Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Diakonie als Agentin der Kirche

Ein Vortrag von Christoph Sigrist, Pfarrer und Lehrbeauftragter für Diakonie an der Universität Bern

Auf dem Diakonieforum des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) am 13./14. Mai 2011 sprach Christoph Sigrist über "Neue theologische Erkenntnisse in der Diakoniewissenschaft und deren Auswirkungen auf den diakonischen Auftrag und die diakonische Bildung der Kirche". Der Vortrag steht zum Download auf www.sek.ch

>>> Der Vortrag aus PDF auf www.sek.ch

>>> weitere Informationen zur Diakoniekonferenz

Medienmitteilung des SEK, Bern, 17. Mai 2011

Diakonie: Schlicht tun, was die Situation erbittet

Für eine Stärkung der gesellschaftlichen Präsenz der Diakonie angesichts sozialpolitischer Verschärfungen sprachen sich 120 Teilnehmende des Diakonieforums am 13. und 14. Mai in Montmirail aus.

Bessere Vernetzung der diakonischen Akteure auf allen Ebenen: So lautet eine der 10 Forderungen des Diakonieforums vom 13. und 14. Mai 2011 in Montmirail NE, organisiert durch die Association diaconale romande ADR in Zusammenarbeit mit dem Office protestant de formation OPF und der Diakoniekonferenz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK.

Die rund 120 Teilnehmenden forderten ihre Kirchen und diakonischen Werke auf, ihren prophetischen Auftrag wahrzunehmen und gegen Armut und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten vorzugehen. Die Präsenz der Diakonie in der Gesellschaft müsse gestärkt werden. Schliesslich gelte es, die Ausbildung der Diacres theologisch zu stärken, die in der Westschweiz ordiniert werden.

„Schlicht tun, was die Situation erbittet“, kommentierte Christoph Sigrist den Auftrag der Diakonie. Der Pfarrer und Lehrbeauftragte für Diakonie an der Universität Bern referierte über theologische Perspektiven des diakonischen Auftrages. Diakonie bedeute, „dazwischen zu stehen und als Agent der Benachteiligten die Menschen zur Solidarität aufzurufen“, so Sigrist.

Der diakonische Auftrag bestehe im „helfenden, solidarischen Handeln“. Sozialräume zu gestalten und Gemeinschaft zu ermöglichen seien Grundpfeiler des diakonischen Auftrages der Kirche. Auf die diakonische Bildung hin betonte Sigrist, die Diakonin und der Diakon seien „religiöse Lebensdeuter, Profilgestalter, Vermittler mit theologischem und sozialarbeiterischem Wissen.“

Zum Wandel im Sozialstaat und dadurch bedingte Herausforderungen für die Diakonie referierte Martine Kurth, Generalsekretärin der Association romande et tessinoise des institutions d’action sociale ARTIAS. „Die Schweizer Mittelklasse steht unter Druck“, so Kurth: Ein Grossteil der Bevölkerung ziehe aus dem wirtschaftlichen Aufschwung keinen Nutzen.

So fielen durch die letzte Revision der Arbeitslosenversicherung 15000 Personen aus dem Leistungsraster. Durch die kommende Revision der Invalidenversicherung seien 17000 Personen von Kürzungen betroffen, und durch die aktuellsten politischen Entscheide in der Krankenversicherung verschärfe sich für gar 120000 Menschen die Situation. Dazu komme, dass die Gründung einer Familie heute als potentieller Armutsfaktor gelte. Abhilfe schaffe allein aktives Gegensteuern und eine gesamtgesellschaftliche Solidarisierung, so Kurth.

Ein runder Tisch mit Akteuren der Diakonie zeigte die Mängel und Chancen der Vernetzung zwischen den verschiedenen diakonischen Institutionen auf. Voten von Vertretungen aller Kantonalkirchen der Westschweiz und Berns dokumentierten den Willen, die Diakonie auch in einer Zeit sinkender Ressourcen deutlich zu positionieren.

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