''Freiheitsraum Reformation'': Bundesregierung fördert nordwestdeutsches Großprojekt

Die Reformierten sind dabei

Oldenburg. Im Jahr 2017 jährt sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg. Dieses Ereignis, das traditionell als Beginn der Reformation in Deutschland gedeutet wird, führte zu einer nachhaltigen religiös-kulturellen Differenzierung und Pluralisierung der europäischen Gesellschaft. "Freiheitsraum Reformation" nennt sich ein Kooperationsprojekt der Universität Oldenburg, das die Reformation im Nordwesten, ihre Folgen und ihre Aktualität mit einer Vielzahl von Veranstaltungen ins Bewusstsein rücken will.

In dem von der Oldenburger Historikerin Prof. Dr. Dagmar Freist geleiteten Vorhaben kooperieren die Institute für Geschichte und für Evangelische Theologie der Universität mit Partnern aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft. Gefördert wird der diesjährige Projektauftakt vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Staatsminister Bernd Neumann. Insgesamt ist das Projekt auf eine Laufzeit von fünf Jahren angelegt.

In Vorträgen, Konzerten, Ausstellungen, Inszenierungen, wissenschaftlichen Tagungen, in Gemeindearbeit und Schulprojekten soll das Reformationsjubiläum "eine eigene, nordwestdeutsche Handschrift erhalten", so Projektleiterin Freist. Denn gerade der Nordwesten sei seit dem 16. Jahrhundert von einem Neben-, Mit- und Gegeneinander von Lutheranern, Reformierten, Katholiken, Mennoniten, Baptisten, Juden und vielen anderen religiösen Minderheiten geprägt. Die Oldenburger Theologin und Mitorganisatorin Prof. Dr. Andrea Strübind ergänzt: "Das Kooperationsprojekt nimmt aber nicht nur christliche Konfessionen in den Blick." Pluralität, Toleranz und Konfrontation in der heutigen Gesellschaft, Erinnerungskultur, Sinnsuche und Identität gehörten ebenso zu den Schwerpunkten der Veranstaltungen.

"Die Reformation war für die kulturelle Zukunft des Oldenburger Landes und Nordwestdeutschlands von unschätzbarer Wichtigkeit", betont Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, die zu den renommierten Kooperationspartnern des Projekts zählt. "Wir begrüßen es nachdrücklich, dass sich Partner aus Nordwestdeutschland und besonders aus dem Oldenburger Land mit ‘Freiheitsraum Reformation’ am 500. Reformationsjubiläum beteiligen. Für die Unterstützung, die wir durch Staatsminister Neumann erfahren, sind wir sehr dankbar", so Kossendey.

Bei der Veranstaltungsreihe sollen neue Formen der künstlerisch-kulturellen Vermittlung erprobt werden. So entsteht beispielsweise in Zusammenarbeit der Universität mit dem Oldenburgischen Staatstheater ein eigenes Theaterstück, das die Religionsfreiheit im Nordwesten zum Thema hat.

Neben der Oldenburgischen Landschaft tragen zahlreiche weitere Kooperationspartner zu dem Projekt bei. Dazu zählen unter anderem das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE), die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, die Evangelisch-Reformierte Kirche (Leer), die Evangelisch lutherische Landeskirche Hannovers (Sprengel Ostfriesland), die Johannes a Lasco Bibliothek Emden, die Landesbibliothek Oldenburg, das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg, das Oldenburgische Staatstheater sowie die Ostfriesische Landschaft.

Die Veranstaltungsreihe wird am 2. September 2012, 10.00 Uhr, mit einem Gottesdienst in der Oldenburger Lambertikirche und einem anschließenden Festakt in der Exerzierhalle offiziell eröffnet. 


Quelle: Pressemeldung der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 20. August 2012
erste Veranstaltungen am 2. und 16. September in Oldenburg

Oldenburg. Was sind die Folgen der Reformation, welche Bedeutung hat sie für den Nordwesten Deutschlands? Diese Fragen stellt "Freiheitsraum Reformation", ein groß angelegtes Kooperationsprojekt der Universität Oldenburg mit Partnern aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft. Am Sonntag, 2. September, 12.00 Uhr, feiert es in der Oldenburger Exerzierhalle seinen Auftakt. "Freiheitsraum Reformation" ist an den Instituten für Geschichte und Evangelische Religion der Universität angesiedelt. In den kommenden fünf Jahren widmen sich Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen und wissenschaftlichen Tagungen der Reformation und ihrem 500. Jubiläum im Jahr 2017. Zugleich soll das Projekt neue Formen der künstlerisch-kulturellen Vermittlung erproben.