Omikron kippt Hessentag: Was wird aus Kirchenprogramm?

Hessen-Nassau: Hessentag Haiger abgesagt


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Das Coronavirus verhindert zum dritten Mal in Folge einen Hessentag: Nach Bad Vilbel und Fulda erwischt eine pandemiebedingte Absage nun auch Haiger. Für ein stark abgespecktes Kirchenprogramm im Juni 2022 bleibt aber noch ein Fünkchen Hoffnung.

Die Stadt Haiger hat den bevorstehenden Hessentag im Juni abgesagt. Angesichts der Omikron-Welle und  steigender Corona-Zahlen sei eine Ausrichtung des Hessentages, ohne dass eine Gesundheitsgefährdung durch die Infektionsgefahr auszuschließen ist, nicht sinnvoll, hatte der Magistrat erklärt. Dieser Einschätzung folgte dann auch das Parlament mit großer Mehrheit.

Die „Unwägbarkeiten“ in der Planung unter anderem durch mögliche Personalausfälle in der heißen Phase der Vorbereitung und die Gesundheitsgefährdung der Gäste seien einfach zu groß. Das  Land Hessen bedauerte die Absage, zeigte aber vollstes Verständnis. „Gesundheit, Sicherheit und die Versorgung der Menschen vor Ort haben oberste Priorität“, sagte der Chef der Staatskanzlei in Wiesbaden, Axel Wintermeyer.

Damit wirft das Virus auch die Planungen der Kirchen für das Fest über den Haufen. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hatte mit der kurhessischen Nachbarkirche, dem Bistum Limburg sowie freikirchlichen Gemeinden ein umfangreiches Programm für den 10. bis 19. Juni unter dem Motto „Losleben“ aufgelegt. Dabei sollten unter anderem bei einer aufwendigen Multimedia-Inszenierung des Frankfurter Künstlers Parviz Mir-Ali die mittelalterlichen Fresken der Stadtkirche zum Leben erweckt werden. Zudem hatten die Kirchen einen Kunst-Wettbewerb ins Leben gerufen, um ein fehlendes Motiv in der Wandbemalung zu ersetzen. Die Kirchen überlegen nun, ob einzelne Teile des Programms zu retten sind und zu einem regionalen Glaubensfest umgestaltet werden können.

Das kirchliche Projektteam will zumindest am ökumenischen Gottesdienst am 12. Juni 2022 festhalten, zu dem ursprünglich unter anderem der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung erwartet wurde. Durch die gemeinsamen Vorbereitungen sei das Verständnis füreinander gewachsen, teilte es mit. Auch die Kunstaktion rund um die Fresken soll erhalten bleiben, erklärte das Dekanat. Die Kirchengemeinde halte  an der Ausschreibung des Wettbewerbs zur Ergänzung der Wandmalereien fest.

Der Einsendeschluss für die Entwürfe haben dürfen, ist weiterhin der 28. Februar 2022. Gegebenenfalls soll der Zeitraum der weiteren Umsetzung den Feierlichkeiten zur 975-Jahr-Feier der Kirchweihe im Jahr 2023 angepasst werden. Eine abschließende Entscheidung, wie ein abgespecktes  Kirchenprogramm dann konkret aussieht, soll möglichst bis Ende Januar fallen.


Quelle: EKHN