| 16 | 31 | 46 | 61 | 73 | 85 | 100 | 115 | |
| 17 | 32 | 47 | 62 | 74 | 86 | 101 | 116 | |
| 18 | 33 | 48 | 63 | 75 | 87 | 102 | 117 | |
| 19 | 34 | 49 | 64 | 76 | 88 | 103 | 118 | |
| 20 | 35 | 50 | 65 | 77 | 89 | 104 | 119 | |
| 21 | 36 | 51 | 66 | 78 | 90 | 105 | 120 | |
| 22 | 37 | 52 | 91 | 106 | 121 | |||
| 23 | 38 | 53 | 92 | 107 | 122 | |||
| 24 | 39 | 54 | 93 | 108 | 123 | |||
| 25 | 40 | 55 | 67 | 79 | 94 | 109 | 124 | |
| 26 | 41 | 56 | 68 | 80 | 95 | 110 | 125 | |
| 27 | 42 | 57 | 69 | 81 | 96 | 111 | 126 | |
| 28 | 43 | 58 | 70 | 82 | 97 | 112 | 127 | |
| 29 | 44 | 59 | 71 | 83 | 98 | 113 | 128 | |
| 30 | 45 | 60 | 72 | 84 | 99 | 114 | 129 | |
Konfirmandinnen im Gespräch mit Zacharias Ursinus und Caspar Olevianus
Ein Vorstellungsgottesdienst
Von Pastor Martin Hoffmann und Jugendliche, Hameln.
Durchgeführt am 6. März 2011 in der Ev.-reformierten Kirchengemeinde Hameln-Bad Pyrmont
Martin Hoffmann: Liebe Schwestern und Brüder,
ich möchte Euch jetzt die vier Konfirmandinnen vorstellen, die am 8. Mai konfirmiert werden.
Es sind:
Wir schalten schnell herüber ins Studio:
„Jauch“: „Ich begrüße die Ev.-reformierte Gemeinde in Hameln-Bad Pyrmont sehr herzlich und freue mich, dass eine Ihrer Konfirmandinnen es geschafft hat und vor der entscheidenden 1 Millionen-Frage steht.
Sie hat noch 2 Joker, und da wir noch nie eine so junge Kandidatin hatten, sind wir ihrem Wunsch nachgekommen und machen Sie, liebe reformierte Gemeinde, zu ihrem Publikumsjoker. Außerdem hofft Julie, dass ihr Martin Hoffmann vielleicht als Telefonjoker helfen kann.
Und nun die Frage:
Im Jahre 1563 entstand der „Heidelberger Katechismus“.
A Philipp Melanchthon
B Zacharias Bär
C Friedrich III.
D Caspar Olevianus
Publikum stimmt ab.….
„Jauch“: Die Antwort der Gemeinde ist ja nun alles andere als eindeutig. Willst du noch den Telefon-Joker einsetzen?
Julie: Ja, auf jeden Fall! - Wir fragen Martin Hoffmann.
M.H.: Antwort A – Philipp Melanchthon!
Julie: Bist du sicher?
M.H.: Absolut!
(Eingeloggt – um 1 Millionen Euro reicher! – Herzlichen Glückwunsch!
Erklärung „Jauch“)
„Jauch“: Was machst du denn jetzt mit so viel Geld?!
Julie: Davon finanziere ich später mein Studium, meine liebe Familie bekommt einen Großteil, natürlich auch unsere Gemeinde und das „Senior Schläger Haus“.
„Jauch“: Mit dem vielen Geld kannst du wöchentlich dorthin fahren und dort so manchesmal dein Herz verlieren.
Julie: Nein, ich meine eine kostspielige Zeitreise und zwar ins Jahr 1563, um dort Zacharias Ursinus und Caspar Olevianus zu treffen.
„Jauch“: Und wen würdest du mitnehmen?
Julie: Die liebe Lea.
"Jauch": Ja, dann Alles Gute. Und kommt gesund wieder!
MUSIK
Julie: Schau mal, wir sind in Heidelberg! Was für eine wunderbare Stadt am Neckar, mit dem Schloss und dem „Philosophenweg“.
Lea: Ja, das stimmt. „Alt-Heidelberg, du Feine“
Julie: Und da ist ja auch schon die Theologische Fakultät.
Zacharias Ursinus (Z.U.) (Noemi): Herzlich willkommen, liebe Konfirmandinnen aus Hameln. Ich freue mich, Euch hier begrüßen zu dürfen – in der kurfürstlichen Stadt Heidelberg, gerade jetzt, da wir die Arbeiten am Katechismus beendet haben. Ich freue mich, dass auch nach fast 450 Jahren die Konfirmandinnen der ref. Gemeinde Hameln so viel Interesse daran zeigen.
Julie: Ja, klar. Frage 1 - die kennt doch jeder! „Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?“ (Julie sagt auf)
Lea: Und Frage 3. Das ist meine Lieblingsfrage: weil sie so wunderbar kurz ist: „Woher erkennst du dein Elend?“ - „ Aus dem Gesetz Gottes.“
Z.U.: Ganz prima, doch ihr habt sicherlich auch Fragen an mich und an meinen Freund und Kollegen Caspar Olevian. Er freut sich sehr, bei unserem Gespräch dabei zu sein.
Caspar Olevianus (C.O.) (Simone) begrüßt die beiden Konfirmandinnen sehr herzlich: „Salvete“.
Julie: „Salvete“ – das ist aber ein merkwürdiger Gruß!
C.O. lacht: Ja, liebe Konfirmandinnen, ihr kommt uns in einer Zeit besuchen, in der wir ganz neu die griechische und römische Kultur entdeckt haben.
Z.U.: Ja, auch unsere Namen haben wir der Gelehrtensitte angepasst.
Julie: Das ist ja spannend!
C.O.: Ja, auch ich habe meinen Namen verändert. Ich bin in Trier im Jahre 1536 als Sohn eines Bäckermeisters und Ratsherrn geboren. Und weil meine Vorfahren aus dem hübschen Dörfchen Olevig stammten, habe ich mich einfach „Olevianus“ genannt. Wörtlich: „Einer, der aus Olevig stammt“.
Lea: Klingt cool!
Z.U.: Herzlich gern. Geboren bin ich am 18. Juli 1534 in Breslau.
Julie: Mit 16 Jahren!! Und dann in die Lutherstadt Wittenberg, wo der berühmte Philipp Melanchthon lehrte?! Übrigens, unsere Gemeinde war im letzten Jahr in seinem Geburtsort Bretten – während der Reise „Auf den Spuren Calvins“ nach Straßburg und Genf.
Z.U.: Ganz recht. Ja, das war eine bewegende und bewegte Zeit. Den Philipp Melanchthon, den habe ich sehr verehrt. Der hat mich auch persönlich sehr gefördert. Und ich weiß noch - der hat mich vor 6 Jahren mitgenommen zu einem wichtigen Religionsgespräch nach Worms. Und von da aus bin ich dann mit seiner Empfehlung in die Schweiz weiter gereist. So lernte ich in Zürich reformiertes Kirchenleben kennen.
Lea: Unsere Gemeinde war im letzten Jahr auch dort: im Fraumünster und im Großmünster. Und war ganz begeistert.
Z.U.: Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Genau so ist es mir ergangen. Vor allem, als ich dann in Genf Johannes Calvin persönlich kennen lernte.
Lea: Das hört sich ja an wie ein spannender Roman. War das bei Ihnen, lieber Herr Olevian ähnlich? Bitte erzählen Sie uns doch von Ihrem Leben!
C.O.: Gern! Ich bin 2 Jahre jünger als mein Kollege Ursinus. Wie gesagt: in Trier geboren und dann in eurem Alter – mit 14 Jahren bereits – ging ich zum Jurastudium nach Paris und später nach Orleans und Bourges.
Julie: Genau wie Johannes Calvin!
C.O.: Richtig, nur dass ich das erst später erfahren habe.
Lea: Ja, auch unsere Hamelner Gemeinde wurde von Hugenotten gegründet, die nach langen Leidenswegen bei uns am 3.März 1690 ankamen. Allerdings stammten sie aus Südfrankreich.
Julie: Und deshalb findet der Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden immer am ersten Sonntag im März statt. Da werden dann auch die Jubiläumskonfirmanden geehrt. Die Kollekte kommt an diesem Sonntag immer der Stiftung unserer Gemeinde zugute, die unter dem Wort aus dem Reimpsalm 89,1 steht. „Dass auch die Enkel Gott, wie wir ihn fanden, finden“.
C.O.: Ganz prima, dass Ihr Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eurer reformierten Tradition so lebendig vor Augen habt!
Lea: Und das ging ohne Probleme? Was sagte der Erzbischof von Trier dazu? War die Lage dort so anders als die in Frankreich?
C.O.: Oh nein! Der Erzbischof belegte Trier, diese in seinen Augen widerspenstige Stadt, mit einer Blockade. Eine Hungersnot drohte. Um die Menschen zu schützen, bin ich dann mit anderen Leitern der jungen Gemeinde freiwillig ins Gefängnis gegangen.
Julie: Freiwillig?!. Um die Stadt vor einem ähnlichen Schicksal wie La Rochelle zu bewahren – jener Stadt am Atlantik, die der Kardinal Richelieu mit seiner Land- und Seeblockade buchstäblich aushungerte?!
C.O.: Ja, genau so war es. Uns drohte sogar die Hinrichtung. Aber Gott sei Dank haben Gesandte benachbarter evangelischer Fürsten uns vor dem Schlimmsten bewahrt,
Julie: Und Sie haben die Herausgabe des „Heidelberger Katechismus“ unterstützt, der ja bis in unsere Gegenwart von Konfirmanden in aller Welt gelernt wird.
Z.U.: Gut zu hören! Wisst Ihr denn, wie wir diesen Katechismus gegliedert haben?
Lea: Ja, klar: „Von des Menschen Elend“, „Von des Menschen Erlösung“ und „Von der Dankbarkeit“.
Julie: Und dass Sie nach dem Nutzen fragen – wie etwa bei der „Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu“ – wirklich Spitze!
Z.U.: Ich kann Euch gut verstehen! In der ersten Fassung stand die Frage 80 auch noch gar nicht drin. Sie wurde erst etwas später hinzugefügt.
C.O.: Ich finde, ihr macht es richtig, wenn ihr euch auch kritisch mit dem von uns Gesagten auseinandersetzt. Unser Wunsch kann von daher nur sein, dass der „Heidelberger Katechismus“ euch Lehrer und zugleich Gesprächspartner sein möge.
Julie: Auf jeden Fall möchten wir uns herzlich bedanken, dass Sie uns so viele Einblicke in Ihr Leben und Werk gewährt haben.
Z.U: Herzlichen Dank! Wir wünschen euch eine gute Rückreise in eure Gegenwart. Seid behütet und grüßt nun unsererseits die reformierte Gemeinde Hameln-Bad Pyrmont sehr herzlich mit den Worten von Frage 54, die uns vereint über die Grenzen von Ort und Zeit hinweg!
Julie: Ja, auch die kennen wir auswendig: Was glaubst du von der „heiligen allgemeinen christlichen Kirche“?
Lea: Martin Hoffmann wird gleich in der Predigt darauf Bezug nehmen.
C.O. und Z.U.: Adieu; Gott befohlen!
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Martin Hoffmann: Mit den Worten des 133. Psalms des Genfer Psalters und mit der Melodie aus dem Jahre 1562 erwarten wir die beiden Konfirmandinnen wieder in unserer Gegenwart und Mitte zurück.


