Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23./24. Mai 2012: Vollversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR) in Berlin
Unter den Fragestellungen: „Wie wir uns gegen seitig wahrnehmen, warum wir voneinander profitieren können und was wir im Miteinander verbessern sollten“ wollen die Tagungsteilnehmer sich im Spannungsfeld von Amtskirche, Gemeindepraxis und Zivilgesellschaft darüber austauschen, was sie in der Arbeit für demokratische Kultur gegen Rechtsextremismus voneinander erwarten bzw. erhoffen.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
27. und 28. Mai 2012 in Detmold
Detmold. Mit einer Vielzahl an Informationen und Aktionen beteiligen sich die Lippische Landeskirche, ihre Kirchengemeinden sowie die Diakonie zu Pfingsten am Nordrhein-Westfalen-Tag in Detmold.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Von Recht, Gnade und Dankbarkeit am Reformationstag erzählen
Eine Predigt zu Micha 6,6-8 von Paul Kluge, Leer
''Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist ...''
Liebe Geschwister,
ein Kirchentag in Hamburg, in den neunziger Jahren, stand unter dem Motto: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist.“ Das Zitat stammt aus dem Buch Micha. Ein großes Kaufhaus nahe dem Kirchentagsgelände hatte in jedem der zahlreichen Schaufenster ein einzelnes, besonders edles Teil ausgestellt – und daneben das originale Kirchentagsplakat: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist. Man mag darüber streiten, ob diese Werbung geschmackvoll war; die Idee fand ich pfiffig.
Was dem Dekorateur wahrscheinlich nicht bewusst war: Mit der Kombination von Warenangebot und Bibelzitat hatte er ein Anliegen des Propheten Micha veranschaulicht. Vor dem Besuch heidnischer Tempel warnt Micha und vor der Verehrung falscher Götter.
Der Name des Propheten lautet eigentlich ‚Michael’ und bedeutet aus dem Hebräischen übersetzt ‚Wer ist wie Gott’. Der Name ist auch Thema des Propheten: Die Einmaligkeit Gottes herauszustellen, seine Herrlichkeit und Größe. Wir wissen über Micha nur, dass er ein Zeitgenosse Jesajas war und um 720 vor unserer Zeit gewirkt hat.
Einem Abschnitt aus dem Buch Micha mochte ich heute ein wenig nachdenken: Micha 6, 6 – 8:
6 Mit welcher Gabe soll ich vor den HERRN treten, mich beugen vor dem Gott der Höhe? Soll ich mit Brandopfern vor ihn treten, mit einjährigen Kälbern?
7 Gefallen dem HERRN Tausende von Widdern, ungezählte Bäche von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen hingeben für mein Vergehen, die Frucht meines Leibes als Sündopfer für mein Leben?
8 Er hat dir kundgetan, Mensch, was gut ist, und was der HERR von dir fordert: Nichts anderes, als Recht zu üben und Güte zu lieben und in Einsicht mit deinem Gott zu gehen.
Dieser Text weckt in mir zwei ganz unterschiedliche Bilder. Auf dem einen Bild sehe ich einen Prediger, der von hoher Kanzel den Leuten die Meinung geigt. Dieser Versuchung will ich nicht nachgeben. Das andere Bild zeigt mir zwei Männer, die bei einander sitzen und ruhig und ernst miteinander reden. Dieses zweite Bild möchte ich nun ein wenig ausmalen:
Den halben Tag, so stelle ich mir vor, war Micha durch die Straßen geschlendert. Die Stimmung des Volkes wollte er einfangen, die Meinungen der Leute hören. Mit Handwerkern und Händlern hatte er gesprochen und mit Bettlern, auf dem Markt mit einkaufenden Hausfrauen, hatte mit Kindern gespielt und den Unterhaltungen ihrer Mütter zugehört. Mitglieder des Stadtrats hatte er getroffen und nach ihrer Einschätzung befragt, hatte mit Priestern und Leviten diskutiert.
Um die Mittagszeit hatte er die Stadt verlassen. Außerhalb der Mauer hatte er sich in den Schatten eines großen Feigenbaums gesetzt, um das Gehörte zu verarbeiten. Da waren auf der einen Seite die Sorgen der Leute, Sorgen um das tägliche Brot und um die Gesundheit. „Hauptsache gesund“ hatte er oft gehört und hätte gern jedes Mal widersprochen: Hauptsache zufrieden! Auch große Sorgen um die Zukunft der Kinder hatte er wahrgenommen. Von Bestechungen hatte er gehört, von käuflichen Richtern auch und von der Gier der Reichen und Mächtigen nach noch mehr Reichtum und Macht – natürlich auf Kosten der kleinen Leute. Selbst mittlere Kaufleute und Handwerker mit mehreren Angestellten sahen die Zukunft eher düster, fürchteten um ihre Unternehmen und Betriebe.
Auf der anderen Seite, bei Politikern und Priestern, hatte er von Zuversicht gehört, dass alles gut wäre und noch besser würde. Schließlich habe man gute Gesetze und Vorschriften, die alles zum Wohle aller regelten. Und schließlich sei man ja dafür da, dass alles gut bliebe und noch besser würde.
Micha wunderte sich, wie unterschiedlich, ja gegensätzlich die einen und die anderen die Lage einschätzten; wunderte sich, dass die Verantwortlichen offenbar nicht wussten, wie es denen ging, für die sie da waren. Er würde, überlegte Micha, wohl bald die Verantwortlichen daran erinnern müssen, für wen sie verantwortlich waren.
Mit diesem Gedanken schlief er ein, und als er wach wurde, stand jemand neben ihm. Ein alter Schäfer, Micha kannte ihn flüchtig. „Durst?“ fragte der Schäfer und hielt ihm einen Krug entgegen; Micha trank. Der Schäfer pflückte ein paar reife Feigen, teilte sie mit Micha, setzte sich und schwieg. Schließlich sagte er: „Ich würde ja gern mal wieder in den Tempel gehen. Ich glaub, ich hab’s nötig. Das Leben in den Bergen, die Streitereien um Weideplätze und Wasserstellen – da braucht man schon mal seine Fäuste, und manchmal auch mehr.“ Der Schäfer schüttelte sich, als wolle er eine Erinnerung aus seinem Kopf schleudern. Schwieg wieder.
Micha ließ ihm Zeit, bis der Hirte fortfuhr: „Weißt du, was ich manchmal denke? – In dem, was ich so mitmache, auch durchmache, spiegelt sich das Schicksal unseres Volkes: Immer wieder gerate ich in Situationen, wo ich Gesetze und Gebote nicht halten kann; wo ich gezwungen bin, gegen sie zu verstoßen. Das macht mir manchmal ganz schön zu schaffen.“ – „Wer zwingt dich denn?“ fragte Micha vorsichtig und erhielt zur Antwort: „Die Umstände, das real existierende Leben. Leute, die andere Regeln haben als wir oder sich einfach nicht an unsere Regeln halten.“
Ob der Hirte denn den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs verehre, erkundigte Micha sich; er wusste noch nicht, worauf der Schäfer hinaus wollte. „Aber selbstverständlich“, reagierte der fast empört, „darum will ich ja auch mal wieder in den Tempel und Opfer bringen.“ Ein paar tadellose Lämmer habe er schon ausgewählt, Öl gepresst, ein Kalb oder zwei wolle er auch noch organisieren und dann alles im Tempel opfern.
„Und du meinst, dann sei alles wieder in Ordnung zwischen unserem Gott und dir?“ bohrte Micha, etwas erstaunt über die Naivität dieses lebenserfahrenen Mannes. „Wieso denn nicht“, fragte der Hirte verwundert, „reicht das nicht? Soll ich wie in anderen Ländern meinen Erstgeborenen opfern? Verlangt der Höchste das von mir?“
„Der erwartet ganz etwas anderes von dir, von uns“, antwortete Micha und machte eine Kunstpause. Als der Hirte nicht reagierte, fuhr Micha fort: „Was Gott von uns erwartet, sind nicht Lämmer, Kälber und Krüge voll Öl. Davon leben die Priester, und sie leben nicht schlecht. Erst recht erwartet unser Gott nicht, dass wir unsere Söhne opfern, weder ihm, dem Höchsten, noch gar dem Vaterland oder dem Hof oder dem Betrieb. Solche Barbareien machen nur Heiden. Gott hat uns durch Abraham gezeigt, dass wir das nicht sollen.“
Micha unterbrach sich, um nicht über geopferte Söhne zu reden, denn dann fand er so bald kein Ende. Darum sagte er schnell: „Das Opfer, das unser Gott will, ist Dankbarkeit.“ – „Und wie, bitte, soll die aussehen?“ fragte der Hirte leicht pikiert. Micha konterte, etwas zu laut, wie er fand: „Das weißt du doch, Mensch! Hast es x-mal gehört: Die Gebote halten, das Gute lieben, Gottes Wort folgen.“ – „Hm“, grunzte der Hirte, „klingt ganz einfach. Aber wenn ich darüber nachdenke: Ein paar Lämmer und Kälber abliefern ist einfacher. Kann ich mir auch besser vorstellen: Eine Schuld wird bezahlt und damit basta.“
Micha holte tief Luft, dann begann er eine Melodie zu pfeifen. Bald pfiff der Hirte mit, zögerlich zunächst, doch dann wurde er in der Melodie immer sicherer. Schließlich begann Micha zu singen: „Er handelt nicht mit uns nach unseren Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Schuld. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten. So fern der Aufgang ist vom Niedergang, so fern tut er unsere Übertretungen von uns.“ Nun pfiffen beide das Lied weiter, bis der Hirte Micha auf die Schulter klopfte, aufstand und pfeifend davon ging. Amen
Liedvorschlag: 166, 1 – 4; RPs 119, 1 – 3; 289, 1 + 2; 670, 1 - 9
Pfr. i.R. Paul Kluge, Leer

