Leben und arbeiten aus dem Hören auf das Wort der Bibel

Präses Rekowski feierte das 60. Lebensjahr

© EKiR/Lichtenscheidt

Zu seinem Geburtstag haben Vizepräses Christoph Pistorius und Vizepräsident Dr. Johann Weusmann Rekowski als biblisch verwurzelten Menschen gewürdigt, dessen Denken und Wirken auf Zukunft hin ausgerichtet ist.

„Wer Dein Wirken in unserer und für unsere Kirche verfolgt, käme nicht auf die Idee, Heimat und Verwurzelung auf einen Ort zu reduzieren. Du lebst und arbeitest aus dem Hören auf das Wort der ganzen Bibel“, heißt es im Glückwunschschreiben des Vizepräses und des Leitenden Juristen der rheinischen Kirche.

Diese Verwurzelung und das Hören auf Gottes Wort lassen Rekowski „immer wieder – auch bei aller Achtsamkeit für das Überkommene – unsere Kirche weiter denken in ihrer Verpflichtung, ,die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk‘. Diesem Auftrag aus der sechsten These der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 fühlst Du Dich verpflichtet. Du hast in allen Funktionen aus diesem Ansatz heraus auf Strukturen hingewirkt, die diesen Auftrag auch für die Zukunft aufnehmen.“ Dennoch habe sich Präses Rekowski in seinem Wirken immer auch durch die Schicksale der Menschen anrühren lassen, schreiben Pistorius und Weusmann: „Diakonisches, anwaltschaftliches Engagement hat Dein Wirken geprägt. Sei es für die Menschen, die in einer sich rasant verändernden westlichen Großstadt auf der Strecke bleiben, oder jene, die alles hinter sich lassen und als Flüchtende in der Welt unterwegs sind. Gerechtigkeit, Verantwortung für die Schöpfung und Frieden sowie ein friedliches Miteinander der Religionen waren und sind für Dich mehr als nur Themen, zu denen auch noch etwas gesagt werden sollte.“ Dabei scheue der oberste Repräsentant von rund 2,54 Millionen Evangelischen zwischen Niederrhein und Saarland auch die Auseinandersetzung und den Gegenwind nicht. „Du weichst dem Dialog nicht aus und suchst das Gespräch auch mit jenen, die Deine Auffassung nicht teilen.“

„Wahrscheinlicher war, dass ich Landwirt werde“

Dass er einmal höchster Repräsentant der zweitgrößten EKD-Gliedkirche werden würde, war dem am 11. Februar 1958 in Polen geborenen Wahl-Wuppertaler nicht in die Wiege gelegt: „Wahrscheinlicher war damals, dass ich Landwirt in den Weiten Masurens werde“, sagt Rekowski. Aber als der Junge fünf Jahre alt war, verließ seine Familie ihren Bauernhof und siedelte in die Bundesrepublik über. Erste Stationen dort waren Gladbeck und Honrath im Rhein-Sieg-Kreis.

„Ich habe erlebt, dass das Leben, das einem so vertraut erscheint, immer auch ganz anders sein kann – und das von jetzt auf gleich“, resümiert der heutige Präses. „Während wir auf dem kleinen Bauernhof in Polen gelebt haben, gehörten wir als Deutschstämmige zu einer Minderheit. Dann zogen wir nach Deutschland, wohnten mit sechs Personen in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung, und ich erlebte auf der Straße und dem Schulhof, dass ich ob meines Dialekts ,der Pole‘ war. Diese Erfahrung hat sich mir sehr eingeprägt und mir jede strukturkonservative Grundhaltung ausgetrieben.“

Geprägt durch einen ostpreußischen Pietismus, den er als eng und wenig lebensbejahend erlebt hat, schätzt Manfred Rekowski an der Evangelischen Kirche im Rheinland, dass sie nicht zuletzt eine „Kirche der Freiheit“ ist: „Da ist Luft zum Atmen, zum Denken, zum Fragen und zum Widerspruch. Und da ist eine tiefe Frömmigkeit, die weltzugewandt ist. Das ist ihre Stärke.“

Rekowski ist seit 2011 hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er leitete von 2011 bis zur seiner Wahl zum Präses 2013 als Oberkirchenrat die damalige Abteilung I (Personal) im Landeskirchenamt. Zuvor war der Theologe erster Superintendent des Kirchenkreises Wuppertal, der durch die Fusion der Kirchenkreise Barmen und Elberfeld zu Beginn des Jahres 2005 entstanden ist. Rekowski hat in Bethel, Marburg, Bochum und Wuppertal Theologie studiert. 1986 wurde er Pfarrer in der Kirchengemeinde Wichlinghausen in Wuppertal. Parallel dazu war er von 1993 bis 2011 Superintendent in Wuppertal, zunächst des Kirchenkreises Barmen und dann, nach der von ihm vorangetriebenen Kirchenkreisfusion, des Kirchenkreises Wuppertal.


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