Andreas Pangritz; Liturgin: Antje Menn
Verwendete Literatur:
– Jürgen Becker, Der Brief an die Galater, in: Das Neue Testament Deutsch, Teilbd. 8/1: Die Briefe an die Galater, Epheser und Kolosser, übersetzt und erklärt von Jürgen Becker und Ulrich Luz, Göttingen 1998, 9ff; insbes. 44-52.
– Daniel Boyarin, A Radical Jew. Paul and the Politics of Identity, Berkeley and Los Angeles / Califonia 1994.
– Martin Buber, Zwei Glaubensweisen [1950]. Mit einem Nachwort von David Flusser, 2. Aufl. Gerlingen 1994.
– Rudolf Bultmann, Christus des Gesetzes Ende [1940], in: ders., Glauben und Verstehen. Gesammelte Aufsätze, Bd. 2, Tübingen 1952, 32-58.
– Johannes Calvin, Auslegung der kleinen Paulinischen Briefe, in Gemeinschaft mit Hans-Joachim Barkening … übersetzt und bearbeitet von Otto Weber, Neukirchen-Vlyun 1963.
– James D. G. Dunn, Works of the Law and the Curse of the Law (Gal 3.10-14) [1984], in: ders., Jesus, Paul and the Law. Studies in Mark and Galatians, Louisville / Kentucky 1990, 215-236.
– Ders., The Theology of Galatians, a.a.O., 242-264.
– Gerhard Jankowski, Der Galaterbrief. Texte & Kontexte 13 (1990), H. 47/48.
– Friedrich-Wilhelm Marquardt, „Der Wille als Tatwille ist von vornherein böse.“ Ideologiekritik und Ideologie in einem prägnanten Satz Rudolf Bultmanns, in: EvTheol 62 (2002), 414-430.
– Franz Mußner, Der Galaterbrief (Herders Theologischer Kommentar zum NT), Bd. 9, Freiburg etc. 1974.
– Krister Stendahl, Der Jude Paulus und wir Heiden. Anfragen an das abendländische Christentum, München 1978.
Prof. Dr. Andreas Pangritz, Bonn
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Reformierte Predigtreihe zum Galaterbrief
Der einfache Gottesdienst in der Antoniterkirche, Köln Im Jahr 2010 zum Brief des Paulus an die Galater |
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