| 16 | 31 | 46 | 61 | 73 | 85 | 100 | 115 | |
| 17 | 32 | 47 | 62 | 74 | 86 | 101 | 116 | |
| 18 | 33 | 48 | 63 | 75 | 87 | 102 | 117 | |
| 19 | 34 | 49 | 64 | 76 | 88 | 103 | 118 | |
| 20 | 35 | 50 | 65 | 77 | 89 | 104 | 119 | |
| 21 | 36 | 51 | 66 | 78 | 90 | 105 | 120 | |
| 22 | 37 | 52 | 91 | 106 | 121 | |||
| 23 | 38 | 53 | 92 | 107 | 122 | |||
| 24 | 39 | 54 | 93 | 108 | 123 | |||
| 25 | 40 | 55 | 67 | 79 | 94 | 109 | 124 | |
| 26 | 41 | 56 | 68 | 80 | 95 | 110 | 125 | |
| 27 | 42 | 57 | 69 | 81 | 96 | 111 | 126 | |
| 28 | 43 | 58 | 70 | 82 | 97 | 112 | 127 | |
| 29 | 44 | 59 | 71 | 83 | 98 | 113 | 128 | |
| 30 | 45 | 60 | 72 | 84 | 99 | 114 | 129 | |
Der Heidelberger Katechismus in Mitteldeutschland
Nachdem Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg am Weihnachtstag 1613 das Abendmahl auf reformierte Weise genommen hatte, entstehen überall in den Brandenburgischen Landen reformierte Gemeinden. Das Gebiet des Erzbistums Brandenburg (es umfasst große Teile des heutigen Landes Sachsen Anhalt) verblieb bis zum Tod des lutherischen Administrators Herzog August von Sachsen Weißenfels unter der Verwaltung dieser sächsischen Sekundogenitur mit Sitz in Halle. Herzog August residierte in der Neuen Residenz in Halle und gestaltete die Stifts- und Domkirche zu Halle in barocker Weise aus. Herzog August starb am 4. Juni 1680 in Halle. Nach den Verabredungen des Westfälischen Friedens fiel das Gebiet des Erzbistums Magdeburg an das Kurfürstentum Brandenburg. Noch im Sommer besuchte Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Residenz in Halle und richtete in der Domkirche die reformierte Predigt ein und bestellte auch einen reformierten Domprediger, der dort zuerst neben dem lutherischen Domprediger wirkte. Von einer reformierten Gemeinde wird man zu diesem Zeitpunkt nicht sprechen können. Bekannt ist der reformierte Kanzler Gottfried von Jena, ein französischer Fechtmeister von der Ritterakademie und einige andere.
Die kleine reformierte Gemeinde erhielt in den 80er Jahren Zuwachs durch die im Land Brandenburg angesiedelten Hugenotten, die das französische Bekenntnis „Confession de foi“ als ihr Bekenntnis mitbrachten. Zu einer zweiten Einwanderung größeren Ausmaßes kam es, als die aus der Pfalz durch König Ludwig XIV. vertriebenen Reformierten das vom 30jährigen Krieg gezeichnete Land besiedelten. Ihr Bekenntnis war der Heidelberger Katechismus, der auch in den Nachmittagsgottesdiensten der reformierten Gemeinden gepredigt wurde. Im ersten Gesangbuch der Hallenser Domgemeinde von 1713 ist der „churpfälzische Katechismus“ in Gänze abgedruckt. So auch in der 2. Auflage von 1745.
Als sich die beiden reformierten Gemeinden in Halle zusammenschlossen, wurden sowohl der Heidelberger Katechismus wie auch die Confession de foi und die Confessio Sigismundi als Bekenntnistexte übernommen.
Wie überall in Deutschland setzte sich auch im südlichen Brandenburg die Aufklärung durch, die mit den gottesdienstlichen Traditionen des konfessionellen Zeitalters völlig brach und die geprägten Bekenntnistexte der Reformation durch neu formulierte, „moderne“ Glaubenstexte ersetzte. In die reformierten Gesangbücher des 19. Jahrhunderts wurde der Heidelberger Katechismus nicht aufgenommen.
Erst in der jetzt gültigen Fassung des Evangelischen Gesangbuches für die Reformierte Kirche und die reformierten Gemeinden in Deutschland, ist der Heidelberger Katechismus wieder vollständig abgedruckt. In den letzten Jahrzehnten ist es in den reformierten Gemeinden der Kirchenprovinz Sachsen überall üblich geworden, in den Gottesdiensten je eine Frage aus dem Heidelberger Katechismus zu lesen.
In der Verfassung der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands werden als Bekenntnisgrundlage der Reformierten Gemeinden der Heidelberger Katechismus, die Confession de foi und die Confessio Sigismundi ausdrücklich als Bekenntnisschriften genannt.
Literaur:
Martin Gabriel; Die reformierte Gemeinden in Mitteldeutschland - Geschichte und Verfassung einer Bekenntnisminderheit im 18. Jahrhunder und danach. Lutherverlag Witten an der Ruhr, 1973
Margit Scholz; Die andere Reformation - Johannes Calvin und die Reformierten in Mitteldeuschland, in: Johannes Calvin, Person, Werk und Wirkung - Zwei Wanderausstellungen zum Calvin-Jahr 2009, Hannover 2009


