Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
27. und 28. Mai 2012 in Detmold
Detmold. Mit einer Vielzahl an Informationen und Aktionen beteiligen sich die Lippische Landeskirche, ihre Kirchengemeinden sowie die Diakonie zu Pfingsten am Nordrhein-Westfalen-Tag in Detmold.
31. Mai 2012, 12 Uhr in Düsseödorf
Anlässlich der konstituierenden Sitzung der 16. Wahlperiode des NRW-Landtages laden der Beauftragte der Evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen und der Direktor des Katholischen Büros Nordrhein-Westfalen am Donnerstag, 31. Mai 2012, zu einem Ökumenischen Gottesdienst ein. Dieser Gottesdienst, den Kirchenrat Rolf Krebs und Prälat Martin Hülskamp leiten, beginnt um 12 Uhr in der Pfarrkirche St. Maximilian, Schulstraße 9, in Düsseldorf.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Predigt am 9. November 2011: Pogrom - Antisemitismus - Staat Israel - Konflikte im Nahen Osten - ''Wünscht Jerusalem Glück!''
von Sylvia Bukowski
"Für mich ist es besonders erschreckend, dass selbst fortschrittliche Bewegungen, deren Anliegen ich teile und die sich selbst nie mit Antisemitismus in Verbindung bringen würden, nicht frei sind von antijüdischen Denkmustern. Während sich die feministische Theologie jedoch inzwischen davon in einem selbstkritischen Prozess gelöst hat, geben in der Friedensbewegung nach wie vor viele völlig unreflektiert Israel die Alleinschuld am Nahostkonflikt, und bei den jüngsten Occupy Demonstrationen gab es Transparente gegen das „jüdische Kapital“. Von guten Wünschen für Jerusalem und das Land Israel ist gegenwärtig in der Welt und auch in vielen Weltkirchen wenig zu merken."
Predigt am 9. November 2011 in der Reformierten Gemeinde Frankfurt
Gebet nach Psalm 94,1.14
Du Gott Israels,
Richter der Welt:
Wir erinnern uns heute an die Nacht,
die das Fanal gab
zum gewalttätigen Aufruhr
gegen dich
und das jüdische Volk,
das du dir erwählt hast.
Wir können nicht ermessen,
was schon in jener Nacht zerstört worden ist,
als die Synagogen brannten,
als deine Tora in den Schmutz getreten wurde,
als Menschen, die in Deutschland heimisch waren
Besitz, Schutz und ihre Gewissheiten verloren,
und die Gewalttäter und Beisteherinnen ihr Gewissen.
Die Berichte der Opfer beschämen uns,
die Unbußfertigkeit vieler Täter empört uns,
und eine wachsende Judenfeindschaft
in der Völkergemeinschaft
fordert von uns Wachsamkeit und Widerstand.
Gott, du hältst deinem Volk die Treue.
Fall allen in den Arm,
die es erneut mit Vernichtung bedrohen,
und festige den Zusammenhalt von Christen und Juden
in unserem Land und überall auf der Erde.
Liebe Gemeinde!
Sie sind heute hierher gekommen, um der Pogrome des 9.11.1938 zu gedenken und ein Zeichen zu setzen: Nie wieder darf so etwas geschehen, nie wieder darf in unserem Land Hass Menschen bedrohen, die anders glauben, denken und leben.
Einige von Ihnen haben vielleicht als Kinder jene Nacht miterlebt und mit eigenen Augen gesehen, wovon wir Jüngeren nur gehört haben: wie die Synagogen brannten, wie die Scheiben jüdischer Geschäfte zerschlagen wurden, und wie gröhlende SA Trupps durch die Straßen marschierten. Vielleicht haben Sie auch die Gesichter verängstigter Menschen gesehen und das fassungslose Weinen der Betroffenen.
Der langjährige Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde in Wuppertal, Heinz Bleicher, ist in jener Nacht verhaftet worden. Er war damals ein junger, erfolgreicher Geschäftsmann. Auf einen Schlag wurde er aus seinen komfortablen Lebensverhältnissen herausgerissen und in dem KZ Dachau interniert. Dort wurde er wochenlang gedemütigt, misshandelt und eingeschüchtert. Als er zurückkehrte war er ein gebrochener Mensch. 5 Jahre später erfolgte seine Deportation nach Auschwitz.
Wenn er später von seinen Erlebnissen im November 38 erzählte, wurde nicht nur spürbar, wie stark ihm die erlittenen körperlichen Qualen zugesetzt haben. Alles wurde für ihn noch viel schlimmer durch die Gleichgültigkeit seiner Nachbarn und Kollegen, von der Häme und Schadenfreude seiner Konkurrenten ganz zu schweigen. Selbst seine Freunde haben es nicht gewagt, offen zu ihm zu stehen, sondern haben ihm ihr Bedauern über sein Schicksal nur heimlich ausgedrückt.
Das Gefühl völliger Verlassenheit angesichts einer mörderischen Gefahr für Leib und Seele hat Heinz Bleicher bis zu seinem Tod in seinen Träumen heimgesucht. Er, der tagsüber eine humorvolle, starke Persönlichkeit war, wachte nachts oft schreiend auf. Seine Frau fürchtete deshalb immer besonders den November.
Das Trauma dieses einzelnen jüdischen Überlebenden ist zugleich ein kollektives Trauma Israels. Heute mehr denn je fühlt sich der jüdische Staat in der Weltgemeinschaft isoliert und alleingelassen angesichts wiederholter und durchaus ernst zu nehmender Drohungen, ihn aus der Landkarte zu löschen. (Schals mit einem Nahen Osten ohne Israel wurden auf dem Palästinenserkongress in Wuppertal in diesem Jahr schon verteilt und auch von Bundestagsabgeordneten der Linken getragen)
Es gibt Stimmen, die mit höchst moralischem Unterton behaupten: Israel bringe sich mit seiner verfehlten Politik ja selbst in diese gefährliche Lage. Aber merken Sie, wie das die alte antisemitische Regel spiegelt, die da lautet: die Juden sind selbst schuld an ihrem Unglück?
Ich stimme zu: Israels Politik ist in der Tat in mancher Hinsicht fragwürdig. So fragwürdig wie die Politik vieler anderer Staaten auch, von den arabischen Despoten ganz zu schweigen. Aber welchem anderen Staat wird wegen schlechter Politik das Existenzrecht abgesprochen?
„Wünscht Jerusalem Glück! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben! Es möge Frieden sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen, will ich dir Frieden wünschen! Um des Hauses des Herrn willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen!“ (Psalm 122,6-9)
Diese guten Wünsche des Psalms gelten nicht einem Jerusalem, das einmal besser war als es heute ist. Immer schon war Jerusalem eine Stadt voller Spannungen: die Stadt Davids und der Heimatort vieler Nichtjuden, die heilige Stadt Gottes und Schauplatz himmelschreiender sozialer Ungerechtigkeit, die Gottes Gegenwart Hohn spricht; die Stadt, die Schalom in ihrem Namen trägt und sich immer wieder in Kriege verstrickt hat.
Aber selbst wenn Gott die Stadt im Zorn bestraft, bleibt sie seine geliebte Stadt. In der mündlichen Tora ist man sich sicher: Gott hat die Verbannten in jedes Exil begleitet, und die göttliche Botschaft „tröstet, tröstet mein Volk“ die Jesaja in Babylon verkündet, ist nach Auffassung der Rabbinen zugleich als Bitte Gottes zu verstehen: tröstet mich, tröstet mich, mein Volk. Denn wie ein Hirte, dessen Herde zerrissen ist von wilden Tieren klage Gott über die Zerrissenheit seines Volkes und brauche dessen Trost. (Ein Gedanke, den Dietrich Bonhoeffer aufgenommen hat, vgl. sein Gedicht „Christen und Heiden“.)
Auch Jesus ist in Liebe mit Jerusalem verbunden. Wie jeder fromme Jude pilgert er zu allen Festen dorthin, im Tempel betet und lehrt er, und als er kurz vor seinem Tod die erneute Zerstörung Jerusalems kommen sieht, weint er, weil ihm das Schicksal der Stadt wirklich zu Herzen geht und weh tut.
Aber Sie wissen: Seine Anhänger haben diese Liebe zu Jerusalem und dem jüdischen Volk später nicht mehr geteilt. Ins Rampenlicht ist Jerusalem erst wieder in der Zeit der Kreuzzüge getreten. Christliche Ritter sollten die Stadt aus den Händen der Heiden befreien. Damit waren allerdings auch die Juden gemeint, mit deren Ermordung man schon in Europa begann. Die Bilanz der Kreuzzüge waren mehr als 20 Mio. Tote, ohne dass das Ziel erreicht wurde: Das irdische Jerusalem blieb den Sarrazenen. In der Folge konzentrierten sich die Christen mehr und mehr auf das himmlische Jerusalem. Das Lied „Jerusalem, du hoch gebaute Stadt,“ das auch wir am Ende des Kirchenjahres oft noch singen, beschreibt die christliche Sehnsucht nach dem jenseitigen Ort sehr anschaulich. Immerhin haben in diesem Lied die toten Patriarchen und Propheten Israels noch einen Platz. Eine Wertschätzung des lebendigen jüdischen Volkes war indessen jahrhunderte lang verloren gegangen. Man neidete Israel seine Erwählung und machte ihm die Treue Gottes streitig. Eine oftmals tödliche Eifersucht, die schließlich gepaart mit dem sozialen Neid auf die Juden dazu beitrug, dass der Massenmord der Shoa mitten im christlichen Abendland möglich wurde. Was den Juden geschah, geschah ihnen Recht – diese Meinung hegten viele Christen, sogar manche prominente Vertreter der Bekennenden Kirche.
Ich zitiere aus einer Predigt von Hans Asmussen, den lutherischen Hauptpromotor der Barmer Theologischen Erklärung, der behauptet:
„Die Zeit des Judentums ist vergangen. Israel hat die große Stunde Gottes nicht erkannt. Darum ist es als politisches Gebilde untergegangen. Das Recht Israels auf den Gottesstaat ist nach Gottes Willen erloschen, seitdem es seinen Erlöser ans Kreuz geschlagen hat. Die Juden haben das Haus, welches Gottes Haus war, zu einem Tempel gemacht, in dem sie dem Geld dienten. Darum war ihnen auch das Kommen Jesu im Fleisch etwas Fremdes. Sie hassten ihn mit Notwenigkeit, weil er ihr Ende offenbar machte. Das neue Wesen kennt keinen Frieden mit Juden und Heiden. Beiden steht die Kirche in unverbrüchlichem Gegensatz gegenüber, solange sie überhaupt Kirche ist.“
Nach dem Krieg wuchs langsam die Einsicht in die ungeheure Mitschuld der Kirche an dem jüdischen Leid, das der NS Staat über ganz Europa gebracht hat. Viele Christinnen und Christen begannen, ein starkes Mitgefühl für die Opfer der Shoa zu empfinden. Aber was ist, wenn Juden nicht auf ihre Opferrolle festgeschrieben sein wollen, wenn sie sich dem christlich jüdischen Dialog verweigern, weil sie ihrerseits Christen für ihr Judesein nicht brauchen, oder wenn sie nach dem Motto: nie wieder Auschwitz! den Staat Israel als Zufluchtsort für alle Juden mit allen Mitteln militärischer Stärke sichern? Wo bleibt dann die christliche Sympathie für die Juden?
Für mich ist es besonders erschreckend, dass selbst fortschrittliche Bewegungen, deren Anliegen ich teile und die sich selbst nie mit Antisemitismus in Verbindung bringen würden, nicht frei sind von antijüdischen Denkmustern. Während sich die feministische Theologie jedoch inzwischen davon in einem selbstkritischen Prozess gelöst hat, geben in der Friedensbewegung nach wie vor viele völlig unreflektiert Israel die Alleinschuld am Nahostkonflikt, und bei den jüngsten Occupy Demonstrationen gab es Transparente gegen das „jüdische Kapital“. Von guten Wünschen für Jerusalem und das Land Israel ist gegenwärtig in der Welt und auch in vielen Weltkirchen wenig zu merken.
Aber Jerusalem existiert und ist nach Jahren der Zerstreuung des jüdischen Volkes wieder Hauptstadt eines Staates Israel. Juden aus aller Welt können wieder nach Jerusalem aufsteigen wie die Pilger in dem Psalm. (Alija, Aufstieg, ist gleichzeitig der neuhebräische Begriff für die Einwanderung nach Israel geworden). Ich finde, nach den jahrhunderte langen Anfeindungen und blutigen Verfolgungen der Juden ist das wirklich ein Wunder, und unsere rheinische Kirche sieht zu Recht in der fortdauernden Existenz des jüdischen Volkes, in der Heimkehr in das Land der Verheißung, und auch in der Errichtung des Staates Israel ein Zeichen der Treue Gottes.
Aber es wäre falsch, jetzt nicht auch von dem andauernden Konflikt um Jerusalem zu reden. Denn auch für Muslime hat El Quds, die heilige Stadt, eine hohe Bedeutung und die Palästinenser fordern, dass sie künftig die Hauptstadt eines eigenen Staates wird. Die Vertriebenen möchten zurückkehren in ihre Häuser, sie möchten neue bauen, wenn ihre alten bei militärischen Strafaktionen zerstört worden sind, sie möchten die Mauer niederreißen, die die Stadt zerschneidet: auch die Palästinenser beanspruchen Jerusalem als Heimat.
Sie kennen vielleicht das sogenannte kairos Papier. In ihm beklagen palästinensische Christen ergreifend das Elend der israelischen Besatzung. Diesen Aufschrei dürfen wir nicht überhören, am Leid der palästinensischen Bevölkerung nicht vorbeisehen. Und es ist gut, dass es in unseren Gemeinden Menschen gibt, die sich leidenschaftlich für eine Verbesserung der Lage im Westjordanland und in Gaza engagieren. Aber theologisch dürfen wir nicht von der Erkenntnis der besonderen Rolle Israels in Gottes Heilsgeschichte und unserer in Jesus begründeten Verbundenheit mit dem jüdischen Volk abbringen lassen. Und politisch müssen wir vehement allen widersprechen, die in ihrer einseitigen Parteinahme die palästinensische Gewalt und die Angriffe extremer Islamisten wie der Hisbollah auf Israel verharmlosen und so weit gehen, Israel bisweilen mit den Nazis gleichsetzen.
„Wünscht Jerusalem Glück! Es möge Friede sein in deinen Mauern. Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. Um des Hauses des Herrn willen will ich dein Bestes suchen..."
Unsere Kirchen können weiter dazu beitragen, dass Palästinenser und Juden einander zuhören und den jeweils anderen besser in seinem Schmerz und in seinen Ängsten verstehen lernen. Wir alle können in der Gemeinde die Friedensaktivisten in Israel und Palästina unterstützen (und davon gibt es gerade auf israelischer Seite sehr viele, die Ruf und Gesundheit riskieren, um Menschen, Olivenhaine und Häuser vor Angriffen ihrer Landsleute zu schützen). Aber jedem einzelnen von uns legt der Psalm das Gebet für die Bewohner Jerusalems nahe, so verschieden wie sie immer schon waren und immer noch sind. Vielleicht weil die Unterschiede immer schon zu Spannungen geführt haben, wird die Bitte um Frieden mehrfach (im Hebräischen 5 mal) wiederholt. Und die Dringlichkeit dieser Bitte besteht weiter!
Im Kontext des heutigen Tages möchte ich zum Schluss noch anfügen: Wir sind wahrlich nicht berufen, Richter über Israel zu sein. Besser steht uns an, Juden, wo immer wir ihnen begegnen merken zu lassen: sie sind nicht alleingelassen in Anfeindung und Bedrohung. Auch im Streit um die richtige Politik bleiben wir ihnen geschwisterlich verbunden und verfolgen verlässlich das Ziel: „Am Jisrael chai!“ das Volk Israel lebe, und Jerusalem finde heraus aus seiner Zerrissenheit zu Schalom.
Sylvia Bukowski, Pfarrerin, Wuppertal, November 2011

