| 16 | 31 | 46 | 61 | 73 | 85 | 100 | 115 | |
| 17 | 32 | 47 | 62 | 74 | 86 | 101 | 116 | |
| 18 | 33 | 48 | 63 | 75 | 87 | 102 | 117 | |
| 19 | 34 | 49 | 64 | 76 | 88 | 103 | 118 | |
| 20 | 35 | 50 | 65 | 77 | 89 | 104 | 119 | |
| 21 | 36 | 51 | 66 | 78 | 90 | 105 | 120 | |
| 22 | 37 | 52 | 91 | 106 | 121 | |||
| 23 | 38 | 53 | 92 | 107 | 122 | |||
| 24 | 39 | 54 | 93 | 108 | 123 | |||
| 25 | 40 | 55 | 67 | 79 | 94 | 109 | 124 | |
| 26 | 41 | 56 | 68 | 80 | 95 | 110 | 125 | |
| 27 | 42 | 57 | 69 | 81 | 96 | 111 | 126 | |
| 28 | 43 | 58 | 70 | 82 | 97 | 112 | 127 | |
| 29 | 44 | 59 | 71 | 83 | 98 | 113 | 128 | |
| 30 | 45 | 60 | 72 | 84 | 99 | 114 | 129 | |
Frage 51
Meditation von Pastor Thomas Krage, Bückeburg
Christus teilt uns,
seinen Gliedern,
durch seinen Heiligen Geist
die himmlischen Gaben aus.
Er schützt und erhält uns
mit seiner Macht gegen alle Feinde.
Die Frage
„Was nützt uns“
Der Katechismus spricht gleich in seiner Frage vom Nutzen: Was bringt uns das? Ganz konkret, praktisch. Meistens scheuen wir uns, so direkt zu fragen.
Gerade in theologischen Betrachtungen kommt uns der Gedanke nach dem Nutzen befremdlich vor. Doch der Heidelberger geht damit ganz unbefangen um und unterstreicht die Praxisbezogenheit auf unser Leben.
„Herrlichkeit unseres Hauptes“
Herrlichkeit bedeutet mehr als staunende Anbetung. Herr-lichkeit fragt nach dem Herr-Sein. Wer hat es in unserem Leben zu sagen, was bestimmt uns, wem gehorchen wir? Bewusst oder unbewusst. In Staat und Kirche, Schule und Beruf, Partnerschaft und Familie, Reichtum und Armut - die Reihe der Abhängigkeiten in denen wir leben ist lang.
Weil Christus allein unser Herr ist, sind andere Mächte - auch der Tod - im Grundsatz überwunden. Niemand und Nichts hat ein Recht darauf, über uns in irgendeiner Weise zu bestimmen. Herr zu sein.
„unseres Hauptes Christus“
Christus ist unser Haupt. Ein Sich-Behaupten-Wollen, vermeindliche Hauptsächlichkeiten werden durch ihn in Frage gestellt. Hauptmänner und -frauen werden zurückgestuft. Selbst die Fähigkeiten des Verstandes in unserem Kopf werden relativiert. Wir brauchen darum nicht kopflos zu sein, weil Christus unser Haupt ist. Von ihm her denken und handeln wir anders.
„unseres“
Es heißt nicht meines Hauptes, sondern unseres. Hier betont der Katechismus die Gemeinschaft. Damit weist die Frage über Konfessionsgrenzen hinaus. Keine Kirche oder christliche Gemeinschaft hat das Recht, sich über andere zu erheben.
Die Antwort
„Christus teilt…aus“
Jesus Christus will nichts für sich behalten. Sein irdisches Leben hat deutlich gemacht, wie sein Wirken war, sein Abgeben. Bis hin zum eigenen Leben am Kreuz von Golgatha. Nicht Leben für sich behalten, sondern das Leben Anderen schenken war ihm wichtig. Auch für den auferstandenen und erhöhten Christus gilt das. Deshalb teilt er aus, beschenkt uns.
„seinen Gliedern“
Wir sind gemeint. Jeder Einzelne. Niemand wird hervorgehoben oder zurückgesetzt. Wie eine Kette aus vielen Gliedern besteht, so sind wir miteinander verbunden. Vor Gott in Christus sind wir alle gleich - und in gleicher Weise wichtig. Unverzichtbar.
„durch seinen Heiligen Geist“
Nicht durch physische Gewalt, sondern durch geistige Kraft wird eine Verbindung zu uns hergestellt. Durch Gottes Wort werden wir angesprochen. Unser Leben wird dadurch verändert. Bekommt eine neue Perspektive. Der Heilige Geist ist der heil-machende Geist, die Kraft Gottes, die uns gesund macht. An Leib und Seele. Im Leben und im Sterben.
„die himmlischen Gaben aus“
Diese Gaben werden deshalb so genannt, weil sie sich von irdischen unterscheiden.
Nicht Krieg und Streit - sondern Frieden und Toleranz.
Nicht Gewinn und Leistung - sondern Gnade und Barmherzigkeit.
Nicht Tod und Vergänglichkeit - sondern Freude und Zuversicht.
„Er schützt und erhält uns
mit seiner Macht gegen alle Feinde.“
Der Heidelberger Katechismus weiß um die Gefährdungen in unserer Welt. Feindliche Strukturen, das Leben in seiner ganzen Härte vermag unsere Existenz und unseren Glauben zu erschüttern. Im Vertrauen darauf, dass Christus uns schützt und erhält, können wir leben. In allen Krisen, selbst im Tod, dürfen uns seiner Macht gewiss sein. Weil wir zu ihm gehören, nützt uns die Herrlichkeit unseres Hauptes Christus.
Thomas G. Krage, Bückeburg


