Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Ein Meilenstein im jüdisch-christlichen Dialog der Schweiz: ''In gegenseitiger Achtung auf dem Weg''

Begegnung auf ''gleicher Augenhöhe'', ohne ''geschichtsvergessen'' zu sein

Die Evangelisch-Jüdische Gesprächskommission EJGK legt in einer Medienkonferenz die erste gemeinsame offizielle Erklärung von Juden und Christen vor.

60 Jahre jüdisch-christlicher Dialog in der Schweiz. Nach der Gründung der Evangelisch-Jüdischen Gesprächskommission (EJGK) durch Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG) und Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund (SEK) vor zwanzig Jahren folgt nun mit der ersten gemeinsamen offiziellen Erklärung von Juden und Christen der nächste Meilenstein.

„In gegenseitiger Achtung auf dem Weg“ erklärt die gemeinsame Position von Juden und evangelischen Christen in den Abschnitten „Freiheit“, „Die Schrift“ und „Die gemeinsame Verantwortung“. Die Erklärung dient als Grundlage zur Weiterentwicklung, Verbreitung und Vertiefung der Kultur des Respekts und des Dialogs. Sie wendet sich an die Mitglieder jüdischer und evangelischer Gemeinden, insbesondere in der Predigt-, Erziehungs- und Bildungsarbeit.

„Die Erklärung untermauert das Vertrauen von Juden und Christen, welches in den letzten Jahren stetig gewachsen ist“, betonte SIG-Präsident Herbert Winter vor Medienvertretenden in Zürich. „Der Text ist von der Erfahrung der Gesprächskommission geprägt, dass sich Juden und Christen heute auf gleicher Augenhöhe begegnen, ohne dabei geschichtsvergessen zu sein“, bestätigte Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident SEK.

Michel Bollag, jüdischer Co-Präsident der EJGK unterstrich die Bedeutung dieser und vergangener jüdisch-christlicher Erklärungen: „Ihnen ist es im hohen Masse zu verdanken, dass Antisemitismus im Rahmen der Kirche heute Tabu ist.“ Ziel sei es, „mehr Juden als bisher zu animieren, an jüdisch-christlichen Begegnungsforen teilzunehmen, damit die friedliche Koexistenz in der Schweiz gestärkt werden kann.“ Für Lucie Kaennel, reformierte EJGK-Co-Präsidentin, steht die „Interesselosigkeit der reformierten Basis“ dem Judentum gegenüber im Zentrum. Es müsse nun praktisch darum gehen, in Schulen und Kirchgemeinden, bei Pfarrern und Diakonen dieses Interesse zu wecken.

Statements von Michael Bollag, Lucie Kaennel, Herbert Winter und Thomas Wipf im Wortlaut >>>

Die gemeinsame Erklärung „In gegenseitiger Achtung auf dem Weg“ kann auf www.sek.ch bestellt und heruntergeladen werden.
Direkt zum PDF auf www.sek.ch >>>


Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund SIG / Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK, Medienmitteilung, Zürich, 27. Oktober 2010
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