Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
27. und 28. Mai 2012 in Detmold
Detmold. Mit einer Vielzahl an Informationen und Aktionen beteiligen sich die Lippische Landeskirche, ihre Kirchengemeinden sowie die Diakonie zu Pfingsten am Nordrhein-Westfalen-Tag in Detmold.
31. Mai 2012, 12 Uhr in Düsseödorf
Anlässlich der konstituierenden Sitzung der 16. Wahlperiode des NRW-Landtages laden der Beauftragte der Evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen und der Direktor des Katholischen Büros Nordrhein-Westfalen am Donnerstag, 31. Mai 2012, zu einem Ökumenischen Gottesdienst ein. Dieser Gottesdienst, den Kirchenrat Rolf Krebs und Prälat Martin Hülskamp leiten, beginnt um 12 Uhr in der Pfarrkirche St. Maximilian, Schulstraße 9, in Düsseldorf.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Am 17. Sonntag nach Trinitatis: Predigt zu Psalm 87: ''In Zion geboren''
von Jürgen Reichel-Odié, Pfr.i.R., Frankfurt/M.
"...das ist das Privileg von Propheten und Dichtern, Dinge formulieren und singen zu können, die frommer Rechtgläubigkeit und skrupulösem Religionsrecht verwehrt sind. Sie können Grenzen überspringen."
Psalmenpredigt
25.09.2011 (14.So.n.Trin.), Kirche Cantate Domino,
16.10.2011 (17.So.n.Trin.), Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Frankfurt/M.
(Anmerkung der Redaktion reformiert-info: Vom 12. bis 19. Oktober 2011 feiern Jüdinnen und Juden Sukkot - ein Wallfahrtsfest. Von Wallfahrtsfesten ist auch in der Predigt die Rede.)
(KLAK-Perikopenmodell zum 2. Advent)
Predigt zu Psalm 87 von Jürgen Reichel-Odié.pdf
< Es gibt Psalmen, die unter uns praktisch unbekannt sind, die einen etwas weniger, die anderen mehr. Ein besonders unbekannte Psalm ist Ps. 87: keine Aufnahme von Teilen des Psalms, soweit ich es überblicke, in den Schriften des Neuen Testamens, kein fettgedruckter Vers in der Lutherbibel, keine Verwendung als Wochenpsalm, auch sonst kein Platz in unserem Evangelischen Gesangbuch – abgesehen von dessen reformierten Ausgabe, die ja sämtliche Psalmen als Psalmlieder enthält und damit auch Ps. 87, diesen nun sogar zweimal, in der älteren Bereimung von Matthias Jorissen und in der vom Ende des 20. Jh. von Alfred Rauhaus. Eigentlich wird er nur dort gebetet oder meditiert, wo der Psalter in seiner Gesamtheit wahrgenommen wird und in mönchischer Tradition im Laufe eines Jahres alle Psalmen gebetet werden. Und im neuen Perikopenmodell der KLAK „Die ganze Bibel zu Wort kommen lassen“ ist er nun für den 2. Advent als Lesungs- und Predigttext mit der Überschrift „Gott erhält Zion“ aufgenommen worden. >
Liturgie:
EG 644 (M II) „Nun ist vorbei die finstre Nacht“ oder EG 451,1-5 „Mein erst Gefühl sei Preis und Dank“
Wo.Ps. Ps.146 = EG 757 bzw. Ps.25,8-15 (= EG 713)
Lesung Ex. 34, 1-10 und/oder Ev. Lk.17,11-19 bzw. Mt.15,21-28 (auch Lk.14,16-24)
Glaubensbekenntnis
EG 293 „Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all“ oder EG 625 „Wir strecken uns nach dir“
Predigt
EG 284 „Das ist köstlich, dir zu sagen Lob und Preis!“
EG 302, 1.2.8 „Du meine Seele, singe“
Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! (2.Kor.13,13 Zürcher2007)
Liebe Gemeinde –
Katholiken wallfahrten nach Lourdes und Muslime pilgern nach Mekka. Das ist nichts für uns Protestanten und auch nichts für moderne Europäer. Obwohl – das hat sich in den letzten Jahren auch ein wenig geändert. Da hat unsere Kirche den Elisabethpfad von Frankfurt nach Marburg und weiter nach Eisenach mitinitiiert und einen schönen Flyer herausgegeben: „Pilgern in Hessen“, mit 5 großen überörtlichen Pilgerrouten und 10 lokalen Pilgerwegen. „Pilgern heißt mit den Füßen beten“. Und spätestens seit Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ pilgert alle Welt, ob Christ oder Heide, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, nach Santiago de Compostela. Pilgern ist in.
Es wird in der Tat mehr gewallfahrtet, als wir zunächst denken. Jedes Wochenende wallfahrten Massen von Fußballfans zu den Spielen ihrer Mannschaft. Zu großen Rockkonzerten, nach Bayreuth, zu bedeutenden Ausstellungen wallfahrten Menschen aus der ganzen Republik. Auch Frankfurt ist ein beliebter Wallfahrtsort. < Heute gerade ist der letzte Tag einer richtig großen Wallfahrt nach Frankfurt: der zur IAA / Frankfurter Buchmesse.> Und wenn der Papst aus Rom zu Besuch kommt, sei es zu katholischen Weltjugendtreffen oder auch ‚nur so’ wie jetzt gerade, dann wallfahrten unglaubliche Massen auch junger Menschen zu ihm hin.
Doch auch wir Evangelischen haben unsere große Wallfahrt – alle zwei Jahre zum Kirchentag. Da reisen wir mit Sonderzügen und gecharterten Bussen an. Wie Fußballfans staffieren wir uns mit den passenden Tüchern aus – so was stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Bei der Ankunft sind wir freudig erregt: was wird uns erwarten? wen werden wir alles treffen? welche berührenden Erlebnisse werden wir haben? Und dazu spielt die Musik an allen Ecken und Enden und wir singen zusammen mit wildfremden Menschen unsere Lieder. (Was Musikalität und Schönheit der Gesänge angeht, sind wir Christen eindeutig besser als die wallfahrtenden Fans in den Fußballstadien; dafür sind diese dann lauter und dynamischer ...)
Nicht viel anders wird es vor vielen hunderten von Jahren gewesen sein, als Ströme von Pilgern zum Tempel in Jerusalem zogen anlässlich der jährlichen Wallfahrtsfeste. Da pilgerten Israeliten aus dem ganzen Land herbei, hoch zum Zionsberg. Doch nicht nur sie. Es kamen Juden aus der Diaspora. Und es kamen manche so genannte Gottesfürchtige unter den Unbeschnittenen.
Die Gottesfürchtigen sind Gojim, Nichtjuden, die vom Gott Israels fasziniert sind. Von der Idee, dass es nur einen Gott gibt. Der zudem nicht der verlängerte Arm des gerade herrschenden Königshauses ist – eben nicht ‚Mit Gott für Kaiser und Vaterland’. Die fasziniert sind von einem Gott, dem soziale Gerechtigkeit wichtiger ist als Opfer und Gebete. Der den Menschen einen gemeinsamen Ruhetag in der
Woche gönnt, und zwar auch denen, die eigentlich wenig oder nichts zu sagen haben, Frauen und Kindern und Tagelöhnern und Ausländern – allen denen, die die eigentliche Arbeit machen – und selbst die Arbeitstiere sind in die Sabbatruhe mit eingeschlossen ... Die fasziniert sind von dem Gott, der in seiner Tora, seiner Weisung, an zentraler Stelle festgelegt hat: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Herr. (Lev.19,18) Solche menschenfreundlichen und lebensdienlichen Gebote, soviel Barmherzigkeit und Gerechtigkeitsliebe faszinieren so manche Nichtjuden. Und so pilgerten sie nach Jerusalem, zum Tempel dieses Gottes auf dem Zionsberg. Alle alle kamen zu den großen Wallfahrtsfesten, manche von wirklich weither, in ähnlich freudiger Erregung, wie wir es von den Kirchentagen kennen.
Doch bevor die Wallfahrer am Ziel ihrer Wünsche angelangt sind, müssen die Zugangskontrollen passiert werden. Das ist bei Kirchentagen lockerer als in Fußballarenen oder bei der IAA. Aber hindurch müssen sie. Und da gibt es nicht nur freundliche Begegnungen. Selbst auf Kirchentagen ist die eine oder andere Klage über unfreundliche Ordner mit oder ohne Lederhosen zu hören, vor allem dann, wenn mal wieder Veranstaltungen überfüllt sind. Und bei Fußballspielen oder Rockkonzerten kann es dann auch mal ziemlich ruppig zugehen.
Während die Ordner bei Kirchentagen alles ehrenamtliche Helfer sind und als solche sowohl hoch motiviert als auch immer mal wieder belobigt, sind die Türsteher sonst eher mäßig bezahlte Profis und nicht immer gut beleumdet. Wenn sie freundlich sind, so ist es gut. Aber ihre eigentliche Aufgabe ist, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen, und dafür ist energisches Auftreten und gegebenenfalls muskulöses Zupacken die wichtigere Voraussetzung. Ohne sie drohen Wallfahrten im Massenchaos zu versinken. Das zu verhindern, ist die manchmal unsympathische Aufgabe der Ordner und Türsteher.
Auch damals am Tempel auf dem Zionsberg. Da wurden die Wallfahrer auch von Türstehern und Wächtern empfangen – den Korachiten (oder Söhnen Korach, wie es wörtlich und etwas poetisch klingender heißt). Das waren sicherlich handfeste und, wenn es sein musste, nicht zimperliche Kerle, und ihr soziales Ansehen war nicht sonderlich hoch. Zusätzlich hatten sie allerdings noch eine weitere Aufgabe: alle Wartenden mit Gesängen auf das erhebende Erlebnis des Tempelbesuches einzustimmen – so wie die Fußballfans mit ihren Schlachtgesängen, derb und laut, sich und alle anderen vorher schon auf das bevorstehende Spiel einstimmen. (Diese Aufgabe haben heutige Türsteher und Ordner nicht mehr. Am ehesten finden wir es noch, wenn bei Kirchentagen Pfadfindergruppen sich die Zeit vertreiben und den Wartenden Lieder zur Klampfe vorsingen.)
Ein solches Lied ist der Ps. 87 (nach Zürcher2007), dem man die Überschrift geben kann: In Zion geboren
1 Von den Korachitern. Ein Psalm. Ein Lied.
Seine Gründung
liegt auf heiligen Bergen,
2 der HERR liebt die Tore Zions
mehr als alle Wohnungen Jakobs.
3 Herrliches redet man von dir,
du Stadt Gottes. Sela
4 Ich rechne Rahab und Babel zu denen, die mich kennen,
Philistäa und Tyrus samt Kusch:
der da ist hier geboren.
5 Vom Zion aber wird man sagen:
Mann für Mann ist darin geboren,
und er selbst, der Höchste, gibt ihm Bestand.
6 Der HERR schreibt auf, wenn er die Völker verzeichnet:
der da ist hier geboren. Sela
7 Und man singt beim Reigentanz:
Alle meine Quellen sind in dir.
‚Singe, wem Gesang gegeben!’ ... Von den Korachitern. Ein Psalm. Ein Lied. Der Chor der Türsteher auf dem Zionsberg stimmt an. Vielleicht nicht so deftig wie die Eintrachtfans vorm Stadion, aber sicherlich auch nicht so brav und verhalten wie eine normale Gottesdienstgemeinde.
Seine Gründung
liegt auf heiligen Bergen,
der HERR liebt die Tore Zions
mehr als alle Wohnungen Jakobs.
Herrliches redet man von dir,
du Stadt Gottes. Sela
Das ist das Erkennungszeichen. Der Ort wird besungen, an dem wir uns gerade alle befinden. Auf den wir uns alle ausrichten mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all unserer Kraft (cf. Dtn.6,5). Der Zionsberg. Die Wohnung des Ewigen. Die Stadt Gottes. Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem, wie es beim Propheten Jesaja heißt (Jes.2,3c). Hier ist mehr als Byzanz oder Rom oder Genf. Hier feiern wir die Gegenwart unseres Gottes. Hier feiern wir jetzt schon, was sein soll und sein wird und worauf hin wir leben: ... die heilige Stadt, das neue Jerusalem. Von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. ... Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Offb.Joh.21,2-4.) In der Tat: Herrliches redet man von dir, du Stadt Gottes. So ist es für immer. Selbst und immer noch im letzten Buch unserer christlichen Bibel.
Was die Korachiten dann weiter singen, ist nicht mehr so ganz koscher. Die Priester werden sich voller Entsetzen abgewendet haben und die Theologen missbilligend die Stirnen gekräuselt.
Ich (Zion) rechne (- mit den heutigen Ländernamen gesprochen -)
Ägypten und den Irak zu denen, die mich kennen,
dazu Palästina und Libanon samt Schwarzafrika:
die sind hier (in Zion) geboren.
Vom Zion aber wird man sagen:
Mann für Mann ist darin geboren,
und er selbst, der Höchste, gibt ihm Bestand.
Der HERR schreibt auf, wenn er die Völker verzeichnet:
die sind hier (in Zion) geboren. Sela
Die alle sind in Zion geboren? Am Sitz des Gottes Abrahams und Isaaks und Jakobs? In der Stadt Davids? Im Bereich des Tempels Salomos? Das ist mehr und radikaler als das, was wir von Jesaja kennen: Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, ... Ja, zur letzten Zeit, aber die Korachiten tun und singen so, als ob diese letzte Zeit schon jetzt angebrochen ist! ... und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wir Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. (Jes.2,2-3) Willkommen, ihr Gottesfürchtigen! Seid gegrüßt und willkommen, wo auch immer ihr herkommt!
Die korachitischen Türsteher feiern mit ihrem Gesang die Heiden, die Unbeschnittenen, die als Gottesfürchtige aus allen vier Himmelsrichtungen sich unter die Menge der Wallfahrer gemischt haben, als ob sie zu Israel gehörten. Was eigentlich ja nicht der Fall ist und auch gar nicht sein kann – wenn es mit rechtern Dingen zugeht! Gott hat seinen Bund mit Abraham geschlossen und dann mit Israel in der Wüste, und nur der gehört dazu, der beschnitten ist. (Und das gilt auch für die Frauen, auch wenn sie nicht beschnitten werden. Bei uns Christen werden jedoch alle getauft und haben die Taufe als Zeichen der Zugehörigkeit.)
Aber das ist das Privileg von Propheten und Dichtern, Dinge formulieren und singen zu können, die frommer Rechtgläubigkeit und skrupulösem Religionsrecht verwehrt sind. Sie können Grenzen überspringen. Sie können Schranken zerbrechen. Sie können Mauern einreißen. Damit öffnen sie die Gemeinschaft der Glaubenden für die an den Hecken und Zäunen (cf. Lk.14,23). Damit holen sie die verheißene Zukunft in die Gegenwart hinein. Damit ermöglichen sie eine überwältigende Gastfreundschaft.
Es werden solche traumhaften Visionen wie die des Propheten Jesaja gewesen sein und solche unorthodoxen Lieder wie die der korachitischen Türsteher, die Jesus beflügelt haben, solche Geschichten wie die vom Großen Abendmahl zu erzählen, und Paulus, in alle Welt hinaus zu gehen und für den Messias Jesus zu werben. Träume und Lieder sind der Brennstoff der Gläubigen. In Träumen und Liedern wird unser Glaube zur Mission. Es ist, als hätten die Tempeltürsteher Fulbert Steffenskis schöne Formulierung schon gekannt: ‚Mission heißt, davon zu erzählen, was wir lieben.’ Und davon eben auch zu singen. Der HERR schreibt auf, wenn er die Völker verzeichnet: die sind hier (in Zion) geboren. So ist es für immer. Was doch alles werden kann aus diesem einen kleinen Satz an Abraham In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden (Gen.12,3) ...
Der Schluss dieses Türsteher-Songs hat geradezu Volksfest- und Schunkelqualität.
Und man singt beim Reigentanz:
Alle meine Quellen sind in dir.
Singt und tanzt und singt es laut: Grundlage eines guten und gerechteten Lebens ist der Gott Israels, der Weisung gibt und Barmherzigkeit übt und Gerechtigkeit liebt!
Tanzt und singt dies nach der Melodie eines Osterliedes, zum Beispiel der des tschechischen Besiegt hat Jesus Tod und Nacht (hessEG 553), zu der passend Eugen Eckert diesen Psalm nachgedichtet hat:
Auf heilgem Berg, der Städte Zier
schwebt, lebt, als könnt sie fliegen.
Den Atem Gottes spür ich hier,
all meine Quellen sind in dir
und sollen nicht versiegen.
Aus Zions Toren klingt ein Lied,
ein wunderbarer Reigen.
Und wie im Tanz die Schwermut flieht,
und wie beim Singen Gott einzieht,
kann ich nur froh mich zeigen.
Dich nenn ich Mutter, dich, du Stadt,
wir sind aus dir geboren.
An deinen Tischen machst du satt,
die Heimat suchen, fremd und matt –
du gibst uns nicht verloren.
Auf heilgem Berg, der Städte Zier,
du bist der Völker Wiege.
Den Atem Gottes spür’n wir hier,
all unsere Quellen sind in dir.
Geb Gott, dass nichts versiege.
Dazu fordern die Türsteher des Tempels auf und dazu lädt Jesus von Nazareth ein. Und dazu möchte auch ich Sie ermutigen. Denn: Das ist köstlich, dir zu sagen Lob und Preis! (EG 284) – Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. (Phil.4,7 Zürcher2007). Amen.
EG 284 „Das ist köstlich, dir zu sagen Lob und Preis!“
Benutzte Literatur:
- Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext, Perikopenreihe III, Plus: Psalmen predigen – u.a. Marion Gardei / Andreas Nachama, Ps. 87: Ein Psalm für die Fremden, die nach Zion kommen, S. XX ff., hg. v. Studium in Israel, Wernsbach 2010
- Der Gottesdienst, Liturgische Texte in gerechter Sprache, Bd. 3 Die Psalmen, hg. v. Erhard Domay und Hanne Köhler, Gütersloh 1998, S. 366 f.
Jürgen Reichel-Odié, Pfarrer i.R. in Frankfurt/M.
Predigt zu Psalm 87 von Jürgen Reichel-Odié.pdf

