Vorkämpferin der Frauenordination: Ilse Härter

Präses Nikolaus Schneider gratuliert der Pfarrerin zum 100. Geburtstag


Ilse Härter 2006 bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde; Foto: ekir.de

Beharrlich hat sich die Theologin Ilse Härter für die Bekennende Kirche und für ihre Ordination als Pastorin eingesetzt. Sie hat in der Nazi-Zeit den Eid auf den „Führer“ verweigert und keinen Ariernachweis erbracht. In der Kirche hat sie am 12. Januar 1943 – ihrem 31. Geburtstag – erreicht, dass ihr die volle pfarramtliche Tätigkeit erlaubt wurde. Heute wird die pensionierte rheinische Pfarrerin 100 Jahre alt.

Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, gratuliert Ilse Härter: „Sicher werden Ihre Gedanken zurückgehen zu Stationen Ihres Lebens, die wichtig waren und es auch geblieben sind. Viele dieser Stationen sind durch Ihre kritische Verbundenheit mit unserer Kirche geprägt, mit der Sie auch zur Vorkämpferin und Wegweiserin für spätere Generationen geworden sind“, heißt es in seinem Glückwunschschreiben.

Dazu gehöre nicht nur Ilse Härters Einsatz für die Frauenordination, sondern auch ihre „bis heute unermüdliche Mitwirkung an der Aufarbeitung der dunklen Zeiten in der Geschichte der Evangelischen Kirche im Rheinland“, so Schneider: „Für Ihr neues Lebensjahr wünsche ich Ihnen, dass Sie ‚Auf Gegenkurs’ bleiben und Freude an der Zeit haben können, die Gott Ihnen schenkt.“

Theologische Examina bei der Bekennenden Kirche abgelegt

1912 in Asperden am Niederrhein geboren, studierte Ilse Härter Theologie in Göttingen, Tübingen, Königsberg und Bonn. Die beiden theologischen Examina legte sie vor dem Prüfungsausschuss der Bekennenden Kirche ab, 1936 das erste, 1939 das zweite. Nicht folgenlos: Nach dem Himmler-Erlass 1937 war der Bekennenden Kirche jegliche Prüfungstätigkeit verboten. Dass sie es dennoch tat, kam irgendwie heraus – und die junge Theologin wurde in die Gestapo-Zentrale zum Verhör vorgeladen. Und mit einem Prozess bedroht.

Härters berufliche Stationen führten sie nach Berlin-Wannsee und Fehrbellin, Württemberg und in die Mark Brandenburg. Nach Ende von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg arbeitete die Theologin als Schul- und Berufsschulpfarrerin in Leverkusen und Elberfeld. Ilse Härter, ausgezeichnet mit der Ehrendoktorwürde der heutigen Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel, ist seit 1972 pensioniert, lebt am Niederrhein.

„Auf Gegenkurs“ – Fest- und Dankesschrift zum 100. Geburtstag

„Auf Gegenkurs“ heißt die Fest- und Dankesschrift zum 100. Geburtstag von Pfarrerin Dr. h.c. Ilse Härter, mit der ihre Freunde sie an ihrem heutigen Geburtstag überraschen. Das Buch spiegele Leben und Wirken Ilse Härters in aller Vielfalt, so Herausgeber Dr. Hartmut Ludwig (Schöneiche bei Berlin). „Ilse Härter ist eine der großen Mütter oder richtiger: der Schwestern der evangelischen Theologinnen in Deutschland und weltweit“, schreibt Bischöfin i.R. Maria Jepsen im Grußwort. Das Buch, dessen Druck von Evangelischer Kirche im Rheinland und Solidarischer Kirche im Rheinland gefördert wurde, versammelt mehr als vierzig Beiträge.

Auf Gegenkurs. Eine Fest- und Dankesschrift zum 100. Geburtstag von Pfarrerin Dr. h.c. Ilse Härter,
hrsg. von Hartmut Ludwig,
Logos Verlag, Berlin 2012,
19,90 Euro,
www.logos-verlag.de 

 


Pressemeldung der EKiR, 12. Januar 2012

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