Moderne Kunst zeigt die vielen Namen Gottes

Werke von Gerhard Richter und Georg Baselitz im Gespräch

Das bunte Glasfenster Gerhard Richters im Kölner Dom ist das momentan am meisten diskutierte Werk eines Gegenwartskünstlers im kirchlichen Raum. Es war eines der Themen einer Tagung der Evangelischen Akademie Villigst vom 25. bis zum 27. April.

Die Vielfalt der Kunst kann als Symbol verstanden werden für die vielen Namen Gottes. Ein gelungenes Beispiel hierfür: das Kölner Dom-Fenster von Gerhard Richter. In diesem Sinne deuteten die beiden Richter-Experten Dr. Dietmar Elger und Hubertus Butin die Wirkung dieses Kunstwerks.

Moderne Kunst in der Kirche hat Konjunktur
Die Gestaltung kirchlicher Räume durch hochrangige Gegenwartskünstler hat Konjunktur. Deswegen ist eine Verständigung darüber vonnöten, wie Kirche mit diesem neuen Interesse umgehen kann, erläutere Studienleiter Dr. Rüdiger Sareika den Anlass der Tagung. Als Beispiel für einen misslungenen Verständigungsprozess stellte Kirchenbauprofessor Dr. Horst Schwebel das Gemälde "Tanz ums Kreuz" von Georg Baselitz vor. Das umstrittene Bild konnte nicht in der Kirche bleiben, in der es der Künstler wollte. Es hängt daher jetzt in einem Budapester Museum.

Spiritualität: Wichtiges Thema der Gegenwartskunst
Dennoch: Spiritualität ist ein wichtiges und dauerhaftes Thema der Gegenwartskunst, wie Kunstkritiker Dirk Schwarze bestätigte, der seit 1968 die documenta-Ausstellungen in Kassel begleitet. Und Dr. Andreas Mertin vertrat gar die Aufassung, dass moderne Kunst häufig gerade durch die Abwesenheit von religiösen Symbolen spirituelle Themen vermitteln könne. Denn bildende Kunst ermögliche eine neue Lust am Sehen und eröffnet so eine erweiterte Wahrnehmung der Schöpfung, erklärte Mertin, der kirchliche Ausstellungen im Rahmen der documenta als Kurator betreut hat.


Pressemitteilung der Evangelischen Kirche von Westfalen
 

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