Heidelberger Katechismus Frage ...
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Friedrich III.

1515 - 1576

Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz; Mit freundlicher Genehmigung des Kurpfälzischen Museums Heidelberg

Kurfürst von der Pfalz

Friedrich III. von der Pfalz stammte aus der Familie der Wittelsbacher. Er wurde am 14. Februar 1515 in Simmern geboren. Seine Eltern waren Pfalzgraf Johann II. und Beatrix von Baden.
Seine Eltern legten großen Wert auf eine gute Ausbildung und so wurde Friedrich an den katholischen Höfen und Universitäten von Nancy, Lüttich und Brüssel ausgebildet.
1546 wurde er jedoch Anhänger der Reformation, was durch seine lutherische Ehefrau Marie (1519-1567), eine Prinzessin aus dem Haus Brandenburg-Kulmbach, bestärkt wurde. Die Eheschließung fand 1537 statt. Dem Paar wurden 11 Kinder geboren, wovon zwei im Kindesalter starben. Ein Sohn ertrank als Student in Bourges auf einer Bootsfahrt, ein anderer fiel im Hugenottenkrieg.
Nach dem Tod seiner Frau heiratete Friedrich 1569 Amalia von Neuenahr-Alpen (1539-1602), die Witwe Heinrichs von Brederode, Vorkämpfer der Befreiung der Niederlande von der spanischen Herrschaft.

Im Februar 1559 erhielt Friedrich, zu der Zeit Pfalzgraf von Simmern-Sponheim, nach dem plötzlichen Tod seines kinderlosen Verwandten Ottheinrich (1502-1559) die Kurwürde der damals im Reich bedeutenden Pfalz.
Als Kurfürst führte er die unter Ottheinrich vorangetriebene Reformation weiter, neigte aber mehr als sein Vorgänger der reformierten Richtung zu. Die in den Jahren zuvor immer wieder neu aufgeflammten Streitigkeiten zwischen lutherischen und reformierten Theologen und Kirchenleuten versuchte er zu beenden, jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.
An die damals berühmte Universität Heidelberg holte er reformierte Theologen aus ganz Europa, unter ihnen einige, die ihre Heimat aus konfessionellen Gründen hatten verlassen müssen, wie z.B. Zacharias Ursinus aus Breslau oder Caspar Olevianus aus Trier.
Friedrich versuchte die Kurpfalz, die aus sehr unterschiedlichen Gebieten bestand, zu einen, auch indem er einen neuen Katechismus veranlasste, den 1563 in Druck gegebenen Heidelberger Katechismus. Im November desselben Jahres erließ er außerdem eine neue Kirchenordnung.
Durch die Einführung des neuen Katechismus geriet der Kurfürst jedoch in Schwierigkeiten, denn die anderen protestantischen Kurfürsten sahen dadurch den Augsburger Religionsfrieden von 1555 gefährdet. Man drängte ihn zur Rücknahme; Friedrich blieb jedoch bei seinem Katechismus. 1566 auf dem Reichstag in Augsburg setzte er sich durch und die reformierte Pfalz wurde nicht von der Zugehörigkeit zu den Augsburger Konfessionsverwandten und dem damit verbundenen Schutz ausgeschlossen. Seine Standhaftigkeit auf dem Reichstag soll ihm den Namenszusatz „der Fromme“ eingebracht haben.

Friedrichs Bemühen richtete sich nicht nur auf die weitere Hebung des Niveaus der Heidelberger Universität, sondern auch auf die Verbesserung des Schul- und Unterrichtswesen für das Volk, wozu der Heidelberger Katechismus einen großen Beitrag leisten sollte.
Besondere Anteilnahme und Unterstützung fanden die französischen Protestanten durch ihn.
Auch für die Aufnahme von Glaubensflüchtlingen in der Pfalz setzte er sich ein.

Am 26. Oktober 1576 starb Friedrich III. in Heidelberg. Er wurde neben seiner ersten Ehefrau Marie in der Heiliggeistkirche beigesetzt.
Sein ältester Sohn Ludwig übernahm die Kurwürde. Da er lutherisch geblieben war, führte er gleich nach dem Tod seines Vaters das lutherische Bekenntnis wieder ein.

Kirchenfenster von Georg Meistermann in der Matthiaskirche zu Sobernheim mit einer Darstellung von Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, den Heidelberger Katechismus in der Hand haltend. Foto: Christian Wenzel

 


Aleida Siller