Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

175 Jahre Norddeutsche Mission: 1836 - 2011

Begegnung auf Augenhöhe

Heute begegnen sich deutsche und afrikanische Kirchen auf Augenhöhe. Pastoren Oskar K. Pida und Werner Keil, 2009

Die Norddeutsche Mission, 1836 in Hamburg gegründet, umfasst heute vier norddeutsche und zwei westafrikanische Kirchen: Bremische Evangelische Kirche, Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo, Evangelical Presbyterian Church, Ghana, Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, Evangelisch-reformierte Kirche, Lippische Landeskirche. Ihren 175. Geburtstag feiert die Nordeutsche Mission mit zahlreichen Gottesdiensten, Vorträgen, Tagungen.

das Festprogramm als PDF >>>

Die Norddeutsche Mission damals und heute

Die Botschaft des Evangeliums trifft nicht immer auf offene Ohren, aber wenn sie einmal angenommen wurde, so bleibt sie im Herzen. So haben es auch die ersten Missionare der Norddeutschen Mission erlebt. In den Anfangsjahren lernen die Missionare die Ewe-Sprache und verschriftlichen sie, gründen Schulen und leisten medizinische und soziale Unterstützung. Als sie mehr Vertrauen gewonnen haben, kann zunächst zögerlich und später zunehmend Interesse für das Evangelium geweckt werden. Die Missionare sind bereits sieben Jahre im Land, als sie die ersten sieben Mitglieder des westafrikanischen Volkes der Ewe taufen. Als dann auch afrikanische Mitarbeiter unterrichten und predigen, werden die Schulen akzeptiert und wachsen die Gemeinden.

Aus heutiger Sicht betrachten die afrikanischen Kirchen dies als eine Befreiung von teilweise erdrückenden abergläubischen Bräuchen. Natürlich war nicht alles, was Missionare im Namen Christi taten immer richtig. Dass die neue Religion auch Entfremdung von der traditionellen Kultur bedeutete, gehört neben den pietistisch rigiden Moralvorstellungen zu den häufigsten Vorwürfen. Trotzdem aber war der neue Glaube attraktiv: er eröffnete Bildungschancen, Entwicklungsperspektiven und neue soziale Chancen und er wirkte für den Frieden zwischen benachbarten Volksgruppen.

Schon in den 1860er Jahren – seiner Zeit weit voraus - setzt sich Franz-Michel Zahn, Inspektor der Norddeutschen Mission, für die Selbständigkeit der Ewe-Kirche und den Erhalt der Ewe-Sprache ein. Im Jahr 1921 schließlich, als die Deutschen das damalige Togoland verlassen müssen, wird die „Evangelische Ewe-Kirche“ mit 11.000 Gläubigen gegründet.

Die Zusammenarbeit wird durch zwei Weltkriege und die Unabhängigkeit des damaligen Togolandes – heute Togo und der östliche Teil Ghanas – immer wieder unterbrochen, aber die Verbindung wird immer wieder neu geknüpft und ist bis heute stabil.

Als die Partnerschaften nach der Unabhängigkeit Ghanas und Togos wieder festen Fuß fassen, haben sie einen ganz anderen Charakter. Die Kirchen in Afrika bestimmen selbst ihre Prioritäten und legen einen Schwerpunkt auf einen eigenen, afrikanischen Ausdruck des Glaubens und verbinden dies unter dem Motto „das ganze Evangelium für den ganzen Menschen“ mit Entwicklung und Armutsbekämpfung. Die deutschen Kirchen unterstützen sie dabei.

Heute ist die Norddeutsche Mission eine Gemeinschaft von zwei afrikanischen und vier deutschen Kirchen. Dazu gehören die Bremische Evangelische Kirche, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, die Evangelisch-Presbyterianische Kirche in Ghana, die Evangelisch-Presbyterianische Kirche von Togo, die Evangelisch-reformierte Kirche und die Lippische Landeskirche. Mit 143.000 Mitgliedern in Ghana und 150.000 in Togo sind die afrikanischen Kirchen auch von der Größe her wichtige Partner.

Die Arbeit der Norddeutschen Mission besteht heute aus Entwicklungshilfe und Diakonie, Austausch und Begegnung sowie dem theologischen Austausch.

Der Festgottesdienst wird am 9. April 2011 um 16 Uhr in der Kulturkirche St. Stephani in Bremen gefeiert. Das Programm der Festwoche und weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.norddeutschemission.de.


Pressemeldung der Norddeutschen Mission
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