(Weiter zurückliegende Links auf Nachrichten anderer Internetseiten funktionieren möglicherweise nicht mehr.)
 

Kurzmeldungen


'Potenzial für Ökumene nicht ausgeschöpft'
Steinmeier im Gespräch mit Papst Franziskus


Aktionswoche gegen Hunger
eltkirchenrat ruft zu fairer Verteilung von Nahrungsmitteln auf


'Toleranz heißt nicht Gleichgültigkeit'
Altbischof Huber warnt vor falscher Toleranz gegenüber Religionen


Reformationsjubiläum in Trier
Spitzenvertreter der Kirchen feiern Ökumene-Gottesdienst


EKD-Chef: Rassismus hat keinen Platz im Kirchenvorstand
Bedford-Strohm spricht sich gegen Antisemitismus aus


Neutralitätsgesetz Berlin
Kirche begrüßt Senatsschreiben


AfD will mit Kirchen reden
AfD-Politiker hatten zum massenhaften Kirchenaustritt aufgerufen


Prominente Kritik an Reformationsjubiläum
Friedrich Schorlemmer und Christian Wolff ziehen negative Bilanz


Aachener Friedenspreis verliehen
Der Preis ging an die Friedensinitiative „No MUOS“ und das Jugendnetzwerk JunepA


Kirchen feiern gemeinsam den 'Tag der Schöpfung'
Christliche Kirchen feierten am Freitag den ökumenischen


1 - 10 (375) > >>

''Zur Vergebung gehört das Schuldbekenntnis''

Jahresempfang der Kirchen über Schuld und Vergebung am Beispiel des DDR-Unrechts

Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann (rechts) und Dechant Klaus Fussy (Dekanat Bielefeld-Lippe) konnten Prof. Axel Noack (Mitte) auf dem Jahresempfang der Kirchen begrüßen.

Detmold. Viel Beifall gab es auf dem Jahresempfang der Lippischen Landeskirche und des Erzbistums Paderborn für den anschaulichen Vortrag von Prof. Axel Noack. Der Kirchengeschichtler (Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg) und ehemalige Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen sprach über „Wie die Vergangenheit aufarbeiten? Schuld und Vergebung am Beispiel des DDR-Unrechts.“

Vor den etwa 100 Gästen in der katholischen Kirche Heilig Kreuz in Detmold entfaltete Noack einen eindrücklichen Bogen an Erfahrungen und Erkenntnissen. Zu den Erfolgsgeschichten zähle das Stasi- Unterlagengesetz: „Das Gesetz hat vielen Menschen geholfen, mit der Vergangenheit umzugehen“.  Für  die Kirchen sei die Erkenntnis ein Schock gewesen: auch wir sind betroffen. Die kritische Aufarbeitung hinsichtlich der Stasi-Verstrickung von Mitarbeitenden habe Enttäuschungen hinterlassen, „wenn die Leute sich nicht selbst offenbart haben. Das ist ein großer Kummer“. Zur Vergebung gehöre das Schuldbekenntnis.

„Keine Erfolgsgeschichte“ sei die juristische Aufarbeitung des DDR-Unrechts gewesen. Die rechtlichen Vorgänge der Wiedervereinigung, unter anderem die Mauerschützenprozesse gegen einfache Soldaten und die Nichtverfolgung von Stasi-Straftaten, hätten es den Menschen erschwert, den Rechtsstaat gern zu akzeptieren und ihn als wirkliche Errungenschaft zu begreifen.

Und wer in der DDR Opfer geworden sei, wer zum Beispiel in seinen Bildungschancen gehindert wurde, weil er kein Abitur machen oder studieren durfte, „der wird Opfer bleiben, denn das kann man nicht wieder gut machen. Das ändert auch kein SED- Unrechtsbereinigungsgesetz.“

Trotz  aller Schwierigkeiten: die Menschen aus dem Osten seien heute angekommen im Westen. Man könne getrost in die Zukunft blicken. Als ein Beispiel führt Axel Noack die Kirchengemeinden an: „Sie haben ein neues Selbstbewusstsein. Sie sind es früher gewohnt gewesen, alles selbst zu regeln, das ist heute ein Segen. In den letzten 20 Jahren sind so viele neue Glocken gegossen worden wie früher in 150 Jahren.“


Pressemeldung der LL, 24. September 2012
  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks