Bibel

Vertraute Worte werden fremd.
In jüngster Zeit sind zwei neue Bibelübersetzungen in deutscher Sprache erschienen: im Herbst 2006 die „Bibel in gerechter Sprache“ und im Sommer dieses Jahres die neue „Zürcher Bibel“. Jede Übersetzung des „Urtextes“ in hebräischer und griechischer Sprache ins Deutsche ist eine erste Auslegung der Heiligen Schrift. So entfacht jede neue Übersetzung eine Diskussion um Irrtümer in der Übertragung.
Einigigkeit zwischen Lutheranern und Reformierten im Verständnis der Schrift ... und ein kleiner Unterschied
Gibt es einen "Kern" der Schrift? Lutheraner sagen: ja, Reformierte: nein.
Gebote im Gnadenbund statt Evangelium und Gesetz
Unter dem „Verstehensmuster“ des einen Bundes Gottes als des „Gnadenbundes“, der im Alten und Neuen Testament bezeugt wird, liest sich die Bibel anders als unter dem von Luther herausgearbeitetem Gegensatz von „Gesetz und Evangelium“.
im Vergleich mit der Luther-Übersetzung
Karl Friedrich Ulrichs charakterisiert die neue Übersetzung als gediegen, aus einem Guss, verblüffend, schön und klar.
Von Peter Opitz
Die Bibel als Zeugnis des einen Bundes - Die Wahrheit der Bibel - Christus als Quelle, Zentrum und Seele der Bibel
Das Neue Testament ist eine Fortschreibung des Alten und keine Abkehr
Tobias Kriener zitiert in seinem Plädoyer für die Gemeinsamkeiten des Alten und des Neuen Testaments unter anderem Calvin mit den Worten: Calvin: "Der Bund mit den Vätern ist im Wesen und in der Sache von dem unsrigen nicht zu unterscheiden, sondern ein und dasselbe."
Bemerkungen zur Aktualität des reformatorischen Grundsatzes sola scriptura. Von Tobias Kriener
In Karl Barths „dialektischer Lehre vom Wort Gottes“ entdeckt Tobias Kriener eine zeitgemäße Interpretation des reformatorischen Schriftverständnisses, die die biblischen Texte nicht auf das zur Zeit gerade „Angenehme“ reduziert und die Möglichkeit bietet, „dass sich je und je freie Räume auftun, in denen die Wirklichkeit Gottes hinter dem Text durchzuschimmern vermag".
Von Andreas Mühling, Trier
Die Einheit von Altem und Neuem Testament und die Gleichwertigkeit aller biblischen Schriften sind für Calvin grundlegend. Er erkennt den einen Gnadenbund zwischen Gott und seinem Volk in At und NT. Somit grenzt er sich ab von einer (lutherischen) Hermeneutik, die leiten lässt von der vermeintlichen ''Dialektik von Gesetz und Evangelium''. Entgegen der römisch-katholischen Bekräftigung der Auslegung durch Lehramt und Tradition hebt Calvin das Wirken des Heiligen Geistes hervor. Dabei ist der Reformator auf den Literalsinn der biblischen Verse bedacht und lehnt spekulatives Allegorisieren ab. Ziel jeder Bibellese ist die Erkenntnis Jesu Christi.
von Matthias Freudenberg
Festvortrag im Rahmen des Wuppertaler Calvin-Barmen-Symposions am 19. Juni 2009 in der Gemarker Kirche
1 - 10 (24) > >>