Calvin-Predigten
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Predigten

Offenbarung 3, 1-6
Was wäre denn, wenn er käme?

1. Mose 32, 23-33 und 1. Mose 33, 17f.
Jakob am Jabbok

Johannes 5, 1-9 (19. Sonntag n. Trinitatis)
Der Glücksteich von Bethesda

Eine Osterpredigt Johannes Calvins zu Matthäus 28,1-8
Was uns der Sohn Gottes durch die Frauen am Grab lehrt

Psalm 51, 12-14
''Wir sehen schon die Lichter und hören die Musik''. Von Gerrit Noltensmeier, Detmold

Geheiligt werde dein Name
Matthäus 6, 10

Jahreslosung 2009: Was bei den Menschen unmöglich ist ...
... das ist bei Gott möglich. Predigt von Stefania Scherffig

Im Dialog mit Calvins Auslegung von Psalm 1
eine Predigt von Sylvia Bukowski

Der Traum von dem einen Hut, unter den alle passen - oder: Der Turmbau zu Babel
Predigt zu 1. Mose 11,1-9 und Gebet von Paul Kluge

1. Mose 4, 1-16
Kain und Abel

1. Mose 37
Der Brunnen der Vergangenheit

Peter Bukowski: Bibelarbeit zu 1. Mose 9,8-17
auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München, 12. bis 16. Mai 2010

Noah und der Regenbogen: Der Bund Gottes schenkt Hoffnung und Rückgrat
Bibelarbeit auf dem ÖKT von Vizepräses Petra Bosse-Huber, EKiR

2. Mose 33, 17b-23
Im Schutz der Verborgenheit

2. Mose 20, 4-6
"Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen"

2. Mose 20, 14
Du sollst nicht ehebrechen!

2. Mose 13,17-22
Die Wolken- und Feuersäule

„Dem Armen und Fremdling sollst du es lassen“
3. Mose 19, 9.10 - Eine Predigt über Globalisierung, Wohltätigkeit und Umverteilung von Georg Rieger

5. Mose 6, 20-25
Warum bin ich auf der Welt?

5. Mose 6, 4-9 - 1. Sonntag nach Trinitatis
Eine Art Brillant ...

1.Könige 10,1-13: Die Königin von Saba bei König Salomo
eine Predigt am Sonntag Estomihi von Martin Filitz, Halle

Predigt zur Königin Esther, Buch Ester 7,1-10
von Martin Filitz, Halle

Psalm 127, 4; Psalm 68, 26; Psalm 126, 3
Wie Pfeile in der Hand

Psalm 8
Religion nach Darwin

Psalm 8: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst
Rundfunkgottesdienst aus der Ev.-ref. Bethlehemsgemeinde in Berlin

Lautlose Schreie aus den Tiefen
Psalm 130. Eine Predigt von Marten Marquardt

''Ich will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit''
Psalm 17,15 - ausgelegt von Katja Kriener

Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm sei unserm Gott im Heiligtum: Psalm 68
Predigt von Peter Bukowski

Der Herr behütet deine Ausgang und Eingang
Psalm 121, 7+8

Soli Deo gloria
Psalm 68 (6. Sonntag nach Trinitatis)

''Wie der Hirsch lechzt ...'' - Psalm 42
von Gerrit Noltensmeier

Psalm 84 zur Verabschiedung einer Küsterin
Predigt über den Küsterdienst und Gebet von Sylvia Bukowski

Frau Weisheit - Predigt zu Sprüche Salomonis 8, 1-5; 12-33
von Martin Filitz, Halle

Umsonst ist nicht nur der Tod!
Jesaja 55,1-5

Jesaja 21, 11-12 (27. Januar)
Wächter, wie weit ist es in der Nacht?

Jesaja 54, 7-10
Gottes Zorn als Ausdruck seines Schmerzes. Von Wolf Krötke

Karfreitag: Jesaja 52,13-15; Jesaja 53,1-12
Eine Predigt von Martin Vahrenhorst, Jerusalem

Jeremia 29,1.4-11 (21. Sonntag nach Trinitatis)
Die Zumutung, dennoch zu hoffen

Mein Gott, wo bist du?
Klagelieder 3,22-26.31-32

Predigt und Gebet zum Thema ''Armut im Stadtteil'' - oder: Wider den Zynismus gegenüber Hartz IV-Empfängern
von Sylvia Bukowski, Wuppertal

Matthäus 6, 12
Die 5. Unser-Vater-Bitte und die Diskussion um Schuldenerlass

Matthäus 28, 1-8 (Ostersonntag)
''Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.''

Gott ist der Geist, der für Bewegung sorgt
Eine Pfingstpredigt von Walter Herrenbrück

(Und) vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Matthäus 6, (9) 12

Unser täglich Brot gib uns heute
Matthäus 6, 11

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
Matthäus 6,13

Den Armen wird das Evangelium verkündigt
Predigt über Matthäus 11, 2-6 von Gudrun Kuhn, Nürnberg

Auf dem Weinberg Gottes
Matthäus 20,1-16 - Septuagesimä. Von Petr Sláma, Prag

''Und führe uns nicht in Versuchung ...'' - Matthäus 6,13
eine Predigt von Marten Marquardt

Markus 14, 41f.; Sprüche 26,14. 6, 6
Die ''Todsünde'' Trägheit

Das Markusevangelium - eine reformierte Predigtreihe
Der einfache Gottesdienst - Melanchthon-Akademie Köln

Adventszeit - Zeit der Umkehr, Beichte, Buße
Markus 1, 1-15 - 3. Advent

Wer ist dieser Jesus?
Markus 1,16-39. Eine Predigt von Hans Theodor Goebel, Köln

Evangelium radikal: Vom Joch des Himmelreichs
Markus 8,31-38 - Estomihi. Von Manuel Goldmann, Kirchhain

Ein Gleichnis vom Königtum Gottes
Markus 4,26-29. Eine Predigt von Johannes Voigtländer

Markus 9, 14 – 29: Die Heilung eines besessenen Knaben
Predigt von Dorothea Kuhrau-Neumärker

Der Weg durchs Nadelöhr
Predigt über Markus 10, 17-31 von Jörg Baumgarten

Das Gleichnis von den Weinbergpächtern
Predigt über Markus 12,1-12 von Manfred Wichelhaus

Markus 2,1-12: Krummes Holz - aufrechter Gang
Eine Predigt von Marco Hofheinz, Bern

Mk 14, 32-52: Das Gebetsringen Jesu in Gethsemane
Predigt von Hans Theodor Goebel

''Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!'' - Markus 15, 33-34
von Ilka Werner

Gründonnerstag: Abendmahl und Verrat - Predigt zu Markus 14,17-28
von Achim Detmers, Hannover, Neudietendorf

Lukas 1, 26-38
Jungfrauengeburt - kein biologisches, sondern ein theologisches Wunder

Lukas 15,1-7
Das Gleichnis vom verlorenen Schaf

Lk 23,33-49, Joh 19,19-16-30, Mt 27, 33-50 (Karfreitag)
Die letzten Worte Jesu am Kreuz. Von Wolfram Kötter, Herford

Kind Gottes werden - zur Jahreslosung 2009
Von Jochen Denker, Wuppertal-Ronsdorf

Eine Predigt zum Neuen Jahr über Lukas 18,18-30
Susanne Bei der Wieden, Frankfurt a.M.

Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die anderen Leute
Lukas 18, 9-14

Johannes 21,15-19
Hast du mich lieb?

Johannes 8,12
Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt

Johannes 5, 1-16 (19. Sonntag nach Trinitatis)
Das Unerwartete ist das Markenzeichen Gottes

Gott - runzelig rot
Johannes 1,14a - 1. Weihnachtstag

Karfreitag: Johannes 19,16-30
Eine Predigt von Jochen Denker, Ronsdorf

Reformierte Predigt zur Fastenzeit: Salbung in Bethanien - Johannes 12,1-8
''Spenden und Böller'' von Harald Kluge, Reformierte Stadtkirche Wien

Karfreitag: Das Opfer annehmen - Joh 19,16-19.23-30
eine Predigt von Sabine Dreßler, Braunschweig

Abschied ist ein scharfes Schwert
von Felizitas Kehrenberg

Friede sei mit euch ! - Nehmt hin den heiligen Geist!
eine Andacht von Paul Kluge

Apostelgeschichte 2, 41-47
Die Leuchtfeuer der ersten Christen

Apostelgeschichte 8, 26-40
Der Kämmerer aus Ägypten

Freiheit Gottes und Freiheit des Menschen
Apostelgeschichte 2, 1-13

Zum 14. Februar, dem Valentinstag, eine Predigt
Valentin, der ''Maulwurf''

Römer 1, 7b
Was ist der ewige Grund unserer Existenz ?

Römer 9, 14-24
von Eberhard Busch

Römer 8, 26-30 (Exaudi)
Das Glaubenswissen: Nichtwissen und Orientierungswissen. Von Wilhelm Hüffmeier, Berlin. Predigt auf dem Karl Barth Symposion vom 1. bis 4. Mai 2008 in Emden.

Schuld und Sühne, Sünde und Gnade
Römer 3, 21-26

Predigt über Römer 6,1-14 im Gespräch mit Johannes Calvin: Taufunterricht für Erwachsene
Von Christoph Rehbein, Göttingen

Altjahrsabend / Silvester 2009: ''Wenn Gott für uns ist, wer kann wider uns sein?''
Predigt zu Römer 8,31-39 und Gebet von Paul Kluge, Detmold

Predigthilfe zum Israelsonntag am 8. August 2010 und zum Gedenken am 9. November
Arbeitshilfe für den Gottesdienst am Israelsonntag und die Gedenkstunde am 9. November ist online

1. Korinther 1, 17 und 18
Die Glut der Liebe

''Gott allein die Ehre!'' - Gottesdienst zur Eröffnung des Calvinjahres
Predigt, Gebete, Lieder aus dem Gottesdienst in Herford am 8. Februar 2009

Schwarmintelligenz - oder: Von der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen
eine Pfingstpredigt zu 1. Korinther 12,4-11 von Michael Ebener, Göttingen

Karfreitag: 2.Kor 5,14b–21 - Der Gott Israels als Versöhner der Welt
von Manuel Goldmann

Reformierte Predigtreihe zum Galaterbrief
Der einfache Gottesdienst in der Antoniterkirche, Köln

Freiheit und Tradition - Predigt zu Galater 2,1-10
von Horst Leske

Vom Glauben und vom Gesetz - Galater 3,1-14
Predigt von Andreas Pangritz

''Abraham nun und seinem Nachkommen wurden die Verheißungen zugesprochen'' - Galater 3,15-29
Predigt von Johannes Voigtländer, Köln

Tränenflecken auf dem Pergament
Gal.4, 1-11 und 12–20 -Predigt von Dorothea Kuhrau

Gesetzliches Leben und von Gott verheißene Freiheit - Predigt zu Galater 4,21-31
von Hans Theodor Goebel

Epheser 5,1-8: Der Tod Jesu als Opfer, das Gott gut riechen kann
Predigt von Sylvia Bukowski

Kolosser 2, 3-10
So lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben.

O happy Day! - ''Zieht an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld…''
eine Predigt zu Kolosser 3,12-17 am Sonntag Kantate von Sylvia Bukowski

1. Timotheus 3, 16 (Christvesper)
Das Geheimnis des Glaubens

''Stellt euch vor, es ist Weihnachten, und keiner geht hin!''
Christvesper: Predigt zu Titus 2,11-14 von Martin Braukmann

Trost im neuen, im goldenen Jerusalem
Offenbarung 21, 1-25 am Ewigkeitssonntag

Zum 14. Februar, dem Valentinstag, eine Predigt

Valentin, der ''Maulwurf''

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Paul Kluge lässt den heiligen Valentin sprechen: ''Was ich mir zu meinem Tag wünsche? Bleibt Maulwürfe! Gehorcht Gott mehr als den Menschen. Gebt der Menschlichkeit den Vorrang vor geltendem Recht, der Liebe vor gesellschaftlicher Ordnung.''

14. Februar – Valentinstag. Wer einem Menschen ein Zeichen seiner Liebe geben will, nimmt diesen Tag zum Anlass, schenkt ein paar Blumen oder sonst eine Kleinigkeit als solch ein Zeichen. Im Alltagstrott wird so etwas ja leicht vergessen, und da ist es gut, daran erinnert zu werden: Gib denen, die du liebst, ein Zeichen deiner Liebe.

Der 14. Februar erinnert an einen Valentin, der im 3. Jahrhundert nach Christus vermutlich Bischof von Terni war, einer Stadt in Mittelitalien.

Von diesem Valentin wird erzählt, er habe häufig heimliche Trauungen vorgenommen. Dieser Valentin nämlich gab der Liebe den Vorrang vor gesellschaftlicher Ordnung, der Menschlichkeit vor geltendem Recht. Wie ein Maulwurf im Rasen hat er sich benommen. Deshalb wurde er schließlich angezeigt und hingerichtet – ein fairer Prozess war das nicht. Und dieser Valentin wurde zum Schutzpatron der Liebenden.

Ob seine Hinrichtung an einem 14. Februar geschah, ist unsicher. Diese Jahreszeit aber ist gut geeignet, dieses Valentin zu gedenken: Die Nachweihnachtszeit ist zu Ende. An Weihnachten haben wir uns erinnert, dass mit Jesus von Nazareth Licht in die dunkle, Wärme in die kalte Welt gekommen ist. Das ist – mit einem Lied gesagt – wie eine Rose „mitten im kalten Winter.“

So werden auch die Liebespaare empfunden haben, die Valentin heimlich traute. Ähnlich wird wohl jeder Mensch empfinden, dem Zeichen von Licht und Wärme in einer dunklen, kalten Welt begegnen, kleine Zeichen der großen Liebe Gottes.

Damit, dass er heimliche Trauungen vornahm, handelte Valentin gegen geltende Ordnungen und gesellschaftliche Normen. Er tat es um der Menschen Willen. Die Bibel gibt uns eben andere Maßstäbe an die Hand als manche von Menschen gemachten Ordnungen. Wo diese Ordnungen Menschen in ihren Rechten beschneiden, ist es Aufgabe von Christen und Kirchen, solche Ordnungen zu stören wie Maulwürfe im Rasen und aufzudecken, was unter der Oberfläche ist – zum Ärger der Ordnungs- und Moralhüter, aber zum Wohl der Menschen.

Ich lasse nun Valentin zu Wort kommen; die Worte habe ich ihm in den Mund gelegt:

„Die Leute erzählen viel über mich, und ich lasse sie reden. Ist ja ganz amüsant, was die sich alles so ausdenken. Sicher ist bei mir nur, dass ich im 3. Jahrhundert nach Christus im damaligen römischen Reich gelebt habe. Bischof von Terni bin ich gewesen, eine unbedeutende Stadt in Mittelitalien. Die hieß damals Interamna. Heute hätte ich wohl die Stelle eines Superintendenten oder Propstes. So weit die Fakten. Was sonst über mich erzählt wird, ist Legende. Aber auch an Legenden ist viel Wahres. Nicht, dass das Erzählte passiert wäre, sondern fromme Legenden sind Predigten. Sie erzählen Glaubenswahrheiten. Und da ist es nicht so wichtig, ob das tatsächlich passiert ist.

Also: Ich soll immer heimlich Liebespaare getraut haben. Denn damals durften viele Menschen nicht so heiraten, wie sie wollten - sei es, dass sie Sklaven oder Soldaten waren, sei es, dass Eltern mit der Wahl ihrer Kinder nicht einverstanden waren. Nun ja, es gab ein paar solcher Trauungen, und manche Paare sind sogar zusammen geblieben. Das war schon damals schwer. Ansonsten habe ich nicht gern getraut. Da wird man zum Zeremonienmeister, die Frauen begucken das Brautkleid, die Männer dessen Ausschnitt, und das Brautpaar hört sowieso nicht zu. Es gab Aufgaben, die ich lieber gemacht habe. Trauernde zu begleiten, ist eine dankbarere Aufgabe. Armen zu helfen auch.

Das war es denn auch schon, was mein irdisches Leben angeht. Vor meinem Tod, so sagt man, konnte ich durch ein Wunder die blinde Tochter meines Gefängniswärters sehend machen. Nun ja, ich habe ihr die Augen geöffnet, das stimmt, aber im übertragenen Sinn: Ich habe sie für den christlichen Glauben gewinnen können. Aber das gemeine Volk hat es lieber handfest und nimmt es gern wörtlich, als dass es über den eigentlichen Sinn nachdenkt. Mit den Wundern Jesu machen sie es genau so. Schade, es geht ihnen so vieles verloren.

Sehr angesehen und beliebt soll ich gewesen sein. Das stimmt, doch dafür kann ich nichts. Ich habe nur getan, was ich konnte. Den Menschen gezeigt, dass sie mir wichtig sind und Gott sie liebt.

Eines Tages bestellte der römische Kaiser Claudius mich ein, um mit mir zu diskutieren. Was ich ihm zu sagen hatte, hat ihm nicht gerade gefallen. Als „Maulwurf“ hat er mich beschimpft. Im Anschluss an die Diskussion ließ er mich dann inhaftieren und bald darauf von seinem Scharfrichter einen Kopf kürzer machen. Dabei hatte ich nur gesagt, dass Gott allein Herr der Welt ist und sonst keiner, auch kein Kaiser von Rom. Und das ist ja wohl richtig und gut so.

Die ganze Sache war natürlich ziemlich unangenehm für mich. Ich hätte wohl besser auf meine Mutter gehört. Die hat mir oft geraten: "Valli, sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst!" Doch diesem Claudius, der sich für einen Gott hielt und auch so verehren ließ, musste ich einfach sagen, was ich über ihn dachte.

Kaum war der Kopf ab, wurde ich schon heilig gesprochen. Seitdem gelte ich als Schutzpatron der Bienenzüchter und als Helfer gegen Ohnmacht. Die in Ohnmacht Gefallenen haben mich bisher noch nicht angerufen, die Bienenzüchter melden sich öfter mal. Warum ich für die zuständig sein soll, weiß ich selber nicht mehr – vielleicht war die Stelle gerade frei, als ich heilig gesprochen wurde.

Meine hauptsächliche Aufgabe ist jedoch Liebespaare zusammen zu bringen. Dazu bin ich eigentlich eher zufällig gekommen. Mein Todestag fiel mit einem beliebten römischen Fest zusammen. Bei diesem Fest durften die ledigen jungen Männer Lose ziehen, auf denen die Namen von ledigen Mädchen standen (Gleichberechtigung im heutigen Sinne gab es damals noch nicht). Die so zusammengelosten Pärchen zogen dann gemeinsam um die Häuser, und bei so machen hat es gefunkt.

So populär wie vor 1800 Jahren dieses Fest in Rom war, so populär wurde mein Namenstag im alten England und später besonders in Amerika. Dort werden bis heute noch gelegentlich solche Lose gezogen, bei manchen Partys z. B. Meistens aber macht man es nicht mehr so umständlich und schaltet den Zufall der Verlosung aus. Man schreibt lieber seiner oder seinem Angebeteten direkt. Früher schrieb man Briefe, heute E-Mails oder SMS.

Da die Mitteleuropäer sowieso alles nachmachen, was aus Amerika kommt, wird der Valentinstag seit etwa 25, 30 Jahren auch in Europa begangen. Blumenhändler, Konfiserien und auch Schmuckgeschäfte freuen sich und bewerben den Tag kräftig. Sie machen gute Umsätze mit meinem Namen. Ich mag das gar nicht.

Aber gerade heute, in dieser kontaktarmen Zeit, wäre doch so eine Liebeslotterie wie im alten Rom gar nicht schlecht, was meinen Sie?

Es ist schon manchmal witzig, welche seltsamen Bräuche sich um meinen Namenstag entwickelt haben. So geht folgendes Gerücht herum (das übrigens nicht ich in die Welt gesetzt habe): Derjenige, den ein Mädchen am Valentinstag als ersten sieht, soll ihr Zukünftiger werden. So hat wohl ein Zeitungsbote die besten Chancen, wenn nicht gerade Sonntag ist...

Andererseits sagte man auch, derjenige würde der Zukünftige, von dem das Mädchen in der Nacht geträumt hat. Was ein Mädel machen soll, wenn es nachts von Hans träumt und am nächsten Morgen als erstes den Franz sieht, kann ich nicht sagen. Ist ja auch egal, und wer an so etwas glaubt, ist selber schuld.

Ach ja, die Sache mit dem Maulwurf will ich noch erklären: Als Christen lebten wir damals halbwegs im Untergrund. Der Staat mochte uns nicht besonders, weil wir etwas aufmüpfig waren; wir verweigerten seinen Beamten den geforderten Gehorsam. Das kommt dabei heraus, wenn man Gott mehr gehorcht als den Menschen. Und wir haben andere Menschen zu solchem Ungehorsam angeregt. Das geschah natürlich im Verborgenen. Nur die Folgen wurden ab und zu sichtbar, wenn z. B. ein Soldat wie Mauritius einen Befehl verweigerte oder Philemon seinen Sklaven Onesimus wie einen Bruder behandelte. Das waren dann so Maulwurfshügel, die unsere Untergrundarbeit sichtbar machten, und die römischen Beamten haben sich ziemlich aufgeregt. Haben sich immer neue Gesetze gegen uns ausgedacht, doch gut zweihundert Jahre später hatten wir den römischen Rasen umgepflügt. Das war unter dem Kaiser Konstantin.

Dass das auch heute noch geht, habe ich 1989 in der damaligen DDR gesehen: Kleine christliche Grüppchen, die der Staat kaum ernst nahm, wuchsen zu einer Massenbewegung, und schon war der Unrechtsstaat futsch. Da waren Maulwürfe am Werk. Die haben die glatte Oberfläche einfach aufgebrochen, haben sich von staatlichen Gesetzen und Ordnungen und von Staatsbeamten einfach nicht einschüchtern lassen. Waren subversiv tätig, und das war nach geltendem Recht strafbar.

Was ich mir zu meinem Tag wünsche? Bleibt Maulwürfe! Gehorcht Gott mehr als den Menschen. Gebt der Menschlichkeit den Vorrang vor geltendem Recht, der Liebe vor gesellschaftlicher Ordnung.

Grade ruft ein Bienenzüchter mich an, ich soll seine Völker vor Frost schützen. Ich werde ihm raten, sie doch einfach warm einzupacken, das wird er ja wohl selber können. Also, macht’s gut und denkt öfter mal an mich, nicht nur heute.“

Amen


Pfr. i.R. Paul Kluge, Detmold
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