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Die Sprache Gottes lernen

Kirchenpräsident Volker Jung entlässt Bischof Jan Janssen

Kirchenpräsident Jung und Bischof Janssen bei der Entpflichtung 2018 in Oldenburg © Ev.-Luth. Kirche Oldenburg

In einem Festgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche wurde Pfarrer Jan Janssen feierlich aus dem Bischofsamt verabschiedet.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Dr. hc Volker Jung, der als Vertreter der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) die Verabschiedung von Pfarrer Jan Janssen aus dem Bischofsamt übernahm, würdigte Janssen als einen, der es vermag, „von der Gotteskraft des Evangeliums zu reden und das zu leben“. Das habe Bischof Janssen bewegt. „Was das Evangelium als Gotteskraft bedeutet und wie wir es leben und zur Sprache bringen können, war für ihn Maßstab – in den gesellschaftlichen Debatten etwa um die Aufnahme von geflüchteten Menschen und in dem innerkirchlichen Reformprozess, in dem mit einem Zukunftskongress im Jahr 2012 wichtige Weichen gestellt wurden,“ so Jung.

„Das Evangelium als Gotteskraft war für Bischof Janssen auch Antriebskraft für sein Engagement über seine Kirche hinaus: in der Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen, in den ökumenischen Beziehungen zur katholischen Kirche, die in Oldenburg eine lange und gute Tradition haben, in den Partnerschaften mit Togo und Ghana, in seinem Engagement in der EKD und für die EKD“, hob Jung hervor. So nah und präsent Bischof Jan Janssen vor Ort in den Gemeinden seiner Kirche gewesen sei, so sehr habe er auch stets gezeigt, „dass uns das Evangelium hineinstellt in die weltweite Gemeinschaft aller Christinnen und Christen – und uns auch ruft zum Gespräch mit Menschen anderer Religionen.“ Dafür stehe nicht zuletzt auch Janssens Engagement im Zentralausschuss des Weltkirchenrates.

Zu Beginn seiner Predigt hob Pfarrer Jan Janssen hervor, dass sich der Text aus dem Matthäus-Evangelium (4,1-11) über die Versuchung Jesu in der Wüste am ersten Sonntag in der Passionszeit nicht für eine Abschiedsrede eigne, sondern ein immer neues Anfangen mit dem Wort Gottes fordere. Gottes Worte seien und blieben Lebensmittel gerade in einer Welt der totalen Kommunikation, in der die Quantität der Qualität des Wortes so sehr zum Schaden sei. Zwar sei zwischen Menschenwort und Gotteswort zu unterscheiden, aber Worte könnten Wunder wirken. „Worte gehören nicht auf die Goldwaage, sondern auf die Brotwaage!“, sagte Janssen in seiner Auslegung des Bibelverses „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“ Darum sei zu fragen: „Dient, was du sagst dem Leben? Gibt, was du redest, anderen zu beißen? Tut es was gegen den Hunger?“Das verheißungsvolle Wort Gottes biete genau das alles: „nahrhafte Lebenskraft und visionären Vorgeschmack in den Verben des Friedens, dem Buchstabieren der Gerechtigkeit, in der Grammatik des Miteinanderteilens. Diese Sprache Gottes müssten wir Menschen immer noch mehr erlernen!“ Dieses Hören auf das Wort, dieses Handeln nach dem Wort sei Orientierung, die aus diesem Evangelium zu heben sei. „Bleiben wir auf der Suche danach!“, mahnte Janssen. „Investieren wir unsere Energie in diese Theologie im Sinne einer Rede von Gott.“ Denn das Evangelium sei ein nahrhaftes Wort, an das sich die Menschen auch in Wüstenzeiten und Durststrecken halten könnten. An dem Festgottesdienst, der gemeinsam von den Mitgliedern des Kollegiums des

Oberkirchenrates gestaltet wurde, nahmen mehr als 400 Gäste aus den Kirchengemeinden, aus den benachbarten Kirchen, aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft teil. Pfarrer Jan Janssen hatte im November 2017 seinen Verzicht auf das Bischofsamt erklärt und nach gut neun Jahren die Verantwortung in diesem Leitungsamt abgegeben. Bis zum 31. Januar war Pfarrer Janssen mit der Vertretung im Bischofsamt beauftragt. Im Herbst dieses Jahres übernimmt er die Stationsleitung der Deutschen Seemannsmission e.V. (DSM) in Rotterdam (Niederlande).

Neun Jahre im Bischofsamt

Der im April 1963 in Bad Bevensen geborene Pfarrer Jan Janssen war 2008 zum Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg gewählt und am 29. September 2008 ins Bischofsamt in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche eingeführt worden. Von 2002 bis 2008 war er Kirchentagspastor des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Als Gemeindepastor arbeitete er in Wiefelstede (1994 bis 1996) und in der Christus- und Garnisonkirche in Wilhelmshaven (1997 bis 2002).


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