Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
27. und 28. Mai 2012 in Detmold
Detmold. Mit einer Vielzahl an Informationen und Aktionen beteiligen sich die Lippische Landeskirche, ihre Kirchengemeinden sowie die Diakonie zu Pfingsten am Nordrhein-Westfalen-Tag in Detmold.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Herausgerufen: Jeremia
Predigt über Jeremia 1,4-10 von Johannes Voigtländer, Köln
Jeremia kann uns ein Vorbild sein: darin, "dass wir zitternd und zagend, manchmal auch nur stotternd, aber dann wenn wir auf Gottes Wort hören, uns für die Menschen neben uns stark machen, mal lauter, mal leiser, mal flüsternd. Immer aber allein darauf vertrauend, dass Gott nicht von unserer Seite weicht."
Jeremia 1,4-10:
Und das Wort Gottes erreichte mich:
Schon bevor ich dich im Mutterleib formte, hab ich dich gekannt. Noch bevor du aus dem Mutterschoss hervorkamst, habe ich dich ausgesondert. Zum Propheten für die Nationen (Gojim) habe ich dich bestimmt.
Ich sprach: Ach, Gott, Adonai, ich kann doch nicht reden, ich bin noch so jung. Gott antwortete mir: Sag nicht, ich bin noch so jung. Denn wohin ich dich schicke, dorthin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du sagen. Habe keine Angst vor ihnen, denn ich bin mit dir, um dich zu retten! Spruch Gottes.
Dann streckte Gott die Hand aus, berührte meinen Mund und Gott sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund. Siehe, heute setze ich dich über die Nationen und über die Königreiche ein, um auszureißen und einzureißen, um zugrunde zu richten und niederzureißen, um aufzurichten und einzupflanzen.
Liebe Gemeinde!
Wie ein großer, schwerer Monolith, aber auch irgendwie irritierend schön, sehr einfühlsam und unmittelbar nimmt dieser Text von meinem Gedanken Besitz und löst dabei eben solche, höchst unterschiedliche, ja widersprüchliche Assoziationen aus. Was, von dem, das hier erzählt wird, gehört auch zu unseren Erfahrungen? Wer von uns steht in einem so direkten Kontakt mit Gott, befindet sich in so intimer Zwiesprache mit ihm, dass es gar zur Berührung kommt? Wir, Sie und ich, gehören wohl auch nicht zu den Propheten, weder zu den großen noch zu den kleinen. Und dennoch nimmt uns dieser Text in Beschlag.
Es sind diese überbordenden Aussagen über Gottes Souveränität, die uns in Atem halten: „Schon bevor ich dich im Mutterleib formte, hab ich dich gekannt. Noch bevor du aus dem Mutterschoss hervorkamst, habe ich dich ausgesondert.“ Was ist das für ein Gott, von dem Jeremia glaubend zu erzählen weiß. Diesem Gott entgeht nichts! Nichts liegt außerhalb seiner Einflussnahme. Selbst im Mutterleib ist er der Handelnde. Alles an unserer Existenz steht unter seiner göttlichen Verfügung.
Wir haben verlernt, so von Gott zu reden. Eigentlich lehnen wir es ja auch ab, unsere Autonomie, unsere Selbstbestimmung so klein zu machen, um überhaupt so von Gott reden zu können. Wir wollen selber souverän sein. Können wir deshalb – heute – überhaupt noch so von Gott reden, heute, 2600 Jahre nach Jeremia? Aber auch nach den Erfahrungen mit dem deutschen Faschismus, nach Guantanamo, auch nach Fukushima und die Reihe ließe sich wahrlich fortsetzen? Hat das alles nicht je auf seine Weise deutlich gemacht, dass wir, so wie Jeremia, nicht mehr von Gott reden können, und die Frage „Wo ist denn Gott?“, „ Wo ist denn Gott in all diesen schrecklichen Ereignissen?“ ist doch nur zu berechtigt. Aber wer sagt uns denn, dass man damals, zu Jeremias Zeiten, noch so von Gott reden konnte? Ist nicht das ganze Buch des Propheten Jeremia ein Ausdruck eben dieser Unmöglichkeit? Auch damals hatten die Menschen und allen voran die Großen und Mächtigen keinerlei Interesse ihre Souveränität kein zu machen. Es geht also nicht um die Unmöglichkeit, sondern um unseren Unwillen, so von Gott zu reden. Es geht also um die Frage, wie denn sonst von Gott zu reden ist, wenn wir es denn überhaupt tun wollen und eben dieser Gott, der Grund unseres Redens ist?
Für unseren Predigttext ist die Antwort eindeutig: „Und das Wort Gottes erreichte mich.“ Es ist also Gott, der sich vor allen anderen uns zuwendet, der mit uns spricht, auch dann, wenn wir schon lange nicht mehr mit ihm rechnen. Es ist Gott, der sich redend an uns wendet, der uns anspricht, der den Kontakt zu uns will, der nicht ohne uns sein will.
Doch trotz dieser Entscheidung Gottes für uns, oder anders gesagt, obwohl Gott der Schöpfer und wir die Geschöpfe sind, sind wir nicht auf Unterwerfung hin angelegt. So wie wir um ein angemessenes Gottesverständnis heute ringen und widersprechen, so widerspricht auch Jeremia. Er will partout kein Prophet sein! Er sei zu jung, so sein Argument. Eigentlich ist das nur zu verständlich. Auch wir erwarten von glaubhaften Dienerinnen und Dienern am Wort eine gewisse Seriosität, eine gewisse Abgeklärtheit, die die Erfahrung mit sich bringt und damit das Alter. Auch wir kennen die Attitüde, Menschen gering zu schätzen, weil sie über ungenügende Lebenserfahrung verfügen. Und wer will sich dann schon dem Spott und der Häme der Mitmenschen aussetzen, die im günstigsten Fall einem auf die Schulter klopfen und anraten, man solle erst noch ein bisschen älter werden, dann erst würde man den richtigen, den angemessenen Blick auf die Dinge entwickeln. Toll!
Auf der anderen Seite macht der Einwand Jeremias auf einen theologischen Aspekt des Prophetenamtes aufmerksam. Wenn sich Jeremia zu jung für einen Propheten hält, dann sagt das doch, dass er das, was er im Namen Gottes zu sagen haben wird, nicht mit seiner Person wird beglaubigen können. Ja, dass ein Prophet oder eine Prophetin ihre Glaubwürdigkeit, ihr Gewicht, ihre Autorität ganz und gar von Gott her bezieht und nur von dort beziehen kann. Ein solch völliges Absehen von der eigenen Person ist fast nicht auszuhalten und zu ertragen und deshalb ist der Einwand, der Versuch Jeremias sich der Aufgabe zu entziehen, nur zu verständlich. Das Leben eines Propheten Gottes ist Nichts, mit dem man Macht, Einfluss, Geld oder Karriere machen könnte. Nein zu sagen, laut und öffentlich, nicht weil man Nein-Sager ist, sondern weil es von Gott her geboten ist. Nein zu sagen, zu unsere Politik, die immer noch im Krieg die legitime Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel sieht. Nein zu sagen, zu einem Weltwirtschaftssystem, das den Geldfluss und die Vermehrung der Gewinne im Blick hat und nicht die Menschen – ich will da nur auf Griechenland verweisen. Nein zu sagen, zu einem Gesellschaftssystem, das immer noch Menschen sortiert. Nur zu gut kann man da Jeremias Nein zu Gottes Auftrag verstehen; denn die Begegnung mit dem lebendigen Gott führt immer zu einer Zumutung. Und eine Zumutung führt zum Widerspruch, zum Nein! Und gerade diesen widerständigen, unangepassten und kritischen Menschen, sich selbst und Gott gegenüber, diesen Menschen macht Gott zum Propheten. „Noch bevor du aus dem Mutterschoss hervorkamst, habe ich dich ausgesondert.“
Ist das nicht übergriffig? Ja, das ist es wohl. Denn kein Gedanke wird in der Berufung Jeremias dafür aufgewandt, ihn zu überzeugen, ihn mitzunehmen, ihn zu beteiligen. Der Gott von dem hier erzählt wird, trifft seine Entscheidung. Das ist nicht immer angenehm. Dieses Übergehen der Person und seiner Individualität, dieses Absehen von der persönlichen Situation ist es wohl, das uns Jeremia so nahe rückt, ihn uns verständlich macht, uns mit ihm solidarisieren lässt und uns mit ihm in Widerspruch zu Gott bringt. Es ist aber vielleicht gerade das, dass niemand sich selber zum Botschafter Gottes machen kann und Gott in diesem konkreten Fall nicht mit Jeremia diskutiert, ob er nicht vielleicht doch sich vorstellen könne, Prophet zu werden. Das sollten wir stets im Hinterkopf behalten, wann immer sich Einzelpersonen oder auch die Kirche aufschwingt im Namen Gottes zu reden.
Und wie sieht nun der Dienst aus, zu dem Jeremia berufen wird? Fast lapidar heißt es, dass Gott ihn zum Propheten für die Nationen bestimmt. Da ist das hebräische Wort goj/gojim im Hintergrund, die Nationen, die Völker. Jeremia wird zum Propheten für alle Nationen, für die Gojim und damit auch für uns eingesetzt. Hier öffnet sich gleich zu Beginn des Buches Jeremia eine ökumenische, die ganze Welt umfassende Weite, die die Kirche immer für einen christlichen Anspruch, ja für ein eigenes Privileg gehalten hat. Doch hier ist die ganze Welt, die Ökumene, längst da und ist so wichtig, dass dieser Gedanke, diese Vorstellung von Gott direkt noch einmal wiederholt wird. Zum Propheten für die Nationen wird Jeremia berufen. Und zugleich wird mit keiner Silbe etwas von der Erwählung Israels zurückgenommen, nicht der kleinste Akzent ist dazu zu finden. Mit Jeremia aber treten die Völker nun ganz neu ins Blickfeld. Und die Qualifizierung des Auftrags an Jeremia geht weiter: „Siehe, heute setze ich dich über die Nationen und über die Königreiche ein, um auszureißen und einzureißen, um zugrunde zu richten und niederzureißen, um aufzurichten und einzupflanzen.“
Der Auftrag an eine Prophetin, an einen Propheten ist alles andere als bequem. Keine netten Reden, kein Lob, kein Zierrat wird ihm aufgetragen, sondern brennendes Feuer und ein zerschmetternder Hammer, zugrunde richten und niederreißen. Es wird vernichtet, was Menschen lieb und teuer geworden ist. Jeremia wird das alles den Mächtigen seiner Zeit sagen und obwohl er es nach seinem Selbstverständnis an der Seite seines Volkes tut, mit den vielen einfachen Leuten, die von den Mächtigen nur nach deren Interessen verschoben werden, wird er von eben diesen „kleinen Leuten“ wahrgenommen und missverstanden als ein Verräter; denn die öffentliche Meinung ist die Meinung der Herrschenden. Am Ende wird er von einem aufgebrachten und verführten Mob in eine Zisterne geworfen und schließlich nach Ägypten verschleppt. Dort verliert sich seine Spur. Ein unrühmliches, ein tragisches Ende. Dabei hatte doch sein prophetischer Auftrag, die vorhandenen Strukturen und Machtverhältnisse ausreißen und niederreißen, die Perspektive Neues aufzurichten, Neues einzupflanzen, Neues, das sich endlich an Gottes Wort um der Menschen willen orientiert. Umkehr, das ist sein Auftrag gewesen. Leben, und nicht Untergang!
Ist dieses schmachvolle Ende Jeremias, ist dieses Scheitern des Propheten, ist diese bittere Niederlage die Perspektive, die Gott uns durch seinen Propheten nahe legen will? Haben wir es also doch mit einem übergriffigen Gott zu tun, wie wir es schon am Anfang gefragt haben? Ist der Gott, von dem uns Jeremia erzählt, also doch nur eine Gottheit, die am Leid und an der Vereinsamung des Jeremia uninteressiert und gelangweilt vorübergeht, weil all das im Licht des göttlichen Auftrags nicht zählt? Natürlich kann man und darf man so fragen und es ist auf der anderen Seite ganz schwer etwas der Vernunft Einsichtiges dagegenzustellen, außer einem unangemessenen, naiven Heldenmut, oder einem fanatischen Gottesglauben. Auch unser Predigttext wählt keinen dieser Weg. Stattdessen beschreibt er mit ganz vorsichtigen und zurückhaltenden Worten etwas völlig anderes: „Habe keine Angst vor ihnen, denn ich bin mit dir, um dich zu retten! Spruch Gottes. Dann streckte Gott die Hand aus, berührte meinen Mund und Gott sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund.“
Im ganzen Ersten Testament findet sich wohl keine zweite Stelle an der in solch einer, fast intimen Innigkeit zwischen Gott und einem Menschen erzählt wird. Gott berührt Jeremias Mund. Gottes Wort wird zu Jeremias Wort. Das ist der Grund, warum Jeremia keine Angst haben muss. All das ist nicht die Ausstattung, die wir uns für einen Helden wünschen, damit er die schwierigen Auseinandersetzung der Welt besteht. Die Phantasie-Romane kennen da ganz andere Ausstattungen, unüberwindliche Kraft, zauberhafte Schwerter, Unverletzlichkeit und anderes mehr. Nein, Gott will uns so in dieser, den Menschen ausgesetzten, Weise. Gott will uns nicht als Übermenschen oder Obermenschen, sondern als Mitmenschen. Auch das entspricht nicht unserem Verlangen nach Schutz, nach Sicherheit und Wohlergehen und dennoch sind wir genau darin die Beschützten und Getragenen. So beschenkt er uns, wie seinen Propheten mit seinem Wort. Das wird uns schützen, das wird uns den Mut erhalten, das wird uns aufrichten, dann wenn wir Angst haben. So bleibt auch der Prophet auf die Gemeinschaft und die Solidarität angewiesen, die zu aller erst die Gemeinschaft und die Solidarität Gottes mit uns Menschen ist, so dass er, so dass wir in aller möglichen Einsamkeit nicht verlassen sind. Und genauso wenig, wie Jeremia zum Ja-Sager wird, trotz bitterer Erfahrung, sondern weiterhin widerspricht wenn die Mächtigen seiner Zeit ihr Heil und ihre Anerkennung im politischen Ränkespiel ihrer Zeit suchten, so könnten wir uns von Gottes Wort zur kritischen Wegbegleitung unserer kritischer Zeitgenossenschaft ausstatten lassen. Jeremia hat in aller Zumutung, die die Berufung zum Propheten für ihn bedeutete, mutig Nein gesagt und ist bei der Sache geblieben, zu der ihn Gott berufen hatte. Vielleicht kann uns Jeremia darin ein Vorbild sein, dass wir zitternd und zagend, manchmal auch nur stotternd, aber dann wenn wir auf Gottes Wort hören, uns für die Menschen neben uns stark machen, mal lauter, mal leiser, mal flüsternd. Immer aber allein darauf vertrauend, dass Gott nicht von unserer Seite weicht.
Amen.
Predigt vom 10. Juli 2011 über Jeremia 1,4-10, im Rahmen der Predigt-Gottesdienst in der Antoniterkirche in Köln, aus der Reihe „Herausgerufene“.
Johannes Voigtländer, Pfarramt für Berufskollegs in Köln
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Herausgerufene - Gottes befremdliche Aufträge
Predigt-Gottesdienst nach reformierter Tradition in der Antoniterkirche, Köln 2011 |
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