Heidelberger Katechismus Frage ...
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Zacharias Ursinus

1534 - 1583

Zacharias Ursinus, Kupferstich, 17. Jahrhundert; Quelle und mit freundlicher Genehmigung: Stadtarchiv Neustadt an der Weinstraße

Professor für Dogmatik an der Universität Heidelberg

Zacharias Ursinus wurde am 18. Juli 1534 in Breslau als Sohn des lutherischen Diakons Caspar Beer (1528 latinisiert in Ursinus) geboren. Er besuchte die Elisabeth Schule. Als begabter Schüler wurde er im Alter von 15 Jahren an der Wittenberger Universität eingeschrieben, nachdem Philipp Melanchthon sich von seinen Fähigkeiten überzeugt hatte. Der wohlhabende Arzt und Freund Philipp Melanchthons Crato von Craftheim übernahm die Studiengebühren uns sorgte für den Unterhalt.
1557 nahm Melanchthon Ursinus mit zum Religionsgespräch nach Worms. Von dort trat er eine längere Studienreise an, die ihn nach Heidelberg, Straßburg, Basel, Lausanne und Genf führte. Dabei lernte er u.a. Heinrich Bullinger, Petrus Martyr Vermigli und Johannes Calvin sowie deren Theologie kennen. Von der Schweiz führte die Reise weiter nach Frankreich, wo er in Paris vor allem hebräische Sprachstudien betrieb.
Über die Schweiz und Süddeutschland kehrte er nach Wittenberg zurück. Hier erreichte ihn im September 1558 die Berufung zum Lehrer an der Elisabethschule in Breslau. Ein Jahr später geriet er in den Verdacht reformierter Lehre, weil er seinen Lehrer Philipp Melanchthon in einem Abendmahlsstreit unterstützte, in dem jener sich der Calvinischen Interpretation des Abendmahls angenähert hatte. Um einen dauerhaften Streit zu vermeiden, bat Ursinus um seine Entlassung.
Er reiste nach Zürich zu Petrus Martyr Vermigli. Durch ihn erhielt er ein Angebot vom neuen pfälzischen Kurfürsten Friedrich III., am Sapienzkolleg, dem Predigerseminar in Heidelberg, eine freigewordene Stelle zu übernehmen. Ursinus trat die Stelle 1561 an und wurde im darauffolgenden Jahr zum Dr. theol. promoviert. Gleich nach der Promotion 1562 bekam er einen Ruf an die Universität auf den durch Caspar Olevianus freigewordenen Lehrstuhl für Dogmatik, den dieser nach nur kurzer Zeit gegen die Stelle eines Predigers an der Peterskirche und Vorsitzenden des Kirchenrates eingetauscht hatte.
Mit Ursinus war nun – neben Petrus Boquinus und Immanuel Tremellius - ein weiterer der Theologie Zwinglis und Calvins zugeneigter Professor an der Heidelberger Universität tätig.
Außer Vorlesungen zu den Hauptloci der Dogmatik, die er als zusammenfassende Einführung in das Studium der Heiligen Schrift ansah, verfasste er schon bald nach Beginn seiner Tätigkeit zwei Katechismen, einen umfangreichen (Summa Theologiae) für das universitäre Studium und einen kürzeren (Catechesis minor) für die allgemeinere Bildung.
Diese beiden Katechismen werden als Vorarbeit für den von Kurfürst Friedrich III. in Auftrag gegebenen neuen Katechismus betrachtet, dem „Heidelberger Katechismus“. Nach der Endredaktion gab der Kurfürst den Katechismus im Januar 1563 zum Druck frei.
Der in der durch die lutherische Lehre geprägten Umwelt der Kurpfalz auf Kritik stoßende Katechismus wurde durch katechetische Erläuterungen und Kommentare Ursinus verteidigt. Unter dem Titel „Explicationum catechticarum absolutum opus totiusque theologiae purioris quasi novum corpus“ wurden diese Arbeiten 1598 als sein Gesamtwerk von David Pareus herausgegeben.
1574 heiratete Ursinus Margareta Trautwein und führte mit seiner Frau ein eher bescheidenes, durch viel Arbeit und Mühe geprägtes Leben. 
Nach dem Tod Friedrich III. im Jahr 1576 musste er die Universität verlassen, da Friedrichs Sohn und Nachfolger Ludwig VI. das lutherische Bekenntnis wieder einführte. Ursinus erhielt durch den Pfalzgrafen Johann Casimir, einem anderen Sohn Friedrichs, der dem reformierten Bekenntnis anhing, eine Anstellung am neu errichteten „Collegium Casimirianum“ in Neustadt an der Haardt (heute Neustadt an der Weinstraße). Hier setzt er 1578 seine Vorlesungstätigkeit über den Propheten Jesaja fort.
Zacharias Ursinus starb am 6. März 1583 im Alter von 48 Jahren in Neustadt. Er wurde in der Stiftskirche beigesetzt.


Aleida Siller