Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Heimat für Fremde?
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.


EKiR-Kalender 2012: Kirche im Grünen
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.


Nacht der offenen Kirchen
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.


'''Talking about us‘ – Gedankenaustausch zur Zusammenarbeit zwischen NGOs und kirchlichen Akteuren bei der Arbeit für demokratische Kultur gegen Rechtsextremismus''
23./24. Mai 2012: Vollversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR) in Berlin
Unter den Fragestellungen: „Wie wir uns gegen seitig wahrnehmen, warum wir voneinander profitieren können und was wir im Miteinander verbessern sollten“ wollen die Tagungsteilnehmer sich im Spannungsfeld von Amtskirche, Gemeindepraxis und Zivilgesellschaft darüber austauschen, was sie in der Arbeit für demokratische Kultur gegen Rechtsextremismus voneinander erwarten bzw. erhoffen.


Frühjahrssynode der Evangelisch-reformierten Kirche
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden


''Elternstart NRW'' in Detmold
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein

Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.


Nacht der offenen Kirchen von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.


Nachts in die Kirche
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.


Ökumenischer Pfingstottesdienst mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in Detmold
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.


Gründungsfest der Nordkirche
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.


Credoweg und mehr - Evangelische Kirche auf dem NRW-Tag
27. und 28. Mai 2012 in Detmold
Detmold. Mit einer Vielzahl an Informationen und Aktionen beteiligen sich die Lippische Landeskirche, ihre Kirchengemeinden sowie die Diakonie zu Pfingsten am Nordrhein-Westfalen-Tag in Detmold.


Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund


Den Krieg abschaffen. Annäherung an ein unerhörtes Thema
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle


Über uns – Ein Himmel für den Hessentag
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.


Sommerorgelkonzerte 2012 in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig


Auszeit für die Seele - Pilgerwochenende
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.


''Was für Kinder'' mit Samuel Koch und Annette Kurschus
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.


Was darf unser Essen kosten?
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen

Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012


Quo vadis Bundeswehr? Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.


Reformierte Konferenz in Wilsum: ''Dein Reich komme''
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".


RunderTisch zu den Themen Heimat - alt werden - Jugend
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.


BRÜCKENSCHLÄGE - Daniel Ernst Jablonski im Europa der Frühaufklärung
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr


Hoerstgener Opening 2012
23. Juni 2012, 17 Uhr


Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.


Predigen im Angesicht des Judentums
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext


Landesposaunenfest mit German Brass
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.


EUROPÄISCHE BIBELDIALOGE. Begegnungstagungen
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.


Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.




Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.


Mission impossible - Kirche, Mission, Pluralität der Religionen nach Karl Barth
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578


Reformierte Sommeruniversität: Der Heidelberger Katechismus - Herausforderung für Glaube, Kirche und Theologie
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?


Tag der Schöpfung - Schöpfungstag 2012 - ''Jetzt wächst Neues'' (Jesaja 43,19)
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.


Conference 'Music and Theology in the European Reformations'
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.


''Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.''
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.


Kinderkompositionswettbewerb Leipzig 2012
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.


Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf


''Mutig für Menschenwürde'' - Ökumenische Friedensdekade 2012
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de


Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.


450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.




Tränenflecken auf dem Pergament

Gal.4, 1-11 und 12–20 -Predigt von Dorothea Kuhrau

Landschaft in Galatien

Abba Vater!
Unser Text, der so lang ist, dass Sie ihn bitte auf den vervielfältigten Blättern mitlesen, enthält mit diesem Ruf in der ersten Hälfte das Zentralste - - -
und in der zweiten Hälfte enthält er das angeblich Unwichtigste des Christentums.
Das Zentralste im ersten Abschnitt. Unser Gott ist einer, zu dem wir Vater sagen dürfen, ja, zutraulicher noch: Papa. Denn das ist ja der Sinn des aramäischen Abba: Kindersprache für Vater. Deshalb sind die Verse 4, 1 – 11 vorgeschlagen als Perikope für das Fest, das am meisten Hörer in die Kirche zieht, nämlich Weihnachten (auch wenn theologisch Karfreitag und Ostern wichtiger sein mögen.)

Und das Unwichtigste, Banalste in der zweiten Hälfte: Konkurrenz beim „Bodenpersonal“. Trauer und Ratlosigkeit des Seelsorgers, weil ihm Gemeindeglieder von der Stange gehen. Und weil das ein Tabu ist, einer evangelischen Kanzelrede nicht wert, ist der Abschnitt 4, 12 – 20 unter den etwa 350 kirchlich vorgeschlagenen Predigttexten nirgendwo zu finden.
Sie erleben also heute mit dem Nachdenken über diese Verse vermutlich eine Premiere.

Der Brief richtet sich an die Galater. Was kann man heute mit Sicherheit über sie aussagen? Gar nicht so wenig. Die Galater entstammten demselben keltischen Volk wie unsere Freunde, die Gallier Asterix und Obelix. Im Jahre 279 v.Chr. waren Kelten, die im Donaubecken im heutigen Bulgarien siedelten, nach Süden, nach Kleinasien, und nach Westen vorgestoßen. Ihre kämpferischen Horden galten als gute Söldner und als bewährte Todesschwadronen. Nach vielen Morden der königlichen keltischen Familien untereinander und nachdem sie den Römern oft genug geholfen hatten, wurden sie im Jahre 25 v.Chr. endgültig von den Heeren der Römer blutig bezwungen. Als Paulus zu ihnen kam, waren sie also erst 75 Jahre Teil einer römischen Provinz Galatia, eine der ödesten im Osten des großen römischen Reiches. Sie wohnten in der Gegend des heutigen Ankara, sprachen aber schon lange auch Griechisch und verehrten die griechischen Götter.


Verse Gal.4, 1 – 7:
1. Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Sklaven, obwohl er Herr ist über alles,
2.im Gegenteil, er steht unter der Aufsicht von Vormündern und Verwaltern bis zum Termin der Mündigsprechung, den der Vater festgesetzt hat.
3. So war es auch mit uns, als wir noch unmündig waren: Unter die Elementarmächte der Welt waren wir versklavt (Erde, Wasser, Luft und Feuer).
4. Als aber die Zeit der Mündigwerdung sich erfüllt hatte, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und der Thora unterstellt,
5. um die unter dem Gesetz freizukaufen, damit wir als Söhne angenommen würden.
6. Weil ihr aber Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesendet. Er ruft „Abba, Vater!“
7. So bist du nun nicht mehr Diener, sondern Sohn, bist du aber Sohn, dann auch Erbe – durch Gott.
Diesen wilden Kerlen, den Galatern, will Paulus in einem etwas umständlichen Bildwort klarmachen, dass sie seit Christus ohne Umweg zu Gott kommen können, nicht mehr von Vormündern und Aufsehern daran gehindert. Sie sind jetzt keine kleinen Kinder mehr. Sondern als Gott seinen präexistenten Sohn auf die Erde sandte, - (Weihnachten!) hat er „uns“, also Paulus ebenso wie die Galater, zu Söhnen gemacht, hat alle adoptiert.
So beginnt der Text und ich lade Sie ein, ihn schrittweise als Homilie mit mir durchzugehen.


Vers 3: Unter die Elementarmächte der Welt waren wir versklavt (Erde, Wasser, Luft und Feuer).
Als Vormünder und Hausverwalter, die die Kinder auf das Leben vorbereiteten, bezeichnet Paulus die Mächte der Welt, ihre materielle Seite. Paulus bezieht sich selbst mit ein, denn auch als frommer Jude hatte er die Elemente bei der Ausführung von religiösen Gesetzen zu respektieren: Erde und Wasser, Feuer und Luft – mindestens bestimmten sie kultische Abläufe. Die Galater als hellenistische Griechen dienten den Mächten der Natur, bevor Paulus zu ihnen gekommen war. Die griechische Philosophie kreiste um Ideale von der richtigen Mischung aus Erde, Feuer, Luft und Wasser. Sie suchte die Harmonie im Kosmos. In der Medizin keine Extreme. Aber sie kannte auch die furcheinflößenden Götter des Feuers, des Meeres, der Erde und der Luft. Von diesen Mächten hatte Paulus die Galater befreit.
Er erzählte ihnen von Jesus, der ja authentisch in Judäa gelebt hatte, sich auf den einen Gott wie kein anderer bezog, über ihn in Gleichnissen sprach, seine Kraft erbetete, wenn er Kranke heilte. Und dass Gott ihm erlaubte, ihn Vater zu nennen, Abba, Papa. Paulus erzählt vom Gott der Juden als von einem gütigen Vater. Auch die Galater durften ihn Papa nennen.
Höchste Nähe, höchste Freude, höchste Freiheit! Warum war das für die heidnischen Galater so wichtig? Warum bissen sie überhaupt bei Paulus an? Was brachte er, das sie nicht hatten? Ich habe eine Vermutung und will das durch einen Blick auf die Reisen des Paulus belegen.

Verse 13 u. 14:
13. Ihr wisst, wie ich euch, krank am Körper, das erste Mal das Evangelium verkündet habe.
14. Da lag die Versuchung für euch in meinem kranken Körper, doch habt ihr mich nicht mit Verachtung abgewiesen noch (vor mir) ausgespuckt, vielmehr habt ihr mich wie einen Engel Gottes aufgenommen, wie Christus Jesus selbst.

Wenn Paulus im zweiten, dem „banaleren“ Teil unseres Textes, die Galater daran erinnert, wie freundlich und hilfsbereit er von ihnen als Kranker betreut wurde, spricht das für die Vermutung, dass er zuerst im Jahre 49 oder 50 unfreiwillig bei ihnen landete, um eine Krankheit zu überstehen. Vielleicht eine schwere Augenentzündung. Galatien war überhaupt nicht geplant. Paulus war auf seiner zweiten Missionsreise eigentlich in eine andere große Stadt unterwegs. Wir wissen nicht, in welche. Er ging grundsätzlich zuerst in Großstädte, nach Ephesus, nach Philippi, nach Athen. Denn dort traf er am Freitag Abend oder am Samstag in der jüdischen Gebetsstätte seine Glaubensgenossen, denen er vom Messias Jesus berichten konnte, anknüpfend an ihre uralten Hoffnungen. Aber auch in Galatien gab es bereits einige Juden, wen sonst hätte Paulus dort als erste Anlaufstelle um Aufnahme bitten können? Zum Glück waren damals Timotheus und Silas bei ihm.
Vers 11:
Ich fürchte, meine Mühe um euch war umsonst.
Als es ihm wieder etwas besser ging, muss er auf die wilden Kerle, die heidnischen Galater gestoßen sein, die griechische Götter verehrten. Vielleicht waren es uralte Stammesgötter der Kelten, nur knapp in den hellenistischen Pantheon einverwandelt. Sie machten ihm Mühe. Aber Gott erkannte sie:
Statt blutiger Jagdgelage zu Ehren der Artemis erzählte er ihnen von Jesus, der sich selbst am Kreuz opferte. Statt Prunkmähler feierte er mit ihnen das Abendmahl. Statt kultischer Wettkämpfe wandte er sich den Kranken und Armen ihrer Gruppen zu. Statt Sklaven Auspeitschen, wie es in der Antike Tag für Tag und Stunde für Stunde geschah, verblüffte er sie durch Fußwaschen. „Einer trage des anderen Last!“ Statt stolze Herren zu ehren, wurden Kollekten erbeten für die arme Gemeinde im fernen Jerusalem. Statt siegestrunkener Kybele-Rituale saß man beisammen und Paulus erzählte, wie ihm Jesus selbst begegnet war. Und schließlich: statt selbstverständlicher und oft brutaler Über- und Unterordnung in Priester, Krieger, Männer, Jungen, Frauen, Sklavinnen eine neue Gleichheit: die Unterschiede in Sklaven und Freie, in Mann und Frau, zählten nicht mehr vor Gott. Und wohl immer weniger untereinander.

Die Mondtempel, die heiligen Wasserteiche, die Pferdeställe für die kultischen Rennen – sie alle drohten zu entbehrlichen Kulissen zu werden. Paulus lebt unter ihnen verehrt wie ein Engel, ja, wie Jesus Christus selbst. Und als er zwei Jahre später wiederkommt, 52 nach Christus, da hält die Bindung offenbar noch an. Da kann er sogar den Galatern Spartips geben, wie sie Geld systematisch zurücklegen können, als spätere Kollekte für die Christen in Jerusalem.

Vers 12:
Werdet wie ich, liebe Brüder (im Besitz der freien Sohnschaft). Ich bitte euch darum. Denn auch ich war ja frei wie ihr ward (bevor die Gesetzeslehrer kamen).
Eine Freiheit im Lebensvollzug und im Denken hat Paulus den Galatern geschenkt, wie sie immer nur für eine gewisse Zeit, nie für lange blühen kann.
„Wir tanzten alle“, sagte der russische Dichter Wladimir Majakowski nach der Russischen Revolution, um die Stimmung nach dem Ende der zaristischen Diktatur 1917 zu beschreiben. Auch Deutsche tanzten , als sich die Mauer 1989 öffnete. Und dann versickerte die Freude.

Verse 12 – 20:
12. Werdet wie ich, liebe Brüder (im Besitz der freien Sohnschaft). Ich bitte euch darum. Denn auch ich war ja frei wie ihr (bevor die Gesetzeslehrer kamen).
Durch nichts habt ihr mich gekränkt:
13. Ihr wisst, wie ich euch, krank am Körper, das erste Mal das Evangelium verkündet habe.
14. Da lag die Versuchung für euch in meinem kranken Körper, doch habt ihr mich nicht mit Verachtung abgewiesen noch (vor mir) ausgespuckt, vielmehr habt ihr mich wie einen Engel Gottes aufgenommen, wie Christus Jesus selbst.
15. Der Grund, euch selig zu preisen, wo ist er nun geblieben? Ich kann euch nämlich bezeugen: Ihr hättet euch, wenn möglich, die Augen ausgerissen und sie mir gegeben!
16. Bin ich denn jetzt euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit gesagt habe?
17. Es ist nicht schön, wie (die fremden Missionare) um euch werben; sie wollen euch doch nur (aus der Gnade Christi) ausschließen, damit ihr dann um sie werbt!
18. Es ist aber gut, wenn ihr im Guten umworben werdet, und zwar jederzeit, nicht nur, wenn ich bei euch bin.

19. Meine Kinder, um die ich erneut die Schmerzen einer Geburt erleide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt.
20. Ich wollte, ich könnte jetzt bei euch sein und gäbe meiner Stimme den richtigen Ton, denn ich bin euretwegen ratlos.

Die Freude versickerte auch in den Gemeinden Galatiens. Wie konnte es dazu kommen? Was war geschehen?

Es begann wohl, als Paulus nach seinem zweiten längeren Besuch aus Galatien wieder zurück nach Ephesus reiste. Etwa im Jahre 52. Ich denke, er ließ den Gemeinden zu wenig von sich zurück. Ob Psalmgesänge? Ob eine Abendmahlsliturgie? Ob das Vaterunser? Nein, das war noch nicht überliefert. Ob ein Psalmgebet? Ob geschriebene Texte über Jesus? Vermutlich die zehn Gebote. Aber keine Hilfen jedenfalls für die Gottesdienste in ihren Ekklesiai, ihren Hausgemeinden.

Jede Religion, so haben uns die Soziologen gelehrt, besteht aus drei Elementen: aus Ethos, aus Mythos und aus Ritus. Ethos hat Paulus den Galatern vorgelebt: das neue Ethos der Opferbereitschaft und der Freiheit. Den Mythos hat er sie gelehrt von Christus, von Gott in die Welt gesandt als die Zeit erfüllt war, um der Galater Bruder zu werden und diese durch ihn auch Gottes unmittelbare Erben.
Aber der Ritus fehlte. Ich denke, christlicher Ritus im Alltag, in der Familie, wenn man zusammenkam in der Ekklesia, das fehlte jetzt. Ab dem Jahre 52 fühlten sich die Galater von Paulus alleingelassen. Und damit auch von Christus.
In dieses Vakuum hinein stoßen etwa 54/55 die antipaulinischen Missionare. Denn die Furcht der Galater vor den Wirkmächten dieser Welt, den Elementen des Kosmos, war noch nicht ganz überwunden. Das haben die Gegner wohl ausgenützt. Von ihnen war ja in dieser Predigtreihe schon oft die Rede, obwohl Paulus nie ihre Namen nennt. Es sind die Missionare aus Judäa, die Paulus gerne verfolgen, wo er unter Heiden missioniert, auch nach Philippi werden sie später kommen. Wahrscheinlich Zeloten, wie Paulus selber früher einer war. Die von jedem neugetauften Heidenkind verlangten, dass es zuerst als Jude beschnitten wird.
So wie deutsche Missionare in Kamerun Anfang des 20. Jahrhunderts allen Frauen vor der Taufe voluminöse Baumwollkleider aufzwangen und europäischen Anstand von Ihnen wünschten.
Wie mag es ihnen gelungen sein, die frühere Angst der Galater vor den „schwachen und armseligen Elementarmächten“ vor Wind und Wasser und Feuer neu zu entflammen? Wie konnten sie sie in ihre Heidenzeit zurückführen, um sie zu Befolgern ausgerechnet jüdischer Rituale zu machen? Eigentlich gilt doch im Schöpfungsglauben der Tora jegliche Rücksicht auf kosmische Harmonie, jegliche Beachtung von Feuer und Wassermächten als durch Jahwe überwunden.

Verse 9 und 10:
Wie könnt ihr euch wiederum den schwachen und armseligen Elementarmächten zuwenden, um ihnen von neuem dienen zu wollen? An Tage, Monate, günstige Augenblicke und Jahre haltet ihr euch!
Aber es ist ihnen gelungen. Auf dem Umweg über die Einhaltung des jüdischen Festkalenders schmuggelten die neuen Missionare die angstvolle Beachtung der kosmischen Kräfte von neuem ein. Wie es genau ging, ich kann es nur vermuten: „Hier gibt es jetzt neue Vorschriften aus dem Weltall, freu Dich, Du darfst sie befolgen! Und wehe, wenn nicht!“
Wie diese neuen Vorschriften als Kombination aus antikem Naturglauben und jüdischem Terminkalender praktisch funktioniert haben mochten?
Da mag ein Junge seit Stunden auf dem Dach des Hauses sitzen und auf den ersten Vollmondstrahl lauern, denn dann muß Päsach gefeiert werden. Das für alle neu eingeführte hohe jüdische Fest.
Da mag eine Frau plötzlich am Freitag Abend beginnen ihre Schritte zu zählen, bei Sonnenuntergang hat der Sabbat begonnen und die Erde duldet nur 288 Schritte in 24 Stunden. Sonst wird der Sabbat entheiligt und die Erde entweiht.

Schauen wir von den Männern und Frauen in Ankara kurz einmal zu uns: Noch nicht so weit weg sind für uns die angstmachenden Zulassungsrituale zum Göttlichen Erlöser: Ein Kollege meines Mannes erlebte die katholische Liturgiereform Anfang der 60er Jahre als Befreiung. Nüchtern hatte er vorher den Leib Christi empfangen müssen, das hatte er als Messdiener gelernt. Wenn er beim Zähneputzen aber versehentlich ein paar Tropfen Wasser hinuntergeschluckt hatte, bekam er eine Heidenangst. Freute sich jetzt der Teufel? Wirkte das Messopfer dann nicht?
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Wir konzentrieren uns jetzt ganz auf die zweite Hälfte unseres Textes, die oben zitierten Verse 12 – 20.
Paulus klagt laut. Wer erwartet vom Großen Völkerapostel ein so menschliches Bitten um Mitleid? Kommt zu mir zurück. Lasst euch nicht erneut unterdrücken! Fallt den Scharfmachern nicht zu! Ich habe euch doch nichts zuleide getan. Lauter Ich-Botschaften, die die Herzen garantiert aufschließen.

Fast alle Kommentatoren interpretieren das Werben des Paulus um die Galater dogmatisch: Die Adressaten des Briefes sollen einsehen, dass nicht Vorleistungen und Bedingungen für das Heil nötig sind, sondern das Geschenk des Vaters frei gekommen ist. Diese rationale Einsicht fehlt ihnen vielleicht gar nicht. Mir scheint es weniger um theologische Richtigkeit als um menschliche Nähe zu gehen. Die emotionale, nicht die intellektuelle Kommunikation ist abgerissen. Die Galater haben sich abgewandt, als Paulus weg war. Die neuen Missionare haben dann so strenge Forderungen gestellt wie in heidnischer Vorzeit. Und die Galater haben ihre neue Freiheit willig eingeschränkt.

Bevor Paulus davon erfährt, sind schon wieder zwei Jahre vergangen. Etwa im Jahre 56 schreibt er von Philippi aus den Galatern unseren Brief. Aber da ist es wohl schon zu spät. Es ist ein schroffer Brief. Nur der Abschnitt 4,12 – 20 rührt ans Herz.

Und damit bin ich bei dem, was mich bei diesen Versen als Gruß des Neuen Testaments an mich bewegt. Nämlich mitanzusehen, wie Paulus um die Galater kämpft, nicht als windelweicher Sentimentalo mit Angst vor Liebesverlust, sondern gefühlvoll und ehrlich und verzweifelt. Denn: „Man ist verantwortlich für das, was man sich gezähmt hat“, sagt der Fuch zum kleinen Prinzen über seine Rose: Und Paulus gibt sich mit dieser Verantwortung verdammt alle Mühe, schimpft und bettelt, klagt an und argumentiert, versucht sachlich zu bleiben und siehe da; Tränenflecken auf dem Pergament! Und dieses Persönliche ist überhaupt nicht das Banalste und Unwichtigste am Christentum.

Damit hat er sich auch auf den Weg zu mir gemacht. Der Text beschwört mich: Auch ich soll meine Freiheit nicht verspielen. Nicht in meinen privaten Ängsten und Albträumen und nicht indem ich anderen zu viel Gehör schenke, die mir sagen, wie ich es machen soll. Und so wie Jesus dem Reichen Jüngling am liebsten nachgelaufen wäre, so erlebe ich auch in diesem Brief einen Paulus, der hinter mir herläuft, mich bestürmt und im Guten umwirbt, einen ganz neuen warmherzigen Paulus: Er will auch mich von den Gesetzen befreien, die ich mir selber gebe, ich mit meinen tausend Unruhen, Wünschen und Idealvorstellungen, meinen Rücksichten auf alle, nur nicht auf die Leidenden in der Welt.
Und ich soll mich auch unter die Mächte der Welt nicht versklaven. Soll auch durch sie meine von Gott geschenkte Freiheit nicht gefährden lassen. Das ist nicht leicht.
Die Elementarmächte dieses Kosmos sprechen heute vor allem drei Sprachen:
Erstens die Sprache der Sachzwänge: „Das Preis-Leistungsverhältnis hat zu stimmen“ – „einmal ist das Ende der Stange erreicht“ – „Wie sehen denn die Statistiken dazu aus?“ – „Wenn man etwas wirklich will, dann geht das auch!“ –
und zweitens zunehmend wieder die andere Sprache des Kosmos, in der die Mächte der Esoterik wirken. Mit Energiearbeit, Pendeln, Tarotgrundkursen, Geistheilen, Gläserrücken und Wahrsagen werden heute in Deutschland mindestens 22 Millionen Euro umgesetzt. Alle berufen sich auf Götter, Geister und Naturgesetze, die uns angeblich dienen. In Wirklichkeit sollen wir ihnen dienen und die Börsen der Gurus füllen. „Ihr seid doch jetzt nicht mehr nepioi, unmündig – das ist Paulus letztes Wort dazu, auch an mich.
Und schließlich ist da noch die Sprache der Naturkatastrophen. Möge Gott sich doch auch über das austretende Öl als Sieger erweisen!

Ich fasse zusammen:
Ich glaube nicht, dass es sich in dem Konflikt, auf den der Galaterbrief antwortet, gut lutherisch um einen Rechtfertigung- aus-Gnaden oder einen Rechtfertigung-aus-Werken Gegensatz handelt, der einem jüdischen oder auch einem judaistischen Denken nicht entsprechen würde. Es handelt sich vielmehr um die Suche alleingelassener neuer Christen nach einer wirksamen Weise, Gott und einander im Gottesdienst nahe zu sein. Wenn sie zum Beispiel die koscheren Speisevorschriften befolgten, dann dachten sie nicht zuerst: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?, die Luther- und Paulus-Frage. Sondern ich vermute sie fragten: „Wie erlebe ich überhaupt Gott? Jetzt, wo Paulus uns nichts mehr von ihm erzählt. Vielleicht im Genuss der neuen Speisen? Die Windrichtung zu beachten war für sie kein unterjochendes Dienen der Elemente, sondern eher ein Gruß aus Gottes Himmeln. Auch hier ließe sich eine Brücke zu uns zeigen: Immer weniger christliche Alltagsrituale. Aber
immer öfter die Frage: Wie erlebe ich überhaupt Gott? Die Mächte dieses Kosmos horcht man nach einer Antwort ab.

Ob Paulus Brief an die Galater wohl Erfolg hatte, fragen wir am Ende. Zwei bekannte Wissenschaftler des Neuen Testaments können sich nicht einigen. Jürgen Becker ist sehr skeptisch,Andreas Lindemann vermutet: ja. Denn dass der Brief überhaupt unversehrt erhalten sei bis auf unsere Tage beweise, dass die Gemeinde in ihrer Paulusverehrung noch lange bestanden habe.

Heute spielt das keine Rolle mehr, heute leben in Ankara Gotteskinder, die in anderen Ritualen anderen Halt und andere Nähe zum Höchsten suchen und schauen, wann der Mond das Ende des Ramadan ankündigt.
Amen

Prof. Dr. Dorothea Kuhrau
Gröppersgasse 68B
51107 Köln
Tel.0221 – 86 28 99


Antoniterkirche Köln 11.7. 2010

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Reformierte Predigtreihe zum Galaterbrief
Der einfache Gottesdienst in der Antoniterkirche, Köln

Im Jahr 2010 zum Brief des Paulus an die Galater