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Nicht nur wegen der Geschenke ...

Was ist die Bedeutung der Konfirmation?

Erinnerung an die Taufe? - Zulassung zum Abendmahl? - Aufnahme in die Gemeinde? - Übergang ins Erwachsenenalter? Die Deutungen der Konfirmation sind vielfältig und teilweise hinfällig. Gibt es eine reformierte Position?

Ein bedeutsamer Tag im Leben eines jungen Menschen. Ein oder zwei Jahre Vorbereitung, eine Prüfung, die Kleiderfrage und nicht zuletzt die Geschenke. Und warum das Alles? Die Begründungen, die Jugendliche für die Konfirmation zu hören bekommen, sind durchaus unterschiedlich gewichtet und ändern sich mit den Zeiten:

Erinnerung an die Taufe

Wie der Begriff schon sagt, geht es um eine Bestärkung der Taufe - das ist unbestritten. Allerdings ist eine landläufige Darstellung nur halb wahr, die da lautet: "Bei der Taufe konntest Du noch nicht selbst entscheiden, aber jetzt bei der Konfirmation." Nach reformatorischem Verständnis entscheiden nicht wir uns für Gott, sondern Gott sich für uns. Das ist auch in der Konfirmation so. Unterricht und Prüfung verstärken den Eindruck bei den Jugendlichen, es gehe darum, sich den Glauben zu erarbeiten, bzw. sich für oder gegen Gott zu entscheiden. Wenn dieses Missverständnis in der Vorbereitungszeit aus dem Weg geräumt werden kann und Gottes Entscheidung in den Vordergrund geholt wird, dann ist das vielleicht wichtigste Lernziel erreicht und das Verständnis der Konfirmation zurecht gerückt.

Die Konfirmation ist im Gegensatz zur Taufe kein Sakrament. Auch ist die Taufe ohne die Konfirmation nicht unvollständig oder verliert gar ihre Wirkung ohne die "Bestärkung". Die Konfirmation ist eine Einladung, den Glauben zu lernen, den zu schenken eine Aufgabe des Heiligen Geistes ist. Das "Ja" bei der Konfirmation soll also vornehmlich aus Dankbarkeit gesprochen werden. Es markiert den Willen des Menschen, sich zu Gott zu bekennen, ist aber keine Entscheidung für den Glauben.

Aufnahme in die Gemeinde

Mitglied einer Kirche wird man durch die Taufe - und zwar vollwertiges Mitglied. Einzig und alleine die Berechtigung zur aktiven Teilnahme an den Wahlen (Presbyterium, Pfarrwahl) wird in einigen Landeskirchen mit der Konfirmation - also unter Umständen schon mit dem 14. Lebensjahr - zugesprochen. Selbst gewählt werden und Ämter übernehmen kann man aber erst mit dem Erreichen der Volljährigkeit.

Auch die Wahlberechtigung ist allerdings kein schlagendes Argument: In der Praxis werden auch Nicht-Konfirmierte - zumindest ab der Volljährigkeit - in den Wählerlisten geführt, so wie ja auch nicht konfirmierte Mitglieder nicht aus der Gemeinde ausgeschlossen werden. Einzig die Berechtigung zum Patenamt - also die Übernahme einer Patenschaft für ein kleines Kind - gibt es in der Regel nur mit Nachweis der Konfirmation.

Zulassung zum Abendmahl

Die erstmalige Teilnahme am Abendmahl wird als Begründung für die Konfirmation auch immer noch hoch gehandelt. Und das, obwohl in einigen Landeskirchen inzwischen auch Kinder zum Abendmahl zugelassen sind (mit Traubensaft oder Weintrauben). Hier ist möglicherweise innerhalb der evangelischen Kirche ein Widerspruch entstanden, der einer Klärung bedarf. Insofern das Abendmahl vornehmlich als ein Zuspruch Gottes verstanden wird und auch ökumenische Gäste eingeladen werden, ist eine Zulassungsbeschränkung bis zur Konfirmation unlogisch und sollte umgekehrt nicht mehr als Argument für die Konfirmation angeführt werden.

Übergang ins Erwachsenenalter

Die soziokulturelle Bedeutung der Konfirmation darf nicht unterschätzt werden, ist aber kein theologisches, sondern allenfalls ein seelsorgerliches Argument für die Konfirmation. Das kirchliche Angebot hat diesbezüglich durch die Jugendweihe Konkurrenz bekommen, die in der DDR ein staatlicher Initiationsritus war und seit der Wiedervereinigung auch im Westen beworben wird. Die Frage ist freilich, ob der Konfirmandenunterricht dem gerecht werden kann, Jugendliche in ihrer Lebenssituation abzuholen und auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten. Pädagogen, die sich mit der Pubertät beschäftigen, sehen das sicher kritisch. Manche Konfi-Modelle stellen sich aber der Problematik und tragen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Erwachsenwerden bei.

Was bedeutet nun also Konfirmation?

Die richtig verstandene Tauferinnerung bzw. Bekräftigung der Taufe ist das einzige theologisch haltbare Argument für die Konfirmation. Von den anderen Begründungen kommen wichtige Aspekte dazu. Die Internetseite der Evangelisch-reformierten Kirche Basel Stadt fasst passend zusammen: 

"Mit der Konfirmation werden die Konfirmandinnen und Konfirmanden an ihre Taufe erinnert. Sie sagen in eigener Verantwortung Ja dazu und werden damit kirchlich mündig. Die Konfirmation markiert symbolisch den Übergang ins Erwachsenenleben: Dass die Jugendlichen im Gottesdienst Gottes Segen für ihren weiteren Lebensweg empfangen, ist deshalb ein zentrales Element der Konfirmation.

Die anwesende Gemeinde nimmt sie als erwachsene Gemeindeglieder auf. Mit der Gemeinde sind sie aufgefordert, als verantwortliche Christen zu leben und an den Aufgaben der Kirche mitzuarbeiten."

Gibt es eine reformierte Position?

Was die Konfirmation angeht, gibt es einen weitgehenden protestantischen Konsens. Das bedeutet, dass die reformierten Ansichten über die Konfirmation ähnlichen Veränderungen unterworfen sind wie die lutherischen. Die Aufnahme in die Gemeinde und die damit verbundene Wahlberechtigung haben in presbyterial-synodal verfassten Kirchen möglicherweise ein etwas größeres Gewicht.

Zur Geschichte der Konfirmation findet sich im Historischen Lexikon der Schweiz ein interessanter Artikel >>>hier

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Die Erklärung für den Termin der Konfirmation in vielen - vor allem süddeutschen Gemeinden - ist eine ganz praktische

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