Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Ämter (in) der Gemeinde

Eine Predigtreihe in der Ev.-ref. Gemeinde Magdeburg

Drei Predigten über die Frage, was eine Gemeinde zu tun hat. Von Pfarrer em. Paul Kluge.

Auf Beschluss des Presbyteriums wurde Anfang 2006 eine kleine Predigtreihe zum reformierten Amtsverständnis durchgeführt. Dabei sollten reformierte Besonderheiten deutlich werden, weshalb das der Gemeinde selbstverständliche Amt des Diakonats kein eigenes Thema wurde. So entstanden die folgenden drei Predigten

Die Organisation der Gemeinde (Gemeindeordnung)
Die Bildung der Gemeinde (Priestertum aller Gläubigen)
Die Verkündigung in der Gemeinde


Die Organisation der Gemeinde (Gemeindeordnung)

Liebe Geschwister,

was hat eine Gemeinde zu tun, um Gemeinde zu sein? Diese Frage soll die Leitfrage für die nächsten Sonntage sein, und unter dieser Frage soll dem nachgegangen werden, was von Alters her als „Ämter“ bezeichnet wird.

Es ist sicherlich nützlich daran zu erinnern, dass mit „Amt“ ursprünglich der Dienst eines hörigen, also leibeigenen Gefolgsmannes gemeint war. Daraus entwickelte sich das Verständnis von Amt als Dienst für andere, als stellvertretendes Handeln: Es ist das Amt des Dieners, das zu tun, was sein Herr täte, wenn er da wäre. Die Reformatoren Zwingli. Luther und Calvin gebrauchen „Amt“ in diesem Sinne – einen anderen kannten sie noch nicht. Der entstand erst, als nach dem 30jährigen Krieg die Landesherren zur Verwaltung ihrer Länder „Ämter“ einrichteten und Menschen damit beamteten, nach landesherrlichen Vorgaben das Land zu verwalten. Damit erhielten das Amt und sein Inhaber Teil an der Herrschaft, damit war zu dem einstigen Dienen das Herrschen dazugekommen: dienen und dienern nach oben, herrschen nach unten. Und weil auch die Pastoren ihr Amt von ihren Landesherren bekamen, erlagen sie oft genug der Versuchung, Herrschaft auszuüben.

Da klingt es fast prophetisch, wenn ganz frühe reformierte Bekenntnisse festschreiben, dass keine Gemeinde über andere Gemeinden, kein Pastor über andere Pastoren, kein Diakon über andere Diakone, kein Ältester über andere Älteste, ja, kein Mensch über andere Menschen herrschen oder den Anschein von Herrschaft erwecken soll.

Neben allem, was die umwälzenden Erkenntnisse Martin Luthers an erneuerter, an der Bibel orientierter Theologie brachten: Was die Menschen, die einfachen Menschen vor allem interessierte, war die Befreiung von dem Druck, den Rom ausübte. Soweit sie lesen konnten, überprüften sie nun in der deutschen Bibel die Aussagen der Priester, und alle hatten sie schnell begriffen: Ihnen oder ihren verstorbenen Angehörigen würde nichts Schlimmes geschehen, wenn sie keine teuren Ablassbriefe kauften. Stattdessen kauften sie lieber etwas zu essen und warme Kleidung für den Winter. So kamen die Menschen von der Herrschaft der katholischen Kirche frei, und das demonstrierten sie teils humorvoll wie in Zürich: Hier veranstaltete der Buchdrucker Christoph Froschauer am ersten Fastensonntag des Jahres 1522 ein großes Wurstessen, bei dem auch Zwingli zugegen war. Teils aber wandten Menschen sich mit Gewalt gegen kirchlichen Besitz und seine Besitzer. Andere wieder nutzten die neue Freiheit für ein zügelloses Leben.

Die Reformatoren in Deutschland wie in der Schweiz erkannten die Gefahr, die in solcher Unordnung lauerte, und bemühten sich um Ordnungen für die Gemeinden; zogen aus dem, was Rom erkennbar falsch gemacht hatte, ihre Lehren und bezogen sich auf das, was in der Bibel stand. Dabei vertrat der Mönch und Priester Martin Luther den Standpunkt, man müsse nur das beseitigen, was im Widerspruch zur Bibel stand, alles andere sei unwichtig und könne bleiben. Johannes Calvin aber, der Jurist, war der Meinung, es dürfe nur erhalten bleiben, was aus der Bibel zu begründen ist. Dadurch gelang ihm eine deutlich gründlichere Reformation als Luther. Juristen können nun mal konsequenter und logischer denken als Theologen, und die Reformierten sind nun mal die besseren Lutheraner.

In einem vierbändigen Werk hatte Calvin seine Gedanken niedergeschrieben. „Unterricht im christlichen Glauben“ nannte er das Buch, „Institutio christianae religionis.“ Er hatte es für die Diskussion mit Gelehrten auf Latein verfasst, doch bald schon kursierten deutsche Übersetzungen. Und als Calvin im Juli 1536 auf der Durchreise für eine Nacht in Genf Quartier genommen hatte, besuchte ihn der französische Edelmann Wilhelm Farel. Der hatte durch Handelsleute Luthers Schriften kennen gelernt, hatte sich daraufhin in Bern zum Missionar ausbilden lassen und war nun seit einiger Zeit Prediger in Genf.

Farel bat Calvin, dessen Buch er kannte, eine Zeit lang in Genf zu bleiben, ein Weilchen nur, um in der Stadt die Reformation voran zu bringen. Calvin wollte nicht. Erst massive Drohungen Farels erzwangen die Zustimmung Calvins, und aus dem Weilchen wurden schließlich fast zwei Jahre. Calvin traf hier auch Pierre Viret, einen jungen Theologen, der wegen lutherischer Gedanken aus Paris hatte fliehen müssen. Zu dritt machten sie sich an die Arbeit, und dabei erwies Calvins Institutio sich als äußert hilfreich. Denn in ihr hatte er alle Gedanken biblisch begründet und belegt, und in ihr hatte er nicht nur hehre Theologie betrieben, sondern aus der Theologie heraus Regeln für die Gestaltung des Gemeindelebens entwickelt. Calvin sprach allerdings nicht von Gemeinde, sondern von Kirche, denn nach seinem Verständnis war jede Gemeinde Kirche, und nicht erst eine Vielzahl von Gemeinden. Das war ein klarer Widerspruch zu Rom, das nur eine Großkirche kannte und kennt. Indem Calvin die Gemeinde als Kirche bezeichnete, machte er ihre Selbständigkeit gegenüber, ihre Unabhängigkeit von Rom, aber auch von weltlichen Herrschern deutlich.

Eines Abends saßen die drei wieder einmal zusammen, und der junge Viret klagte über die viele Arbeit; alles müsse er selber machen, und nun könne er bald nicht mehr. Besonders die Leitung der Gemeinde mache ihm Mühe, er sei halt Theologe und kein Vorgesetzter.

„Soweit darf es nicht kommen,“ sagte Calvin, „und es ist weder gut noch nötig, wenn ihr alles selber macht. Lest nur in den Briefen des Paulus an die Römer und an die Korinther, oder auch im Brief an die Epheser. Oder lest, wenn ihr Zeit sparen wollt, in meiner Institutio, Band vier, Kapitel drei.“ Farel, vor dem das Buch lag, schlug die genannte Stelle auf und las: „Von den Lehrern und Dienern der Kirche, ihrer Erwählung und ihrer Amtspflicht.“ Er las von der Ordnung, nach der die Kirche nach dem Willen ihres Herrn regiert werden soll. Diese Herrschaft allerdings stünde allein Christus als dem Herrn der Kirche zu, während die Diener in seinem Auftrag bestimmte Aufgaben zu erfüllen hätten: Prediger, Lehrer, Diakone und Älteste solle es geben, und letztere hätten die Aufgabe des Regierens, des Verwaltung also und der Gerichtsbarkeit. Alle zusammen aber bildeten die Leitung der Kirche, in der keiner über oder unter den anderen stehe. Auch seien alle von der Allgemeinheit zu wählen und in ihren Dienst zu ordinieren, und sie alle seien Diener der Kirche.

„Ihr meint, ich soll die Unterweisung der Kinder und Jugendlichen, die Armenfürsorge und sogar die Regierung in andere Hände legen? Aber was bleibt mir dann noch?“ fragte Viret etwas erschrocken. „Wisst ihr,“ antwortete Farel, „wir sind als Prediger nicht Stellvertreter des vermeintlichen Stellvertreters Christi auf Erden wie die Priester, sondern von der Gemeinde für unseren Dienst und also in die Gesamtleitung gewählte Gemeindeglieder. Das ist ein großer Unterschied.“ – „Und die regierenden Ältesten haben das Sagen?“ fragte Viret, immer noch verwundert, denn das hatte er bei Luther so nicht gelesen. „Nun,“ schaltete Calvin sich ein, „soweit es um Belange der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit geht ...“

Als Viret ihn etwas fragend ansah, fuhr Calvin fort: „Die Gerichtsbarkeit umfasst Kirchenzucht, Kirchenordnung und Kirchenlehre. Sie erstreckt sich auf die Lebensführungen des Einzelnen, auf das Leben der Gemeinschaft und auf schriftgemäße Verkündigung. Darauf haben die Ältesten zu achten, jeder für sich und alle zusammen.“

Es entstand eine kurze Pause, bevor Viret feststellte: „Dann kann ich mich also ganz auf Verkündigung und Verwaltung der Sakramente konzentrieren?“ – „Das könnt ihr,“ antwortete Calvin, „wenn ihr die Seelsorge mit zur Verkündigung zählt. Für alles andere gibt es in der Kirche genügend geeignete Menschen. Ihr müsst sie nur entdecken, und das könnt ihr am besten, wenn ihr die Leute in ihren Häusern besucht.“

Viret erwiderte, nach seinem Eindruck müsse man die Ältesten aber sehr deutlich auf ihre Aufgaben, vor allem auf ihre Verantwortung hinweisen. Die meisten hätten sich wohl noch nicht von der Vorstellung befreit, der Prediger sei für alles zuständig, und sie trauten sich womöglich nicht, ihr Amt eigenverantwortlich auszuüben. „Das müssen sie aber, notfalls sogar gegen den Prediger,“ stellte Calvin fest und beendete damit erst einmal dies Gespräch.

Machen wir nun einen Sprung von 1536 nach heute. In den Verfassungen der reformierten und der unierten Kirchen, auch in der Grundordnung der KPS ist festgelegt, dass die Presbyterien die Gemeindeleitung darstellen. Das Presbyterium trägt die Verantwortung für alles, was in der Gemeinde geschieht oder nicht geschieht, es trägt die Verantwortung auch für den Gottesdienst, für seine Form wie für seinen Inhalt. In manchen reformierten Gegenden sitzen die Presbyterinnen und Presbyter in einer gesonderten Ältestenbank und reichen der Pastorin, dem Pastor nach dem Gottesdienst vor versammelter Gemeinde die Hand – oder verweigern den Handschlag. So kann man Verantwortung öffentlich zeigen. Man kann Verantwortung auch wahrnehmen, indem man hilfreiche Kritik übt – und notfalls auch ein „So nicht!“ ausspricht. Kritik zurückzuhalten, bis es zum großen Knall kommt, ist wenig hilfreich und noch weniger geschwisterlich.

Die Verantwortung des Presbyteriums für den Gottesdienst findet auch darin ihren Ausdruck, dass Sie zu Beginn unserer Gottesdienste „im Auftrag des Presbyteriums“ begrüßt werden, und darin, dass ein Mitglied des Presbyteriums die Eingangsliturgie hält. Nicht die Pastorin, der Pastor leitet den Gottesdienst, sondern das gesamte Presbyterium, dessen Mitglied auch die Pastorin, der Pastor ist. Doch die wichtigsten Personen im Gottesdienst sind immer noch die Gemeindeglieder, die mit der Wahl des Presbyteriums die Richtung vorgeben, in die die Gemeinde sich bewegen soll. Darum soll das Presbyterium wenigstens einmal im Jahr in einer Gemeindeversammlung Rechenschaft ablegen, damit die Gemeinde Getanes beurteilen und zu Tuendes anregen kann. Die gewählte Leitung, das Presbyterium, handelt stellvertretend für die Gemeinde – und alle handeln im Auftrag des einen Herrn Jesus Christus.

Manche und mancher mag sich hier ein wenig an das deutsche, ursprünglich preußische Vereinsrecht erinnert fühlen. Calvin und seine Mitarbeiter konnten dies noch nicht kennen, es entstand später. Allerdings war und ist das Haus Hohenzollern reformiert, und wer im alten Preußen Karriere machen wollte, konnte das als Reformierter etwas leichter. So hat die von Calvin biblisch begründete Leitung durch einen Ältestenrat Eingang und Verbreitung bis in unseren Alltag gefunden. Calvins Vorstellungen einer Einheit von Kommune und Gemeinde, von Staat und Kirche waren radikaler und sind gescheitert. Versuche von Menschen, das Reich Gottes, das Paradies auf Erden zu errichten, können nur scheitern. Doch auf das, was aus den guten Ansätzen Calvins geworden ist, können wir durchaus ein wenig stolz sein. Die Welt ist reformierter, als wir uns manchmal denken. Amen.


Die Bildung der Gemeinde (Priestertum aller Gläubigen)

Liebe Geschwister,

wo zwei oder drei Menschen versammelt sind, entsteht – zunächst unbewusst – eine Ordnung. Sind es zwanzig oder dreißig, muss man schon für Ordnung sorgen. Doch so lange alles glatt läuft, spricht keiner die Ordnung an. Erst, wenn es irgendwo knirscht, wird sie zum Thema. Und zur Zeit der Reformation knirschte es mächtig. Die Reformatoren hatten nicht nur auf Sand im Getriebe der römischen Kirche aufmerksam gemacht, sondern auf dicke Steine. Die auf diese Steine hingewiesen hatten, wurden aus der Kirche hinausgewiesen. Erst viele Jahre später machte die römische Kirche dann eine Inspektion, um die gröbsten Mängel zu beheben.

In der Zwischenzeit aber hatten sich viele Menschen von Rom ab- und der Reformation zugewandt. Das erforderte bald schon neue Ordnungen. Denn nicht wenige nutzten die gewonnene Freiheit für ein Leben ganz nach eigenen Vorstellungen. Das würde, erkannten die Reformatoren, bald ins Chaos führen, in heilloses Durcheinander, in dem jeder sich selbst der Nächste und damit jedermanns Feind sein würde. Damit aber würde die Reformation sich selbst umbringen.

Sowohl die Wittenberger als auch die Schweizer Reformatoren haben das durch neue Ordnungen verhindert. Zu den bekanntesten gehört wohl Calvins „Glaubenslehre,“ die berühmte „Institutio religionis christianae,“ meistens kurz „Institutio“ genannt. Bereits 1535 war dieses zweibändige Werk erschienen, in dem Calvin auf ausschließlich biblischer Grundlage beschrieben hat, was christlicher Glaube bedeutet. Und weil Glaube immer mit dem real existierenden Leben zu tun hat, werden auch Fragen der Lebensgestaltung behandelt – der Lebensgestaltung der einzelnen, der Gemeinschaft und der Gemeinde. Vorlagen dafür fand Calvin vor allem in den Briefen, den „Episteln“ des Neuen Testaments.

Als Calvin in Basel noch an der Institutio arbeitete, sprach ihn eines Tages auf der Straße ein Mann an. Das Gesicht kam Calvin bekannt vor, aber er konnte es nicht einordnen. Der andere stellte sich nicht vor, sondern fragte nur, wann Calvin in den nächsten Tagen einmal etwas Zeit für ihn habe. Juristischen Rat bräuchte er, verriet er noch. Das war Calvin recht, denn das würde ihm ein wenig Geld einbringen, also gab er dem Fremden einen Termin. Der bedankte sich, sah sich vorsichtig um, ob ihn jemand mit Calvin gesehen hätte, und eilte weiter.

Auf seinem Heimweg kam Calvin an der Franziskanerkirche vorbei, und da fiel ihm ein, woher der andere ihm bekannt vorkam: Er war einer der Priester des Franziskanerklosters, schon lange im Dienst und als Seelsorger und Beichtvater beliebt. Calvin kannte ihn bisher nur im Priestergewand und nicht in bürgerlicher Kleidung, wie er sie heute getragen hatte. Das war ein deutliches Zeichen, und Calvin freute sich auf den Termin.

Zur vereinbarten Stunde kam der Priester, wieder in Zivil, und nachdem die üblichen Höflichkeiten ausgetauscht waren, fragte Calvin ihn, was ihn herführe. Er habe, erzählte der Priester, zunächst Schriften Luthers gelesen und dann auch Zwinglis. Die Reihenfolge sei gut gewesen, weil Luther für ihn eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg zu Zwingli gewesen sei. Nun aber stünde er voll hinter Zwinglis Position, weil sie die konsequentere sei.

Calvin wurde etwas ungeduldig, er befürchtete eine lange Geschichte persönlicher Glaubensentwicklung. Er unterbrach seinen Gast und fragte, wofür dieser denn juristischen Rat bräuchte. „Ich möchte die Gemeinde wechseln,“ sagte der Priester, „ich kann nicht mehr römisch sein.“ Der Priester setzte zu einer theologischen Begründung an, Calvin aber sagte nur: „Dann ist es vorbei mit Eurer Priesterherrlichkeit. Ihr geltet dann nicht mehr als Stellvertreter des selbsternannten Stellvertreters Christi.“ – „Aber die Priesterweihe ist doch wie die Taufe unumkehrbar gültig,“ wand der Priester ein, worauf Calvin antwortete: „Sie wäre es, wenn Christus sie eingesetzt hätte. Hat er aber nicht, wie ihr ja wohl auch wisst.“ Der Priester nickte stumm, und Calvin fuhr fort: „Als Hirte oder Prophet – das sind unsere Amtsbezeichnungen für Prediger – habt ihr zwar besondere Aufgaben, aber keine besondere Würde, die euch aus den anderen Menschen heraushöbe. Als Gemeindediener – auch so nennen wir die Hirten gern – steht ihr nicht mit Gott im Rücken vor der Gemeinde, sondern mit der Gemeinde im Rücken vor Gott. Da müsst ihr gründlich umdenken, und ihr werdet das auch in der Begegnung mit Gemeindegliedern spüren. Sie werden euch nicht mehr die Hand küssen oder heilende Kräfte von eurer Handauflegung erwarten, sondern euch behandeln wie einen der Ihren.“ Der Priester meinte, das würde so bald nicht eintreten, denn erstens seien die Leute so erzogen und zweitens bräuchte das gemeine Volk immer so ein bisschen Magie. „In dem ersten Punkt kann ich euch zustimmen,“ meinte Calvin, „das dauert vielleicht noch ein, zwei Generationen. In dem zweiten Punkt muss ich euch brüsk widersprechen. Die Leute können alle selbständig denken, wenn man sie nur lässt. Manche mehr, manche weniger, aber alle können es, und wir lassen sie, fordern und erwarten es sogar.“ – „Gefährdet ihr damit nicht eure Lehre?“ fragte der Priester skeptisch und hörte: „Wer die Bibel richtig liest und biblisch orientierte Predigten hört, wird nicht in die Irre gehen. Ein Prediger muss dolmetschen, muss übersetzen können, was die Bibel sagt. Dafür ist er Theologe. Und wenn die Leute das Richtige richtig begriffen haben, steht nichts zu befürchten.“

Der Priester dachte eine Weile nach, dann fragte er: „Wie wird man denn nun Prediger oder Prophet, wenn nicht durch eine Weihe?“ Calvin holte sein Manuskript, an dem er gerade arbeitete, blätterte ein wenig hin und her, dann antwortete er: „Gründliche Ausbildung vorausgesetzt, auch in den alten Sprachen, muss der Kandidat für den Dienst geeignet und bereit sein. Das soll die versammelte Gemeinde überprüfen. Ist er das, dann stellt er sich zur Wahl. Wird er von der Gemeinde gewählt, berufen die Ältesten ihn in den Dienst, und dann wird er gemäß der Ordnung in den Dienst eingeführt, wird ordiniert. Ob mit oder ohne Handauflegung, ist egal; mir allerdings gefällt dieses Zeichen, auch wenn es nichts bewirkt.“ Ob denn die Ordination so etwas wie die Priesterweihe sei, wollte der Priester wissen. Calvin lachte; für einen Priester war es wohl unendlich schwer, die Rolle eines Gemeindedieners zu begreifen. Dann erklärte er, dass das lateinische „ordo“ nicht nur Ordnung bedeute, sondern auch „Reihe;“ mit der Ordination würde der Hirte eingereiht, und zwar doppelt: einerseits in die Gemeinde als einer der Ihren, und andererseits in die Reihe der Kollegen. Diese nämlich seien – übrigens genau so wie die Gemeinde – zu Rat und Beistand verpflichtet, auch in Form von Kritik. Doch man könne auch an die Reihe der Hirten vergangener und kommender Zeiten denken, in die die Ordination einreihe und wodurch der Hirte für die richtige Weitergabe der Lehre verantwortlich sei.

Wo denn, erkundigte sich der Priester, in diesem – er möchte mal sagen: Modell – das Bischofsamt seinen Platz habe, die Aufsicht also. „Diese Aufgabe,“ informierte Calvin, „hat nicht eine einzelne Person, was die Gefahr der Willkür in sich trägt und die Versuchung der Herrschaft; diese Aufgabe hat der Rat der Ältesten.“ Der Priester saß plötzlich kerzengerade in seinem Stuhl. Ungläubig fragte er: „Wie - Laien führen Aufsicht über Geistliche? Das kann doch nicht euer Ernst sein!“ Calvin schüttelte ebenso ungläubig den Kopf. „Manche lernen’s nie, und manche noch später,“ dachte er; dann sagte er: „In der Gemeinde Gottes gibt es keine Laien, keine „Außenstehenden.“ Vor Gott und also untereinander sind wir alle gleich, ob ordiniert oder nicht. Jeder Diener trägt seine eigene Verantwortung, sei es als Ältester, als Lehrer, als Diakon oder eben als Hirte. Die Verantwortung des Hirten ist vielleicht eine besondere, weil er für die Seelen der Menschen sorgt. Doch eine besondere Verantwortung macht noch keinen besonderen Menschen.“

Der Besuch erhob sich, Calvin ebenfalls. „Ich bin wohl schon zu lange im Amt, um noch umzudenken,“ stellte der Priester fest, „ich werde aber junge Brüder ermutigen, sich euch anzuschließen. Gehabt euch wohl.“ Calvin begleitete ihn zur Tür, verzichtete auf ein Honorar und verabschiedete den Priester mit einem „Möge Gott euch segnen.“ Der Priester wunderte sich, dieses Wort aus dem Mund eines Juristen, eines Laien also, zu hören, doch er sagte nur „Danke, euch auch.“

Dann setzte Calvin sich an das fast fertige Manuskript der Institutio; die Artikel über die Ämter der Gemeinde, besonders über die Hirten, wollte er noch einmal überarbeiten und deutlicher herausstellen, worum es – nein, nicht ihm, sondern – dem Apostel Paulus und anderen ging: Darum nämlich, die frohe Botschaft von Gottes Liebe in Jesus Christus weiterzusagen, die gute Nachricht von der ein für alle mal und unwiderruflich geschehenen Erlösung von Sünde und Gesetz. Um das tun zu können, bedarf es guter Ausbildung, aber keinerlei Magie. Ein Mensch im Amt eines Hirten bleibt ein Mensch; keine Geste und kein Ritus, kein Bischof und kein Papst machen aus ihm etwas anderes. Auch bunte Gewänder nicht, wie sie vom römischen Kaiserhof übernommen waren. Allerdings hat, und das wollte Calvin noch deutlicher betonen, ein Hirte als Theologe besondere Verantwortung für die Glaubenslehre. Diese Verantwortung bringt ihn gelegentlich in Konflikt mit der Volksfrömmigkeit, doch das muss er aushalten. Dem Volk aufs Maul zu schauen, wie Luther so trefflich gesagt hatte, bedeutet ja nicht, dem Volk nach dem Mund zu reden. 

Während Calvin dies bedachte, war es dunkel geworden. Er beschloss, das Schreiben auf den nächsten Tag zu verschieben und noch ein paar Schritte durch die frische Luft zu gehen. Unterwegs sah er seinen Besucher vom Nachmittag; er trug wieder die Soutane. Amen.


Die Verkündigung in der Gemeinde

Liebe Geschwister,

was muss eine Gemeinde tun, um Gemeinde zu sein? Die Predigten der vergangenen Sonntage sind dieser Frage nachgegangen. Die Antworten in Kurzform: Eine Gemeinde muss sich organisieren, sie muss Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Dienst berufen, sie muss die Schwachen stärken, sie muss die Menschen lehren und – unser Thema heute – sie muss vom Glauben erzählen. Ich möchte Sie dafür in das Jahr 1549 und in die Schweiz entführen. Zu jener Zeit war die Stadt Genf dank des unermüdlichen Einsatzes des Trios Calvin, Farel und Viret eine durch und durch protestantische Stadt geworden. Das war nicht ohne Konflikte vonstatten gegangen. 1538 hatte Calvin die Stadt unfreiwillig verlassen, wurde aber drei Jahre später zurückgerufen. Denn inzwischen hatten die Menschen gemerkt, wie viel besser sich mit der neuen Lehre leben und glauben ließ. Auch hatten sich Calvins sehr strenge Regeln in der Alltagspraxis ein wenig abgeschliffen, waren dadurch praktikabler geworden und zu einer guten Hilfe, den Alltag vom Glauben her zu gestalten.  

Calvin hatte festgestellt, dass viele Menschen nicht in der Lage waren, die Bibel zu lesen. Nicht etwa, weil sie sie nicht verstanden, sondern weil sie ganz einfach nicht lesen konnten. Deshalb hatte er mit dem Rat der Stadt verhandelt und eine allgemeine Schulpflicht erreicht. Das gab es sonst noch nirgendwo in Europa. Und auch die Erwachsenen bekamen Chancen, Lesen, Schreiben und auch Rechnen zu lernen. Denn Calvin war von der Bedeutung von Bildung für Glauben und Leben überzeugt: Wer sich eine eigene Meinung bilden und sie belegen kann, wer zu seinem Glauben auch über das notwendige Wissen verfügt, der kann anderen vom Glauben erzählen. Schließlich erreichte Calvin auch die Gründung einer Akademie und eines Collegiums. Dabei kam ihm zugute, dass hoch gebildete Protestanten aus Frankreich nach Genf flohen. In ihrer Heimat wurden sie verfolgt, Genf nahm sie mit offenen Armen auf. Als Zentrum protestantischer Gelehrsamkeit genoss Genf den Ruf, das protestantische Rom zu sein, weit bedeutender als das kleine, auf eine Person fixierte Wittenberg.

Im Jahre 1549 traf Calvin sich mit Zwinglis Nachfolger in Zürich, mit Heinrich Bullinger. Sie wollten und sollten sich in der Abendmahlsfrage einigen, was recht schnell gelang. Doch nebenher erörterten sie auch andere Fragen und Sorgen. Besonders die – teilweise gewaltsame - Rekatholisierung mancher Gebiete wie etwa im Jahr zuvor um Konstanz machte ihnen zu schaffen. „Wir können nicht Gewalt gegen Gewalt setzen,“ meinte Bullinger eines Tages, als sie gemeinsam spazieren gingen, „unsere Leute brauchen eine geistliche Waffenrüstung, wie sie im Epheserbrief beschrieben ist.“ – „Und sie brauchen eine geistige Waffenrüstung,“ ergänzte Calvin und fuhr fort: „Die Menschen müssen verstehen, was sie glauben; dann können sie Rede und Antwort stehen, wenn man sie nach ihrem Glauben fragt; dann können sie anderen von ihrem Glauben erzählen und sie für den Glauben interessieren.“ – „Ja,“ meinte Bullinger, „es gibt viel zu gewinnen.“ Als Calvin ihn etwas irritiert ansah, fuhr Bullinger fort: „Viele Menschen, meine ich. In dieser Stadt zum Beispiel leben zahlreiche Menschen ohne Glauben. Der interessiert sie einfach nicht, und – ihr mögt es glauben oder nicht – manche haben noch nie davon gehört. Es gibt viel Brachland, das zu beackern ist, damit der Same des Glaubens hineinfallen und aufgehen kann. Nur: Wie sollen wir das schaffen!?“

Calvin seufzte; durch sein unermüdliches Arbeiten war seine Gesundheit schon stark angeschlagen, und im Stillen gab er seinem Gesprächspartner recht: Beide waren sie völlig ausgelastet und kamen immer häufiger an die Grenzen ihrer Kräfte. „Wir brauchen eine Wolke von Zeugen, ein Heer von Missionaren,“ meinte Calvin, „nur: wo können wir die rekrutieren? Fest steht, dass wir nicht so viele Hauptamtliche bezahlen können, wie wir gebrauchen könnten. Aber sagt, kennt ihr Farel? Der hatte sich doch in Bern im Schnellverfahren zum Missionar ausbilden lassen. Bibelkunde, die Hauptstücke an Theologie, ein bisschen Rhetorik, das war alles. Und doch ein glänzender Prediger, die Menschen strömten zu ihm. Und was er predigte, konnten sie nacherzählen.“ – „Das können sie bei mir auch,“ wandte Bullinger ein, „nur: Sie tun es nicht. Haben irgendwelche Hemmungen. Aber die Idee mit den Missionaren gefällt mir. ‚Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker,’ hat Jesus seinen Jüngern gesagt, und sie haben es getan, einige wenigstens. Und das waren einfache Leute, Fischer zum Beispiel und Zöllner. Die konnten bestimmt nicht lesen, aber reden. Oder denkt an die 70, die Jesus ausgesandt hat – wohl auch alles einfache Leute, jedenfalls keine Theologen.“ - „Gewiß,“ stimmte Calvin zu, „aber bedenkt: Es war Jesus, der sie ausgesandt hat. Das können wir nicht einfach nachmachen und so tun, als könnten wir die Menschen per Handauflegung mit heiligem Geist füllen.“

Schweigend spazierten die beiden weiter, bis Bullinger angesichts eines Gasthauses Durst verspürte. Er genehmigte sich gern mal einen guten Tropfen, auch in der Öffentlichkeit, während Calvin das möglichst auf die eigenen vier Wände beschränkte. Das Gasthaus war ziemlich leer, lediglich an einem Tisch saßen ein paar wandernde Handwerksgesellen und diskutierten eifrig mit dem Wirt. Sie sprachen italienisch, was der Wirt nur schlecht zu beherrschen schien. Jedenfalls verfiel er immer wieder ins Deutsche, und daraus entnahmen die beiden Gäste, worum es ging: Um den Papst ging es und um Heiligenverehrung, und der Wirt versuchte, die neue Art zu glauben den Handwerksgesellen nahe zu bringen. Die aber verteidigten, was sie von Zuhause kannten - besonders heftig die Marienverehrung. Der Wirt blätterte immer wieder in einem Buch und zitierte daraus; es war das in Basel entstandene Helvetische Bekenntnis, an dem Bullinger mitgewirkt hatte; der freute sich.

Der Wirt schien die neuen Gäste gar nicht zu bemerken. Er war so eifrig bei der Sache, dass die Handwerksgesellen immer stiller wurden, bis ihnen allmählich die Argumente ausgingen. Schließlich baten sie den Wirt, sich das Büchlein bis zu ihrer Weiterreise ausleihen zu dürfen, doch der Wirt schenkte es ihnen. Er habe noch mehr davon, sagte er, um sie an interessierte Gäste zu verschenken, damit das Licht des neuen Glaubens verbreitet würde.

„Vergiss vor lauter Glauben dein Geschäft nicht,“ neckte einer der Handwerksgesellen in holprigem Deutsch und zeigte auf Bullinger und Calvin. Beflissen sprang der Wirt auf und eilte zu den beiden, sich für seine Unaufmerksamkeit entschuldigend. „Guter Mann,“ beruhigte Bullinger ihn, „euer Eifer für den Glauben ehrt euch, da warten wir gern ein Weilchen,“ und zu Calvin gewandt stellte er fest: „Solche Männer und Frauen sind die besten Missionare. Die ihre Arbeit tun, ihren Geschäften nachgehen und nebenbei den Glauben verbreiten. Manchmal genügt es schon, den Glauben so zu leben, dass andere neugierig werden und zu fragen beginnen.“ Der Wirt räusperte sich vernehmlich, dann erzählte er nicht ohne Stolz: Als die Handwerksgesellen am Vortag angekommen seien, wollten sie für ihre glückliche Reise danken und hätten nach dem Herrgottswinkel gefragt. Den aber hätte er schon lange entfernt, das Kruzifix verheizt und die Heiligenbilder einem fahrenden Trödler verkauft. Gutes Geld habe er dafür bekommen, einen Teil davon der Armenkasse gespendet und für den anderen Teil die Bücher gekauft, die den neuen Glauben so klar verständlich beschrieben. Die meisten habe er schon verschenkt, und von manchen Beschenkten wisse er, dass sie inzwischen der neuen Lehre anhingen. „Man muss sich halt was einfallen lassen,“ schloss der Wirt, nahm die Bestellung auf und beeilte sich, seine neuen Gäste zu bedienen.

„Seht ihr,“ bemerkte Calvin, „wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Eigentlich sollte ich meine „Institutio“ noch um einen Abschnitt ergänzen: Dass jedes Glied der Kirche neue Glieder hinzugewinne. Nicht nur die eigenen Familienangehörigen und, so vorhanden, das Gesinde, sondern andere, fremde Menschen. Dafür müsste man sie allerdings ermutigen und zurüsten.“ Bullinger bestätigte das und meinte, dass Gemeindeglieder oft überzeugender wirken könnten als die Prediger, die ja von Berufs wegen Menschenfischer seien und zudem von den gefangenen Fischen ernährt würden. Calvin schmunzelte ein wenig über dieses etwas gewagte Bild, stimmte Bullinger aber voll zu: „Die müssen ja so reden, heißt es oft über uns Prediger, die werden ja dafür bezahlt. Gemeindeglieder hingegen, die nicht unter solchem Druck stehen, wirken viel glaubwürdiger. Ich sehe aber ein Problem ...“ – „Nämlich?“ fragte Bullinger in Calvins Nachdenken hinein und hörte: „Die Gemeindeglieder müssten ihre Versorgungsmentalität überwinden und sich als Mitarbeiter verstehen lernen. Gottesdienste nicht nur als Zuspruch und Wegweisung für die eigene Lebensgestaltung, sondern auch und besonders als Zurüstung, den Glauben weiter zu sagen, dem Leib Christi neue Glieder hinzu zu gewinnen.“ Bullinger meinte, das erfordere auch ein Umlernen bei den Predigern, die Gemeindeglieder als gleichwertige und ebenbürtige Mitarbeiter zu verstehen und zu akzeptieren; das würde manchen sicherlich nicht leicht fallen. Und die Gemeinden seien nun mal so, wie die Prediger mit ihnen umgingen; wer seine Gemeinde wie unmündige Kinder behandle, der habe auch bald unmündige Kinder. „Solange die Ältesten sich das gefallen und bieten lassen,“ ergänzte Calvin etwas bitter, und Bullinger versprach: „Ihr wisst, dass ich mit halb Europa im Briefwechsel stehe; mein Einfluss reicht bis nach England und Polen, und meine Briefpartner sind allesamt einflussreiche Leute. Ich werde unsere Überlegungen verbreiten. Dass wird natürlich die Römischen, aber auch die Lutherischen noch mehr gegen mich aufbringen. Doch was soll’s; richtig ist eben richtig. Nur eine Gemeinde, die für sich wirbt, ist überzeugend. Jedes Gemeindeglied ein Missionar. So soll es sein!“ Bullinger hob sein Glas, und Calvin antwortete „So wird es sein!“

Liebe Geschwister, ich habe Sie in das Jahr 1549 und nach Zürich entführt. Jetzt ist es Zeit, in die Gegenwart zurückzukehren, in das Jahr 2006 nach Magdeburg. Die vor uns liegende Woche, der gerade begonnene Monat, das noch jugendfrische Jahr bieten reichlich Gelegenheit, vom Glauben zu erzählen. Die überzeugendste Werbung für unsere Gemeinde sind wir selbst – wenn wir wollen. Manch eine und einer mag vielleicht nicht gleich zum Gottesdienst kommen; laden wir ihn oder sie zum Gemeindekaffee ein, zum Jugendkreis oder zum Familienkreis, zum Kapellenabend oder zu sonst einer Veranstaltung. Oder laden wir ihn oder sie ein, sich unsere Kapelle einmal anzusehen und erzählen dabei von uns, von unserer Geschichte und unserer Gegenwart. Wer uns kennen lernt, wird sich bei uns wohlfühlen. Amen


Pfarrer em. Paul Kluge
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