Sichere Kirchen

Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) verstärkt ihr Engagement gegen sexualisierte Gewalt


© GEKE

Mit einem mehrjährigen Austauschprozess in Warschau startete nun die konkrete Umsetzung von Prävention und Intervention.

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) will das Thema sexualisierte Gewalt entschiedener angehen. Anlass ist die Resolution 2533 der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, die eine umfassendere Aufarbeitung von Kindesmissbrauch und bessere Schutzmaßnahmen für vulnerable Menschen in Europa verlangt. Der GEKE-Rat greift diese Linie auf und ruft die Mitgliedkirchen dazu auf, Schutzkonzepte nicht nur einzuführen, sondern mit hoher Priorität konsequent weiterzuentwickeln. Dabei geht es ausdrücklich auch um Erfahrungen aus evangelischen Kirchen: Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Erwachsene haben laut GEKE großes Unrecht erlitten.

In einer Erklärung macht die GEKE klar, dass Schutz vor sexualisierter Gewalt zum Kernauftrag der Kirche gehört. Der Schutz sei keine Nebensache, sondern müsse dort gelten, wo von Gottes Liebe gesprochen werde: Menschen sollen sicher sein, Betroffene sollen gehört und unterstützt werden. Die GEKE will deshalb auf europäischer Ebene voneinander lernen, bewährte Ansätze teilen und den eigenen Verantwortungsbereich entsprechend ausrichten. Schon 2024 wurde dafür ein Arbeitsprozess mit Erfahrungsaustausch gestartet, der nun Fahrt aufnimmt.

Ihn Warschau trafen sich Ende Juni Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 40 evangelischen Kirchen zu einer internationalen Konferenz. Ziel ist ein mehrjähriger Austausch- und Umsetzungsprozess rund um Prävention und Intervention bei sexualisiertem Missbrauch. Die Konferenz wird gemeinsam mit der Guido Fluri Stiftung und der europäischen Opferinitiative Justice Initiative organisiert, die sich am Europarat für die Resolution 2533 eingesetzt und sie politisch vorangebracht hat. Für die Justice Initiative ist der Schritt der GEKE ein historischer Meilenstein für ein kollektives Umdenken.