Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Kunst, Literatur und Musik in lippischen Kirchen
Kreis Lippe. In der Nacht von Pfingstsonntag (27. Mai) auf Pfingstmontag bieten rund 230 Kirchen in Westfalen und Lippe ein vielfältiges Programm: es ist die 5. Nacht der offenen Kirchen. In Lippe sind Kirchen in Bad Meinberg, Bad Salzuflen, Detmold, Dörentrup-Bega und Lemgo geöffnet.
23. bis 25. Mai 2012 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai, 11.30 Uhr, Kaiser-Wilhem-Platz, Detmold
Detmold. Zu einem ökumenischen Gottesdienst „Gottes Geist in unserer Mitte“ laden die Lippische Landeskirche, das Römisch-Katholische Dekanat Bielefeld-Lippe, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Kirche ein.
Pfingstsonntag, 27. Mai 2012
Mit einem großen Geburtstagsfest in Ratzeburg wird die Nordkirche ihren allerersten Tag feiern: Am Pfingstsonntag (27. Mai) wird Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland offiziell gegründet - sie entsteht aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
27. und 28. Mai 2012 in Detmold
Detmold. Mit einer Vielzahl an Informationen und Aktionen beteiligen sich die Lippische Landeskirche, ihre Kirchengemeinden sowie die Diakonie zu Pfingsten am Nordrhein-Westfalen-Tag in Detmold.
31. Mai 2012, 12 Uhr in Düsseödorf
Anlässlich der konstituierenden Sitzung der 16. Wahlperiode des NRW-Landtages laden der Beauftragte der Evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen und der Direktor des Katholischen Büros Nordrhein-Westfalen am Donnerstag, 31. Mai 2012, zu einem Ökumenischen Gottesdienst ein. Dieser Gottesdienst, den Kirchenrat Rolf Krebs und Prälat Martin Hülskamp leiten, beginnt um 12 Uhr in der Pfarrkirche St. Maximilian, Schulstraße 9, in Düsseldorf.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
1. bis 3. Juni 2012: Pilgerwochenende in Falkenhagen
Kreis Lippe. Eine Auszeit für die Seele, eine Unterwegszeit für die Füße, eine Zeit der Gemeinschaft auf dem lippischen Pilgerweg: Zu einem Pilgerwochenende lädt die Lippische Landeskirche nach Falkenhagen ein.
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
3. Juni 2012: Evangelischer Bauerntag in Silixen
Kreis Lippe/Extertal-Silixen. „Was darf unser Essen kosten?“ – unter diesem Motto steht der Evangelische Bauerntag der Lippischen Landeskirche am Sonntag, 3. Juni, von 14 bis 17 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2012
EKD. „Herzlich Willkommen – wer immer Du bist.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche 2012, die vom 23. bis 29. September stattfindet.
Wettbewerb zum 7. Musikfestival ''Klassik für Kinder'' vom 28. bis zum 30. September 2012
Wolfgang Amadeus hat es getan, Johann Sebastian und Felix, genauso wie im vergangenen Jahr erst Svenja oder Aaron: Sie alle haben sich schon als Kind ans Notenpapier gesetzt und Musik geschrieben. Auch heute gibt es Kinder, die schon eigene Werke komponieren. Das Musikfestival „Klassik für Kinder“, das vom 28.-30. September 2012 zum siebenten Mal in der Evangelisch-reformierten Kirche zu Leipzig stattfindet, schreibt daher wieder einen Kompositionswettbewerb aus und wird dabei durch den Musikverlag Bärenreiter unterstützt.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Die Berufung des Petrus: Matthäus 16,13-19 und Johannes 21,15-19
Predigt von Dorothea Kuhrau
Predigt über die Berufungen des Petrus (Matth 16,13-19 und Joh 21,15 – 19) in der Reihe Herausgerufene – Gottes befremdliche Aufträge. Gemeindesaal der Antoniterkirche am 13.11.2011
Die Lesung während der Liturgie: Matth.16,13 – 19 bot die erste Berufungsgeschichte,
die zweite, Joh. 21,15-19, wird während der Predigt vorgetragen.
Liebe Gemeinde!
„Ich muss über Petrus predigen“, sagte ich zu meiner katholischen Nachbarin Renate. Die sah darin kein Problem. Wörtlich sagte sie: „Petrus war der erste Papst und der Papst ist Gottes Stellvertreter auf Erden.“ Bis heute glaubt die größere Hälfte der Christenheit, dass der Papst in Rom zu Recht seines Amtes walte und er dies durchaus mit Gottes Willen und Zustimmung tue: wegen Petrus.
Wir Evangelischen aber haben erst vor zwei Wochen beim Reformationsfest an Luthers Abgrenzung gegen den Papst in Rom gedacht und an sein neues Vertrauen auf Gottes freie Gnade. Welche Rolle spielt für uns denn Petrus?
„Keinem von uns ist Gott fern“, heißt es in der Apostelgeschichte. Aber wir selbst fühlen uns manchmal allein, weit entfernt von Gott in seiner Erhabenheit. Da ist es gut, von jemandem zu wissen, der ihm offiziell näher steht. Die Berufungsgeschichten, die in unserem Kreis in diesem Jahre nacherzählt und ausgelegt wurden, spiegelten diese besondere Nähe zu Gott. Abraham, Mose, Amos, Paulus, alle folgten sie seinem Ruf.
In unserer Predigt heute geht der Ruf nicht von Jahwe aus, sondern vom historischen Jesus. Er berief den Petrus. Petrus stand Jesus so nahe, dass er sich zu Recht als Bewahrer seiner Anliegen fühlen konnte. Von keinem Jünger spricht das Neue Testament so häufig wie von Petrus. Aber welches waren denn Jesu Anliegen? „Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue“ lesen wir etwa in Matth. 23. Und dies wird im Folgenden nicht in einer Berufungsgeschichte entfaltet, sondern in dreien. Wer war dieser Petrus?
Die erste Berufung des Petrus am See zum „Menschenfischer“: Matth. 4,18 - 20
Eigentlich hieß er Simon, Sohn des Jona, Barjona auf aramäisch, aber barjona als Adjektiv heißt auch „impulsiv“. Und so haben wir ihn auch kennen gelernt, seitdem wir im Kindergottesdienst von ihm hörten: Immer mit dem Mund vorneweg, und auch wenn’s sein musste mit dem Schwert. Simon Petrus und sein Bruder Andreas stammten aus Bethsaida in Galiläa. Beide waren Fischer. Ich nenne ihn im Folgenden Petrus, Paulus nennt ihn konsequent Kephas, beides ist als Beiname gedacht und heißt, wie Sie wissen, „Stein“. In Kapernaum, auf der westlichen Seite des Sees Genezareth, kann man heute die ausgegrabenen Reste von Häusern aus der Zeit Jesu besichtigen, darunter eines, das „Haus des Petrus“ heißt. Wohnte er hier in seiner Großfamilie? Versorgte hier die Schwiegermutter die Kinder, als Petrus und seine Frau dem Ruf Jesu gefolgt war?
Jesus hatte den beiden Brüdern befohlen, sofort mit ihm zu kommen. Sofort. Nicht einmal die Netze, die sie ausgeworfen hatten, holten sie noch herein. „Ich will Euch zu Menschenfischern machen“, zu Missionaren für die Königsherrschaft Gottes. Und Simon folgte ihm, sein Bruder Andreas folgte ihm. Und seine Frau! Sie gehörte, wie wir aus 1.Kor. 9 wissen, zu den Frauen, die ihre Männer bei ihrer Mission begleiteten, vielleicht auch schon zu Lebzeiten Jesu.
Die zweite Berufung des Petrus zum Fundament der Kirche Mat.13, 17 – 19
Wir haben diese Berufung eben als Lesung gehört und Sie finden sie auch vor sich als Text „Du bist Petrus (Stein) und auf diesen Fels will ich meine Kirche gründen.“
Was sah Jesus in Petrus? Wozu berief er ihn? Zum Gründer einer Kirche? Einer Großorganisation? Sicher nicht! Jesus wollte die Königsherrschaft Gottes. Er verkündete sie und er brachte sie zugleich seinen Zuhörern, in dem wie er die Kranken gesund machte, in der Art, wie er sie freisprach von schlechtem Gewissen, wie er sie lieb hatte.
Vor allem die Armen, die Landarbeiter, die Krämer und die Kranken. Das sollte auch nach seinem Tod weitergehen. Vielleicht vertraute er deshalb besonders auf Petrus? Der war ein Organisationstalent, ein Macher.
Freilich, den Satz: „Du bist Petrus, der Fels, auf den ich meine Kirche bauen werde“, den hat Jesus wohl nicht zu ihm gesprochen. Denn Jesus konnte sich eine Kirche, gar „seine Kirche“ überhaupt nicht vorstellen. Er lebte als Jude unter Juden. Er hoffte, dass Petrus und Andreas, Jakobus, sein eigener Bruder, Johannes und wohl auch Maria Magdalena dafür in Zukunft Mitstreiter bleiben würden. Freunde, die sich der Herrschaft Gottes auf Erden öffnen würden und sie vorantreiben, beherzt und getrost. So gab er a l l e n Jüngern Geist und Vollmacht, in seinem Sinne zu handeln. (Matth. 18,18 u.a.) Zum Bischof von Rom oder gar zum ersten Papst hat Jesus den eifrigen Petrus sicher nicht gemacht.
Denn erst nach 250 n. Chr. wurde das Amt des Bischofs von Rom als etwas verstanden, das man als Wichtigstes ununterbrochen weiter vergeben durfte. Also Nachfolge Petri auf Dauer über die Jahrhunderte! Dieses Amtsverständnis begann, als der Bischof und die Christen in Rom im weströmischen Reich gegenüber den Bischöfen von Konstantinopel, von Jerusalem und Alexandria im oströmischen Reich eine Vorrangstellung beanspruchen und legitimieren wollten. Entsprechend wurden diese Verse später interpretiert. In dieser Bewertung der Stellung des Petrus sind sich seit etwa 30 Jahren die neutestamentlichen Wissenschaftler einig. Und zwar evangelische wie katholische. Jesus hat Petrus nicht zum Papst berufen. Aber warum ist der dann der bekannteste Jünger Jesu geworden?
Die dritte Berufung des Petrus zum Hirten: Joh 21,15 – 19
Um dies zu beantworten, schauen wir auf den auferstandenen Christus. Er sprach die dritte Berufung des Petrus aus. Sie klingt ganz anders als die erste und die zweite Berufung.
Nicht Petrus, der Macher, das Organisationstalent ist gefragt, sondern der Petrus, der Jesus lieb hat und ihm auch im Alter und im Leid noch vertrauen wird. Wir wollen die beiden jetzt treffen:
Ein kühler Morgen. Frühdunst liegt über dem See Genezareth. Der Auferstandene erwartet seine Jünger am Ufer des Sees. Sie arbeiten ja nach seinem Tod wieder in Galiläa als Fischer. Er hat schon Feuer angezündet, Fische gebraten und Brot bereit gelegt. Fürsorglich sagt er: „Kinder, kommt her und esst.“ Und so geht diese Osterlegende weiter:
Lesung Text Joh.21, 15
Hier wird einer von neuem berufen, der seinen Auftraggeber bereits dreimal verleugnet hat. Und also fragt der ihn dreimal: „Simon Petrus, hast Du mich lieber als diese anderen hier? Ja, dann nimm meinen Auftrag entgegen: Weide meine Schafe!“
Nicht um den Aufbau einer mächtigen Kirche geht es, nicht um Schlüsselgewalt und Exkommunikation. Viel bescheidener lautet dreimal der Befehl: Weide meine Lämmer! So oft fragt Jesus, dass Petrus ganz genervt antwortet: „Du weißt doch alles, also weißt du doch, dass ich dich lieb habe.“ Und beide wissen, was ungesagt bleibt: trotz des Petrus Treulosigkeit in der Verleugnung.
Ich kann nur immer neu staunen über das Vertrauensvolle, das fast Intime dieser Szene. Jesus denkt nicht daran, das Gesicht zu wahren als auferstandener Christus und Gottessohn. Nein, er riskiert sich. Er fragt nach Freundesliebe: „Petrus, sag mal ehrlich, bin ich auch wirklich Dein allerliebster Freund? Schwörst Du? Großes Ehrenwort?“ Fast wie zwei Jungen auf dem Schulhof. Es ist ein ungewohnter Gedanke, dass Jesus so ein Interesse an unserer Freundschaft zu ihm haben sollte. Hat er das nötig? Ja.
Wie lautet die Berufung nun: Hüte meine Schafe. Kümmere dich um die Schutzlosen.
Auch unsere Gesellschaft verlangt nach 2000 Jahren noch nach guten Hirten, denen man die Gemeinde und sich anvertrauen kann. Und es hat diese Hirten gegeben und es wird sie hoffentlich weiter geben: Allerdings erkennt man sie in bösen Zeiten besser.
Harald Poelschau, der Berliner Gefängnispfarrer, der den Verurteilten nach dem 20. Juli bis zur Hinrichtung beistand. Und nachher den hinterbliebenen Frauen. Beim Besuch eines Gefangenen in seiner Zelle holte er oft zuerst einmal ein Butterbrot für ihn aus der Jackentasche.
Christian Führer und seine Freunde, Pfarrer an Leipziger Kirchen, von denen ausging, was dann zur Wende führte. Obwohl die Kirchenleitung die Parole ausgegeben hatte, die Stellung zu halten und Republikflucht verurteilte, eröffnete Führer in den Räumen der Nikolaikirche einen Gesprächskreis für diejenigen, die doch einen Antrag auf Ausreise aus der DDR gestellt hatten, und nun beruflich und privat in der Luft hingen.
Ein Hirte bis zuletzt war auch Leo Baeck, im III. Reich Liberaler Oberrabbiner in Berlin. Er begleitete mehrmals Züge mit jüdischen Kindern nach England, wo sie eine neue Heimat finden würden. Aber immer kehrte er wieder selber nach Deutschland zurück. „Der Rabbiner ist der letzte, der Deutschland verlassen darf,“ sagte er einmal. Im August 1942 wurde der alte Gelehrte selbst ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht.
Und versuchte dort die anderen durch Organisation von interessanten Vorträgen vor der Verzweiflung zu bewahren. Zum Beispiel über Galileo Galilei.
Und schließlich erinnere ich Euch an einen Papst, an einen Nachfolger des Petrus: Johannes XXIII., damals noch Angelo Roncalli, der geführt wurde, wohin er nicht wollte.
Das schöne Venedig, in dem er in den fünfziger Jahren Kardinal war, hatte er sich als letzte Heimat gewünscht. Da wollte er sterben. Er hatte sich für die Krypta von San Marco in Venedig schon einen passenden Steinsarg arbeiten lassen. Er war halbkrank vor Kummer, dass er 1958 nach dem Tod von Pius XII. und nach dem Konklave als Papst Johannes XXIIII. im Vatikan bleiben musste und ein ungeheuer großes neues Amt auf sich nehmen.
Dennoch hütete er die neuen Schafe, die Diözesanbischöfe aus aller Welt, am ungeliebten Ort.
Am 11. Oktober 1962 eröffnete der 81Jährige das II. Vatikanische Konzil mit 2500 Würdenträgern. Er hatte seine Hände nicht von sich aus ausgestreckt, aber Gott hatte sie ergriffen, ihn gegürtet und ihn geführt, wohin er nicht wollte. Wenige Monate später war er tot.
Die Kardinäle tagten aber noch drei Jahre weiter und brachten manche Reformen mit zurück in ihre Länder und Diözesen. Vor allem die Feier der Hl. Messe in der jeweiligen Landessprache.
Ist Benedikt XVI. nicht nur Verfasser von Hirtenbriefen, sondern wirklich ein Hirte, der auch ein Ohr für wehes und aufgeregtes Blöken seiner Schafe hat? Ja? Dann würden auch wir Evangelischen ihn vielleicht einen Nachfolger Petri nennen können.
Weide meine Lämmer, das sagt Jesus zu Petrus. Er hatte von sich selbst gesagt „Ich bin der gute Hirte“ und setzt nun Petrus als seinen Nachfolger ein. Ich will Jesu Wort auch für mich gelten lassen und für jeden Einzelnen von Euch. Wir sind manchmal Hirten wie Petrus und manchmal Schafe. Wir sorgen uns als „Hirten“ und denken nach über Leib und Seele, Vernunft und Gemüt anderer Menschen, unserer Partner, Eltern, Kinder und Enkel, unserer Schüler und Freunde.
Und wir werden manchmal selbst als schwache Schafe von unserem guten Hirten geführt. Auch wenn er uns führt, wohin wir nicht wollen, dann wird er dabei doch bei uns bleiben: auch im Pflegeheim, auch im Sterben.
Vielleicht steht uns das Schwerste im Leben ja überhaupt noch bevor.
Aber er, der Andere, Gott, wird uns helfen, den Gürtel anzuziehen, uns vorzubereiten, und er wird uns, seine Schafe, am Schluss nicht einfach in den Abgrund stürzen lassen. Er wird mit uns gehen und uns führen.
Amen
Dorothea Kuhrau
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Herausgerufene - Gottes befremdliche Aufträge
Predigt-Gottesdienst nach reformierter Tradition in der Antoniterkirche, Köln 2011 |
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