Risiko

Mittwochskolumne von Paul Oppenheim


© Jorge Royan

Manche erinnern sich an das Brettspiel, das ab den 1970er Jahren in Deutschland so gerne gespielt wurde. Es hieß „Risiko“ und es ging da um die Eroberung von Ländern, Regionen, Kontinenten und tendenziell immer um die Weltherrschaft.

Im Jahr 1982 wurde das Gesellschaftsspiel von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. Es durfte nicht mehr als Spiel für Kinder, sondern nur noch als „Strategiespiel für Erwachsene“ unter der Auflage verkauft werden, dass etwa das Wort „Feind“ durch “Gegner“ ersetzt wird. Der „kriegsverherrlichende“ und „kriegsverharmlosende“ Charakter des Spiels wurde ausführlich dargelegt. Es wurde von der Prüfstelle festgestellt, dass durch ein solches Spiel Kinder und Jugendliche „lernen … das verbrecherische Verhalten Deutschlands unter Adolf Hitler (1933-1945) nachzuvollziehen, zu verstehen oder zumindest zu bagatellisieren.“

In der sprachlich gezähmten Fassung fand das Spiel in vielen Familien Eingang und ich entsinne mich, wie gerne wir an so manchem Winterabend um den Erwerb von Gebieten wie Québec, Madagaskar oder Kamtschatka gewürfelt haben. 

Auf dem Spielbrett gab es auch Venezuela, die Ukraine und Grönland. Da frage ich mich, ob nicht auch Familie Trump an diesem Spiel seine Freude hat? Es gibt davon sicher auch eine vergoldete Version, die gut ins Weiße Haus passt. 


Paul Oppenheim