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Wider den Geist der Anpassung in Kirche und Gesellschaft24.-26. September 2010 in Halle/Saale
Werkstatt-Tagung des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins (dbv) in Kooperation mit der Ev. Marktkirchengemeinde Halle/Saale und dem Offenen Forum Wiesbaden (Off)
Ziviler Friedensdienst: ''Wir scheuen keine Konflikte''
25. August 2010 bis 14. Januar 2011, 9 bis 17 Uhr, Ausstellung im Zentrum Ökumene, Frankfurt/M.
Frieden in Konfliktregionen fördern - da denken viele zuerst an UN-Blauhelme oder Militäreinsätze. Es geht auch anders. Das zeigt die Ausstellung
„Wir scheuen keine Konflikte“. Die Ausstellung ist auch als Plakatausstellung für Gemeindezentren und Schulen erhältlich.
Schöpfungszeit 2010: Beteiligung am Jahr der Biodiversität
1. September 2010, Auftaktveransatltung der Schöpfungszeit 2010 im Basler Münster
RNA. Für die Schöpfungszeit 2010 lanciert die Organisation oeku Kirche und Umwelt das Thema «Vielfalt – Geschenk Gottes». Damit sollen Kirchgemeinden und Pfarreien angeregt werden, sich am Internationalen Jahr der Biodiversität zu beteiligen.
Gott in der Welt begegnen - Fotos von Andreas Olbrich zur Transzendenz
Neueröffnung des Themenwegs auf dem Leuenberg, Baselland, Schweiz
Mit Fotos von Andreas Olbrich und mit 12 Texten namhafter Autoren wird am 3. September 2010 der Themenweg auf dem Leuenberg neu eröffnet.
''Wunder – wen wundert’s?''
Freitag, 03. September 2010, 19.00 Uhr, Ökumenischer Bibelabend mit Prof. em. Dr. Hans Kessler in der reformierten Süsterkirche Bielefeld
Der Ökumenische Bibelabend der Innenstadtgemeinden St. Jodokus und City-Kloster, Neustadt Marien und Reformiert in Bielefeld findet am 3. September in der reformierten Süsterkirche statt. Hans Kessler wird den historischen und aktuellen Wunderglauben wissenschaftlich und mythologisch betrachten.
400. Jubiläum der 1. Reformierten Generalsynode in Duisburg
4. September 2010, Sondersynode der EKiR in der Salvatorkirche Duisburg
2010 tagt die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) ein zweites Mal: anlässlich des 400. Jubiläums der 1. Reformierten Generalsynode 1610 gibt es am 4. September 2010 in der Duisburger Salvatorkirche eine Sondersynode.
Tag der Schöpfung / Schöpfungszeit: ''Gottes Schöpfung feiern und bewahren''
1. September bis 4. Oktober 2010; erste zentrale Feier im Ökumenischen Gottesdienst am 3. September, 17 Uhr in der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde Hl. Johannes der Täufer zu Brühl
Evangelische Theologie für den ehrenamtlichen Verkündigungsdienst
Ein halbes Jahrhundert Kirchlicher Fernunterricht (KFU): 1960 - 2010
Am 4. und 5. September 2010 feiert der KFU im Zinzendorfhaus in Neudietendorf sein 50jähriges Bestehen.
Studienreise Elsass, Schweiz, Vorarlberg
6. bis 12. September 2010, Studienreise in Zusammenarbeit von Unsere Kirche, Evangelische Zeitung und IBB Dortmund
Besuch bei den evangelischen Nachbarn unter Leitung von Pfr. i.R. Dr. Karl-Christoph Flick
20 Jahre Kirchengemeinschaft zwischen der EKvW und der UCC Ohio
10. bis 11. September 2010, UCC-Forum der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW)
BIELEFELD/WESTFALEN - Das alljährliche UCC-Forum der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) steht in diesem Herbst unter dem Motto „Auf dem Weg zum gerechten Frieden.“ Am 10. und 11. September lädt die westfälische Landeskirche alle am Thema und Austausch mit der amerikanischen Partnerkirche United Church of Christ (UCC) Interessierten ein, sich mit dem Thema Frieden und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.
Melanchthonjahr in Bielefeld: ''Bildung als Überlebenswissen''
Freitag, 10. September, 18.00 Uhr, Vortrag von Dr. Petra Bahr, Kulturbeauftrage der EKD, in der Süsterkirche Bielefeld
Zum Bildungsempfang der Evangelischen Kirche im Melanchthonjahr lädt die Evang.-reformierte Gemeinde Bielefeld ein.
Von Geiz bis Trägheit: Die ''sieben Todsünden''
12. bis 30. September, Veranstaltungsreihe in Detmold
Kreis Lippe/Detmold. Sie bezeichnen Laster oder schlechte Eigenschaften, die als Ursache für sündiges Verhalten galten: die sieben Todsünden der mittelalterlichen Theologie. Eine Veranstaltungsreihe der reformierten Kirchengemeinden Detmold-Ost und Detmold-West greift diesen Sündenkatalog im Rahmen des Jahresthemas der Lippischen Landeskirche „…und vergib uns unsere Schuld“ auf.
Kunst und Religion: ''Der Nachmittag der Kinder in Wargemont''
''Tag des Denkmals'', Sonntag, 12. September 2010, 10.15 Uhr, Gottesdienst in der Reihe ''Kunst und Religion'', Ev.-reformierte Süsterkirche Bielefeld
Pastor Menzel (Predigt), Pastorin Edusei (Liturgie), betrachtet wird: Pierre Auguste Renoir - Der Nachmittag der Kinder in Wargemont (1884)
Faire Woche 2010 - ''Fair schmeckt mir!''
13. bis 26. September 2010, neunte bundesweite Aktionswoche zum Fairen Handel
Der Slogan „Fair schmeckt mir!“ macht Lust auf das Ausprobieren der leckeren Vielfalt fair gehandelter Produkte. Tausende Veranstaltungen von Weltläden, Aktionsgruppen, Supermärkten, Kantinen und Einzelpersonen sind geplant, mit dem gemeinsamen Ziel, den Fairen Handel in Deutschland noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
JALB: Zeugnisse aus der Zeit des Renaissance-Humanismus
30. April bis 31. Dezember 2010: Ausstellung von Buchschätzen des 15. und 16. Jahrhunderts aus dem Bestand der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Anlässlich der 450. Todestage der Reformatoren Johannes a Lasco und Philipp Melanchthon in diesem Jahr stellt die Johannes a Lasco Bibliothek eine Kollektion von Büchern aus, die auf das Netzwerk humanistischer Bildung in Europa Bezug nimmt. Größtenteils handelt es sich dabei um Bücher aus dem Kernbestand der Bibliothek, die aus dem Nachlass des vor 500 Jahren geborenen Albert Hardenberg (1510-1574) stammen.
Interkulturelle Woche 2010: ''Zusammenhalten – Zukunft gewinnen''
Gemeinsames Wort der Kirchen veröffentlicht
EKD. ''Zusammenhalten – Zukunft gewinnen'' unter diesem Motto steht die diesjährige Interkulturelle Woche, zu der die Kirchen bundesweit vom 26. September bis 2. Oktober aufrufen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der amtierende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, und Metropolit Augoustinos, griechisch-orthodoxer Metropolit von Deutschland, rufen in ihrem Gemeinsamen Wort dazu auf, mit zahlreichen kreativen Veranstaltungen und Aktionen sowie mit Gebetstreffen und Gottesdiensten zum Gelingen der ''Woche'' beizutragen und politische Forderungen in die Diskussion einzubringen.
30 Jahre Ökumenische FriedensDekade
17. bis 19. September 2010, Fest- und Jubiläumsveranstaltung in Erfurt
Anmeldung bis zum 15. August 2010
NRW-Tag 2010 in Siegen mit eigener Kirchenmeile
18. und 19. September 2010, Kirchenmeile auf dem NRW-Tag in Siegen, Oberstadt
Interkulturelle Woche 2010 – Tag des Flüchtlings: ''Zusammenhalten - Zukunft gewinnen''
26. September bis 2. Oktober 2010
Bausteine für den Gottesdienst, Postkarten, Plakate und anderes Material steht jetzt online und/oder zur Bestellung bereit.
J. F. Gerhard Goeters-Preis 2011 - jetzt bewerben
Einsendeschluss 1. Oktober 2010
Die Gesellschaft für die Geschichte des reformierten Protestantismus e.V vergibt im Rahmen ihrer „Achten Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus“ am 20. März 2011 den J.F. Gerhard Goeters-Preis in Emden (Ostfriesland).
Zinzendorf als Reformator in Bildung, Kirche und Gesellschaft
8. bis 10. Oktober 2010, Tagung im Zinzendorfhaus Neudietendorf
Anlässlich des 250. Todesjahres von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf laden die Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine und die Evangelische Akademie Thüringen zu einer Tagung nach Neudietendorf ein.
Jubiläum 400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode
10. Oktober 2010, 17 Uhr, Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz, Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG
Gesamtprogramm mit allen Veranstaltungen zum Jubiläum "400 Jahre 1. Reformierte Generalsynode" als PDF
Wie Religionen Frieden stiften
20. bis 23. Oktober 2010: Internationales Symposium ''Religionen und Weltfrieden. Zum Friedens- und Konfliktlösungspotenzial von Religionsgemeinschaften'' in Osnabrück
Eine Veranstaltung der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF)
Ökumenische Friedensdekade 2010: ''Es ist Krieg. Entrüstet Euch!''
7. bis 17. November 2010
Die Ökumenische Friedensdekade 2010 ruft unter dem Motto ''Es ist Krieg. Entrüstet Euch!'' zum Protest gegen den Krieg in Afghanistan auf. Die 1980 in Ost- und Westdeutschland gegründete Bewegung mit dem Logo ''Schwerter zu Pflugscharen'' blickt im Jahr 2010 auf drei Jahrzehnte Friedensarbeit zurück.
Ökumenische Friedensdekade 2010: ''Es ist Krieg. Entrüstet euch!''
Plakatmotiv ausgewählt
Bonn/Kassel, 11.03.2010. Das neue Plakatmotiv für die diesjährige ökumenische FriedensDekade 7.-17. November 2010) steht fest. Auf der Sitzung des Gesprächsforums der Ökumenischen FriedensDekade in Kassel wurde der Entwurf des Grafikbüros ''dreigestalten'' aus Oyten als neues Jahresmotiv ausgewählt.
''Melanchthon und die Reformierte Tradition''
10. – 12. November 2010: Internationale wissenschaftiche Tagung der Johannes a Lasco – Bibliothek Emden anlässlich des 450. Sterbejahres von Philipp Melanchthon
in Kooperation mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Leuven und der Europäischen Melanchthonakademie Bretten
''Wenn dein Kind dich morgen fragt ... christliche Erziehung heute''
13. November 2010, Herbstagung der Reformierten Konferenz Bentheim - Steinfurt - Tecklenburg
Prof. Dr. Christian Grethlein spricht zum Thema: ''Wenn dein Kind dich morgen fragt ... christliche Erziehung heute''.
Ökumenische Gebetswoche 2011 - Zusammen glauben, feiern, beten (Apg 2,42)
18. bis 25. Januar 2011
Das Thema „Zusammen glauben, feiern, beten“ wurde von einer Gruppe palästinensischer Christen in Jerusalem ausgewählt und basiert auf der Apostelgeschichte (2,42). Es ist ein Aufruf zu Inspiration und Erneuerung, eine Rückkehr zu den unverzichtbaren Bestandteilen des Glaubens, eine Aufforderung, sich an die Zeit zu erinnern, als die Kirche noch eins war.
Achte Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus
März 2011
Barth Tagung 2011: Gerechtigkeit. Krisenorientierung mit Karl Barth
18. bis 21. Juli 2011, Barth Tagung auf dem Leuenberg
Mit dem Omnibus ''Auf den Spuren Calvins'' bis in die Schweiz
16. bis 21. September 2011
Entlang der Spuren Calvins und der reformatorischen Bewegung führt eine Busreise vom Siegerland über Straßburg bis in die Schweiz. Reisebegleiter ist Pfarrer Rainer Heuschneider von der Ev. Kirchengemeinde Niederdresselndorf.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
Neujahr - Lukas 4,16-21: Verheißung für Zerbrochene, Gefangene und Blinde
von Johannes Calvin
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"... Während wir unter allen Arten von Übel völlig begraben sind, bestrahlt uns Gott mit seinem lebenschaffenden Licht, führt uns aus dem tiefen Schlund des Todes heraus und läßt uns wieder zu voller Glückseligkeit aufleben."
Lukas 4,16-22
16 Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen war, und ging in die Synagoge nach seiner Gewohnheit am Sabbattage und stand auf und wollte lesen. 17 Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch auftat, fand er die Stelle, da geschrieben steht (Jes. 61,1.2): 18 „Der Geist des Herrn ist bei mir, darum weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden, daß sie sehend werden, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, 19 zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ 20 Und als er das Buch zutat, gab er`s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn. 21 Und er fing an, zu sagen zu ihnen: Heute ist dies Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren. 22 Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich, daß solche Worte der Gnade aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn?
Luk. 4, 16. „Und er kam nach Nazareth.“ Die Evangelisten bestehen darauf, zu zeigen, an Hand welcher Zeichen Christus sich offenbarte. Lukas gibt hier ein besonders denkwürdiges Beispiel. Indem Christus die Stelle bei Jesaja auslegte und sie auf die gegenwärtige Lage deutete, zog er aller Augen auf sich. Wenn Lukas sagt, er sei nach seiner Gewohnheit in die Synagoge gegangen, so dürfen wir daraus schließen, daß er nicht nur an den Ecken und auf den öffentlichen Straßen zu dem Volk gesprochen hat, sondern die übliche Ordnung der Gemeinde einhielt, soweit es möglich war. Wir sehen zugleich auch, daß die Juden trotz ihres tiefen Falles bei der Unordnung und dem erbärmlich verderbten Zustand der Gemeinde dieses eine Gute bewahrt hatten, daß sie vor dem Volk die Schrift lasen und aus ihr den Stoff für Lehre und Ermahnung entnahmen. Auch wird daran deutlich, wie die wirkliche, rechte Art der Sabbatheiligung aussieht. Denn Gott hieß sein Volk nicht darum einen Feiertag einlegen, weil er einfach an ihrem Müßiggang Gefallen hatte, sondern er wollte sie üben, seine Werke zu betrachten und über sie nachzudenken. Da nun die Sinne der Menschen blind sind, wenn sie die Werke Gottes betrachten sollen, brauchen sie die Richtschnur der Schrift zu ihrer Führung. Obwohl Paulus den Sabbat zu den Schatten des Gesetzes zählt, haben wir die Art, den Sonntag zu feiern, doch in der Hinsicht mit den Juden gemeinsam, daß das Volk zusammenkommt, um das Wort zu hören und die öffentlichen Gebete und übrigen Pflichten der Frömmigkeit zu verrichten. Zu diesem Zweck ist der Tag des Herrn der Nachfolger des jüdischen Sabbats geworden. Wenn man die Zeiten einmal vergleicht, so kann man leicht aus der vorliegenden Stelle entnehmen, daß die Verderbnisse der päpstlichen Hierarchie heute häßlicher und verunstalteter sind, als sie es bei den Juden unter Hannas und Kaiphas waren. Denn die Verlesung der Schrift, die damals geübt wurde, hat unter dem Papst nicht nur Geltung und Ansehen verloren, sondern sie wird mit Schwert und Feuer von den Gotteshäusern ferngehalten; es sei denn, man wollte als Verlesung der Schrift ansehen, was sie in fremder Sprache offenbar doch zum Spott dahersingen. Christus stand auf, um zu lesen, nicht nur, damit man seine Stimme besser hörte, sondern zum Zeichen der Ehrerbietung. Denn die Majestät der Schrift verdient es, daß ihre Ausleger zu erkennen geben, daß sie bescheiden und ehrerbietig darangehen, sie zu behandeln.
Luk. 4, 17. „Fand er die Stelle.“ Zweifellos hat Christus diese Stelle mit Bedacht ausgewählt. Einige glauben, sie wäre ihm von Gott vorgelegt worden; aber da er doch freie Wahl hatte, möchte ich mich lieber der Ansicht anschließen, daß er diese Stelle unter allen andern fand. Jesaja verheißt dort, es werde auch nach der Babylonischen Gefangenschaft noch einige Zeugen für die Gnade Gottes geben, um das Volk aus Untergang und Todesfinsternis zu sammeln und die von so viel Unglück bedrängte Gemeinde in geistlicher Kraft zu erneuern. Aber da man jene Erlösung nur im Namen Christi und in der Hoffnung auf ihn verkündigen konnte, redet er in der Einzahl und stellt sich gewissermaßen hinter die Person Christi, um die Herzen der Gläubigen um so kräftiger zu einem guten Vertrauen zu ermuntern. Es ist gewiß, daß aus zwei Gründen diese Worte eigentlich nur auf Christus allein passen: Erstens ist er allein mit der Fülle des Geistes begabt, um Zeuge und Gesandter unserer Versöhnung mit Gott zu sein. Aus diesem Grund schreibt Paulus das, was allen Dienern am Evangelium gemeinsam ist, im eigentlichen nur ihm zu: „Er ist gekommen und hat verkündigt im Evangelium den Frieden euch, die ihr ferne wäret, und Frieden denen, die nahe waren“ (Eph. 2,17). Zweitens verschafft und gewährt er allein durch die Kraft seines Geistes, was hier an Gütern verheißen wird.
Luk. 4, 18. „Der Geist des Herrn ist bei mir.“ Das ist dazu gesagt, damit wir erfahren, daß Christus selbst wie auch in seinen Dienern kein menschliches oder privates Geschäft betreibt, sondern daß er von Gott gesandt ist, um das Heil der Gemeinde wiederaufzurichten. Er bezeugt, er vollbringe nichts in menschlichem Antrieb oder Plan, sondern alles unter der Leitung des Geistes Gottes, damit sich der Glaube der Frommen in der Vollmacht Gottes gründe. Die folgende Aussage: „Darum weil er mich gesalbt hat“, ist erklärend beigefügt. Denn viele brüsten sich fälschlich, den Geist Gottes zu besitzen, während sie doch nichts von seinen Gaben haben. Christus beweist von der Salbung als gewissermaßen von der Wirkung her, daß er mit dem Geist Gottes ausgerüstet sei. Er fügt dann an, zu welchem Zweck er mit den Gaben des Geistes ausgezeichnet wurde: er soll den Armen das Evangelium verkündigen. Daraus ersehen wir, daß alle, die von Gott an die Predigt des Evangeliums geschickt werden, vorher mit den nötigen Gaben ausgerüstet werden, um für ihr Amt fähig zu sein. Darum machen sich all die einfach lächerlich, die sich unter dem Vorwand einer göttlichen Berufung das Amt eines Pastoren anmaßen, während sie doch zur Verrichtung dieses Amtes mehr als unbrauchbar sind. So sind im Papsttum die Bischöfe in ihrem Ornat ungebildeter als jeder Esel, und doch schreien sie dünkelhaft und laut, sie seien die Stellvertreter Christi und die alleinige, rechtmäßige hohe Geistlichkeit der Kirche. Es heißt auch ausdrücklich, der Herr salbe seine Knechte, weil die wahre, wirkungsvolle Predigt des Evangeliums nicht in windiger Beredsamkeit besteht, sondern in der himmlischen Kraft des Geistes, wie Paulus sagt (vgl. 1. Kor. 2,1.2.3.4).
„Den Armen.“ Der Prophet deutet an, wie der zukünftige Zustand der Gemeinde vor dem Kommen des Evangeliums sein würde und wie unser aller Lage ist außerhalb von Christus. Darum nennt er Zerbrochene, Gefangene, Blinde und Zerschlagene, denen Gott die Erneuerung verheißt. Wenn auch der Leib des Volkes von so viel Elend zerschunden war, daß man diese Namen auf jedes einzelne Glied anwenden konnte, fanden doch viele an ihrer Not, ihrer Blindheit und Knechtschaft, sogar an ihrem Tod noch Gefallen oder waren gleichgültig, so daß nur wenige geeignet waren, um solche Gnade zu empfangen. Zwar werden wir hier zuerst einmal gelehrt, was die Predigt des Evangeliums will und was sie uns bringt: Während wir unter allen Arten von Übel völlig begraben sind, bestrahlt uns Gott mit seinem lebenschaffenden Licht, führt uns aus dem tiefen Schlund des Todes heraus und läßt uns wieder zu voller Glückseligkeit aufleben. Es ist sicherlich kein ungewöhnlicher Lobpreis des Evangeliums, wenn wir daraus eine so unvergleichliche Frucht empfangen. An zweiter Stelle sehen wir, daß Christus alle, die er zu sich einlädt, auch der ihm anvertrauten Gnade teilhaftig macht. Gemeint sind solche, die in jeder Hinsicht elend und von aller Hoffnung auf das Heil verlassen sind. Aber auf der anderen Seite werden wir ermahnt, daß wir Christi Wohltaten nur genießen können, wenn wir uns ernsthaft demütigen und ihn im Gefühl unseres Elends wie Hungrige als unseren Befreier begehren. Denn alle, die sich in Stolz aufblähen und nicht unter ihrer Gefangenschaft seufzen und an ihrer Blindheit Mißfallen haben, verachten diese Weissagung mit tauben Ohren.
Luk. 4,19. „Zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ Vielen scheint das eine Anspielung auf das Jubeljahr zu sein. Ich will ihre Ansicht nicht verwerfen. Doch ist es der Mühe wert, zu beachten, daß der Prophet absichtlich dem Zweifel entgegenkommen will, der schwache Gemüter verwirren und erschüttern konnte, wenn der Herr das verheißene Heil so lange aufschob und sie warten ließ. Darum liegt der Zeitpunkt der Erlösung in Gottes Plan und Wohlgefallen, wie es Jes. 49,8 heißt: „Ich habe dich erhört zur gnädigen Zeit und habe dir am Tage des Heils geholfen.“ Paulus spricht Gal. 4,4 von der Fülle der Zeit, damit die Gläubigen lernen, nicht neugierig über das Notwendige hinaus zu fragen, sondern sich an dem Wohlgefallen Gottes genügen zu lassen. Dies eine muß ihnen genug sein, daß das Heil in Christus erschien, als es Gott so gefiel.
Luk. 4,20. „Aller Augen in der Synagoge.“ Zweifellos hatte Gott ihre Herzen angerührt, damit die Bewunderung sie aufmerksamer mache und sie auf diese Weise Christus bei seinen Worten Gehör schenkten. Denn sie mußten zurückgehalten werden, damit sie ihn nicht sofort niederschrien oder ihn wenigstens mitten in seiner Rede unterbrachen; denn sonst neigten sie ja mehr zur Verachtung Christi, wie wir noch sehen werden.
Luk. 4,21. „Heute ist dies Wort der Schrift erfüllt.“ Christus hat sich nicht nur dieser paar Worte bedient, sondern er erwies durch die Sache selbst, daß die Zeit schon da sei, in der Gott seine verlorene Gemeinde wiederherstellen wollte. Auf diese Weise sollte den Hörern der reiche Inhalt der Weissagung klarwerden. Ausleger behandeln die Schrift also nur richtig und ordentlich, wenn sie sie auf die jeweils gegenwärtige Lage deuten. Er sagt, die Weissagung sei erfüllt vor ihren Ohren und nicht vor ihren Augen, weil das bloße Sehen wenig vermocht hätte, wenn die Verkündigung nicht die Hauptsache gewesen wäre.
Luk. 4,22. „Und sie gaben alle Zeugnis von ihm.“ Hier rühmt uns Lukas an erster Stelle die göttliche Anmut, die dem Munde Christi entströmte. Im folgenden malt er uns dann die Undankbarkeit der Menschen lebendig vor Augen. Mit „Worten der Gnade“ meint die hebräische Ausdrucksweise Worte, in denen die Kraft und Gnade des Heiligen Geistes sichtbar wurde. Darum werden die Nazarener gezwungen, Gott, der in Christus sprach, mit Bewunderung anzuerkennen. Doch verbauen sie sich selbst so sehr den Weg, daß sie Christi himmlischer Verkündigung nicht mehr die Ehrerbietung zollen können, die ihr zukommt. Denn wenn sie einwerfen, er sei der Sohn des Joseph, vermehren sie an Hand dieses Umstandes nicht Gottes Ruhm, wie es sich gehört hätte, sondern sie bereiten sich selbst böswillig einen Anstoß, um mit einem glänzenden Vorwand all das ablehnen zu können, was der Sohn des Joseph sagt. So beobachten wir heute sehr viele, die trotz ihrer Oberzeugung, daß es das Wort Gottes sei, was sie hören, doch fadenscheinige Entschuldigungen aufgreifen, mit denen sie sich der Notwendigkeit des Gehorsams entziehen. Wenn die Kraft des Evangeliums bei uns nicht wirkt, wie es billig wäre, so rührt das sicherlich nur daher, daß wir uns selbst zum Hindernis werden und das Licht, von dessen Vorhandensein wir auch wider Willen Kenntnis nehmen müssen, mit unserer Bosheit ersticken.
Aus: Calvin, Auslegung der Heiligen Schrift. Die Evangelien-Harmonie 1. Teil, Neukirchener Verlag, 1966, S. 147ff.
Achim Detmers
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Johannes Calvin zur Jahreslosung 2009
''Kraft vom Himmel erflehen'' Als aber Jesus sah, dass er traurig geworden war, sprach er: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes! 25 Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme. 26 Da sprachen, die das hörten: Wer kann dann selig werden? 27 Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. Lukas 18, 24-27 |
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Gebet zu Silvester - Neujahr
Von Johannes Calvin und Felizitas Kehrenberg Ein aktuelles Fürbittengebet verbunden mit Worten des Reformators |
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Mit ganzem Herzen bei Gott und den Menschen
Eine Predigt zum Beginn des Calvinjahrs. Von Jochen Denker, Wuppertal-Ronsdorf ''Mein Herz bringe ich dir, bereit und aufrichtig dar.'' (Johannes Calvins Siegel) Jochen Denker, Mit ganzem Herzen bei Gott und den Menschen.pdf |
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