| 16 | 31 | 46 | 61 | 73 | 85 | 100 | 115 | |
| 17 | 32 | 47 | 62 | 74 | 86 | 101 | 116 | |
| 18 | 33 | 48 | 63 | 75 | 87 | 102 | 117 | |
| 19 | 34 | 49 | 64 | 76 | 88 | 103 | 118 | |
| 20 | 35 | 50 | 65 | 77 | 89 | 104 | 119 | |
| 21 | 36 | 51 | 66 | 78 | 90 | 105 | 120 | |
| 22 | 37 | 52 | 91 | 106 | 121 | |||
| 23 | 38 | 53 | 92 | 107 | 122 | |||
| 24 | 39 | 54 | 93 | 108 | 123 | |||
| 25 | 40 | 55 | 67 | 79 | 94 | 109 | 124 | |
| 26 | 41 | 56 | 68 | 80 | 95 | 110 | 125 | |
| 27 | 42 | 57 | 69 | 81 | 96 | 111 | 126 | |
| 28 | 43 | 58 | 70 | 82 | 97 | 112 | 127 | |
| 29 | 44 | 59 | 71 | 83 | 98 | 113 | 128 | |
| 30 | 45 | 60 | 72 | 84 | 99 | 114 | 129 | |
Der Heidelberger Katechismus und Ostfriesland
Der Heidelberger Katechismus wurde als Bekenntnisschrift in Ostfriesland erst relativ spät rezipiert. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts setzte er sich in den reformierten Gemeinden mehr und mehr durch, so dass in den 50er-Jahren analog zu seiner Verbreitung in gekürzten Fassungen auch viele kleinere Begleitpublikationen erschienen.[1]
Der reformierte Coetus allerdings formulierte noch 1856 die Bitte, dass das Auricher Konsistorium jedem Geistlichen doch das Recht zugestehen möge, zwischen den drei alternativ bestehenden reformierten Katechismen wählen zu können.[2]
Als 1882 die reformierte Landeskirche der Provinz Hannover gegründet wurde, traten die ostfriesischen Gemeinden ohne eine verbindliche Bekenntnisschrift dem Zusammenschluss bei. So muss es auch nicht verwundern, dass noch 1888 in dem vom reformierten Coetus herausgegebenen Gesangbuch „Die Psalmen zum Gebrauch für Kirche, Schule und Haus in den reformierten Gemeinden Ostfrieslands“ sich der Heidelberger noch immer neben dem Emder Katechismus findet.[3]
Inwieweit aber tatsächlich der ganz eigene Lehrgehalt des Emder Katechismus den reformierten Protestantismus in Ostfriesland prägen konnte, bleibt fraglich. Bei Gründung des Leeraner Coetus im Jahre 1583 wurden sowohl der Emder als auch der Heidelberger Katechismus als Lehrgrundlage genannt und es ist in der Folgezeit allem Anschein nach so gewesen, dass der Emder durch den Heidelberger Katechismus interpretiert und erklärt worden ist. Nachgewiesen werden konnte dies in der jüngeren Vergangenheit zumindest anhand einer Analyse der Auslegung des Emder Katechismus durch Daniel Bernhard Eylshemius aus dem Jahre 1610.[4] Deutlich wird an diesem Handbuch für Lehrer und Eltern, wie der reformierte Theologe den Katechismus verstanden hat. Er hat ihn im Grunde genommen, trotz einiger inhaltlicher Abweichungen, als völlig identisch mit dem Heidelberger Katechismus betrachtet bzw. ihn durch seine Interpretation „identisch gemacht“.[5]
Aufgrund der großen inhaltlichen Nähe und der Tatsache, dass ein in beiden Katechismen vorkommender Halbsatz an eine literarische Abhängigkeit denken lässt, wurde des Öfteren vermutet, der Emder Katechismus gehöre zu den Quellen des Heidelberger Katechismus. Dies wurde jedoch in Zusammenhang mit einer Untersuchung zu Genese und Inhalt des Emder Katechismus überzeugend widerlegt.[6]
Erst Ende November 1970 veränderte der Landeskirchentag der reformierten Kirche § 1 ihrer Verfassung dahingehend, dass fortan bestimmte Bekenntnisschriften in der Evangelisch-reformierten Kirche in Nordwestdeutschland verbindlich sein sollten, nämlich der Heidelberger Katechismus und die „Theologische Erklärung zur gegenwärtigen Lage der Deutschen Evangelischen Kirche“ der ersten Bekenntnissynode zu Barmen vom 30. Mai 1934.[7]
[1] Vgl.Ulrichs, Hans-Georg: Volkstheologie oder: Von der Freiheit anders zu denken. Der Unterricht in der christlichen Religion bei Helias Meder (1761-1825), in: Studien zur Kirchengeschichte Niedersachsens, Bd. 42, Göttingen 2009, S. 518.
[2] Ebd. Neben dem Emder und dem Heidelberger Katechismus war der von dem Emder Prediger Helias Meder 1824 herausgegebene Aufklärungs-Katechismus verbreitet.
[3] Die Psalmen zum Gebrauch für Kirche, Schule und Haus in den reformirten Gemeinden Ostfrieslands, Emden 18884.
[4] Eylshemius, Daniel Bernhard: Handt-Boeck des waren Gelovens/ Dat is/ Catechismus effte Kinder Lehre/ tho nütte der Jöget in Ost=/ frießlandt/ dorch de Deners des hilligen Godtlicken Wordes tho Embden/ Anno 1554, vppet korteste vervatet. Nu överst vpt nye/ nha dem allererst gedrucke=/ dem Exemplar/ wedder overgesehn/ mith vele dütlicken Tüchnissen der Schrifft am rande gemehret/ vnde ock vth Gades Wordt kortlick vthgelecht vnde verklaret, Groningen 1610.
[5] Vgl. Rauhaus, Alfred: Untersuchungen zu Entstehung, Gestaltung und Lehre des Kleinen Emder Katechismus von 1554, diss. theol. Göttingen 1977 (unveröffentlichtes Typoskript), S. 210-217.
[6] Vgl. a.a.O., S. 226.
[7] In Hannover selbst wurde der Heidelberger Katechismus von den Reformierten allerdings schon 1936 als verbindliche Bekenntnisschrift eingeführt.


