Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
27. und 28. Mai 2012 in Detmold
Detmold. Mit einer Vielzahl an Informationen und Aktionen beteiligen sich die Lippische Landeskirche, ihre Kirchengemeinden sowie die Diakonie zu Pfingsten am Nordrhein-Westfalen-Tag in Detmold.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Predigt zu Apg 1,4-12 an Christi Himmelfahrt 2011
von Marco Hofheinz
Der Predigttext ''erteilt uns nicht das Himmelfahrtskommando eines Hans-Guck-in-die-Luft, sondern lädt uns ein, als Zeugen des auferstanden Christus die Herausforderung vor unserer Tür und vor unseren Augen anzunehmen. Nicht zu spekulativen Himmelsstürmern sollen wir werden, sondern Erdlinge dürfen wir bleiben; Erdlinge, die angesichts des offenen Himmels über uns gegen verschlossene Herzen und Türe in der Welt anstürmen.''
Der Himmel ist offen
Es gibt kirchliche Feste im Jahr, mit denen viele Menschen denkbar wenig anfangen können. Himmelfahrt ist so ein Fest. Einerseits ist es zum Vatertag verkommen. Für viele eignet es sich allenfalls zur „Flucht in die Natur“: Ab ins Grüne! Und andererseits ist die Vorstellung aus der Apostelgeschichte, dass Jesus 40 Tage nach seiner Auferstehung in den Himmel gefahren sei, für unser Weltbild kaum verständlich. War Jesus denn ein Astronaut? So mag man sich fragen, wenn man in unserem Predigttext davon hört, dass Jesus aufgehoben wird und die Jünger ihm nachschauen, wie er gen Himmel fährt. Als ob der Himmel Gottes mit dem Weltraum identisch wäre. Ein, wie ich finde, guter Witz verdeutlicht die Verlegenheit:
„Zwei Professoren, Naturwissenschaftler der eine, Theologe der andere kommen miteinander ins Gespräch. ‚Wo liegt eigentlich der Himmel?’, fragt der Naturwissenschaftler beiläufig. ‚Weit, sehr weit – noch hinter dem Stern Sirius’, lautet die Antwort. ‚So, und wie schnell ist Christus gen Himmel gefahren?’ Der Theologe wittert jetzt Gefahr und meint vorsichtig, so schnell wie eine Kanonenkugel könne der Herr wohl geflogen sein. ‚Dann fliegt er noch’, erklärte der Naturwissenschaftler sachlich.“
Wer so argumentiert wie der Theologe, hat noch nicht verstanden, worum es an Himmelfahrt geht. Denn der Himmel meint in der Bibel den Bereich Gottes, den wir auch mit der besten naturwissenschaftlichen Methode und dem besten Teleskop nicht sehen können. Die englische Sprache markiert hier einen Unterschied, den wir im Deutschen nicht kennen: „sky“ meint den sichtbaren Himmel mit Sonne, Mond, Sternen und Weltall – und „heaven“ ist der Bereich Gottes. Und dort, im Bereich Gottes, ist Jesus Christus nach seiner leiblichen Auferstehung. Dass er dorthin aufgefahren ist, das bedenken wir an Himmelfahrt.[1]
Wer hingegen so wie der Theologe argumentiert, der hat auch unseren Predigttext aus dem ersten Kapitel der Apostelgeschichte noch nicht wirklich verstanden. Wer nur danach fragt, wie die Himmelfahrt denn naturwissenschaftlich möglich sei und sie naturwissenschaftlich erklären möchte, der handelt so wie die Jünger, die zum Himmel glotzen und sich offenkundig fragen: Wie ist das möglich? Wie hat Jesus dies angestellt? Und wer so fragt, der muss sich – wie die Jünger Jesu – von den zwei Männern in weißen Gewändern fragen lassen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel?“
Was aber sollen wird tun, wenn offensichtlich das Himmelsglotzen unangemessen ist, wenn uns die Frage, wie die Himmelfahrt naturwissenschaftlich möglich ist, nicht weiterhilft? Gibt es eine Alternative? Unser Text gibt die Antwort, indem scheinbar beiläufig schildert, dass die Jünger nach Jerusalem zurückkehren. Unser Text liefert also keine Geheiminformationen, wie sich die Himmelfahrt genau abgespielt hat, wie das mit der Wolke war, die Jesus vor dem Augen der Jünger wegnahm, aus welcher Edelgaskonfiguration sie sich zusammensetzte usw. Nein!
Unser Text ruft zur Nüchternheit auf – im Grunde genau so wie der Philosoph Friedrich Nietzsche, wenn er den Christen ins Stammbuch schreibt: „Ich beschwöre euch, bleibt der Erde treu“[2]. Darum geht es: um Erdverbundenheit, um Weltzugewandtheit und um Weltgestaltung. Die Erde, nicht der Himmel bedarf der Gestaltung. Das Diesseits, nicht das Jenseits ist der Ort, wo die Jünger an Pfingsten den Heiligen Geist empfangen werden: „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“ Es geht bei der Weltgestaltung um unser Zeugnis von Jesus. Es geht um eine Weltgestaltung, die durch den Empfang des Geistes Gottes geschieht, die „Gottes Handeln an sich geschehen läßt“[3], die nicht auf eigene Faust loslegt, sondern gewissermaßen im Handeln Gottes, in der Kraft seines Geistes bleibt.
Ohne diesen Geist Gottes – keine Zeugenschaft, keine Weltgestaltung. Was es braucht, sind keine Zuschauer, keine Fernsehgucker, die in die Ferne des Himmels schauen und sich in Zweifel ergehen, ob dort die Endstation eines physischen Geschehens Himmelsfahrt liegen könnte. Nein, es braucht Menschen, die die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und aus ihr heraus hier und jetzt anpacken. Unser Text erteilt uns also nicht das Himmelfahrtskommando eines Hans-Guck-in-die-Luft, sondern lädt uns ein, als Zeugen des auferstandenen Christus die Herausforderung vor unserer Tür und vor unseren Augen anzunehmen.
Nicht zu spekulativen Himmelsstürmern sollen wir werden, sondern Erdlinge dürfen wir bleiben; Erdlinge, die angesichts des offenen Himmels über sich gegen die verschlossenen Herzen und Türe in der Welt anstürmen. Nicht in die höchsten Höhen sollen wir uns verirren, sondern in der Tiefe menschlicher Not, in der Armseligkeit des Daseins dürfen wir in der Kraft des Geistes wirken: „[U]nter unseren Füßen die Erde, aber Gottes offenen Himmel über uns“[4] – so sieht unser „Christenstand“ aus, der Ort, wo christliche Praxis angesiedelt ist, wo sie zum Stehen kommt.
Nicht umsonst befindet sich die Himmelfahrtsgeschichte am Beginn der Apostelgeschichte, also desjenigen Buches, das auf Griechisch „praxeis apostolón“ heißt – Praxis, tätiger Einsatz der Apostel: „Die Apostelgeschichte schildert […] höchst anschaulich, was damit gemeint ist. Sie berichtet von der apostolischen Mission, vom Petruszeugnis in Jerusalem, vom Pauluszeugnis in Athen und in vielen anderen Städten. Und nicht nur von den grossen Aposteln spricht die Apostelgeschichte, auch von vielen anderen bekannten und unbekannten Zeugen, vom Aufbruch der Gemeinde Jesu in die ganze Welt hinein. Da gilt es viel Mutiges und Ermutigendes zu berichten, eine unerhörte, faszinierende, wahrhaft weltverändernde Geschichte. Aber auch manches Entmutigende, Enttäuschende kommt zum Vorschein, eine Geschichte von Blut und Tränen, Versagen und Verrat, eine Märtyrergeschichte. Doch in all dem: Das Wort und der Name Jesu werden bezeugt. Am Anfang dieser Geschichte steht die [Himmel]fahrt, und zwar nicht einfach zufällig, sondern als ihr ‚Vorzeichen’: mit der Himmelfahrt des Herrn beginnt die Erdenfahrt seiner Gemeinde.“ [5]
Die Erdenfahrt der Gemeinde beginnt mit der Himmelfahrt. Sie endet nicht mit ihr. Wann die Erdenfahrt, die weltverändernde Praxis der Gemeinde zu Ende sein wird, wissen wir nicht. Auf die Frage der Jünger: „Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?“, antwortet Jesus barsch: „Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat“. Nein, es ist nicht nötig, Zeit oder Stunde zu wissen. Was nötig ist, ist lediglich das Wissen, dass uns Herr kommt. Wir sollen nicht spekulieren über einen göttlichen Heilsplan und nicht über die Art und Weise, wie er ihn vollziehen wird. Nein, wir sollen Zeugnis geben und uns senden lassen in die neue Zeit hinein.
Im Jahr 1974, am Ende seiner Amtszeit verabschiedete sich der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann von Bundesrat und Bundestag, indem er eine bedeutungsvolle Geschichte erzählte: „In der Mitte des vorigen Jahrhunderts tagte in einem Staat des nordamerikanischen Mittelwestens das Parlament dieses Staates. Und wie es dort manchmal vorkommt, zog ein fürchterliches (apokalyptisches) Unwetter herauf, ein Orkan, und verdunkelte den Himmel. Es wurde schwarz wie die Nacht. Die Parlamentarier wollten voll Entsetzen die Sitzung abbrechen und aus dem Sitzungssaal stürmen. Darauf sagte der Sprecher des Parlaments: Entweder die Welt geht jetzt nicht unter und unser Herr kommt noch nicht – dann ist kein Grund vorhanden, die Sitzung abzubrechen. Oder unser Herr kommt jetzt – dann soll er uns bei der Arbeit finden. Die Sitzung geht weiter!“[6]
Freilich ist das nicht alles, was man über das Himmelfahrtsfest sagen kann und muss. Gewiss, es stimmt schon: Es geht hier um die „Ermächtigung zur Praxis“[7]! Aber zur Praxis ermächtigt sind wir nur als diejenigen, für die Christus in den Himmel aufgefahren ist. Dieses „Für uns“ der Himmelfahrt wollen wir nun in den Blick nehmen und zwar in Gestalt von drei ganz verschiedenen Medien: Zum einen hören wir einen Abschnitt aus einem Katechismus, zum anderen nehmen wir eine kurze Bildbeschreibung wahr und schließlich lauschen wir auf ein Lied aus dem Gesangbuch. Alle drei, Katechismus, Bild und Lied, betonen dasselbe: Uns zugute ist Jesus in den Himmel aufgefahren. Es geht bei der Himmelfahrt Christi um niemanden anders, als um uns selbst und unser Sein bei Gott!
Zunächst der Katechismus, genauer gesagt: der Genfer Katechismus in Frage 77. Dort hat Johannes Calvin dieses „Für uns“ sehr präzise auf den Punkt gebracht. Der Genfer Katechismus fragt: „Was gewinnen wir Gutes aus dieser Himmelfahrt?“ Und die Antwort lautet: „Sie bringt einen doppelten Nutzen. Weil nämlich Christus in unserm Namen in den Himmel eingegangen ist, so wie er auch um unseretwillen zur Erde herabstieg, hat er uns den Zugang dorthin geöffnet, so dass uns die Tür offen steht, die vorher wegen der Sünde geschlossen war. Darüber erscheint er vor Gottes Angesicht als unser Vermittler und Anwalt“[8].
Was Calvin hier beschreibt, hat die Siegener Malerin und Grafikerin Ina-Maria Mihályhegyi-Witthaut in ein Bild gefasst: Es zeigt den Gekreuzigten, „wie er mit ungeheurer Kraftanstrengung den undurchdringlich scheinenden Himmel aufbricht; seine Arme, hochgereckt, verwandeln sich dabei in ein Siegeszeichen. Es ist ein Bild der Befreiung: Mit seinem Sterben hat er auch unsere tödliche Gefangenschaft unter diesem Himmel durchbrochen.“[9]
Paul Gerhardt schließlich spricht in seinem Lied „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“ davon, dass wir Menschen mit dabei, mit von der Partie sind, wenn Christus zur Rechten Gottes erhöht wird. Himmelfahrt ist die uns Menschen einschließende Himmelfahrt Christi. Das ist ihre Pointe.[10]
Zunächst Strophe 6: „Ich hang und bleib auch hangen / an Christus als ein Glied; / wo mein Haupt durch ist gangen, / da nimmt er mich auch mit. / Er reißet durch den Tod, / durch Welt, durch Sünd, durch Not, / er reißet durch die Höll, / ich bin stets sein Gesell.“
Strophe 7: „Er dringt zum Saal der Ehren, / ich folg ihm immer nach / und darf mich gar nicht kehren / an einzig Ungemach. / Es tobe, was da kann, / mein Haupt nimmt sich mein an, / mein Heiland ist mein Schild, / der alles Toben still.“
Schließlich Strophe 8: „Er bringt mich an die Pforten, / die in den Himmel führt, / daran mit güldnen Worten / der Reim gelesen wird: / ‚Wer dort wird mit verhöhnt, / wird hier auch mit gekrönt; / wer dort mit sterben geht, / wird hier auch mit erhöht.“[11]
Die Himmelfahrt Christi besagt im Ergebnis: Der Himmel ist offen! Jesus hat ihn für uns aufgebrochen und er hat uns mit sich mitgenommen. Seine Treue endet nicht an dem Kreuz von Golgatha. Das letzte Werk des irdischen Jesus ist seine Himmelfahrt: „Es geht […] in der Auferstehung Jesu Christi um die Erhöhung des Menschen. […] Das ist das Ende seines Werkes: Wir mit ihm droben! Wir mit ihm bei Gott!“[12] Jesus ist gen Himmel gefahren, damit wir im Himmel sein können. Er will uns dort bei sich haben. Er will uns nicht fern sein, sondern ganz nah. Darum hat er den Himmel an Himmelfahrt für uns geöffnet. Darum ist er hinaufgefahren in den Himmel, nicht um uns alleine zurück zu lassen, sondern um uns bei sich zu haben. So nahe kommt er uns an Himmelfahrt, so nahe, indem er in die Ferne geht.
Amen.
Predigt von Pfr. Dr. Marco Hofheinz zu Apg 1,4-12 am 2.6.2011 (Himmelfahrt) in der Ev.-reformierten Kirchengemeinde Siegen-Eiserfeld
[1] Der Predigteinstieg orientiert sich an G. Plasger, Christi Himmelfahrt – „uns zugut“, in: www.refomiert-info.de/2134-0-0-20-html
[2] F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra I,3 (KSA 4, hg. v. G. Colli / M. Montinari, Berlin / New York 21988, 15). Dort kursiv.
[3] H.G. Ulrich, Eschatologie und Ethik. Die theologische Theorie der Ethik in ihrer Beziehung auf die Rede von Gott seit Friedrich Schleiermacher, BeEvTh 104, München 1988, 178.
[4] E. Jüngel, Von Zeit zu Zeit. Betrachtungen zu den Festzeiten im Kirchenjahr, Wuppertal 31998, 81.
[5] J.M. Lochman, Vom Sinn der Feste. Meditationen über Weihnachten, Ostern und Pfingsten, Basel 1982, 67.
[6] G.W. Heinemann, Allen Bürgern verpflichtet. Erster Band der Reden und Schriften, Frankfurt a.M. 1975, 339f. Zit. nach B. Klappert, Was dürfen wir hoffen, wenn wir hoffen dürften?, RKZ 140 (1999), (417-427) 426.
[7] J.M. Lochman, Das Glaubensbekenntnis. Grundriß der Dogmatik im Anschluß an das Credo, Gütersloh 21985, 138.
[8] Calvin-Studienausgabe, Bd. 2, hg. v. E. Busch u.a., Neukirchen-Vluyn 1997, 39.41.
[9] I. Baldermann, Ich glaube. Erfahrungen mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis, Neukirchen-Vluyn 2004, 91.
[10] So treffend E. Busch, Credo. Das Apostolische Glaubensbekenntnis, Göttingen 2003, 220.
[11] EG 112, 6-8.
[12] K. Barth, Dogmatik im Grundriß, Zürich 71987, 146.
Pfr. z.A. PD Dr. Marco Hofheinz
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Christi Himmelfahrt - Himmelfahrtstag 17. Mai 2012
... aufgefahren in den Himmel ... ''... um desto mehr mit gegenwärtiger Kraft Himmel und Erde zu regieren!'' (Johannes Calvin) |
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