Gottes leidenschaftliche Parteinahme für die Armen

Predigt zu Sprüche 17,5 und Jakobus 2,5


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Wer die Armen verspottet, greift nicht nur Menschen an, sondern Gott selbst – und verkennt, dass Armut in der Bibel ein Hinweis auf Gottes kommende Gerechtigkeit ist

„Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben“ (Sprüche 17,5).

„Hat nicht Gott die in den Augen der Welt Armen erwählt, die durch den Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben?“ (Jak 2,5)

 

Liebe Gemeinde,

in dieser Predigt wollen wir über Losung und Lehrtext für heute nachdenken. Wir beginnen mit der Losung aus Sprüche 17,5: „Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben.“ Dieses Wort der Weisheit aus den Sprüchen Salomos dringt wie ein scharfes Schwert in unsere Herzen. Denn dieses Wort ist kein sanfter Rat, sondern eine göttliche Warnung, die uns in unserer modernen, oft kalten und spöttischen Welt in dieser Direktheit irritiert.

In einer Zeit, in der Armut nicht nur in fernen Ländern, sondern auch hier in Deutschland – bei Obdachlosen auf unseren Straßen, bei Familien am Rande des Existenzminimums – sichtbar ist, ruft uns Gott zur Umkehr – uns Reiche, denn ich gehe einmal davon aus, dass die meisten von uns sich, wenn auch nicht als reich, so doch zumindest als wohlhabend, jedenfalls nicht als arm betrachten.

Lassen Sie uns diesen Spruch gemeinsam erschließen, seine Tiefe ergründen und uns fragen: Wo spotten wir selbst? In Talkshows über Bürgergeld empfangende „Schmarotzer“, auf Social Media über Geflüchtete und/oder Obdachlose, auf dem Schulhof über die Kleidung vom Discounter und das billige Handy? Wo freuen wir uns über Pleiten von Neidern? In Deutschland droht 16 Prozent Armut – das sind unsere Nachbarn! Protestantisch wissen wir: Gnade allein rettet – auch uns in unserem Scheitern an den Armen und den von Unglück Betroffenen; doch wir wissen auch: „Glaube wirkt durch die Liebe“ (Gal 5,6) und sie schließt die beiden in der Losung genannten Personengruppen ein.

Liebe Gemeinde, die Sprüche Salomons sind wie ein Kompass für das tägliche Leben – kurz, prägnant und voller göttlicher Weisheit. Unsere Tageslosung gliedert sich in zwei Hälften, die sich gegenseitig verstärken. Zuerst: „Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer.“ Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild nach dem ersten Schöpfungsbericht der Bibel (so Gen 1,27), also auch der Arme, der Schwache, der Benachteiligte. Ihn zu verspotten, ist nicht bloßer Menschenhass, sondern ein Angriff auf Gott selbst,1 den Schöpfer aller. Die zweite Hälfte warnt vor Schadenfreude: „Wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben.“

Das ist keine vage Drohung, sondern – ob uns das passt oder nicht – eine Zusage göttlichen Gerichts – ähnlich wie in den Psalmen, wo davon die Rede ist, dass Gott die Gottlosen richten wird (Ps 1,5).​ So angeredet zu werden, mögen wir gar nicht. Drohen lassen wir uns überhaupt nicht gerne und wenn wir dann noch auf ein Moralniveau hin angesprochen werden, das sich an Bestrafung und Gehorsam orientiert, dann fühlen wir uns zu kleinen Kindern degradiert, die so funktionieren mögen. „Befolge Regeln, um Strafe zu vermeiden“2 – das kommt uns geradezu „prämoralisch“3 vor. Wir wollen doch aus höherer Einsicht heraus handeln – oder nicht?

Liebe Gemeinde, lassen Sie uns bei der Armut verweilen, die auch in unserem Lehrtext zur Sprache kommt. Welche Stellung nimmt nun die Bibel zur Armut ein? Der Theologe Karl Barth stellt fest: „Es gibt keine Stelle in der Bibel, wo so etwas wie ein Recht des Reichen als solchem proklamiert wird [...]. Es gibt aber sehr viele biblische Stellen, wo das Recht der Armen proklamiert wird, wo Gott sich selber als Garant und Rächer dieses Rechts erklärt.“4 Unser Losungstext ist eine solche Stelle. Gott bleibt in der Bibel nicht neutral; er steht bei den Unterdrückten.​

Barth erkennt in der Bibel einen „durchgehenden Zug nach unten“.5 Und Barth hat Recht: Die Bibel ist durchwoben von Gottes Vorliebe für die Armen. Schon im Alten Testament gebietet er: „Du sollst das Recht des Armen nicht beugen“ (Ex 23,6).6 Ein Prophet wie Amos donnert gegen die Reichen, die die Armen ausbeuten (Am 5,11f.). Oder denken wir an das Deuteronomium, das 5. Buch Moses: Es fordert Sabbat- und Jubeljahr, Schuldenerlass, Freilassung von Sklaven und Ernteerträge für die Armen (Dtn 15,1–117; 24,19). „Es wird kein Armer unter euch sein, wenn ihr dem HERRN, eurem Gott gehorcht und seine Gebote gewissenhaft befolgt“ – heißt es in Dtn 15,4f.

Warum wird die Bibel so griffig, so bedrohlich, wenn es um „Armut“ geht? Ist sie nicht ein alltägliches, geradezu natürliches Phänomen, das zum Leben gehört? So wie es schöne und weniger schöne, forsche und weniger forsche, ängstliche und weniger ängstliche Menschen gibt, so gibt es halt auch Menschen, die mehr haben, und solche, die weniger haben. So könnte man meinen. Die einen werden reich geboren und die anderen arm. Das ist Schicksal. Da muss man sich fügen. Sagt nicht auch Jesus nach Mt 26,11: „Arme habt ihr allezeit bei euch“? Oder mit der Schlussstrophe der „Dreigroschenoper“ Bertolt Brechts gesprochen:

„Denn die einen sind im Dunkeln,
Und die andern sind im Licht.
Und man sieht nur die im Lichte,
Die im Dunkeln sieht man nicht.“

So ist das halt! „Da kannste nichts machen!“8 Vielen von uns ist die Argumentation von Peachum, dem geschäftstüchtigen und skrupellosen „Bettlerkönig“ in Brechts „Dreigroschenoper“ sehr vertraut. Sie kommt wahrscheinlich dem, was viele von uns vielleicht nicht öffentlich als ihre Moral ausweisen würden, aber doch mehr oder weniger heimlich empfinden, sehr nahe:

„Ein guter Mensch sein! Ja, wer wär’s nicht gern?

Sein Gut den Armen geben, warum nicht?

Wenn alle gut sind, ist Sein Rech nicht fern

Wer säße nicht sehr gern in Seinem Licht?

Ein guter Mensch sein? Ja, wer wär’s nicht gern?

Doch leider sind auf diesem Sterne eben

Die Mittel kärglich und die Menschen roh.

Wer möchte nicht in Fried und Eintracht leben?

Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so!“

Wie Peachums Frau und seine Tochter Polly stimmen auch wir, bisweilen durchaus zerknirscht, Peachum zu:

„Da hat er eben leider recht.

Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht.“

Und Peachum weiß sich in seinem „Realismus“ bestätigt:

„Natürlich hab ich leider recht.

Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht.

Wir wären gut – anstatt so roh

Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so.“

Liebe Gemeinde, mit den Verhältnissen ist das so eine Sache. Was wir als gegeben, als wirklich und real, als harten Sachzwang bestimmen, stellt sich im Lichte der Bibel oft anders dar. So auch in unserem Losungstext. Hier wird eben nicht gesagt, dass das, was ist, alles ist. Hier ist – wie wir gesehen hatten – vom kommenden Gericht Gottes die Rede: „Wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben“. Und auch in unserem Lehrtext ist von dem die Rede, was noch kommt, nämlich vom Reich Gottes, „das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben“.

Nein, liebe Gemeinde, das, was ist, ist nicht alles. Das, was vermeintlich so unerschütterlich real und unumstößlich wirklich die Gesetzmäßigkeit und die Sachzwänge dieser Welt beschreibt, ist zwar nicht nicht nichts, aber doch beileibe nicht alles. Es steht noch etwas aus. Wir gehen dem Kommen des Reiches Gottes entgegen. „Kehrt um!“, sagt Jesus, „das Gottesreich ist nahe herbeigekommen“ (Mk 1,15).​ „Weil das, was ist, nicht alles ist, kann das, was ist, sich ändern“ (Jürgen Ebach).9

Wenn Jesus, davon spricht, dass wir allezeit Arme haben werden, dann tut er es nicht, um Armut zu rechtfertigen, sondern um ihre Verursachung und ihre Verursacher zu kritisieren: Armut entsteht durch menschliches Versagen – Schuldenfallen, Sklaverei, Ungerechtigkeit, Habgier, Trunksucht usw. Das sind die Ursachen dafür, warum wir im Ergebnis allezeit Arme haben. Gott hasst dieses Ursachen und ruft durch Jesus zur Veränderung auf, indem er mit dem Kommen des Reiches Gottes aller Zeit Ende ansagt: Jesus selbst beginnt seine Antrittspredigt in Nazareth, indem er sich auf den Propheten Jesaja (61,1f.) beruft und verkündigt: „Der Geist Gottes ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen“ (Lk 4,18).10

Doch warum finden wir diese so auffällig leidenschaftliche Parteinahme zugunsten der Armen in der Bibel? Was haben die Armen, das die anderen nicht haben? Nun, sie haben zunächst einmal kein Geld. Ihr Haben besteht in einem Nicht-Haben. Aber damit nicht genug: Ihr Nicht-Haben ist biblisch eben nicht nichts, sondern vielmehr Hinweis – der Hinweis auf Gott, den Schöpfer: „Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer.“ Die so auffällig leidenschaftliche Parteinahme zugunsten der Armen in der Bibel hat offensichtlich etwas mit Gott selbst zu tun.

Der besagte Hinweischarakter wiederholt sich nun auch in unserem Lehrtext in Jak 2,5. Dort wird provokativ gefragt: „Hat nicht Gott die in den Augen der Welt Armen erwählt, die durch den Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben?“ Die Armut vor der Welt bzw. in den Augen der Welt11 verweist auf den Reichtum, den die Christin und der Christ bereits durch den Glauben haben. Und die Armut verweist zugleich auf das Reich Gottes. Denn die Erbschaft der Basileia, des Reiches Gottes ist der wahre Reichtum und weil wahrer Reichtum darum auch nicht einfach die Fortschreibung des falschen Reichtums auf Eden, sondern dessen ultimative Infragestellung durch Überwindung.12

Diese Verweisstruktur – auf den Glauben und das Reich Gottes – macht die besondere Würde der Armut nach unserem Lehrtext aus. Hier hat die Armut wie bereits in unserem Losungstext Verweisfunktion. Sie funktioniert wie ein Hinweisschild im Straßenverkehr: Folge dem Zeichen! An ihm kannst Du Dich orientieren, wenn Du Deinen inneren Kompass verloren hast und nicht mehr weist, was zählt und was wirklich wichtig ist.

Die Armut ist das Hinweisschild auf den Glauben an Christus, der gerade Arme reich macht, während der Reichtum ein Glaubenshindernis,13 ja eine Glaubensgefährdung14 darstellt: „Die Reichen als solche [...] sind durch ihren Reichtum mindestens schwer gefährdet. Gerade in ihrer Eigenschaft als Reiche werden sie [...] so wenig wie das Kamel durchs Nadelöhr ins Himmelreich kommen.“15 Die Armen stehen unter der Verheißung, das Himmelreich zu erben. Das heißt: Armut ist nicht ewig; sie wird im kommenden Reich aufgehoben. Deshalb spiegelt sie schon jetzt Gottes Gerechtigkeit wider.

Denken wir nur an das Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus (Lk 16,19–31). Armut und Reichtum sind hier die Kriterien für die Aufnahme in den Hades, also die Hölle, oder Abrahams Schoß. Die Bibel kennt keinen „seligen Reichtum“ – nur die „selige Armut“.​16 Die Armen werden in der Feldrede des Lukas selig gepriesen. Gott hält es mit ihnen: „Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gotts ist euer“ (Lk 6,20). Es geht Gott in seiner Leidenschaft nach Lukas wirklich um die materiell, nicht nur die geistlich Armen (Mt 5,3).17

Gottes leidenschaftliche Parteinahme für die Armen zeigt sich besonders in Jesus Christus. Der Apostel Jakobus macht in seinem Brief schon wenige Verse vor unserem Lehrtext deutlich: Die wahre Herrlichkeit ist die Herrlichkeit Jesu Christi. Der Glaube an ihn, den Herrn der Herrlichkeit, ist freizuhalten „von allem Ansehen der Person“ (Jak 2,1). Nicht das Geld entscheidet darüber. Während der Philosoph Seneca wenige Jahre noch vor dem Jakobusbrief sagen konnte: „Überall ist ein jeder so viel wert, wieviel er hat“ (EphMor 115,14), setzt Jakobus dagegen: Nein, nicht überall! Bei Gott nicht und weil bei Gott nicht, darum auch am besten in seiner Kirche und auch in seiner Welt nicht! Der Wert eines Menschen kann nicht an seinem Kontostand abgelesen werden.18

Christus gibt dies in der ihm eigenen Herrlichkeit zu erkennen. Geboren im Stall von Bethlehem, als Neugeborener in einen armseligen Futtertrog gelegt, lebt er auch später obdachlos: „Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er das Haupt hinlege“ (Mt 8,20). Jesus aß mit Aussätzigen und Armen, praktizierte radikale Gleichheit. In Mt 25,40 identifiziert er sich mit ihnen: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ In ihnen, den Armen, ist Christus gegenwärtig.​ Er stirbt nackt und verlassen am Kreuz. Und er – ausgerechnet er – ist nach der Botschaft der Bibel nicht einfach nur der „Parteigänger der Armen“19, sondern zugleich der „königliche Mensch“20, der Messias, und als solcher eben deren „Parteigänger“, der Parteigänger, der auch uns als seine Kirche, als seine Nachfolgerinnen und Nachfolger, auf eine bestimmte Parteilichkeit festlegt: Wir stehen dem Phänomen Armut als Kirche nicht unparteilich gegenüber, sondern sind aufgerufen, für die Armen Partei zu ergreifen.

Jesus selbst hat am Kreuz in ultimativer Weise für die materiell Armen Partei ergriffen. Er stirbt nicht nur für sie, wie er für uns alle, also auch die Reichen, gestorben ist. Nein, Jesus Christus stirbt auch als ein Armer. Armut bekommt mit dem Angesicht des Gekreuzigten ein völlig neues „Image“. Denn – nochmals mit Karl Barth gesprochen – nicht mehr „[d]er Reichtum ist […] die Chiffre des Himmelreichs, nicht der Spiegel des ewigen Heils. Die Armut ist es. Denn Christus, in welchem das ewige Heil zu denen gekommen ist, die jetzt Reiche oder Arme sind, ist der arme Christus für uns arme, uns wahrhaft unvermögende und entbehrende Menschen.“21 Und solche armen Menschen sind wir alle, unabhängig vom Kontostand, auch solche Menschen mit hohem Kontostand. Aber ein hoher Kontostand hat eben das Potential, uns allen Reichtum bei Gott zu nehmen, während das Fehlen eines solchen Kontostandes, also die Armut, mit einer besonderen Gnadenzusage Gottes verbunden ist, wie uns unsere Losung und unser Lehrtext gezeigt haben.

Liebe Gemeinde, ich darf schließen und zugleich beten und bitten mit der zweiten Strophe von Hans Graf von Lehndorffs kleinem neuzeitlichen Adventslied „Komm in unsre stolze Welt“22 in seiner ursprünglichen Fassung: „Komm in unser reiches Land, Herr, in deiner Armut Blöße, / daß von Geiz und Unverstand willig unser Herz sich löse. / Schaff aus unserm Überfluß Rettung dem, der hungern muß!“23

Amen


1 Treffend Walter Brueggemann, Tenacious Solidarity. Biblical Provocations on Race, Religion, Climate, and the Economy, ed. by Davis Hankins, Minneapolis 2018, 91: „[A]nyone, who cares can see the dismissal of the poor as a legitimate neighbor constitutes the dismissal of YHWH, the guarantor of the neighborhood.” Dort z.T. kursiv.

2 Lawrence Kohlberg, Die Psychologie der Moralentwicklung, hg. vom Wolfgang Althof, Frankfurt a.M. 1996, 27.

3 A.a.O., 26.

4 Karl Barth, Atlantis – Länder, Völker, Reisen, 21. Jahrgang, Nr. 12, 1949, 501f., zugänglich hier (Zugriff: 29.1.2026).

5 Karl Barth, KD IV/2, 207.

6 Vgl. dazu Walter Brueggemann, Theology of the Old Testament. Testimony, Dispute, Advocacy, Minneapolis 1997, 423: The „specific and radical command to do justice is to characterize the whole life of Israel. Such a command, understood as a poignant reflection of Yahweh’s own way in the world (as evidenced in the Exodus), clearly is intrusive in and critical of a life of self-protection, self-sufficiency, and self-indulgence.”

7 Vgl. Rainer Albertz, Die Tora Gottes gegen die wirtschaftlichen Sachzwänge. Die Sabbat- und Jobeljahrgesetzgebung Lev 25 in ihrer Geschichte, in: ÖR 44 (1995), 290–310; Jürgen Ebach, Was sollst, was kannst, was wirst du tun? Eine Bibelarbeit über 5. Mose 15, 1–11, in: Sigrid Graumann / Lars Klinnert (Hg.), Hilfskultur(en) im Wandel. Historische und gegenwärtige Transformationsprozesse organisierter Nächstenliebe. FS für Wolfgang Maaser zum Eintritt in den Ruhestand, Göttingen 2023, 21–35.

8 Vgl. Okko Herlyn, Partizipation. Zu einer möglichen Antwort auf ein allgemeines Lebensgefühl, in: ders., Sache der Gemeinde. Studien zu einer Praktischen Theologie des „Allgemeinen Priestertums“, Neukirchen-Vluyn 1997, 179–192; Okko Herlyn / Hans-Peter Lauer, Kirche in Zeiten des Marktes. Ein Störversuch, Neukirchen-Vluyn 2004, 61–71.

9 Vgl. Jürgen Ebach. Wie liest du?, Theologische Reden 11, Erev-Rav-Hefte / Biblische Erkundungen 16, Uelzen 2016, 48.

10 Rainer Albertz, Die „Antrittspredigt“ Jesu im Lukasevangelium auf ihrem alttestamentlichen Hintergrund, in: ZNW 74 (1983), 182–206; Marco Hofheinz, Good News to the Poor. The Message of the Kingdom and Jesus’ Announcement of his Ministry according to Luke. A Bible Work in: Lexington Theological Quarterly (LexTQ) 52 (2017), 41-54.

11 Vgl. Matthias Konradt, Christliche Existenz nach dem Jakobusbrief. Eine Studie zu seiner soteriologischen und ethischen Konzeption, SUNT 22, Göttingen 1998, 139: „Die πτωχοὶ τῷ κόσμῳ sind die in den Augen der Welt Armen.“

12 So mit Konradt, a.a.O., 141.

13 Vgl. Jürgen Ebach, Es gibt kein Verbot für Kamele, durchs Nadelöhr zu gehen. Bibelarbeit über Mk 10,17–27, in: ders., Weil das, was ist, nicht alles ist, Theologische Reden 4, Frankfurt a.M. 1998, 72–88; ders., Biblisch-ethische Überlegungen zu Armut und Reichtum, in: ders., „…und behutsam mitgehen mit deinem Gott“. Theologische Reden 3, Bochum 1995, (203–216) 214f.

14 Vgl. Rainer Albertz, Macht Reichtum blind? Von der Schwierigkeit, als Wohlstandsbürger die Bibel zu lesen, in: ders., Zorn über das Unrecht. Vom Glauben, der verändern will, Neukirchen-Vluyn 1996, 9–23.

15 Barth, Atlantis (siehe Anm. 4).

16 Vgl. ebd.

17 Vgl. Konradt, a.a.O., 142.

18 Vgl. Matthias Konradt, Ethik im Neuen Testament, GNT 4, Göttingen 2022, 443.

19 Karl Barth, KD IV/2, 200.

20 Vom „königlichen Menschen“ spricht Karl Barth, KD IV/2, § 64,2, 173–293. Dazu: Jan-Philip Tegtmeier, Der königliche Menschen als Armer unter Armen (KD IV/2, § 64,3). Dimensionen einer christologisch profilierten, kritischen Advokation für Arme und Ausgegrenzte im Dialog zwischen Karl Barth und Marcella Althaus-Reid, in: Marco Hofheinz / Kai-Ole Eberhardt (Hg.), Römerbrief und Tageszeitung! Politik in der Theologie Karl Barths, Zürich 2021, 177–201; Gregor Etzelmüller, Kirche der Armen – christologische Begründung, differente Gestalten, zukünftige Lernaufgaben, in: Johannes Eurich / Florian Barth / Klaus Baumann / Gerhard Wegner (Hg.), Kirchen aktiv gegen Armut und Ausgrenzung. Theologische Grundlagen und praktische Ansätze für Diakonie und Gemeinde, Stuttgart 2011, 175–193.

21 Barth, Atlantis (siehe Anm. 4).

22 EG 428 („Komm in unsre stolze Welt“).

23 Hans Graf von Lehndorff, Vom Sinn der Barmherzigkeit in der modernen Welt, in: Bethel. Beiträge aus der Arbeit der v. Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel bei Bielefeld Heft 5 (Juli 1969), (12–26) 25.


Marco Hofheinz