Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23./24. Mai 2012: Vollversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR) in Berlin
Unter den Fragestellungen: „Wie wir uns gegen seitig wahrnehmen, warum wir voneinander profitieren können und was wir im Miteinander verbessern sollten“ wollen die Tagungsteilnehmer sich im Spannungsfeld von Amtskirche, Gemeindepraxis und Zivilgesellschaft darüber austauschen, was sie in der Arbeit für demokratische Kultur gegen Rechtsextremismus voneinander erwarten bzw. erhoffen.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
27. und 28. Mai 2012 in Detmold
Detmold. Mit einer Vielzahl an Informationen und Aktionen beteiligen sich die Lippische Landeskirche, ihre Kirchengemeinden sowie die Diakonie zu Pfingsten am Nordrhein-Westfalen-Tag in Detmold.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
... ist ein Licht aufgegangen - Matthäus 4,12-17
Predigt am 9. Januar 2011, 1. Sonntag nach Epiphanias, von Gudrun Kuhn
''Tut Buße! Das könnte heißen: Erkennt euren Anteil an dem Unrecht, das geschieht. Verkriecht euch nicht in eurer Angst. Verharrt nicht in Tatenlosigkeit.''
Predigt zu Matthäus 4,12-17
Als nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück. 13 Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, 14 damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: 15 »Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa, 16 das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.« 17 Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
Matthäus 4,12-17
Liebe Gemeinde!
Als ich den Predigttext las, war ich zuerst etwas unwirsch. Nach Wochen freiwillig und unfreiwillig erlebter Lichtsymbolik in Gedanken, Worten respektive Liedern und Werken – jetzt noch einmal davon reden: Das Volk, das da wandelt im Finstern, siehet ein helles Licht. Jetzt, wo man daran geht, die Wachsflecken auf dem Fußboden auszubügeln, die Lichterketten einzupacken und die Kerzenstümpfe wegzuschmeißen, da hatte ich plötzlich keine Weihnachtslieder mehr im Kopf, sondern etwas ganz anderes: Bertolt Brechts Mackie-Messer-Song.
Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.
Das war wohl auch Weihnachten 2010 nicht anders.
Die im Licht sind. Ihr Weihnachtszimmer war hell erleuchtet. Prall gefüllt mit kulinarischen Kostbarkeiten. Vollgestellt mit erbetenen und unerbetenen Geschenken. Vielleicht auch rechtzeitig leergewünscht: Kein Geschenkestress dieses Jahr. Wer mehr als genug besitzt, will sich gar nicht beschenken lassen. Die im Licht sind. Fröhliche Gesichter im Kreis lieber Menschen.
Und die im Dunkeln sind. Da muss das bisschen Licht aus den Feierstunden in den Wärmestuben und aus den Essenspaketen der Stadtmission lange reichen. Da hat sich mit der Jahreswende nichts geändert an der Trennung, an der aussichtslosen Arbeitsplatzsituation, am verstellten Weg in die Zukunft. Die im Dunkeln sieht man nicht. Will man nicht sehen.
Weihnachten 2010 ist vorüber. Und es hat sich nichts geändert. Alle Jahre wieder … Die einen bleiben im Dunkeln und die andern bleiben im Licht.
Ist Ihnen ein Licht aufgegangen in den vergangenen Weihnachtstagen?
Ein Licht, das die Helligkeit Ihres begünstigten Lebens zu überstrahlen vermag? Oder –
Ein Licht, das die Dunkelheit Ihrer Sorgen ausleuchten kann?
Ist uns ein Licht aufgegangen? Ein Licht, das mehr ist als fauler Kerzenzauber, mehr als stilvolle Stimmungsleuchter, mehr als zuckersüßer Symbolsirup?
Im verlesenen Text ist welchen ein Licht aufgegangen. Und ich möchte diese Zeile vorerst einmal ganz anders hören. Ohne das traditionsreiche Deutungsschema von hell und dunkel. Jemand geht ein Licht auf. In den frühen Comics haben die Zeichner diesen Ausdruck wörtlich umgesetzt: Glühbirne über den Denkerfalten von Donald Duck: Ah! Der hat plötzlich etwas kapiert.
Dem Evangelisten und seinen Vorgängern in der Jesus-Überlieferung ist ein solches Licht aufgegangen. Und in diesem Licht lesen sie plötzlich die alten Texte ihrer Tradition ganz neu, ganz anders:
Das Land Sebulon und das Land Naphthali, am Wege des Meeres, jenseits des Jordans, und das heidnische Galiläa, das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen;
Was hier aus dem Jesajabuch zitiert wird, ist ja eigentlich etwas längst Vergangenes, verfasst unter dem lastenden Druck der Bedrohung des Nordreichs durch die Assyrer im 8. vorchristlichen Jahrhundert. Der Prophet spricht in der Zeitform erwartungsvoller Gegenwart: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. (Jesaja 9,1) Aber für den Evangelisten scheint das vergangen und zugleich neu. Es wird hineingeholt in seine eigene Zeit. Von Jesus liest er, wenn er die uralten Zeilen liest. Seine Geschichte erzählt ihm der längst verstorbene Prophet. Schon immer war – so versichert er – die Rede von dem, der da ist und der da war und der da kommt. Denn dort, wo die Region Sebulon und die Region Naphtali, benannt nach zweien der 12 Söhne Jakobs, dort, wo Sebulon und Naphtali aneinandergrenzen, dort liegt Kafarnaum, die Stadt, die Jesus von Nazareth zu seinem Wirkungszentrum gemacht hat.
Darf man das? Darf man so mit Texten umgehen?
Als ich Konfirmandin war und erstmalig solche Auslegungen von Jesaja-Texten hörte, war ich völlig überwältigt. Gott hatte offensichtlich bereits lange vor Jesu Geburt durch den Mund der Propheten angekündigt, was einmal sein würde! Ohne zu wissen, was sie taten, waren diese heiligen Männer ein Sprachrohr für die Heilsgeschichte geworden, die sich in Christus verwirklichen würde: Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt …
So erhebend diese frommen Höhenflüge meiner Jugend gewesen waren, so ernüchternd folgte darauf der Absturz, als der Glaube an eine wortwörtliche göttliche Eingebung der Schrift verloren ging.
Und danach?
Noch heute fällt es mir schwer, mit den vertrauten Texten aus dem ersten Testament, die jahrhundertelang als Vorverweise auf Christus gelesen wurden, umzugehen. Wundervoll vertont von Händel, Bach und Mendelssohn, nicht wegzudenken aus den Advents- und Weihnachtsgottesdiensten … Und doch bin ich auch entsetzt darüber, dass wir unseren jüdischen Brüdern und Schwestern ihre Bibel gestohlen haben. Erst im Dialog mit den jüdischen Theologinnen und Theologen nach der Schoah ist der christlichen Theologie dies bewusst geworden. Nicht wir sind das Volk, von dem im Jesajabuch die Rede ist! Nur wir meinen, dass Jesaja von diesem Röslein sagt …
Müssen wir also aufhören, von Verheißungen für uns zu sprechen, wenn wir die Propheten lesen? Müssen wir also aufhören, die alten Hoffnungsbilder in unseren Glauben hineinzunehmen?
War das Licht, das dem Evangelisten aufging, eine falsche Leuchte?
Ich weiß darauf keine einfache Antwort. Lassen Sie mich deshalb bitte ein wenig ausholen.
Es gibt eine Episode in der Apostelgeschichte (8,26-39), die von einem äthiopischen Hofbeamten, dem Schatzmeister der Königin, erzählt. Er war nach Jerusalem gefahren um zu beten und befand sich auf dem Heimweg. Seine Reiselektüre: der Prophet Jesaja. Zu ihm wird – von Gottes Geist beauftragt – der Jünger Philippus geschickt. Und der fragt den Fremden: „Verstehst du, was du da liest?“ Und die Antwort: „Wie könnte ich, wenn niemand mich anleitet?“
Hier wird unser Grundverhältnis zu allem Geschriebenen dargestellt. Die Bücher kommen zu uns aus vergangenen Zeiten, sie treffen auf uns in einer je besonderen Situation unseres Lebens und sie reden nicht unmittelbar zu uns, sondern immer schon gedeutet durch andere.
Darum gibt es auch niemals die reine und unverfälschte und richtige Interpretation. Lector in fabula – so formuliert dies die Literaturtheorie: Der Leser sitzt selbst im Buch. Und er sitzt da selten alleine. Meist hat er einen Philippus oder mehrere um sich, die sein Verständnis mit-bestimmen. Und so wird mit jeder Lektüre der Text verwandelt.
Da tat Philippus – so heißt es in der begonnenen Geschichte – seinen Mund auf und begann, ihm von dieser Schriftstelle ausgehend das Evangelium von Jesus zu verkündigen.
Mir sind solche Geschichten sehr wichtig. Sie gehören zum Herzstück unserer Tradition. Gottes-Erkenntnis ist in den Buch-Religionen keine Erfahrung, zu der ein Einzelner durch Erlebnisse der Natur oder des eigenen Inneren gelangen kann. Gottes-Erkenntnis geschieht durch das Wort. Das heißt aber auch: sie geschieht im Gemeinschaftsraum sprachlicher Kommunikation. Im Raum überlieferter Texte und im Raum von Deutungsdialogen.
Dabei begeben wir uns freilich immer auf dünnes Eis, wenn es um die Wahrheitsfrage geht. Aber wir müssen uns um die Schätze der verschriftlichten Tradition nicht mit unseren jüdischen und anders-konfessionellen Mit-Lesern wie verfeindete Geschwister ums Erbe streiten. Die Schrift ist kein Besitz, dazu da, in theologischen Fakultäten an die Höchstbietenden versteigert und dann in Bücherschränke eingesperrt zu werden. Als Offenbarungsort Gottes ist sie etwas Lebendiges, das ins Herz treffen kann.
Den äthiopischen Hofbeamten hat sie ins Herz getroffen, als er als Gottsucher nach Jerusalem gekommen war. Er ließ den Wagen anhalten, um sich von Philippus taufen zu lassen.
Die ersten Christen hat sie ins Herz getroffen, als sie als Gottsucher das Geschehen von Golgatha verstehen wollten.
Die Schrift ist nichts Totes, was ein- für allemal interpretiert und wie eine Reliquie verehrt werden soll. Durch sie weht der Geist, der lebendig macht. Durch sie scheint ein Licht, das Leserinnen und Lesern – jeweils neu und anders – aufgehen kann.
Und so verstehe ich die vielen Jesaja-Zitate im Matthäusevangelium. Sie sind ein Medium, durch das sich die Erfahrungen mit Jesus von Nazareth deuten ließen. Deuten und als gedeutete an andere weitergeben.
Welche Erfahrungen sind dies? Man überliest sie beinahe, wenn man allzu sehr auf das feierliche Prophetenwort fixiert ist.
Folgendes ist dem Evangelisten wichtig:
Jesus tritt dann hervor, als er davon hört, dass Johannes verhaftet wurde. Das ist weit mehr als eine bloße Zeitangabe. Hier geschieht etwas, das den Jüngern zum unmittelbaren Vorbild wurde. Jesus tritt in die Spur eines Erfolglosen, eines, der in die Fänge eines ungerechten Tyrannen geraten war, eines, der mit seiner Mission gescheitert schien. Kein Wort über die Angst, die einer solchen Entscheidung vorausgeht. Kein Wort über Vernunftgründe, ob der Moment richtig ist.
Jesus bekennt sich öffentlich zu dem geächteten, von politischem Mord bedrohten Täufer. Er benutzt seine Worte, stellt sich unmittelbar in seine Tradition: Tut Buße! Mit diesem Ruf macht er genau da weiter, wo der Vorgänger aufhören musste. Tut Buße! Kehrt um! Ändert euch!
So haben die Zeitgenossen Jesu den Beginn seines Wirkens erlebt: Ganz vertraut war ihnen der Ruf Tut Buße! Und ganz neu war ihnen das Folgende: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
Das Himmelreich. Wie schnell das ins Jenseitige, Unerreichbare gerückt ist in der Geschichte der Kirchenlehre. Als ob da nicht stünde: nahe herbeigekommen. Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.
Das war es doch, was dem Evangelisten in der Jesaja-Lektüre aufgegangen war: Dunkel und Finsternis gehören der Vergangenheit an: das Volk hat ein großes Licht gesehen.
Das war es doch, was wir uns in der Weihnachtszeit haben sagen lassen: Das Himmelreich ist da. Kommt und seht!
Was heißt Himmelreich im Kontext von Jesu Auftreten gerade und ausgerechnet nach der Verhaftung des Johannes? Mit einem weiteren Jesaja-Wort (Jesaja 9, 4) hat dies die Tradition visionär beschrieben: … jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Das Reich des Todes, die Herrschaft der Anmaßung und Unmoral ungerechter Herrschaft wird radikal in Frage gestellt. Ein anderes Reich, eine andere Herrschaft, ein anderes Zusammenleben der Menschen – Frieden auf Erden.
Jesus, der bei Johannes (8,12) sagt: Ich bin das Licht der Welt, verändert die Perspektive: Er leuchtet die Finsternis aus. Er will nicht nur gesehen werden. Er sieht. Er sieht die im Dunkeln. Er stellt ihre skandalöse Situation in das helle, schonungslose Licht seiner Anklage aller Verantwortlichen: Tut Buße! Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben (Joh. 8,12) Dieses Licht erscheint nicht einfach wie ein fernes Wetterleuchten am Himmel. Die Botschaft muss ins Herz treffen: Tut Buße! Das könnte heißen: Erkennt euren Anteil an dem Unrecht, das geschieht. Verkriecht euch nicht in eurer Angst. Verharrt nicht in Tatenlosigkeit.
Auch ihr seid das Volk, das Volk, das in Finsternis saß, ihr seid die, die da saßen am Ort und Schatten des Todes! Auch und gerade, wenn ihr zu denen gehört, von denen Brecht singt, sie seien im Licht.
Auch wir sind es, von denen die Schrift spricht. Auch wir sind es, die nicht mutig genug aufstehen. Auch wir sind es, die in der Finsternis von Resignation keinen Weg sehen. Auch wir sind es, die zur Buße gerufen werden. Auch wir sind es, denen ein Licht aufgehen muss, wenn wir die alten Texte hören.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich mich von so viel Verantwortung auch sehr überfordert fühle.
Aber dafür treffen wir uns ja sonntags hier und versammeln uns gemeinsam unter dem Wort, um einander in der Gemeinschaft Mut zu machen.
Und dafür vertrauen wir dem Glauben unserer Vorfahren, in deren Worten wir gesungen haben:
Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß;
Mit seinem hellen Scheine vertreibt’s die Finsternis.
Wahr‘ Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide,
Rettet von Sünd und Tod.
AMEN
Dr. Gudrun Kuhn, Ältestenpredigerin, Nürnberg
