SEK: Thomas Wipf für einen Grundkonsens der Religionen

''Die Religionen sollten anerkennen, dass unser Staat auf dem Recht beruht und nicht auf dem Bekenntnis zu einer bestimmten Religion''


Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK); Foto (Januar 2009): Flügge

Es braucht einen verbindlichen „Grundkonsens über die Voraussetzungen des Zusammenlebens“ zwischen den Religionen, so SEK-Ratspräsident Thomas Wipf während der Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes.

„Der Dialog zwischen den Religionen in der Schweiz braucht eine neue Qualität“, so Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK). Mit dem traditionellen Wort des Ratspräsidenten legte Wipf den rund siebzig Delegierten der Abgeordnetenversammlung des SEK heute in Bern dazu seinen Vorschlag vor: „Um insbesondere im Dialog mit dem Islam weiterzukommen, ist zwischen den Religionen ein Grundkonsens über die Voraussetzungen des Zusammenlebens notwendig geworden.“ Dieser, so Wipf, solle „gemeinsam ausgehandelt, in einem Dokument festgehalten und verbindlich beschlossen“ werden.

Wipf nannte einige Elemente aus evangelischer Sicht für ein solches Dokument. So erwarteten die evangelischen Kirchen von den anderen Religionen eine Sensibilität für das christliche Erbe der Schweiz. Gleichzeitig sei die Vielfalt der Konfessionen ein Zeichen der Stärke. Religion dürfe jedoch keine Macht für sich in Anspruch nehmen und Herrschaft ausüben wollen. So beinhalte die Religionsfreiheit auch das Recht, keine Religion zu haben und die Religion zu wechseln.

„Die Religionen sollten anerkennen, dass unser Staat auf dem Recht beruht und nicht auf dem Bekenntnis zu einer bestimmten Religion“, so Wipf weiter: „Es gibt neben Verfassung und Gesetz keine religiösen Sonderrechte.“

„Die Schweiz diskriminiert die Muslime nicht.“ Das Zustandekommen der Volksinitiative „Gegen den Bau von Minaretten“, sei auch Ausdruck von Befürchtungen der Bevölkerung gegenüber dem Islam. Sie sei jedoch „untauglich und kontraproduktiv“. Die Initiative verletze das Grundrecht auf Religionsfreiheit und sei entschieden abzulehnen. Ihr Stil „passt nicht zu einer demokratischen Diskussionskultur“ und entlarve sich selbst. „Die Kirchen halten dem Konzept des Kampfs der Kulturen das Konzept des Dialogs der Religionen entgegen“, betonte Wipf.

Die Abgeordnetenversammlung AV ist das Parlament (Legislative) des SEK. Die rund 70 Vertreter der 26 Mitgliedskirchen des SEK treten zweimal pro Jahr zusammen, im Juni als Gast einer Mitgliedskirche, im November in Bern. Die Herbst-AV 2009 tagt am 2. und 3. November im Berner Rathaus.


Medienmitteilung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK), Bern, 2. November 2009

WGRK: Ökumenedezernentin der Presbyterianischen Kirche der USA verstorben
Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) trauert um eine 'leidenschaftliche und tatkräftige Führungspersönlichkeit'.

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WCRC-Präsidentin Najla Kassab forderte Kirchen auf Hoffnung zu machen
Bei ihrem Synodenbesuch der Presbyterianischen Kirche in Kuba (IPRC) sprach sich Kassab in einer sehr persönlichen Rede für den 'Kampf für ein besseres Leben für alle' aus.

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Die Weltgemeinschaft reagiert damit auf rassistische Ideologien
Eine Konsultation über den Widerstand gegen Kulturen der Diskriminierung, des Autoritarismus und des Nationalismus hat "diese Zeit als einen Kairos-Moment erkannt, in dem Gott zu entschlossenem Handeln auffordert."

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WGRK: Dialog über die Wirkung der Eschatologie auf die Mission
Die fünfte Sitzung des laufenden Dialogs zwischen Reformierten und Pfingstlern fand in Legon, Accra, Ghana, unter dem Motto 'Ministering to the Needs of the World: Mission and Eschatology' statt.

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Besuch der WGRK in Irak
Eine Delegation der Weltgemeinschaft der Reformierten Kirchen (WGRK) konnte feststellen, dass die Kraft der Hoffnung die wenigen verbliebenen presbyterianischen Kirchen im Irak weiterhin antreibt.

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Neue Praktikantin der WCRC
Abigail Scarlett plant ihr einjähriges Praktikum bei der Weltgemeinschaft der Reformierten Kirchen (WCRC) zu absolvieren und möchte sich dabei auf Fragen zum Thema Gerechtigkeit konzentrieren.

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Treffen der Internationalen Reformierten-Anglikanischen Dialogs (IRAD=
Kommunionsdialog zwischen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGKR) und der Anglikanischen Gemeinschaft wurde auch diesmal wieder stark durch den lokalen Kontext bestimmt.

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GEM Schule 2018
Die Ökumenische Schule für Governance, Ökonomie und Management (GEM) für eine Wirtschaft des Lebens hat am 19. August 2018 in Mexiko City begonnen.

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Versöhnungsbemühungen zwischen Nord- und Südkorea
Die WCRC ruft alle ihre Mitgliedskirchen dazu auf, sich am Sonntag, dem 12. August 2018, als Gebetstag für die friedliche Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel zu erinnern.

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WGRK: Besuch der entmilitarisierten Zone (DMZ) zwischen Nord- und Südkorea
In einem besonderen Gebetsgottesdienst in der Militärkirche innerhalb der DMZ brachten die Mitglieder ihre Anliegen und Sorgen um Konflikte in ihrer eigenen Region zum Ausdruck.

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