Zwei Audio-Beiträge: Johannes Calvin in Genf - Betteln verboten!

Christa A. Thiel im Gespräch mit Michael Beintker

Wie Calvin in Genf wirkte, wie er die Armut bekämpfte, erzählt Professor Michael Beintker im Gespräch mit Christa A. Thiel. Zum Hören auf reformiert-info

500 Jahre Johannes Calvin
Ein Beitrag von Christa A. Thiel
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Freitag, den 10. Juli 2009 auf Augenblick mal! >>>

Betteln verboten!
Ein Beitrag von Christa A. Thiel
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Samstag, den 5. September 2009 auf Augenblick mal! >>>

Zum Lesen - als Einstieg:

500 Jahre Johannes Calvin
Heute ist der 500. Geburtstag des Reformators Johannes Calvin. Und Deutschland und die Welt feiert. Calvin hat nicht nur den Weg der evangelischen Kirche geprägt, sondern auch Impulse gesetzt, die bis heute politisch wegweisend sein können. Er verstand sich zunächst als Schüler Martin Luthers.

“Wo Gott erkannt wird, da wird auch Menschlichkeit gepflegt.”

Nach dieser Devise lebte und wirkte der Reformator. Den Glauben zu leben, war Calvins besonderes Anliegen. Seine Antworten auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit, Überwindung der Armut und den Umgang mit der Natur sind noch heute aktuell angesichts von Wirtschaftskrise und Klimakatastrophe.

Als Calvin 1536 nach Genf kommt, ist die Lage der evangelischen Christenmenschen mehr als schlecht: Innerlich noch nicht stabil; abhängig von Entscheidungen des Rates der Stadt, in dem die Mehrheiten oft wechseln; von außen bedroht, vor allem durch einen erstarkenden Katholizismus. Dazu kommt, dass im Laufe der Zeit, die Calvin in Genf zubringt, die Zahl der Einwohner sich nahezu verdoppelt. Glaubensflüchtlinge aus Frankreich sind es vor allem, die in Genf Schutz finden, nicht zuletzt eingeladen und angezogen von Johannes Calvin. Innerhalb von knapp 30 Jahren verdoppelte sich in etwa die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner. Man kann noch heute an Häusern in der Innenstadt Genfs sehen, wie sie aufgestockt wurden, damit mehr Menschen einen Ort zum Leben fanden.

Integration bedeutete für Calvin einerseits, dass die Flüchtlinge eine Heimat in der Kirchengemeinde fanden. Andererseits setzte er sich dafür ein, dass Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Calvin wollte, dass keiner betteln muss
Keine Einkaufszone ohne Bettler. Und manch einer möchte dieses Betteln am liebsten verbieten. Der Reformator Johannes Calvin, dessen 500. Geburtstag die evangelische Kirche dieses Jahr feiert, hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass das Betteln in Genf, wo er wohnte, verboten wurde. Denn jeder müsse von seiner Arbeit leben können. Und wenn das nicht gegeben sei, müsse er Zuwendungen bekommen.

Bis heute sammeln evangelische Christen in jedem Gottesdienst im Klingelbeutel für diakonische Aufgaben in der Gemeinde. Denn Gottesdienst zu feiern und dabei die Armen in der Gemeinde nicht zu vergessen gehört zusammen. Für den Pastor Calvin war das Teil seines Programms der Armutsbekämpfung.

In der Kirchenordnung verankerte er das Amt des Diakons. Die Aufgabe der Diakone war es, dafür zu sorgen, dass die Spenden in die richtigen Hände kamen. Gleichzeitig setzte er sich im politischen Bereich für eine Belebung der Wirtschaft ein. Durch das Engagement der Kirchengemeinde wurde die Bürgergemeinde für die Nöte der Mitbürger sensibilisiert. Insgesamt lässt sich feststellen, dass in Kirchengemeinden, die nach dem Modell Calvins arbeiteten, Erfolge in der Armutsbekämpfung erzielt wurden.


Christa A. Thiel, Augenblick mal!
 

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