Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

ERK: Tutu lobt Globalisierungsprojekt der Evangelisch-reformierten Kirche

Einziger Nord-Süd Dialog zur Erklärung von Accra

v.l. Allan Boesak, Desmond Tutu, Johann Weusmann; Foto: Hennie Rudman

Kapstadt. „Gemeinsam für eine andere Welt“ so lautet der Titel eines einzigartigen Projektes der Evangelisch-reformierten Kirche und der Uniting Reformed Church in Southern Africa (URCSA), das in Anwesenheit des anglikanischen Erzbischofs Emeritus Desmond Tutu in der vergangenen Woche Kapstadt der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Die beiden Kirchen hatten sich drei Jahre lang in einem intensiven Austausch gemeinsamen mit den Folgen der Globalisierung in Nord und Süd auseinandergesetzt. Tutu unterstrich, dass es Aufgabe der Kirchen in einer globalisierten Welt sei, die Frage nach den sie tragenden ethischen Werten zu stellen. „Dafür, dass sie diese Aufgabe so engagiert wahrnehmen, bin ich den beiden reformierten Kirchen sehr dankbar.“

Anlass des gemeinsamen Projektes war die als „Bekenntnis von Accra“ bekannt gewordene Erklärung der Generalversammlung des Reformierten Weltbundes aus dem Jahr 2004. Darin wird angesichts zunehmender wirtschaftlicher Ungerechtigkeit und ökologische Zerstörung in der Welt ein „Bündnis für Gerechtigkeit und für das Leben auf der Erde“ gefordert. Nachdem die Erklärung in den Kirchen des Nordens und Südens zu unterschiedlichen Reaktionen geführt hatte, verständigten sich die Evangelisch-reformierte Kirche und ihre südafrikanische Schwesterkirche darauf, das Thema gemeinsam zu bearbeiten.

Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, erläuterte bei der Vorstellung des Abschlussberichtes in Kapstadt, dass man angesichts gemeinsamer theologischer Grundlagen schnell eine gemeinsame Basis gefunden habe. „Uns verbindet nicht nur eine gemeinsame Tradition, sondern auch die Barmer Theologische Erklärung und das Bekenntnis von Belhar, zwei theologische Schriften, die den Irrwegen ihrer Zeit – dem Nationalsozialismus und der Apartheid – widersprechen.“ Dennoch habe es in Sachfragen kontroverse Auseinandersetzungen gegeben. „Genau deshalb ist das Projekt so wichtig“, bekräftigte Weusmann. „Wir dürfen uns der notwendigen Debatte nicht verschließen.“ Bisher sind die beiden Kirchen jedoch die einzigen, die sich in einem intensiven Nord-Süd Dialog mit der Erklärung von Accra befasst haben.

Allan Boesak, Projektleiter der südafrikanischen Partnerkirche, betonte, man sei im Abschlussbericht um eine klare Positionierung bemüht gewesen. So habe sich gezeigt, dass das bereits vor der Finanzkrise von den beiden Kirchen beschriebene Szenario des Platzens der aus Gier entstandenen „Finanzmarktblasen“ eingetreten sei. Auch in den übrigen Kapiteln zu Handel, Konsumverhalten, Welternährung, Umwelt, Wasser, Militarismus und Geschlechtergerechtigkeit dokumentiere das Abschlussdokument eindrucksvoll, welche Problemstellungen bestehen und welche Lösungsansätze verfolgt werden sollten. „Es bleibt dennoch ein unvollendeter Bericht“, räumte Boesak ein. „Es gibt in unserer komplexen Welt zu viele Bereiche, in denen der Kurs korrigiert werden muss. Der Bericht soll dazu aufrufen, endlich damit anzufangen.“

Desmond Tutu griff diesen Appell auf. Der Klimawandel zeige nur zu deutlich, wie dringlich alles sei. „Dabei sind die Verursacher der Krise häufig nicht diejenigen, die die Folgen zu tragen haben. Das sind in aller Regel die Armen und Schwachen dieser Welt.“ Auch deshalb begrüße er es, wenn die Probleme in einem offenen Nord-Süd-Dialog angegangen würden.  Das Globalisierungsprojekt der beiden reformierten Kirchen setze die richtigen Maßstäbe. „Wenn wir wollen, können wir gemeinsam viel bewegen. Die hier stattfindende Weltmeisterschaft ist dafür auch ein Beispiel“, fügte der fußballbegeisterte Altbischof hinzu.


Pressemitteilung der Evangelisch-reformierte Kirche, 6. Juli 2010
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Evangelisch-reformierte Kirche kritisiert mit südafrikanischer Partnerkirche Globalisierung

Die Evangelisch-reformierte Kirche warnt vor den Gefahren des Globalisierungsprozesses. Während einer Sondersitzung verabschiedete die Gesamtsynode gestern in Emden eine Erklärung mit dem Titel "Gemeinsam für eine andere Welt".
''Gemeinsam für eine andere Welt''

Die Generalversammlung des Reformierten Weltgemeinschaft (WGRK) hat auf ihrer Tagung in Grand Rapids/USA die Gemeinsame Erklärung der Evangelisch-reformierten Kirche und der Uniting Reformed Church in Southern Africa (URCSA) zu Fragen wirtschaftlicher und ökologischer Gerechtigkeit als eigene „grundlegende Leitlinien“ angenommen.
3. Mose 19, 9.10 - Eine Predigt über Globalisierung, Wohltätigkeit und Umverteilung von Georg Rieger

Wenn du ein Land aberntest, sollst du nicht alles bis an die Ecken deines Feldes abschneiden! - Geht es hier wirklich um Almosen? Ist das ein Aufruf zur Wohltätigkeit?
 

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