Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Auf das Bekenntnis von Accra antworten

Von Dietmar Arends, Leer

Teilnehmende aus Südafrika, Deutschland und den USA an einer Tagung in Stellenbosch / Südafrika; Foto Dietmar Arends

Drei Jahre lang haben die Ev.-reformierte Kirche und die Uniting Reformed Church in Southern Africa im Rahmen eines gemeinsamen Projektes zu Fragen der Globalisierung gearbeitet. Dabei entstand eine ganze Fülle von Papieren und Aufsätzen. Einige von ihnen wurden nun in einem zweiten Band mit Aufsätzen aus dem Projekt veröffentlicht.

Im Sommer 2010 war das gemeinsame Globalisierungsprojekt der Uniting Reformed Church in Southern Africa und der Ev.-reformierten Kirche mit der Verabschiedung des Abschlussdokumentes „Dreaming a Different World“ – „Gemeinsam für eine andere Welt“ und mit der Präsentation dieser Erklärung auf der Versammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen in Grand Rapids/USA zu einem Abschluss gekommen. Das Abschlussdokument und die Abschlusserklärung können hier heruntergeladen bzw. bestellt werden.                                                    

Das Projekt war entstanden in der Folge der Vollversammlung des damaligen Reformierten Weltbundes in Accra 2004. Dort hatte der Weltbund sehr pointiert zu Fragen der Globalisierung Stellung bezogen. Daraufhin hatten die beiden Kirchen, die seit vielen Jahren partnerschaftlich miteinander verbunden sind, beschlossen gemeinsam an diesen Fragen zu arbeiten, um zu einer gemeinsamen Position zu gelangen.

Dabei entstanden für die gemeinsamen Tagungen im Rahmen des Projektes eine ganze Reihe von Thesenpapieren und Aufsätzen. Einige weitere von ihnen wurden nun vom Beyers Naudé Centre in Stellenbosch/Südafrika veröffentlicht. Herausgeber sind Allan Boesak und Len Hansen. Ein erster Band mit Aufsätzen aus dem Projekt war bereits 2009 erschienen.

Der aktuelle Band trägt den Titel Globalisation II – Global Crisis, Global Challange, Global Faith. An Ongoing Response to the Accra Confession. Er enthält unter anderem Artikel zu den Themen Welthandel, Gender, Demokratie, Menschenrechte, Militarisierung, Welternährungskrise, Wasser und Ökologische Gerechtigkeit. Autoren sind Mitglieder der beiden Ausschüsse in den beiden Kirchen, die das Projekt begleitet haben, sowie externe Experten.

Das Buch kann ebenso wie der erste Band, Globalisation – The Politics of Empire, Justice and the Life of Faith, bei der Ev.-reformierten Kirche ausgeliehen, bzw. über sie bestellt werden. Beide Bände sind nur in englischer Sprache erhältlich.

Das Projekt selbst und auch die Veröffentlichungen wurden durch den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) und das Evangelische Missionswerk (EMW) gefördert.


Dietmar Arends, Pastor für Diakonie und Ökumene der Evangelisch-reformierten Kirche, Januar 2011
  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
 

Nach oben    E-Mail