EKiR veröffentlicht Diskussionsimpuls zur Lage in Israel / Palästina

''Das Bekenntnis von der Treue Gottes zum Judentum und zu uns Christen mahnt zur Einhaltung von Gerechtigkeit und Frieden – in Israel und Palästina ebenso wie bei uns selbst.''

Foto: Wikipedia/Berthold Werner(2008)

Mit Bangen und Hoffen wird der Antrag der Palästinenser auf Anerkennung eines eigenen Staat in der UNO-Vollversammlung am Freitag (23.9.2011) erwartet. Wo in diesen Tagen über Israel - Palästina gesprochen wird, gibt die Rheinische Landeskirche einen theologischen Impuls.

Das Kairos-Palästina-Dokument "Stunde der Wahrheit", mit dem palästinensische Christen sich seit Ende 2009 an christliche Kirchen weltweit wenden, war maßgeblicher Anstoß für die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR), "erneut zum Konflikt zwischen dem Staat Israel und dem palästinensischen Volk Stellung zu beziehen".
Ziel des vorgelegten Diskussionsimpulses sei es nun, so die Leiterin der Ökumene-Abteilung Oberkirchenrätin Barbara Rudolph auf ekir.de, „unser Bekenntnis zur Treue Gottes zum jüdischen Volk noch erkennbarer als bisher mit unserer Verbundenheit auch mit dem palästinensischen Volk und insbesondere mit unseren palästinensischen Mitchristinnen und Mitchristen in Einklang zu bringen“.

In einer weiteren Ausführung zu der Einsicht des Synodalbeschlusses von 1980, „daß die fortdauernde Existenz des jüdischen Volkes, seine Heimkehr in das Land der Verheißung und auch die Errichtung des Staates Israel Zeichen der Treue Gottes gegenüber seinem Volk sind", formuliert der Diskussionsimpuls:
"Die Rheinische Kirche anerkennt, dass der Staat Israel Angehörigen des jüdischen Volkes Schutz, eine „Heimstätte“ und „Raum für die Verwirklichung von Gerechtigkeit (zedaka und mischpat) und die Erfüllung der Weisung Gottes (tora) zu geben“ hat (2008, 40). Sie sieht damit den Staat Israel in der Pflicht, sich unter Beachtung des Völkerrechts für Frieden und Gerechtigkeit in der Region einzusetzen.
Je unstrittiger es dem Staat Israel gelingt, Frieden und Gerechtigkeit für seine Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Palästinenserinnen und Palästinenser in den besetzten Gebieten zu verwirklichen, desto deutlicher wird der Staat Israel als Zeichen der Treue Gottes erkennbar (vgl. 2008, 41). Verfehlt er hingegen diese Aufgabe, wird das Zeichen undeutlicher – bis hin zur Unkenntlichkeit. Wir sehen mit Sorge, dass die Umstände der Staatsgründung und etliche politische Entscheidungen der Regierungen des Staates Israel seit 1967 den Zeichen-Charakter des Staates Israel – in den Augen vieler Palästinenser wie auch in den Augen vieler Menschen hierzulande – verdunkeln. Allerdings wird Gottes Treue dadurch nicht hinfällig."

Quelle: http://www.ekir.de/www/service/nahost-14397.php

>>> Diskussionsimpuls zur Lage in Israel / Palästina (September 2011)

>>> Evangelische Kirche im Rheinland: Den rheinischen Synodalbeschluss zum Verhältnis von Christen und Juden weiterdenken – den Gottesdienst erneuern. Eine Arbeitshilfe (2008) (Die Arbeitshilfe enthält auch den Wortlaut des Synodalbeschlusses von 1980)

>>> Kairos-Palästina-Dokument: Stunde der Wahrheit (2009)


Barbara Schenck, 19. September 2011
  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks