| 16 | 31 | 46 | 61 | 73 | 85 | 100 | 115 | |
| 17 | 32 | 47 | 62 | 74 | 86 | 101 | 116 | |
| 18 | 33 | 48 | 63 | 75 | 87 | 102 | 117 | |
| 19 | 34 | 49 | 64 | 76 | 88 | 103 | 118 | |
| 20 | 35 | 50 | 65 | 77 | 89 | 104 | 119 | |
| 21 | 36 | 51 | 66 | 78 | 90 | 105 | 120 | |
| 22 | 37 | 52 | 91 | 106 | 121 | |||
| 23 | 38 | 53 | 92 | 107 | 122 | |||
| 24 | 39 | 54 | 93 | 108 | 123 | |||
| 25 | 40 | 55 | 67 | 79 | 94 | 109 | 124 | |
| 26 | 41 | 56 | 68 | 80 | 95 | 110 | 125 | |
| 27 | 42 | 57 | 69 | 81 | 96 | 111 | 126 | |
| 28 | 43 | 58 | 70 | 82 | 97 | 112 | 127 | |
| 29 | 44 | 59 | 71 | 83 | 98 | 113 | 128 | |
| 30 | 45 | 60 | 72 | 84 | 99 | 114 | 129 | |
Frage 53
Meditation von Pastor Thomas Krage, Bückeburg
Erstens:
Der Heilige Geist ist gleich ewiger Gott
mit dem Vater und dem Sohn.
Zweitens:
Er ist auch mir gegeben
und gibt mir durch wahren Glauben
Anteil an Christus
und allen seinen Wohltaten.
Er tröstet mich
und wird bei mir bleiben in Ewigkeit.
Die Frage
„Was glaubst du“
Das Apostolische Glaubensbekenntnis aus dem 4. Jahrhundert bekennt Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Damit werden drei Wirkungsweisen Gottes umschrieben. Jede mit gleicher Wichtigkeit und Gültigkeit. Wenn hier gefragt wird, was du vom Heiligen Geist glaubst, geht es weniger um dogmatische Erkenntnisse, sondern um die Beziehung zu Gott. Um herzliches Vertrauen. Im griechischen Text des Neuen Testaments sind die Begriffe für Glauben und Vertrauen synonym.
„du“
Es ist dem Heidelberger Katechismus ein seelsorgerliches Anliegen, nicht allgemeine Fragen zu stellen, „was man so glaubt“, sondern einen ganz persönlichen Bezug herzustellen. Anders kann Vertrauen gar nicht entstehen und wachsen.
„vom Heiligen Geist“
Die Wirkungsweise des Heiligen Geistes gründet sich auf das Geschehen von Pfingsten. Nachdem Gott in Jesus von Nazareth auf sichtbare Weise wirkte, geht es jetzt um die unsichtbare Kraft Gottes. Erfahrbar in der Wirkung auf Menschen, in Gemeinden und Kirchen.
Die Antwort
Der Heidelberger Katechismus gibt eine Antwort auf zweierlei Weise. Zuerst allgemein dogmatisch formuliert, gleichsam als Grundlage. Danach praktisch auf den Einzelnen bezogen.
1. „gleich ewiger Gott“
Es sollen keine Missverständnisse entstehen, welchen Rang der Bedeutung der Heilige Geist einnimmt. Er wird auf dieselbe Stufe vom Vater (Schöpfer) und Sohn (Jesus Christus) gestellt. Damit wehrt der Heidelberger schwärmerische Tendenzen ab, die im Heiligen Geist die eigentliche Offenbarung Gottes sehen. Dieser vervollständigt nicht die Offenbarung, sondern macht sie uns zugänglich. Ebenso wird die Bedeutung des Geistes gegenüber denen betont, die nur an das Materielle (Natur) oder Historische (Jesus von Nazareth) glauben. Leib und Seele, Materie und Geist bilden eine unauflösbare Einheit in Gott.
2. „auch mir gegeben“
Der Heilige Geist bleibt nicht für sich wirksam, sondern wird auch mir gegeben. Damit wird jeder Einzelne direkt in die Wirkungsweise Gottes hineingestellt. Er ist ein Geschenk Gottes an mich, das ich mir nicht selber geben kann. Deshalb ist der Heilige Geist vom menschlichen Geist zu unterscheiden. Das oft geistlose Reden und Handeln des Menschen wird dadurch verändert. In welchem Geist lebe ich, wer oder was bestimmt mich? Weil der Heilige Geist nicht nur mir allein gegeben wird, werde ich aus egoistischem Individualismus befreit und in die Gemeinschaft gestellt.
„durch wahren Glauben“
Wahrer Glaube ist nicht nur eine zuverlässige Erkenntnis, sondern auch ein herzliches Vertrauen (Frage 21). Die Frage nach der Wahrheit des Glaubens lässt sich nicht auf sogenannte objektive Tatsachen beschränken, sondern bezieht das Subjektive im Menschen mit ein. Verstand und Gefühl gehören zusammen. Der Heilige Geist schenkt mir solch einen ganzheitlichen Glauben.
„Anteil an Christus und seinen Wohltaten“
Durch den Heiligen Geistes bekomme ich Anteil an dem, was Jesus Christus getan hat. Für mich und für uns. Sein Wirken hat nicht nur eine Bedeutung an sich, sondern ich selbst werde dazu in Beziehung gesetzt. Christi Wohltaten ermöglichen mir ein Leben, das mir wohl tut: Befreiung und Erlösung, Heilung und Heiligung, Kraft und Mut zu einem selbstbewussten und verantwortlichen Leben in dieser Welt.
„Er tröstet mich“
Hier spricht der Katechismus ganz seelsorgerlich. Der Heilige Geist tröstet mich, wenn mein Leben nicht so verläuft, wie ich es mir wünsche. Wenn Verzweiflung und Sorgen mich bedrücken, wenn Dunkelheit und Tod mir Angst machen. Wenn alles kaputt zu schein scheint. Der Heilige Geist ist die heil-machende und kreative Kraft Gottes, die mir hilft, mein Leben in allen Spannungen zu gestalten.
„bei mir bleiben in Ewigkeit“
Durch Christi Auferstehung ist die endgültige Macht des Todes gebrochen. Der Heilige Geist erhebt mich dadurch über räumliche und zeitliche Begrenzungen hinweg. Im Leben und im Sterben schenkt er mir durch sein bei-mir-Bleiben Zuversicht und Kraft für alle Zeiten.


