Hans-Sachs-Wochenende in St. Martha

Vom 23. bis zum 25. Januar 2026 wird der Namensgeber der 'Meistersingerkirche' geehrt


Hans-Sachs-Denkmal am Hans-Sachs-Platz in Nürnberg (Foto: Rieger)

Gottesdienste, ein Empfang, Theater, Vortrag, Musik und Tanz ... Interessantes und Unterhaltsames wechseln sich von Freitag bis Sonntag ab. Das Programm steht zum Download bereit oder weiter unten in der Meldung.

Im Jahr 1800 hat die evangelisch-reformierte Gemeinde Nürnbergs mit St. Martha ihre eigene Kirche erhalten. Das Gebäude war ursprünglich als Kirche zum angrenzenden Spital erbaut. Nach der Reformation wurde sie dann aber als Proben- und Aufführungsort für Theater- und Musikgruppen der verschiedenen Handswerke genutzt - unter anderem der Schuhmacher. Wir können also davon ausgehen, dass der auch schon zu seiner Zeit berühmte Renaissance-Dichter Hans Sachs in der Marthakirche wirkte. 1620 fand dann aus einem unbekannten Grund der Umzug in die ebenfalls säkularisierte Katharinenkirche statt, die aus dem ersten Akt von Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ bekannt ist. Den Namen „Meistersingerkirche“ hat St. Martha aber behalten. Die Erinnerung an die Meistersinger hält die Kirchengemeinde dadurch hoch, dass sie den Kirchenraum seit jeher für Konzerte offen hält.

Mit dem Hans-Sachs-Wochenende möchten wir dankbar an die Vergangenheit anknüpfen. Der Dichter war ein wichtiger Kommunikator für die Ideen der Reformation. Dabei war ihm stets der humanistische Blick auf die conditio humana wichtig. In seinen satirischen Texten verteufelte er – trotz allem Sarkasmus – die altgläubigen Gegner nicht, sondern kritisierte Heuchelei und Engstirnigkeit auch bei den „Lutherischen“, die seit 1525 in der Reichsstadt das Sagen hatten.

Die Evangelisch-reformierte Gemeinde versteht sich als eine Stimme in der Vielfalt der Konfessionen und Religionen der Stadt. So verzichten wir auch auf die strenge Trennung einer geistlichen und einer weltlichen Raumnutzung, indem wir den Austausch zwischen kulturellen und gottesdienstlichen Veranstaltungen in Ausstellungen und Konzerten pflegen und unsere Türen auch für Veranstaltungen bürgerschaftlichen Engagements öffnen.

Freitag, 23. Januar 2026

18:00 Uhr Freitagabendkirche zu Hans Sachs‘ Reformationsdichtung von der „Wittenbergisch Nachtigall“

Samstag, 24. Januar 2026

11:00 Uhr Empfang
Eröffnung durch das Pfarrteam (Stefania Scherffig und Georg Rieger)
Grußwort des Oberbürgermeisters Marcus König
Grußwort des Vorsitzenden der Altstadtfreunde Karl-Heinz Enderle
Wissenswertes über Hans Sachs (Kurzer Vortrag von Hans-Sachs-Kenner Roland Meißner)

12:00 Uhr Musik und (Mitmach-)Tänze aus der Hans-Sachs-Zeit
Mitglieder der Schembart-Gesellschaft unter der Leitung von Agnes Graf-Then

13:00 Uhr Zwei Fastnachtspiele von Hans Sachs
Hans-Sachs-Spielgruppe der Stadt Nürnberg unter der Leitung von Roland Meißner
Von der Eigenschaft der Liebe
(Der Ritter: Thomas Berning / Das Fräulein: Clara Eber / Der Alte: Wolfgang Peßler / Der Edelknabe: Nico Spänkuch)
Frau Wahrheit will niemand herbergen
(Frau Wahrheit: Tatjana Meißner / Der Bauer: Jakob Kühnhauser / Die Bäuerin: Sabrina Reim-Ranzinger)

14:00 Uhr Musik und (Mitmach-)Tänze aus der Hans-Sachs-Zeit
Mitglieder der Schembart-Gesellschaft

15:00 Uhr Hans-Sachs-Verehrung um 1900
Führung zur Ausstellung im Museum Kühnertsgasse mit Julia Uehlein und Karl-Heinz Enderle

Zwischen den Programmpunkten gibt es Snacks und Getränke.

19:30 Uhr Musik aus Gasse, Stube und Kirche 
Werke der Renaissance und des Frühbarocks
(Helena Bregar/Sopran – Lina Jarvers/Violine – Athanasia Teliou, Annalisa Pappano und Hartwig Groth/Viola da gamba – Ralf Waldner/Orgelpositiv

Sonntag, 25.01.2026

10:00 Uhr Gottesdienst
mit einer Predigt zur Reformationsdichtung des Hans Sachs in den Jahren 1523 und 1524
Musikalische Gestaltung: Andy Tirakitti

11.30 Uhr Hans Sachs – ein außergewöhnlicher Dichter
Vortrag von Roland Meißner